Der ewige Streit zwischen Google/YouTube und GEMA in Deutschland geht weiter und in eine neue Phase: Jetzt reichte man Unterlassungsklage gegen das Video-Portal ein.

GEMA reicht Unterlassungsklage gegen YouTube ein

Weswegen klagt man? Wegen der Mitteilung, die wir auf YouTube anstelle des gewünschten Videos finden:

Leider ist dieses Video in Deutschland nicht verfügbar, da es Musik enthalten könnte, für die die Gema die erforderlichen Musikrechte nicht eingeräumt hat.

Die Gema hält diese Behauptung schlicht für unrichtig und hatte YouTube aufgefordert, den Verweis auf die Gema zu entfernen und YouTube auch dafür abgemahnt. Der nächste Schritt ist jetzt die Klage vor dem Landgericht in München.

Seitens der Gema ist von Stimmungsmache die Rede, weil die Gema nicht annährend so viele Videos beanstandet, wie YouTube letzten Endes dann tatsächlich sperrt. 0.375 Cent fordert die Gema pro Aufruf eines urheberrechtlich geschützten Videos und YouTube ist nach wie vor nicht gewillt, sich diesem Wunsch zu fügen. Die Schiedsstelle des Deutschen Patent- und Markenamts soll sich nun der Sache annehmen und herausfinden, ob ein solcher Preis pro Clip angemessen ist.

In Deutschland sind gleich mal 625 der 1000 beliebtesten Videos nicht verfügbar. Das sind über 60 Proznet und damit liegen wir weltweit auf Platz 1. Nur mal zum Vergleich: der Südsudan liegt auf Platz 2 in dieser unrühmlichen Liste – dort sind 152 Videos gesperrt. Die Gema will sich für diesen Missstand aber nicht allein den schwarzen Peter unterjubeln lassen und mit ihrer Klage erreichen, dass auch die öffentliche Wahrnehmung eine andere wird und Google zumindest als Mitschuldiger der Misere erkannt wird.

In welchem Land was gesperrt wird bei YouTube hat OpenDataCity in einer eigenen Anwendung schön aufgebröselt. Per Mouseover könnt ihr euch hier übrigens zu jedem Video weitere Infos holen:

Unterstützt durch MyVideo. Realisiert von OpenDataCity. Anwendung steht unter CC-BY 3.0.

Newsletter abonnieren

RSS-Icon Immer auf dem Laufenden bleiben? Dann abonniere unseren RSS-Feed!
  • http://twitter.com/Lavalampe777 Lava

    Nur weil die Gema und die Musikindustrie es verschlafen haben auf den Zug des Web. 2.0 und der neuen Medien aufzuspringen, versucht sich dieses sinkende Schiff namens Musikindustrie zu rechtfertigen und ohne ihr zutun Geld aus Youtube herauszupressen.

    Eigentlich sollte Youtube von denen Werbeeinnahmen dafür einfordern, dass sie für die Gema Werbung machen. Ich bin über Youtube auf viele gute Bands gestoßen ohne dass die Gema dafür hätte einen Finger krümmen müssen.

    Das ganze hat diesen sehr faden Beigeschmack den auch das Leistungsschutzrecht mit sich trägt.

    Die Gema ist mitlerweile schon genau so lächerlich wie die GEZ.

  • http://twitter.com/pixelbash Pixelbash

    Unterstützt durch MyVideo – ach was…

  • http://twitter.com/weltraumpirat Claus not Han Solo

    Immer alles schön auf den Rücken der Kunden austragen!

    Bin mal auf den GEMA Geschäftsbericht 2012 gespannt. 2011 sah es wie folgt aus:
    825.494 T€ Einträge der GEMA (dabei 22.298 T€ aus dem Onlinegeschäft)
    123.220 T€ GEMA Aufwendungen (14,9% der Summe)
    =
    702.274 T€ Verteilungssumme
    (Quelle: http://www.gema.de/presse/publikationen/geschaeftsbericht.html )

    Aber, YouTube muss man auch mal rüffeln. Es kann doch nicht sein, dass immer wieder YouTube User ganze Musikalben als Videos einstellen. Mir kann auch keiner erzählen, dass dies der QS von YouTube nicht auffällt.

    Und liebe GEMA …. 0,375 Cent pro Aufruf halte ich persönlich für zu hoch.
    Im Falle vom PSY – GANGNAM STYLE Video, welches aktuell 1246738940 Views hat, würde die GEMA 4.675.271 € verlangen (wenn ich mich nicht verrechnet habe)

    Die GEMA sollte YouTube als Marketing Plattform verstehen, denn wer einen Song eines Künstlers gut findet, wird gerne mehr hören wollen und ggf auch die CD (oder als MP3 Album) kaufen.

    Wie man mit dem Web gutes Marketing macht, zeigt zum Beispiel Nuclear Blast Records… Auf deren YouTube Kanal ( http://www.youtube.com/user/NuclearBlastEurope ) habe ich schon das Eine oder Andere Lied gehört und mir gleich die ganze CD gekauft.

  • http://twitter.com/marc_kap marc.kap

    zitat von golem.de:” Edgar Berger, Chef von Sony Music International, gab dagegen der Gema die Schuld, die “die Urheberrechte sehr restriktiv lizenziert. Uns gehen dadurch Millionenumsätze verloren”, erklärte Berger im Februar 2012. “Ich bin mir aber auch relativ sicher, dass es bei der Gema irgendwann Einsicht zwecks ökonomischer Notwendigkeit geben wird.””

    finde es lustig das sich so ein grosses platten label sozusagen gegen die gema stellt…

  • Pingback: GEMA gegen alle – das Image ist ruiniert | wildcard blog

Trackbacks & Pingbacks

  1. Pingback: GEMA gegen alle – das Image ist ruiniert | wildcard blog