Mit dem BlackBerry PlayBook und dem HP TouchPad wurden in den letzten Jahren zwei hoffnungsvolle Tablet-Plattformen vorgestellt, die bereits wenige Monate nach dem Launch ihrem Schicksal ueberlassen wurden. Sowohl das PlayBook, als auch das TouchPad hatten nie eine wirkliche Chance!

HP TouchPad und BlackBerry PlayBook – Die Totgeburten!

Darf ich einleitend vorsichtig anfragen wer sich ueberhaupt noch an diese 2011er Tablets erinnern kann? Was RIM (heissen ja jetzt BlackBerry aber das tut ehrlich gesagt nicht viel zur Sache) im Herbst 2010 vorstellte und dann 2011 in den Verkauf brachte war fuer mich persoenlich nicht mehr und nicht weniger als das beste und fortschrittlichste Tablet-Betriebssystem unserer Zeit und auch im Jahre 2013 zaehlt das!

Tablet OS basierte auf dem QNX Neutrino und drehte in Bezug auf Performance und Usability nicht nur Kreise um Android und iOS, es zeigte wie sehr man einen Dualcore TI-OMAP ausquetschen konnte und warum die ganze Adobe Flash Basherei von Steve Jobs und Co nicht mehr als ein lausiger Marketing-Versuch war.

Mit einem eher schwachbruestigen SoC zeigten die Jungs und Maedels von QNX, was ihr OS so drauf hat und vor allen Dingen wie man eine unglaubliche Multitasking Performance mit innovativer Gestensteuerung kombiniert. Ich fasse mal zusammen: Ich war begeistert und bin es heute noch!

Die Marketing Katastrophe

Bleibt natuerlich die Frage, warum ein Tablet mit derartigen Features nicht einschlaegt wie eine Bombe und saemtliche iPads und Galaxy Tabs zu Staubfaengern degradiert? RIM aka BlackBerry hat es mit einem historischen Marketingfail versaut und mit einer voellig unangebrachten Arroganz dem User zu Verstehen gegeben, dass sie keine Kunden, sondern letztendlich nur Trauergaeste einer angekuendigten Beerdigung sind.

Wer zum Teufel kommt auf die Idee das Tablet einer Firma, die ihre Kunden hauptsaechlich im Businessumfeld findet, PlayBook zu nennen? Wer denkt sich denn bitteschoen aus, 80% der Marketing-Kampagne auf die Multimedia- und Gaming-Features auszurichten, waehrend man sich doch selber eigentlich als Anzugtraeger-Firma sieht?

Voellig am Markt vorbei und an Arroganz nicht mehr zu ueberbieten war dann auch die Aktion mit dem fehlenden Email-Client. BlackBerry wollte doch tatsaechlich Email-Funktionalitaet nur anbieten, wenn man das PlayBook mit einem Smartphone der Kanadier verbindet und als man dann gut 1.5 Jahre spaeter doch erkannte, dass ein Email-Client Pflicht ist, da war es laengst zu spaet!

Kein BlackBerry 10

Nicht falsch verstehen, ich denke dass Tablet OS immer noch das beste Mobile OS fuer Tablets ist und eigentlich ist mir BlackBerry 10 sowas von egal. Das Betriebssystem ist ein Wochenend Hack, ein Launcher der nicht einmal ansatzweise die Innovationskraft von Tablet OS besitzt…. Aaaaaber (und das Aber wird BlackBerry treffen) im Jahre 2013 unterlaesst man es besser seine User zu verarschen!

Wenn ihr schon ankuendigt, dass ihr die aktuelle OS Version auch fuer euer ungeliebtes Tablet anbieten werdet, dann macht das verdammt noch einmal auch oder haltet den Rand! Schon bei der Ankuendigung dieses Updates war klar, dass es nicht moeglich sein wird, denn euer BlackBerry 10 unterstuetzt nur 2 Aufloesungen: 1280×720 und 720×720 (was u.a. zeigt wie limitiert 10 ist). Das PlayBook hat aber 1024×600 und war damit raus aus dem Rennen.

