Perfektes Timing: Heute Abend strahlt die ARD den „Apple-Check“ aus, bei dem die Marke Apple, seine Fans und Jünger und natürlich auch die Fertigungsbedingungen des Zulieferers Foxconn unter die Lupe genommen werden und da kündigt Foxconn an eine Art Betriebsrat mit Arbeitnehmervertretern einzuführen. Diese Arbeitnehmervertreter sollen in einer geheimen Wahl bestimmt werden.

Foxconn will auf Druck von Apple Arbeitnehmervertreter zulassen / Apple im ARD Marken-Check

Natürlich wird sich Foxconn bei der Ankündigung nicht nach dem Fernsehprogramm der ARD richten, das zeitliche Zusammentreffen ist also Zufall. Kein Zufall aber ist der Druck, der in dieser Richtung auf Foxconn lastet: Als Auftragsfertiger von Apple, einer der bekanntesten und teuersten Technikmarken, wird von der Öffentlichkeit natürlich sehr genau auf die Bedingungen geschaut, die in den Foxconn-Werken herrschen. Und diese waren selbst für chinesische Verhältnisse nicht die besten. Der öffentliche Druck, der durch die Veröffentlichung verschiedener Missstände auf Apple aufgebaut und an Foxconn weiter gegeben wurde hat schon für Verbesserungen gesorgt. Aber die Wahl von Betriebsräten – noch dazu geheim und ohne das Management – ist aber nicht nur für Foxconn eine Premiere, sondern für chinesische Großunternehmen insgesamt.

Nach dem Ende des chinesischen Neujahrsfests sollen die Mitarbeiter von Foxconn mit Unterstützung der Fair Labor Association (FLA) für die anstehenden Wahlen geschult werden – in vielen Fällen wird diese Schulung wohl bei Null beginnen müssen, woher sollten die Mitarbeiter auch wissen, was die Aufgaben von Arbeitnehmervertretern sind, bisher ist es in China ja üblich, dass die Gewerkschaftsvertreter vom Management und der Regierung kontrolliert werden.

Diese Entwicklung kann in die Sendung der ARD heute Abend natürlich nicht mehr einfließen, aber trotz allem dürfte es interessant sein – sowohl für Fans als auch Gegner des Unternehmens – was in diesem Markencheck so alles ausgegraben wird. Zu viel darf man aber wohl nicht erwarten, immerhin sollen in nur 45 Minuten eine ganze Menge Fragen beantwortet werden:

Cool, einfach zu bedienen und sicher – das bringt man mit Apple-Produkten in Verbindung. Doch haben die viel gepriesenen Geräte tatsächlich einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz? Wie gut ist der Service in Apple Stores? Und was geht im Gehirn eines eingefleischten Apple-Fans vor?
“Der Apple-Check” geht diesen Fragen nach und hat sich auch im Apple-Produktionsland China umgeschaut: Wurden die Arbeitsbedingungen dort wie versprochen verbessert?

Wer danach noch nicht genug hat, kann gleich bei der ARD bleiben und sich Hart aber Fair anschauen, wo die Frage diskutiert wird, ob und wie doof uns „Apple & Co.“ machen…

Beitragsbild: Das Erste

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  • http://forum.mobilegeeks.de/members/andre/ Andre

    Mir schwant Übles. Die ARD-Checks sind meiner Meinung nach immer sehr populistisch und reißerisch, einseitig und unfair. Es wird ein Unternehmen auseinander genommen und damit suggeriert, die Konkurrenz würde es besser machen.

    Ich hoffe sehr, dass die Produzenten mit ausreichend Worten erwähnen werden, dass Foxconn kein reiner “Apple-Produzent” ist. Ich bin mit Sicherheit kein iDevice-Fan, aber das Niveau von Diskussionen um Apple nach der Reportage heute Abend kann ich mir jetzt schon vorstellen.

    Ich finde die Vorstellung übrigens gar nicht so abwegig, dass die Nachricht über eine Arbeitnehmervertretung noch Einzug hält. Ein paar Sätze aufzunehmen und reinzuschneiden sollte schnell gehen.

    • Vincvega

      Ich finde die Markenchecks recht gut, auch wenn sie eher dem Trend der ÖR folgen, dem Vebraucher Anweisungen zu geben, was sie zu mögen haben, und das hat für mich ein Geschmäckle.

      • http://forum.mobilegeeks.de/members/andre/ Andre

        Die Idee ist natürlich gut, die Umsetzung aber mangelhaft. Wer’s gesehen hat: Die Tester schmeißen ein Galaxy S2 und ein iPhone in Bier, um zu prüfen, welches Gerät noch funktioniert bzw. repariert werden kann. Das ist der einzige Vergleich mit der Konkurrenz in der verdammten Doku!
        Als unmündiger Zuschauer muss ich doch jetzt davon ausgehen, dass ALLE ANDEREN HERSTELLER die Mitarbeiter in den Produktionsstätten besser bezahlen (lassen). Dieser Bullshit hat nichts mit dem Anspruch einer ÖR Anstalt zu tun, sondern ist eine pure Frechheit.

        • Vincvega

          Ich fand den ganzen Test schwachsinnig. Besonders, wo der angebliche “Professor” mit seinen Studenten der RWTH Aachen das Surface, das Galaxy Tab / Note? und das iPad testeten.

          Das ist ja so gewesen, als hätte man Affen vor einen Computer gesetzt, und denen gesagt, wenn sie das Ding anschalten können, kriegen sie eine Banane.

          Den Biertest fand ich auch blödsinnig. Das würde auch suggerieren, dass die Samsung Geräte besser halten und alle herausnehmbare Akkus haben, aber so Flüssigkeitstests halte ich für Zufallsergebnisse. Ob das Herausnehmen des Akkus nun die große Heilung erbracht hat,… zumindest war es eine gute Idee, den Geräteaufbau und die möglichen Folgen von Defekten zu zeigen.

          Den Test in der Fußgängerzone mit den Komponentenpreisen fand ich eher lachhaft.
          Auch den “Einwurf” über Foxconn und die Arbeiterschaft in China fand ich lächerlich und reißerisch.

          Naja, um ein Resumée zu fassen: schade um die Rundfunkgebühren die für so einen Mist verplempert werden

  • Sebastian

    Bis zum Markencheck über die TUI habe ich dieses Format wirklich gerne gesehen, da ich immer davon ausgegangen bin, dass alle Inhalte sauber und sorgfälltig recherchiert sind. Da ich aber selbst bei der TUI arbeite und alle Aussagen an der Realität messen konnte, muss ich vermuten, dass hier nur einseitig berichtet und oberflächlich recherchiert wird und das Ergebnis im Vorfeld schon feststeht. Außerdem werden meist Branchenprobleme an einem Vertreter der Branche festgemacht, was bei Apple und den Arbeitsbedingungen in China sicher auch so sein wird.

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