Mit dem EyeTV Micro hat der Hersteller Elgato einen sehr kompakten DVB-T Empfänger für Android-Geräte im Sortiment, den wir uns mal genauer anschauen konnten. Ob das Gerät was taugt, komfortables “TV on the go” bietet, erfährst Du in unserem Test.

EyeTV Micro – DVB-T Empfänger für Android-Geräte im Test

Die “Highlights”, die der Hersteller auf der Produktseite anpreist, klingen ja alles andere als übel:

Überall auf Ihrem Android-Gerät echtes Fernsehen empfangen

Keine Internetverbindung notwendig

Unerreicht kompakt dank energiesparender Chiptechnologie

Flexible Antennenoptionen für überlegenen Empfang

Ob man wirklich “überall” dank des EyeTV Micro fernsehen kann, lasse ich mal dahingestellt. Allerdings ist selbst in meiner Ecke, wo der DVB-T Empfang zu Anfangszeiten des neuen TV-Standards eher mau war, mittlerweile guter Empfang zu verzeichnen. “Keine Internetverbindung notwendig” stimmt natürlich, aber auch bei den letzten beiden Punkten nimmt Elgato den Mund nicht zu voll.

Der EyeTV Micro ist so kompakt und leicht, dass man ihn direkt an Tablet oder Smartphone ansteckt und nicht erst irgendwo am Gerät befestigen (oder irgendwo ab- oder auflegen) und dann noch per Kabel mit dem Androiden verbinden muss, wie es bei anderen DVB-T Empfängern für Android der Fall ist.

Eye TV Micro DVB-T Empfaenger fuer Androidgeraete Test 6

 

Eye TV Micro DVB-T Empfaenger fuer Androidgeraete Test 5

Neben einer kleinen Stabantenne liegt dem Verpackungsinhalt noch eine Teleskopantenne mit langem Kabel bei. Dies sind also die “flexiblen Antennenoptionen für überlegenen Empfang”, wobei in meinem Test schon die kleine Stabantenne für einen guten Empfang auf dem Nexus 7 völlig ausgereicht hat.

Eye TV Micro DVB-T Empfaenger fuer Androidgeraete Test 3

Nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist die Tatsache, dass man den EyeTV Micro aktuell nur mit bestimmten Android-Geräten nutzen kann. Welche das sind, offenbaren die Systemvoraussetzungen, die sich auf der Produktseite finden:

Diese Android-Geräte unterstützen EyeTV Micro:

Asus Nexus 7

Samsung Galaxy Nexus

Samsung Galaxy Note

Samsung Galaxy Note II

Samsung Galaxy S II

Samsung Galaxy S III

EyeTV Micro erfordert ein Android-Gerät mit einem Dual-Core Prozessor, NEON-Unterstützung (z.B. Tegra3), USB-Host-Funktion, sowie Android 4.0.3 (“Ice Cream Sandwich”) oder neuer.

Um mit dem EyeTV Micro auf diesen Geräten TV schauen zu können, muss die entsprechende App aus dem PlayStore heruntergeladen und installiert werden, danach wird einfach der DBV-T Empfänger per micro-USB verbunden. Die EyeTV Micro App startet dann selbsttätig und nach einem ersten Programm-Suchlauf (hat bei mir ca. drei Minuten gedauert) lassen sich die gewünschten Sender auswählen und starten, was in der Regel ca. drei Sekunden dauert. Die Bildqualität der mit dem DBV-T Empfänger abgerufenen Sender auf dem Nexus 7 ist sehr gut.

eye tv micro dvb-t android test 2

Das Player-Fenster zeigt sich übersichtlich. Am unteren Rand finden sich (in order of apperance) folgende Informationen: Programm-Nummer, Programm, aktuelle Sendung, kommende Sendung und Empfangsqualität. Oben rechts befinden sich Optionen zur Wiedergabe (Tonspur, Lautstärke und Bildverhältnis) und in der Mitte kann man direkt die Sender durchschalten, oder die Senderliste aufrufen.

eye tv micro dvb-t android test 1

In den Einstellungen der App lassen sich die Sender sortieren und der Timeshift-Puffer einstellen – das war`s dann aber auch schon mit den Features der EyeTV Micro App. Einen EPG, oder gar die Möglichkeit Sendungen aufnehmen zu können, gibt es nicht. Beides fehlt mir persönlich zwar auch nicht, würde aber prinzipiell den Nutzen der Sache natürlich noch steigern.

Soweit, so gut. Wer ein kompatibles Android-Gerät hat, der kann mit dem EyeTV Micro also in der Tat komfortabel und ohne Kabelgewirr unterwegs auf seinem Androiden fernsehen, aber der EyeTV Micro lässt sich auch als normaler DVB-T Empfänger auf PC und Mac nutzen. Hierzu muss ebenfalls ein entsprechendes Programm (Terratec Home Cinema für PC, Eye TV 3 für Mac) installiert werden, dieses kann man auf der Hersteller-Website herunterladen. Ein micro-USB auf USB Adapter-Kabel liegt dem EyeTV Micro bei, jedoch leider kein “Adapter-Stecker”, der es ermöglichen würde, den DVB-T Empfänger direkt an den USB-Anschluss anzustecken, wie es bei Android-Smartphone und -Tablet der Fall ist. Dort ist ja gerade dies ein großes Plus des Empfängers, am Laptop hat man jedoch jetzt den (Kabel) Salat.