RIM, ich meine BlackBerry… ihr habt euch damit eine riesige Chance durch absolut haarstraeubende Anfaengerfehler durch die Lappen gehen lassen und ganz ehrlich, die Nummer wird als Anfang vom Ende BlackBerries in die IT-Geschichte eingehen.

HP TouchPad – Das “7 Wochen Brett”

Im Kampf um die Krone der groessten Versager auf dem Tablet-Markt hat BlackBerry aber nicht nur einen Konkurrenten, sondern im Grunde genommen ein Vorbild: Hewlett-Packard. Was die IT-Pioniere mit dem HP TouchPad fuer eine Story hinlegten ist absolut einzigartig und Schuld daran ist ausgerechnet der Deutsche CEO Leo Apotheker!

Mensch was habe ich mich gefreut als Hewlett-Packard Palm aufkaufte und versprach, dass man webOS nun zu neuen Hoehenfluegen verhelfen moechte. WebOS? Yep, wer sich noch an den 2009er Launch des Palm Pre erinnern kann, der weiss was fuer ein geniales Betriebssystem die Kalifornier da gebastelt hatten. Aber lassen wir mal bewegte Bilder sprechen (die nun 4.5 Jahre alt sind!)

Jetzt hatte sich also HP diese Rosinen gepackt und stellte im Februar 2011 (zusammen mit dem Veer und Pre 3) das TouchPad vor. WebOS war einfach ein absoluter Augenschmaus und zeigte der Welt, dass es ausser Icons mit runden Ecken (hallo iOS) und Widgets-Mania (hallo Android) auch noch eine voellig andere Welt der Usability gibt. Aehnlich wie Tablet OS auf dem PlayBook, bot webOS eine voellig neue Art der Interaktion mit dem Tablet, Programmen und Inhalten und hatte so verdammt viel Potential, dass es ein absoluter Frevel war dieses Betriebssystem in ein haessliches, schweres (740 Gramm!) Plastik-Gehaeuse zu packen und dann dazu auch noch einen 9.7-inch Screen reinzuklatschen, der mit einer Aufloesung von 1024×768 wie eine Komponente aus laengst vergessenen Tagen rueberkam!

Apotheker macht sich laecherlich

Sehen wir mal von der bescheidenen Hardware ab haette eigentlich alles rosarot werden koennen aber da war ja noch Leo Apotheker, der die fixe Idee hatte HP zu einem Hybriden aus SAP und IBM zu transformieren. Genau 49 Tage nach dem Verkaufsstart des TouchPad wurde der Stecker gezogen und verkuendet, dass man in Zukunft keine webOS-Plattformen mehr anbieten werde. Das TouchPad wurde im Preis auf um die $100 gesenkt und der grosse Abverkauf begann.

Hewlett-Packard erlebte darauf den schlimmsten Absturz der Firmengeschichte, verbrannte mal eben $30 Milliarden an Boersenwert und Kollege Apotheker wurde letztendlich im September 2011 “gegangen”

Und die Moral…

TouchPad und PlayBook hatten insbesondere durch ihre Betriebssysteme ein unglaubliches Potential, welches durch haarstraeubende Managementfehler vernichtet wurde. Beide Plattformen sind aber nicht nur der Beweis dafuer, wie die Chefs ehemaliger Branchenriesen die aktuelle Marktsituation voellig falsch einschaetzen, sie bedeuteten eine Kehrtwende fuer beide Firmen. Sowohl BlackBerry, als auch HP sind Lichtjahre von ihrer ehemaligen Groesse und Marktposition entfernt und dabei hatten sie jeweils ein paar ungeschliffene Roh-Diamanten im Portfolio.

Schade!

Newsletter abonnieren

RSS-Icon Immer auf dem Laufenden bleiben? Dann abonniere unseren RSS-Feed!
  • S. Fleege-Althoff

    Kann mich nicht nur gut daran erinnern, das HP touchpad nutze ich immer noch täglich und es läuft wie am Schnürchen ! Allerdings mit Android (CM10) als Betriebssystem.

