Tablets werden schon in wenigen Jahren den klassischen PCs das Wasser abgegraben haben, das prognostizieren die Analysten von Gartner in einer neuen Erhebung. Ebenso verliert Windows an Relevanz, verglichen mit iOS und Android.

Gartner: Tablets werden den PC ablösen, legen 2013 um 70 Prozent zu

Wir haben schon mehrfach hören müssen, dass es der PC-Branche an den Kragen geht und die mobilen Betriebssysteme wie Android und iOS zunehmend an Bedeutung gewinnen. Nichts anderes hat Gartner nun auch feststellen können und gibt zudem eine Prognose ab, die ins Jahr 2017 hineinreicht.

Schon für dieses Jahr wird vorausgesagt, dass nahezu 200 Millionen Tablets verkauft werden. Etwa 197 Millionen Tablets stehen für dieses Jahr noch etwa 315 Millionen Desktop-PCs und Notebooks gegenüber. Schon im nächsten Jahr allerdings hat man sich deutlich angenähert, Tablets stehen dann bei prognostizierten 265 Millionen, während PCs noch bei 302 Millionen ausgelieferten Exemplaren stehen dürften.

Wie gesagt reicht die Vorausrechnung bis ins Jahr 2017 (wie verlässlich auch ein Blick so weit in die Zukunft sein kann) und spätestens dann haben die Tablets den klassischen PCs abgehängt: 467 Millionen zu 271 Millionen zu Gunsten von Tablets lautet die Voraussage.

Beim Blick auf die Betriebssysteme sieht es noch eklatanter aus aus Microsoft-Sicht. Android hat Windows hier schon das Wasser abgegraben, soll heißen: schon im letzten Jahr wurden deutlich mehr Android-Devices als Windows-Rechner verkauft. Für dieses Jahr geht Gartner sogar davon aus, dass 860 Millionen Android-Geräte etwa 397 Millionen Windows-Geräten gegenüber stehen – also mehr als das Doppelte dessen, was Redmond verkaufen kann.

Bei den Tablets verzeichnen wir laut Gartner in diesem Jahr einen Zuwachs von 69.8 Prozent im Vorjahr – daran lässt sich ungefähr ablesen, wie breit die Akzeptanz von Tablets bereits jetzt bei der breiten Masse ist, Tendenz stark steigend. Sehr viele von den Aufgaben, die wir bis dato noch am Desktop-PC oder am Notebook bewältigen, können wir mitunter auch ebenso gut – oder noch bequemer – am Tablet erledigen. Mit “ultra-mobilen” Geräten wie dem Surface Pro versucht Microsoft zwar, hier auch weiter präsent zu sein und Marktanteile abzugreifen, aber generell ist es eine bedrohliche Entwicklung für den Beinahe-Monopolisten der letzten Jahrzehnte.

 

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  • Lazerda

    Mich würde interessieren wie viele derzeit rein auf Android setzen, ohne ein weiteres Gerät mit alternativen Betriebssystem zu betreiben.
    Gibt es da jemanden unter euch und wie sind die Erfahrungen. In der Theorie kann ich mir so einiges vorstellen aber in der Realität sind es häufig Dinge bei denen ich vorher nicht mit Problemen gerechnet hätte die mich immer wieder an meinen PC getrieben haben.

    • disqus_0DLyE111x7

      So sieht es aus Lazerda. Tablets sind nette Dinger mit einem gewissen “will haben Faktor”, zum Arbeiten (Office etc.), Banking usw. düfte ein PC oder zumindest Notebook für die meisten unabdinglich sein. Aus diesem Grund war das Microsoft Surface ne ganz nette Idee. Allerdings schafft es auch dieses Tablet (selbst in der Pro Version) nicht einen vollwertigen PC zu ersetzen.

  • M. Gast

    Ich freue mich wenn Windows mehr an Bedeutung verliert, vielleicht wird Linux dadurch mehr beachtet. Nicht das ich Windows jetzt extrem schlecht finde, mich stört nur die Monopolstellung. Mir fehlt einfach Entwicklung, Fortschritt und Innovation.

