In unserer Reihe “Es muss nicht immer Windows sein” stellen wir euch immer wieder gute Linux Distributionen vor, welche einen Blick wert währen. Alles immer mit der Anforderungen auf der vorhanden Hardware lauffaehig zu sein. Aber wie waere es mit einer komplett eigenen Distribution? Zu schwer, zu frickelig? Der Service susestudio hilft euch dabei – komplett schmerzlos!

Es muss nicht immer Windows sein – Seine eigene Distribution bauen

Dieser Webservice stammt aus der Feder der openSuse Community und ist meiner Erfahrung nach bisher der einzige Dienst, welcher mit einer solch einfach Bedienung einem erlaubt, seine komplett eigene Linux Distribution auf Basis von Suse Produkten zu entwerfen.

Was ist susestudio genau?

Es fielen in dieser Reihe immer wieder die Begriffe wie “eigene Distribution” oder “voellig angepasstes System”, doch was bedeutet dies? Ganz einfach. Es muss alles so sein wie der Benutzer es haben will und nicht wie es andere Personen meinen vorgeben zu muessen.

Das man hierbei auf ein moeglichst stabiles und robustes System setzt ist klar. Deswegen dient hierbei immer ein openSuse oder ein Suse Enterprise Desktop / Server als Basis fuer alle weiteren Schritte.

Allerdings koennt ihr wie auf den Bildschirmaufnehmen zu sehen ist, ein quasi komplett nacktes System als Ausgangspunkt eurer Anpassungen wählen. Es bootet. Mehr macht dieses System ueberspitzt gesagt nicht. Dies bezeugt euch der Name: JeOS – Jet enough OS.

Vorgefertigte Basis Abbildungen zum Beispiel mit einem KDE4 oder Gnome3 Desktop stehen natuerlich auch zur Auswahl.

Fuer Benutzer im Geschaeftsumfeld lassen sich hier auch gleich SLES Systeme fuer Virtual Box Hyper Visors anlegen. Praktisch!

Damit ein System das Prädikat “massgeschneidert” tragen darf, muss es sich auch genau so verhalten wie man es will. Dies beduetet, der User will das Aussehen von Wallpapers, Logos und Co. anpassen koennen wie auch die Softwarepakete welche gleich mitgeliefert werden. So bevorzuge manche den Chrome ueber Chromium und Firefox als auch Python3 ueber die ganzen anderen Vorgaengerversionen. Das Ganze ist moeglich via einfachen Mausklicks in der Weboberflaeche. Selbst Paketabhaenigkeiten werden unkompliziert aufgelöst.

Weiter hat man als langjaehriger Linuxnutzer auch Eigenheiten in Bezug auf Benutzernamen und Kennwörter zugelegt. Da die komplette Benutzerkonfiguration frei gestaltbar ist, kann man auch hier dem System meinen Stempel aufdruecken.

Die Konfigurierbarkeit macht auch bei Runlevels und Diensten auf der Maschine nicht halt. Allerdings habe ich noch keine Moeglichkeit gefunden Kernel-Parameters zu übergeben.

Probefahrt gefaellig?

Natuerlich kauft man nicht die Katze im Sack. Susestudio ermoeglicht es euch einen “Testdrive” zu fahren. Dies bedeutet, dass eure Maschine virtuell installiert wird und ihr euch direkt im Browser mittels einem VNC Plugin, welches bei vielen aktuellen Browsern bereits dabei ist, an eurer neu erstellen Maschine anmelden und sofort damit “spielen” koennt.

Selbstverstaendlich lasst sich hierbei keine Rueckschluesse auf die Leistung des System ziehen, da es doch recht traege ist. Was will man bei einem solchen Konstrukt auch mehr erwarten.

Herunterladen – nach euren Wuenschen

Selbst das Dateiformat eurer Maschine koennt ihr beim Herunterladen auswaehlen. Neben den Standardformaten fuer CDs und DVDs stehen auch verschiedene Container fuer Virtualisierungsloesungen als auch fuer Hoster wie Amazon oder Azure von Microsoft bereit.

Man ist nicht allein!

In diesen Webservice ist auch stark eine soziale Komponente verankert. Keine Sorge! Dort ist kein Facebook oder sonstiges integriert. Es bezieht sich eher auf den Austausch von erstellen Maschinen. So tauschen zum Beispiel Administratoren die besten Appliances fuer Webserver aus, oder Entwickler clonen sich unter einander die beste Maschine um fuer Android programmieren zu können.
Eine Liste mit den beliebtesten Maschinen findet man in deren Gallery.

Video

Aufgenommen auf der Suse Conference 2012. Die Moderation ist in englischer Sprache.

Eure Meinung!

Was meint ihr dazu? Sollte der hinter dem Platzhirsch Ubuntu stehende Konzern Canoncial auch so etwas ins Leben rufen? Oder denkt ihr, dass solche Angebote nur immer weiter zur Zersplitterung der Distributionen fuehren?

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  • http://xengi.de/ Ricardo

    Ich bin kein großer Freund von Suse aber Suse Studio ist echt ne super Sache. wenn es sowas auf Debian Basis geben würde wär ich super glücklich.

    • MGTobias

      Genau, das finde ich auch. Allerdings gab es glaub ich durch ein Google Summer of Code Projekt bereits anfaenge soetwas auch fuer andere Distributionen bereitzustellen.

  • Stefan Richert

    ICh bin begeistert… Das ist der Wahnsinn. Eine Linuxdist. basteln, bei der man nach der Installation erstmal gar nix machen muss ist absolut super. Ich schließe mich Ricardo an, dass ganze als Debian und Windows wäre nur noch notdürftig als Office-Gerät im Einsatz :D

    Danke für den Tipp MG

    • MGTobias

      Freut mich das es dir gefaellt!
      Bei soviel nachfrage liese sich sicherlich auch so etwas Crowd-Founden. ;)

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