    • Michael Bernhardt

      Da kann ich dir nur zustimmen. Meins ist das Lese- und Surfgerät im Schlafzimmer und wird täglich benutzt, läuft meist problemlos, natürlich auch mit Cyanogenmod, weil es fürs WebOS einfach keine guten und aktuellen Apps gibt. Sonst hat mir das OS schon gefallen. Das Ding hat sogar 5Ghz WLAN aber leider ni unter Android.

  • derflo

    @Sascha
    Wie schätzt du das Potential von BB10 für die Smartphones ein? Bzw, BlackBerry allgemein?
    Du warst ja mal selbst langjähriger User der Beere.
    hier die Brücke zum Forum:
    http://forum.mobilegeeks.de/geek-cafe-4/heins-vs-elop-blackberry-nokia-1585/

    • http://www.mobilegeeks.de/ Sascha Pallenberg

      es hat kein Potential, sondern es ist der finale Sargnagel. BlackBerries Umsaetze werden leider einbrechen

      • derflo

        fände ich aber persönlich sehr schade. BB`s sind derzeit die einzigen Phones, die ich noch spannend finde. Der Rest ist mir schon zu sehr abgedroschen.

      • flo95

        Ich habe jetzt in der Firma ein Blackberry Z10 und muss sagen, wenn man sich an die Bedienung gewöhnt hat, ist es eigentlich ein ganz gutes Smartphone (auch, wenn ich eigentlich Android-Fetischist bin :)).
        Trotzdem gäbe es keinen Grund für mich, es einem HTC One oder auch einem Nexus 4 vorzuziehen.

        Aber Blackberry erkennt wohl mittlerweile, dass der Gerätesektor für sie nicht mehr allzu viel Hoffnung gibt. Daher gehen sie den einzig logischen Weg: sie versuchen, Firmenkunden zu behalten, indem sie die Kommunikationsinfrastruktur (in Form des BES 10-Servers) stellen, die sich auch mit Android und iOS nutzen lässt.
        Und die Lizenzen sind teuer genug, dass sich das für Blackberry wohl lohnen wird.

        • derflo

          Blackberry bringt dieses Jahr 7 neue Geräte raus.

        • ChapsZ10

          Beim näher hinschauen bietet Blackberry Geräten mit eher durchschnittlichen Spezifikationen. Dadurch stoßen solche Smartphones besonders beim Tech Blog auf wenig sogar gar keinem Interesse.

          Die inneren Werte wie die einzigartige geniale Bedienung und die relative Unabhängigkeit gegen die große amerikanische Datenkracken (und deren heiße Draht zum NSA) wie Google, Apple oder Microsoft werden kaum erwähnt. Höchstens wird geprüft, wie einfach der Nutzer diese Dienste verwendet kann.

          Dazu kommt, dass im Gegenteil von den meisten technischen Spielzeugen, werden die Blackerry nicht
          in Asien unter fragwürdigen Arbeitsbedingungen sondern zumindest was der Endmontage betrifft in Kanada oder Mexico gefertigt.

          Ich habe seit Mitte März einen Blackberry Z10 zugelegt (hat meinen betagte Motorola Milestone 2 ersetzt) und bereue meinen Wahl keine Sekunde.

          • http://www.mobilegeeks.de/ Sascha Pallenberg

            oh bitte nicht falsch verstehen. Du sprichst hier zu einem Crackberry Fanboy. Ich habe 4 Jahre lang BB genutzt und habe natuerlich auch einen Z10. Saemtliche Komponentent kommen auch hier aus Asien, da nuetzt die Endmontage nichts.
            Der 10er ist fuer mich leider eine einzige Enttaeuschung und das hat wahrlich nichts damit zu tun, welche Hardware-Features er hat

          • ChapsZ10

            Ich habe mal die Suchfunktion genutzt aber kein Test von dir gefunden (vielleicht habe ich auch schlecht gesucht).
            Sonst sicherlich ist der Z10 kein Hardware Überflieger aber zumindest seit 10.1 die Laufzeit Problemschen sind weg, auf den App Front sind viele Lücken weg und wichtiger denn je ist eine “Zwangsmitgliedschaft” beim Google, Apple oder Microsoft Vereine nicht nötig, um den Handy voll zu nutzen.