Eye TV Micro für Android

So sieht es allerdings nur im “Extremfall” aus, es geht auch mit weniger …

Im Vergleich zur sehr aufgeräumten – allerdings auch vom Funktionsumfang sehr rudimentären (für mich persönlich allerdings kein Nachteil) – Android-App, wird man von der PC-Software des Herstellers Terratec erst einmal User-Interface-technisch erschlagen. Zum Glück startet das Sendersuchlauf-Setup automatisch, sonst müsste man sich danach erst mal auf die Suche machen und es dürfte wohl einen Moment dauern, bis man dieses im unübersichtlichen User-Interface geortet hat. Ich habe dann erst einmal ca. 5 Minuten damit verbracht, herauszufinden, wie man die Sender wechselt. Nach weiteren ca. 15 Minuten lichtete sich dann so langsam der Nebel und nach einer weiteren 15minütigen “Einarbeitungszeit” wusste ich dann so langsam auch, wie und wo ich was in in der Software finde und bewerkstellige.

Zwar ist das User-Interface der Terratec Home Cinema Software alles andere als übersichtlich und intuitiv zu bedienen, dafür bekommt man aber auch alles geboten, was das Herz begehrt – der ein oder andere eventuell in der Android-App vermisst: EPG, Sendungen (natürlich auch zeitgesteuert) aufnehmen, Teletext und mehr. Was den Funktionsumfang angeht, lässt die Software wenig Wünsche offen.

Fazit:

Vor allem ist der EyeTV Micro DVB-T Empfänger für kompatible Android-Geräte eine praktische Sache, weil man das Gerät einfach in den micro-USB-Anschluß steckt “und gut is”. Zwar wüsste ich persönlich nicht, wieso ich auf einem Android-Gerät TV-Sendungen aufnehmen sollte, aber bestimmt ist dies ein Feature, das manch einem in der Android-App fehlen wird. Ebenso der nicht vorhandene EPG, den man allerdings – Internetverbindung natürlich vorausgesetzt – durch TV Spielfilm oder andere „Fernsehzeitungs-Apps“ problemlos ausgleichen kann.

Praktisch ist die Tatsache, dass sich der EyeTV Micro neben Tablet und Smartphone unter Windows und iOS nutzen lässt, auch wenn man sich mal ne ruhig Stunde Zeit nehmen sollte, um das User-Interface der PC-Software zu durchblicken. Die Mac-Software konnte ich mir – aus Ermangelung von Apple-Produkten in meinem Haushalt – nicht anschauen. Der Preis von knapp 65 Euro für den EyeTV Micro geht absolut in Ordnung.

 

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  • http://www.facebook.com/profile.php?id=1426963292 Mark Baumgartl

    Bei den Anforderungen für den Betrieb,scheint mein TF700 ja auch zu passen (tegra 3 und USB Host funktion),bedeutet das also,das ich mit einem entsprechenden Kabel den damit auch verwenden kann?Den USB Adapter habe ich bereits

  • Thomas Schmidt

    Und wie sieht es mit Standards aus? Programme wie Me-TV oder MPlayer können mehr und werden besser gepflegt als die beigepackte Software. Mein viele Jahre alter DVB-T-Empfänger von Terratec funktioniert unter Ubuntu nach wie vor Out Of da Box und arbeitet sogar als Videorecorder an meiner neuen Netzwerkfestplatte.

  • http://twitter.com/domenuk Dominik

    Im Fazit das iOs durch OSx ersetzen und dann ist es ein klasse Artikel. ;)

  • LinHead

    Ich finde die Terratec-Software für Windows sehr langsam, schlecht bedienbar wie Du ja auch schreibst. Ich habe (mit anderem Empfänger) auch die Erfahrung gemacht, dass die Treiber nicht immer funktionieren.
    Läuft das Gerät unter dem Windows Media Center? Ist softwaremässig die übersichtlichere Alternative für gelegentliches Schauen, zum Aufnehmen und weiterverarbeiten sicher nicht.

    • RoZe77

      Ich habe zwar den Micro, aber den habe ich noch nicht am Laptop angeschlossen, da ich den EyeTV schon zu Hause habe. Dieser funktioniert super mit dem MediaCenter. Die andere Software habe ich garnicht erst probiert. Also Aufnahme EPG super. Sogar Aufnahmeprogramierung aus dem Ruhezustand heraus läuft. Denke die Hardware wird die selbe sein und der Micro wird auch funzen.

  • RoZe77

    Also ich kann nur sagen, die fehlende EPG-Funktion ist extrem nervend. Da das switchen zwischen den Sendern derart langsam läuft, hätte man über ein EPG schon mal vorab nach schauen können, was gerade läuft und hätte dann einfach den entsprechenden Kanal anwählen können. So muss man Stunden mit hin und her schalten verbringen, bis man ein Programm gefunden hat, das einem gefällt. Klar kann man über z.B. PrimeGuide schauen, was gerade läuft aber man muss halt immer switchen. Und so eine Funktion kann doch wirklich nicht so schwer sein zu programmieren. Ansonsten von der Bildqualität her is das ding schon nich schlecht.

  • Julian

    Adapter für Galaxy Tabs? Gibts sowas schon? ansonten ne nette Idee :)

  • andreas111

    Ich habe den tivizen pico von icube, der ist genauso schick und klein
    und kostet etwa 50 euro. Außerdem erlaubt das ding auch aufnahmen, hat
    allerdings auch kein epg.

    http://www.tivizen.com

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