Google muss sich auf einen “Klagesturm” von Seiten der amerikanischen und europäischen Wettbewerbshüter einstellen. Der Suchmaschinenkonzern hat angeblich nur noch wenige Tage Zeit, um sich mit den Behörden zu einigen, sonst droht ihm eine Monopolklage, die ihn Milliarden kosten könnte.
Der britische Guardian berichtet, dass der Chef der US-Wettbewerbsaufsicht FTC Jonathan Leibowitz Google eine letzte Galgenfrist gegeben hat, um sich innerhalb von wenigen Tagen zur Unterzeichnung eines Einigungspapiers bereit zu erklären und dann die Forderungen der FTC umzusetzen. Ist dies nicht der Fall, wird die FTC wohl nicht nur ihre Klage ins Rollen bringen, sondern auch beginnen Googles Verhalten in anderen Bereichen auf Verstöße gegen Wettbewerbsgesetze zu untersuchen. Obendrein droht ein Vorgehen gegen Google wegen seinem mobilen Betriebssystem Android durch die Europäische Kommission.
So will die EU-Kommission eine Regulierung von Android untersuchen, weil Rivalen behaupten, dass Google mit seinem Verzicht auf Lizenzgebühren Preisdumping betreibt und somit den Wettbewerb behindert. Google soll angeblich seine Marktmacht in Verbindung mit der kostenlosen Bereitstellung seines Betriebssystems verwenden, um die Konkurrenz auszuschalten und seine Vormachtstellung zu festigen. Auch im Bereich der Suche droht Google massives Unheil, weil der EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia Schritte gegen Google erwägt.
Hier geht es um die angebliche Bevorzugung von Googles eigenen Produkten bei der Anzeige von Suchergebnissen. Weil Google die meistgenutzte Suchmaschine ist, könnte sich das Unternehmen wohl einen Vorteil beim Vertrieb eigener Produkte verschaffen, weil diese in den Suchergebnissen prominenter platziert werden als die der Konkurrenz. Im Grunde drohen Google Monopolklagen, wie sie bereits 1998 gegen Microsoft angestrengt wurden, weil der Softwarekonzern seine Vormachtstellung bei den Desktop-Betriebssystemen zu seinem Vorteil ausnutzte.
Auch in anderen Bereichen könnte Google bald mit rechtlichen Schritten zu rechnen haben. So wird in den USA und Europa gegen Motorola Mobility ermittelt, weil das von Google zugekaufte Unternehmen sich bisher weigert, wichtige Patente für Videotechnologien fair an Firmen wie Microsoft zu lizenzieren.
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