          • http://www.mobilegeeks.de/ Sascha Pallenberg
      • Jens Groh

        Davon abgesehen, dass ich dir (leider) zustimme – leider, weil ich das Z10 eigentlich für ein echt gutes Gerät auf Hardwareseite halte – was sind denn deine Hauptargumente dafür, dass das der Sargnagel ist?

        Für mich am deprimierendsten ist ja, dass ich ein Business Gerät nicht für Business einsetzen kann (eben genau wegen dem fehlenden Ökosystem). Ich brauche es nicht nur als aufgepimpter Kalender und Mailclient mit Kontakten, sondern auch die ein oder andere App dafür. Und die meisten gibts weder für Windows Mobile noch für Blackberry. Schade, hätte gern als Firmengerät mal über den Zaun geschaut und gesehen, was MS und BB da abliefern, aber leider leider klappt das nicht. Das fängt bei Kleinigkeiten wie diversen VPNs schon an, die einfach nicht unterstützt werden.

        • http://www.mobilegeeks.de/ Sascha Pallenberg

          “too little, too late” – BB 10 konnte das Ausbluten fuer ein paar Wochen stoppen, denn die loyale Fanbase goennte sich ein Update aber das Momentum ist komplett weg. Selbst Windows Phone dreht Kreise um die BB-Verkaufszahlen

  • lumpi2k

    Ich benutze ein Tablet nicht weil es ein fancy Betriebssystem hat, sondern wegen der Apps. Die beiden Tablets mögen an sich schöne Geräte gewesen sein, aber das Ökosystem war und ist einfach nicht da. Mir egal wie toll das Multitasking ist wenn es kein Flipboard oder nen vernünftigen Twitterclient oder ne anständige Maps-App gibt.

    • http://www.mobilegeeks.de/ Sascha Pallenberg

      Ein Oekosystem kann sich auch nicht entwickeln wenn die Hersteller die Plattformen so stiefmuetterlich behandeln und ich bleibe dabei, die wichtigste App ist der Browser ;)

      • bartsimpson7880

        Nur ist ein Browser nicht alles.
        Auf nem guten Ökosystem kann man einen ggf schlechten Standard-Browser gegen was besseres ersetzen.
        Dagegen nutzt der Weltbeste-Browser nix, wenn es sonst nicht das gibt, was man so braucht.
        Kommt natürlich auf den Einsatz-Zweck an. Chromebook ist ja das Beispiel für ein Browser-Only System, inkl aller seiner Nachteile und Vorteile.

        • ausweichschraube

          Deswegen besitzt das PB ja einen Android App Player. Somit steht – theoretisch – das gesamte Android-App-Ökosystem mit zur Verfügung!
          Gute Idee, aber wirklich nur theoretisch, denn in der Praxis laufen nur ein geringer Teil der Apps. Und das Schlimmste ist somit wieder Blackberry selber, die sich eben keine Mühe geben, dass Android Apps ordentlich portiert werden/ wurden und rund laufen.

          Scheinbar hast du noch nicht mit dem PB gearbeitet. Das System läuft auch heute noch flüssiger, als manches Android-Tab mit ICS oder gar JB.

          Und somit ist Saschas Aussage vollkommen richtig: ein Rohdiamant!