    Android zeigte ja z.B. was sich alles im Hardwarebereich in ein paar Jahren alles entwickeln kann und was für Ideen entstehen können. Ein gutes Beispiel wäre im Hardwarebereich unabhängig vom OS z.B. die Smartwatch …
    Mir fehlt der Wettbewerb, aber auch gleichzeitig die Einhaltung von Standards. Wenn Hardwarehersteller mehr Linux unterstützten würden, dann gebe es mehr Wettbewerb. Und später mehr Software die beides unterstützen. Wäre es nicht genial wenn Windows, Linux und Mac OS miteinander konkurrieren würden? Seit ihr nicht auch meiner Meinung?

    Wenn die meisten eh nur E-Mails checken und im Internet surfen, sowie ein wenig chatten, dann brauchen die ja nicht unbedingt ein Windows. Wieso werden dann aber die meisten Computer mit Windows verlauft? Viele benutzen ihren Computer ja gar nicht mehr so oft, Tablet oder Smartphone reicht denen ja meistens aus…
    Dazu kommt das wir sicherlich etwas sparen würden, wenn kein Windows mit verkauft wird.

    Ich zu mindestens wünsche Linux viel Erfolg. Aber nicht nur Linux! Im Smartphone/Tablet OS-Ökosystem brauchen wir auch mindestens einen weiteren großen Mitspieler, und das unabhängig ob es auf Linux basiert oder nicht. Also viel Erfolg an bada, BlackBerry OS, webOS, Tizen, Ubuntu und ja auch Windows Phone.

    Ahhh, wäre das nicht schön wenn wir als Verbraucher bzw. Anwender mehr Beachtung bekämen? Der Wettbewerb würde uns das meiner Meinung nach geben…

    • http://xenfo.blogspot.de/ nutritio

      Windows hat halt den Vorteil das es ein Quasi-Standard wurde. In der Schule fängt es an, da empfiehlt ein Lehrer ein Vokabel-Programm oder einen Plotter den es nur für Windows gibt. Und man will ja immer den PC besitzten auf den alles läuft. Tablets werden PCs in nächster Zeit nicht ersetzten, es wird erst mal ein Coexistens geben.

      Linux hat IMHO das Problem das es lange einfach echt schwieriger zu bedienen war. Man wollte ein Programm installieren. Unter Windows gab es da lange nur eine Datei ausführen (jetzt wird es mit x86, x64, ARM auch komplizierter) und unter Linux gab es da verschiedene Methoden und verschiedene Dateien, für verschiedene Versionen und dann unterschiedliche Arten sie zu installieren, das mag für den Power-User toll sein, aber den DAU verwirrt das meist.

      • M. Gast

        Da stimme ich dir zu, einfach war Linux wirklich nicht. Und selbst Heute ist es noch unnötig kompliziert. Die Installationen waren früher echt eine Kunst und auch wieder hier ist es Heute zwar viel besser aber nicht optimal. Zu viele Unterschiede für die einzelnen Distributionen. Zu mindestens muss man nicht mehr jede Kleinigkeit selber Compilieren. Da waren die Pakete ein Segen (.deb ja aber .rpm nein).

        Wie du schon sagtest Standards ist was schönes. Würden sich alle dran halten, dann wäre eine Coexistens sehr gut möglich. Wenn aber Microsoft (oder andere) wieder dagegen arbeitet, wie z.B. früher beim Internet Explorer, dann würde es den Markt für eine lange Zeit beeinflussen. Wenn hingegen Formate, Datenbanken, Sprachen oder auch Protokolle benutzt werden, die den Standard verwenden, dann könnte man auch Programme erstellen die auf zwei Systemen gleich funktioniert. Und das ohne extrem viel Aufwand. Zum Beispiel wie du sagtest ein Vokabel-Programm mit einer Datenbank, die Datenbank bleibt die selbe. Oder z.B. wenn die Schüler ein Aufsatz schreiben müssen und das in einer .odt-Datei (OpenDocument Text) abgeben müssen. Dann könnten sie sich auswählen welches Programm sie verwenden unter welchen System usw.

