Es gibt verschiedenste Richtlinien bei der Nutzung von Diensten innerhalb eines Unternehmens. Diese sollen sicher stellen, dass nichts illegales mit den Diensten gemacht wird, Geschäftsgeheimnisse auch wirklich geheim bleiben. Das alles ist durchaus sinnvoll und in den meisten Fällen nachvollziehbar, die Prüfung der Einhaltung ist dagegen oft nicht so einfach – hier will Google mit einer „Policy Violation Checker“-Technik helfen.

Google möchte Patent für „Policy Violation Checker“-Technik

Der Patentantrag von Google ist jedoch äußerst problematisch:

A context of an electronic document may be detected. A textual phrase entered by a user is captured. The textual phrase is compared against a database of phrases previously identified as being problematic phrases. If the textual phrase matches a phrase in the database, the user is alerted via an in-line notification, based on the detected context of the electronic document.

Es wird also erfasst, was der User zum Beispiel in eine Mail tippt und gegen eine Datenbank gecheckt, in der „problematische Sätze“ erfasst sind. Sollte der User also eine problematische Formulierung verwenden, schaltet sich das System ein und haut dem Benutzer virtuell auf die Finger.

It is in the best interest of companies to prevent violations of company policy or laws before they occur.

Es geht in dem Patent also ganz klar darum mögliche Verletzungen von Unternehmensrichtlinien und Gesetzen zu verhindern, was ja durchaus ein nachvollziehbarer Wunsch ist, aber man muss auch fragen auf welche Kosten das passiert. So ein System würde nichts anderes bedeuten, als die komplette Überwachung jeglicher elektronischen Kommunikation der Mitarbeiter.

Zwar beeilte sich Google zu betonen, dass man oft Patente einreiche und am Ende daraus keine Produkte würden, aber so ganz mag man es dem Unternehmen nicht abnehmen. Die Nachfrage nach solchen Systemen dürfte gegeben sein, die wirtschaftlichen Interessen eines Unternehmens werden von Führungskräften regelmäßig über „Ärgernisse“ wie Datenschutz und Privatsphäre für Mitarbeiter gestellt. Und ob man nun mit einer Kamera die Angestellten in ihrem Pausenraum überwacht oder einfach von einer Maschine jeden Tastendruck der Mitarbeiter auf „problematische Formulierungen“ abklopfen lässt – in beiden Fällen will man ja schließlich nur „das Beste“ für das Unternehmen und hat nur „vergessen“, dass man damit in die Privatsphäre der Mitarbeiter massiv eingreift.

Ob sich so eine Technik mit dem Google-Motto „Don’t Be Evil“ verträgt? Wohl eher nicht. Andererseits steht die Frage schon länger im Raum, was dieses Motto heute noch wert ist…

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  • johannes c

    nur ein weiterer logischer schritt der komplett überwachung

    …..dont be evil muss man sich heutzutage schon sehr fest einreden damit man es noch glaubt

    die vorratsdaten speicherung war auch nur ein erster schritt für:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Packet_Inspection

    welches nun telekom und co in die lage versetzt zielgerichtet zu drosseln
    und mehr zu kontrollieren und mehr zu verdienen

    …….mögen diese rechnungen alle nicht aufgehen
    sehe nur mittlerweile schsehr schwarz wenn ich mir facebook,google und co so anschaue

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