  • bartsimpson7880

    Hatte damals mal ohne es direkt zu ahnen das PlayBook in nem MediaMarkt in der Hand. Wegen leerem Akku gings nicht an. Also danebenliegen Stecker rein, ging ne LED an.
    Das Teil sah aus wie irgendein China-Billig-Schrott-Gerät. Gehäuse absolut billig, die schief hinter der Front sitzende LED tat ihr übriges um den Eindruck aufrecht zu erhalten. Dazu war das Ding mit ca 7″ viel zu klein.
    Welcher vermutlich gut verdienende Anzugträger will denn mit nem Gerät rumlaufen, das schlimmer aussieht als irgendwas vom Discounter? Und was soll man erst mit der winzigen Größe anfangen? Aktentasche immer dabei, geht genauso gut auch 10″ rein.

    Vor allem für die anderen Versager gilt: Warum sollte man sich ein Gerät mit ganz eigenem System zulegen, für das es kaum Apps gibt?
    Dazu muss irgendwas schon deutlich besser sein, als bei der Konkurrenz.
    Oder es ist deutlich billiger (wäre ein Grund fürs Firefox-OS, zumindest damit ichs mal probiert hab).

    Bei Blackberry für Business-Zwecke hätte es ja evtl noch klappen können. Im Business-Bereich gibts ja evtl spezielle Apps, wo man das Gerät anhand dieser einen wichtigen App kauft. So hätte sich das Gerät erstmal verbreitet.
    Ist natürlich immer ein Henne-Ei-Problem: Wo es keine Apps für gibt, kauft man nicht. Was keine Verbreitung hat, entwickelt man keine Apps für.

    • knownerror

      Also wie irgendein China-Billig-Schrott-Gerät sieht das Playbook ja mal nicht aus. Es ist einfach gehalten, dadurch stabil, handlich und einfach praktisch. Und ob sie es glauben oder nicht, die 7″ sind für viele genau richtig. Es ist viel angenehmer irgendwo zu sitzen, in der Bahn, im Wartesaal und ein 7″ Tablet vor sich zu haben als ein 10″.. Und für die Apps hatte sich RIM ja auch etwas überlegt. Das Playbook unterstützt ja Android Applikationen in einer Art VM, jedoch hätten sie das weiter ausbauen müssen..

    • Marc Moore

      Da musste aber echt ein abgenutzes oder Montagsmodell gesehen haben. Ausser Ipad und ein paar wenigen anderen Tablets hab ich noch kein besser verarbeitetes und happtisch ansprechenderes Tablet in den Händen gehalten. Das Playbook wäre wirklich ein Traum System wenn es mehr Apps geben würden – auch auf das BB10 könnte ich prima verzichten – für BB10 gibt es Skype für Playbook nicht und das ist leider nur ein Beispiel warum das Playbook nicht mein Nutztablet ist.

    • bartsimpson7880

      Das Ding sieht doch jetzt, ein paar Jahre später betrachtet in dem Video oben nicht besser aus. Fängt schon mit dem überdicken Rand an, da ginge mehr Displaygröße ins gleiche Gehäuse.
      Oder ist man (ich) heute erst recht gewöhnt, das sowas ‘besser’ geht…?

      Ein wirklich schönes Tablet gibts wohl eh erst mit dem iPad Mini (auch wenn ich Apple nicht mag, aber hoffentlich bekommen andere Hersteller ihre Ränder auch mal ‘weg’. Hat bei Computer-Flachbildschirmen ja auch paar Jahre gebraucht).

      War für 7″ nicht immer der Grund, das man es leichter transportieren kann? Oder täusche ich mich da, das Anzugträger die nötige Tasche/Mappe eh immer dabei haben? Oder waren die garnicht die Zielgruppe?
      Kann man wohl sehen, wie man will. Als das Playbook entwickelt wurde, gabs ja auch noch keine Großraum-Handys, die mit 5,3″ und mehr ein guter Kompromiss zwischen 2 mitzuschleppenden Geräten (Schrumpf-Tablet und kleinerem Handy sind).