        Leider wird das größtenteils nie so Passieren. Selbst wenn die Unternehmen sich an die Standards halten, und somit gut und leicht für beide Systeme Programmieren bzw. Entwickeln können. Wird es bis dahin noch ein langer Weg bleiben. Und ich bin der Meinung, das erstmal die Hardwarehersteller selbst, ihre Unterstützt bereitstellen müssen. Selbst dann, muss die Oberfläche von Linux (auch Android) stark verbessern werden, sowie die Software unterstützt ausgebaut werden, damit erst die Neuverteilung der Otto-Normal-Verbraucher auf ein anderes System beginnen kann.
        Soviel dazu …

  • Erik

    Wie beängstigend. Wir trudeln wohl langsam von einem Monopol zum nächsten. Und alle helfen begeistert mit. Irgendwie ganz schön dumm.
    Müsste doch inzwischen jeder Verbraucher und “Experte” bemerkt habe, dass Monopole für Verbraucher nicht gut sind.
    Insofern ist es nicht überraschend, sondern gut, dass einige wenige Hersteller dabei helfen, dass nicht nur ein Betriebssystem am Markt besteht.

  • http://twitter.com/GRiMtox GRiMtox @ GetGaming

    Tablets werden niemals den PC in seinen Funktionen und seiner Wichtigkeit ablösen können. Tablets sind lediglich Massenware, die sogar von Oma und Opa auf dem Sofa bedient werden können – das ist alles. Sie bieten nicht einmal erwähnenswerten Mehrwert gegenüber Smartphones. Einfach nur ein größerer Bildschirm, mehr nicht. Kein Schwein brauch Tablets, die Industrie gaukelt das einem bloß vor und alle Schweinchen rennen hinterher.

    Es bleibt dabei:

    Smartphone – Unterwegs Internet und Telefonie
    Handheld – Unterwegs Zocken
    PC – Zuhause zocken und arbeiten
    Konsole – Zuhause zocken
    Laptop/Notebook – Unterwegs Internet und arbeiten

    Alles schön abgedeckt .. und dann kommen die Tablets und wollen mit ihrem Smartphone-Funktionsumfang und der Größe eines Gemüsebrettes die Welt erobern. Lächerlich. Nichts als ein simples Konsumprodukt ohne Mehrwert.

    • Nash

      Sorry, du hast nicht die Vorstellungskraft, was alles noch möglich sein wird. Mit der Leistung von heutigen Phones können sicher 90 % der User all ihre PC Aufgaben erledigen. Man braucht vielleicht eine Tastastur und einen größeren Bildsdchirm noch dazu. Siehe Ubuntu Phone.

    • Psykhe

      Ich interpretiere die Studie eher so das immer mehr Leute vernetzt sein werden. Zahlenmäßig wird der Windows – Markt nicht schrumpfen, im Gegenteil. 50% Wachstum im Vergleich zu heute. Bei den Tablets werde auch Windows-Tablets hinzugezählt, welche im Endeffekt nur Laptops in anderer Form sind.

      Aber es gibt recht viele Leute die PCs gar nicht oder nur Minimal nutzen. Zum Beispiel die Rentner von morgen. Für die dürften Android/iOS Tablets eine sinnvolle Alternative darstellen, da intuitiver zu bedienen, schwerer kaputtzumachen (softwareseitig) und von den Fähigkeiten für sie ausreichend.

      Ein anderer, wahrscheinlich größerer Markt, sind Entwicklungsländer, wo der Preis eine große Rolle spielen wird. Die Studie zählt heutige “Dumbphones” anscheinend mit zu den “Computing Devices” hinzu (was ich persönlich idiotisch finde), anders kann ich mir die 1 Milliarde “Others” bei den Betriebssystemen nicht erklären. Das ist bestimmt nicht Ubuntu Phone oder WebOS. Die werden in Entwicklungsländern in den nächsten 5 Jahren größtenteils durch billige Smartphones ersetzt werden, die weit weniger als ein PC oder Laptop kosten.

      Kurz gesagt, es wird mehr Leute geben die das Internet nutzen, primär über Geräte die nicht mehr als das können, aber nicht weniger Leute die PCs nutzen.

  • Toby

    ich find es irgendwie ulkig, es werden also mehr Smartphones verkauft als PCs und Notebooks?
    Verblüffend!
    Werden da aktuell nicht Äpfel mit Melonen verglichen?

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