Microsoft schießt wieder mal auf Google, genauer gesagt auf Gmail und hat mit dem Gmail Man auch einen passenden Clip dazu ins Netz gestellt. Das Video ist Teil einer Kampagne, mit der Microsoft auf die Privacy-Verfehlungen des Kontrahenten hinweisen möchte. Im Rahmen seiner überarbeiteten Scroogled-Kampagne teilt man fleißig aus.

Gmail Man: Microsoft teilt gegen Google aus

Das Video selbst ist bereits etwas älter, wurde aber nur intern im Rahmen der Global-Exchange-Konferenz vorgeführt. Nun hat es das Unternehmen aus Redmond aber doch noch öffentlich gemacht und zwar sowohl bei Twitter, Facebook und YouTube. Das ist nicht ganz ohne Ironie, dass man den Vorwurf an Google ausgerechnet auf dessen eigener Video-Plattform hoch lädt. Ebenfalls bemerkenswert ist, dass das Video dort aber mittlerweile wieder auf privat gestellt wurde. Ob man doch nicht mehr so stolz auf sein Machwerk war, mit dem man eigentlich sein Office 365 bewerben wollte, oder ob dem Unternehmen lediglich zu viel Kritik um die Ohren geflogen ist, können wir nicht sagen. Zumindest – und das zeigen die Reaktionen auf den einschlägigen Social Media-Kanälen – sind viele Nutzer wenig begeistert und halten die Microsoft-Produkte und deren Privatsphäre-Gegebenheiten für mindestens ebenso bedenklich wie beim Konkurrenten Google.

Microsoft hat zudem auch Print-Anzeigen geschaltet (PDF), in welchen sie auf die Missstände bei Google hinweisen. Dort wirft man Google u.a. vor, dass man es den Nutzern absichtlich schwer macht, die Privacy-Einstellungen zu konfigurieren und dass die massenweise gesammelten Daten verkauft würden. Das hat Google nicht lange auf sich sitzen lassen und hat mit einer Stellungnahme reagiert, bei der man “Mythen” und Realität gegenüber stellt. Dass Google selbst auch nicht immer ein Kind von Traurigkeit ist und mit emailintervention.com extra eine Seite eingerichtet hat, die euch helfen soll, eure Freunde von Hotmail und Co zu Gmail zu locken, wollen wir natürlich auch nicht unter den Teppich kehren.

Es ist nicht das erste Mal, dass man seitens Microsoft Google für seine Vorgehensweise anzählt und sicher auch nicht das letzte Mal. Allerdings ist es ebenso nicht das erste Mal, dass man für diese Art des Konkurrenz-Kampfs mehr Kritik als Schulterklopfen erntet. Damit ihr wisst, worüber wir reden – hier ist der Clip, der glücklicherweise immer noch im Netz ist, wenn auch Microsoft selbst ihn uns nicht mehr anbietet:

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  • Woooooaz

    Immer dieses scheinheilige Datenschutzgelaber. Ich will nicht wissen, was Microsoft , Apple, Google und Co. alles von unseren Daten an 3. weiter geben (z.B. zum schutze der Vereinten Nation oder Werbung was im Falle der USA das gleiche ist;-) )

    Das ausgerechnet Microsoft auf ein solches Marketing-Pferd setzt zeigt wie verzweifelt der Laden momentan ist.

    Da vertraue ich meine Daten lieber Kim.Com an!!!

    • CornelS

      es ist natürlich nicht korrekt wie die grossen Firmen mit unseren Daten “vermultich” umgehen, aber Kim würde meine Daten zuletzt bekommen, einem Hochstapler, Betrüger und Hehler würde ich die Daten NIE im Leben anvertrauen.

      • M. Gast

        Alter, du solltest lernen zwischen den Zeilen zu lesen.
        Natürlich vertraut er seine Daten nicht Kim Dot Com an, das soll nur seine Aussage mehr Kraft verleihen …

        Warum muss man eigentlich bei manchen Leuten immer alles Buchstabieren. Liest euch mal ein paar Bücher durch.