      • ausweichschraube

        Da merkt man, dass du dich nicht wirklich mit dem PB beschäftigt hattest.
        Die Ränder waren z.B. auch für das Bedienkonzept von Bedeutung. Einiges siehst du übrigens heute noch bei Windows 8. So kann man Apps minimieren, Optionen oder Schnelleinstellungen anzeigen lassen, sogar das Gerät aus dem Stanby einschalten, wenn man über die Ränder ins Bild streicht. Und dazu braucht man diese. Klar hätten sie auch kleiner sein können, aber sicherlich bist du heute schon ziemlich verwöhnt, weil du eben nach 2-3 Jahren und unzähligen anderen, vorgestellten Produkten weißt, dass es zumindest auch mit schmalerem Rand geht/ ging.
        Ganz wird der Rand aber wohl so schnell nicht verschwinden, denn sonst verdeckt man einfach immer ein Stück des Displays oder “bedient” es sogar an der Stelle, an der man es eben nur halten möchte.

        Deine Kritik an 7 Zoll richtet sich ja nicht speziell ans Playbook, sondern anscheinend generell auf den Formfaktor. Dann frag mal Galaxy Tab 7.0 -, Nexus7 -, MeMo Pad – oder andere Käufer, was sie an diesem Formfaktor mögen!
        Vielleicht nur soviel: Mit ner schönen Lederhülle sah das PB einem “Jahresplaner” oder Terminkalender zum verwechseln ähnlich. Das galt zu Zeiten eines iPad2 als “kompakt”, das hast du nur vielleicht nicht richtig erkannt. Klar gibt es jetzt die Phablets/ Smartlets, das war aber 2011 noch nicht so. Wenn ich mich recht erinnere, haben sich da sogar noch viele über ein 4,3 Zoll “riesiges” Smartphone aufgeregt und machen dies teilweise immer noch.

        Also abgesehen von dem aus heutiger Sicht breiten Rand könnten viele “nicht Nerds” das Teil mit einem flüchtigen Blick (!) auch mit nem schwarzen iPad Mini verwechseln. Dass sich Metall und Glas minderwertig anfühlen, widerspricht irgendwie auch dem heutigen “Trend” von iPhone, HTC One und Co.
        Und ja, natürlich sind heutige Tabs leichter, die Entwicklung bleibt ja nicht stehen.

        So oder so kann ich deinen Eindruck (und Ausdruck) nicht nachempfinden. Gerade “Anzugträger” konnten doch mit einem schlichten, schwarzen Tab aus Metall zumindest optisch nicht viel falsch machen. Wenn dem so wäre, würde Apple beispielsweise keine schwarzen iPad/Minis und/oder andere Hersteller schwarze Smartphones aus Metall verkaufen. Und wo dir oben 7 Zoll viel zu klein zu sein scheinen, sind dir im nächsten Post aber Phablets groß genug?!
        Da ist es natürlich verständlich, dass du auch andere Vorteile nicht erkennen konntest: FullHD-Wiedergabe im Browser (konnten andere damals nicht flüssig) samt Flash (ja, es gibt immer noch Seiten mit dem Zeugs!) und über separaten HDMI-Out (haben auch heute viele Tabs der Größe nicht), zwei nach vorne zeigende Stereo Lautsprecher (bewirbt HTC heutzutage als “Boom Sound”), durchdachte Touchbedienung, die auch wirklich ohne extra Tasten/ Softbuttons auskommt, während Android heutzutage immer noch mindestens zwei Buttons braucht und z.B. noch das helle Display, was auch heute noch an einigen Tabs (unter 180 €, denn mehr kostet das 64GB PB auch nicht mehr) nicht zu finden ist.
        Aber klar: lieber FullHD-Auflösung als ein helles Display, was man wenigstens auch Outdoor ablesen kann, gell? =)

        Sascha hat vollkommen recht: BB hatte alles zur Hand, hätte auch noch PB-Kunden an ihre neuen Geräte (BB10) binden können, hats aber noch mal ordentlich vergeigt. Apropos “Bindung”. Die geniale “BB Bridge” funktioniert zwischen PB OS und BB 10 natürlich auch nicht mehr so umfangreich, was auch wieder zu BB und dem Heinz passt ….

        • bartsimpson7880

          Den jetzigen PB-Preis kann man ja kaum als Vergleich zu aktuellen Geräten heranziehen…
          Um das Teil mit nem iPad-Mini zu verwechseln, muss man schon extrem flüchtig hingucken. Ich mag zwar Apple bzw iOS nicht, aber von der Optik/Haptik wirkt das iPad Mini deutlich wertiger.

          Nicht richtig mit dem PB beschäftigt stimmt.
          Warum sollte ich meine Zeit mit etwas vergeuden, zu dem schon das Öko-System (also Apps) ‘fehlt’, das im ersten anfassen total billig wirkt und aussieht, …
          Das es schwarz ist, ist ja eher ein Vorteil. Gabs diesen komischen Weiß-Trend damals schon?

          7″ in Lederhülle in Terminkalender-Optik ist ggf auch eine interessante Idee der dezenten Verwendung, geht aber aber mit anderen 7″-Tablets auch,

          Der Misserfolg gibt dem doch irgendwie recht?

  • derflo

    @nbnde:disqus
    Du könntest auch WIndows RT mit aufführen. Die waren zumindest ebim Marketing genauso raffiniert wie die oben erwähnten.

    • http://i-need-a-drink.de/ Daniel

      Wobei Windows RT eher aufgrund seiner Prozessorarchitektur und der darauf basierenden Softwarekompatibilität scheitert.
      Da kommt natürlich wieder der Punkt Marketing zu vorschein. Man hätte es nicht Windows RT nennen dürfen, da dies dem gemeinen Nutzer suggeriert es handele sich um ein vollwertiges Windows.

      • derflo

        Richtig, der Name war mit sicherheit der größte Fehler.

        In den Medien hieß es immer: WinRT, Vorsicht!, da laufen nicht die gewohnten Programme.
        Das hat sicher viele abgeschreckt. Auch hier eigentlich Schade. Ein Tablet OS mit Office war von der Sache schon richtig gut.

  • Commander Cliff Allister McLan

    Ich denke beides waren Insellösungen, die schon damals nicht im entferntestem mit Android und dem Kontinent iOS mithalten konnten. Der Fail war schon in der Anlage da! Entweder ich stütze so ein Gerät massiv und hab dann eine Chance aufzuschließen, oder aber ich biete eine ganz eigene Lösung mit uniquen Featuren und positioniere mich in einer Nische. Aber so? Die Geräte hätten so nie erscheinen dürfen.

  • flo95

    “…und dann dazu auch noch einen 9.7-inch Screen reinzuklatschen, der mit einer Aufloesung von 1024×768 wie eine Komponente aus laengst vergessenen Tagen rueberkam!”

    Das war im Februar 2011. Im März 2011 hat Apple das iPad 2 mit exakt der selben Auflösung vorgestellt und da war das dann in Ordnung. Damals war diese Auflösung noch in Ordnung oder hattest du auch 2011 schon ein Tablet mit Full HD?

    • http://www.mobilegeeks.de/ Sascha Pallenberg

      Jedes 10-inch Android Tablet hatte bereits eine 720p Aufloesung zu dem Zeitpunkt, zumindest von den Premium OEMs

      • GloWi

        Dann hätte das Playbook ja eine 768p Auflösung ;)
        Aber stimmt schon das sind 921600 Pixel gegenüber 786432 Pixel.

        Trotzdem hat sich zu der Zeit das Ipad2 am besten verkauft und das auch mit dieser niedrigen Auflösung.

  • Wieland

    Über Blackberry kreisen die Geier, das aber auch zurecht. Das Playbook war ja wirklich ein mieser Fehltritt und mit BB10 geben sie sich ja auch nicht so richtig Mühe finde ich.