    • BenMi

      Bisher habe ich noch keinen einzigen Hinweis darauf gefunden, dass Google meine Daten *WEITERGIBT*. Unternehmen A kauft bei Google einen Platzhalter, Google setzt deren Ad gezielt bei mir ein, wenn ich mich für so Zeug interessiere. Google verdient damit, Unternehmen A weiss dagegen, dass JEMAND sich für ihr Zeug interessiert hat. Dass ich das war, das weiss nur Google (bzw. deren Algo).

      Ist, wie ich finde, ein großer Unterschied zu anderen Unternehmen. Auch zu Microsoft, die in den AGBs von zB Skydrive (wenn ich das noch richtig auf dem Schirm habe, bitte korrigieren falls falsch) explizit darauf hinweisen, dass nicht nur Mails durchforstet werden, sondern auch Bilder “angeschaut” werden dürfen und Du ggf. die Rechte daran verlierst (sie auch löschen dürfen).

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  • matrixcruiser

    Ich glaube auch nicht, dass Google da so schlimm ist. Aber wenn man sich anguckt womit google die brötchen verdient und womit es microsoft macht, dann gibt es zumindest einen bei dem der verdacht zu recht aufkommen könnte :D Rein aus tatort sicht;)

  • Toby

    Also ich kann nur sagen, dass ich bei Microsofts Outlook.com keinerlei Werbung eingeblendet bekomme. Ich bekomme auch keinerlei personalisierte Werbung von Microsoft zugesendet, noch in irgendwelchen Werbefenstern eingeblendet.
    Wenn ich mich recht entsinne war das bei meinem Gmail Account anders. Aber keine Ahnung wie das heute ist, die Gmail Adresse besteht zwar noch, aber bis auf Junk-Mails landet dort nichts drauf und abgerufen wird da auch nichts von mir.
    Aber Google rechnet mich sicherlich bis heute als einen der Millionen glücklichen und regelmäßigen Nutzern ihres Dienstes :D
    Und ganz ehrlich, ich vertraue wesentlich lieber Microsoft meinen Email Verkehr und meine Dateien (Skydrive) an, als Google die mit Werbung ihr Geld verdienen.

  • Commander Cliff Allister McLan

    Mir wird es ewig schleierhaft sein wieso die Bereitschaft so gross ist eigene Daten Dritten zugänglich zu machen. Schön doof. na, is das Zeitalter der digitalen Analphabeten, die sich die benötigten Systeme nicht selbst bauen… dabei isses alles gar nicht so schwer.

    • M. Gast

      Dann überweise mir doch 2000 Euro + 200 Euro jährlich und ich mach es auch.

      Mir fällt es auch nicht so schwer…. aber wenn du nur an diese eine Sache denkst (ob es jemand hinbekommt oder nicht), dann bist du genauso wie die “doofen”, schön doof. Eine Medaille hat immer zwei Seiten …

      PS: Übrigens ist Geldmangel nicht der einzige Grund, warum man kein eigenes System hat oder sogar haben möchte. Je nachdem ob man ein Server gemietet hat oder sein eigenes hat, kommt noch vieles in Frage: wie z.B. physische Sicherheit, Strom- und Kühlungskosten gegenüber der Umwelt, Hoheitsrecht, Missbrauch, Verbindungsbandbreite, Stabilität, Sicherheit (wie z.B. gegen Feuer usw.), Ausfallsicherheit (wie Strom usw.), Sicherheit in jeder anderen Form noch (z.B. für die Japaner Erdbebensicher, muss aber nicht nur unbedingt Umwelt bedingt sein) und vieles mehr.
      Wie schon gesagt es gibt immer, immer pro und kontra. Ich persönlich bevorzuge mein eigenes System in meinen eigenen vier Wänden. Denn Privat soll auch Privat sein. Ich vertraue niemanden, nicht mal eine Verbindung über das Internet zum Server. Aber das bedeutet nicht das ich die anderen beleidigen muss oder sie nicht verstehen kann. Alles hat ein pro und ein kontra …

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