    Aber es ist immer wieder traurig, gute Ideen den Bach runter gehen zu sehen. Ich hoffe auch dass Windows RT irgendwie noch gekittet wird. Da siehts ja auch nicht gerade rosig aus…

  • Helvete

    Das PlayBook war das beste Tablet welches ich bisher in der
    Hand hatte. Ich find es wirklich schade das Blackberry das PlayBook einfach
    sterben ließen (Man muss aber auch zugeben das Thorsten Heins kurz nach BB10
    Veröffentlichung gesagt hat, dass das nix mehr mit dem PlayBook wird „In five
    years I don’t think there’ll be a reason to have a tablet anymore“). Dann doch
    liebe eine kleine Firma auslagern die Tablets auf den Markt bringt mit dem
    Blackberry OS.

    Das App Problem hat BlackBerry aber auch selbst zu
    verschulden. Man konnte zwar mit viele Programmiersprachen an dem PlayBook
    arbeiten nur leider gab es keine Oberfläche. (Mit HTML5 konnte man etwas zusammen
    schrauben) Wenn man mit C/C++ eine App machen wollte, musste man mit OpenGl
    seine eigene Oberfläche bauen und das war einfach bescheuert. Bei BB10 haben
    die das endlich mal hinbekommen, auch wenn das eine externe Firma gemacht und
    nicht BlackBerry selbst. Blöd war auch
    das man beim PlayBook teilweise 5€ für Apps zahlen musste die es bei Android
    und iOs schon von Anfang an kostenlos gab.

  • Hinterwaeldler

    Für solche Artikel mag ich mobilegeeks!

  • http://blog.gonline.at Georg S.

    Ich trauere WebOS auch noch etwas nach aber Apotheker hat es einfach vermasselt. Zuerst haben sie das Tablet (mit ähnlichen Spezifikationen wie das damals aktuelle iPad 2) für einen Preis verkauft der auf dem Niveau der damals noch übermächtigen iOS Konkurrenz lag (Android Tablets gab es schon für mindestens 100€ weniger) und als das nicht genügend gekauft haben und wohl auch da Apotheker den Konzern zu einem “neuen SAP” umbauen wollte hat man den Preis dann auf 99€ bzw. $ gesenkt und die Sache eingestellt. Ich bin immer noch der Meinung 350€ bis 400€ hätte das Tablet durchaus einige Abnehmer gefunden und hätte man dann noch die bereits fertig entwickelte 7″ GO Ausführung für 300€ bis 350€ auf dem Markt gebracht (und auch die 3G Varianten) und gleichzeitig WebOS ständig weiter entwickelt hätte das System durchaus noch erfolgreich werden können.
    Ich habe zwar derzeit noch ein HP TouchPad als Tablet aber da spätestens ein Halbes Jahr nach der Ankündigung von WebOS kaum noch neue Apps im App Store erschienen sind (bei Preware sahr bzw. sieht es da noch besser aus) verwende ich darauf fast nur noch Android (derzeit mit CM10.1) auch wenn die UI von WebOS immer noch unerreicht ist, HP hätte nur das OS nicht aufgeben dürfen und neben Apps im App Store gehört vor-allem der Browser dringend überarbeitet.

  • Devyl

    Ich habe das Playbook grade neben mir… vor kurzem für meine Liebste gekauft; nicht langsamer wie andere tabs für ~160 euro, 64gb speicher, lange akkulaufzeit und helles display. für das was sie drauf machen will (web, email, instand messenger, ebooks, ein paar kleine kausalspiele) ist es perfekt :) auch des magnetladegerät (ala macbook) ist super.

    Es ist definitiv VIEL verschenktes potential. QNX kenne ich noch aus zeiten der kleinen demodisketten (auf eine 1,4mb diskette komplettes OS zum Websurfen in vor-dsl zeiten)… schnell, schlank und (auf dem playbook) sehr schick…

    traurig, traurig die entwicklung…

  • Eselbaer

    Ich habe mir das PlayBook erst jetzt gekauft. Warum? Nun ich habe einen Z10, hatte vorher schon BBs und wollte nun auch mal ein Pad. Das PlayBook mit 64GB für <150 Euronen ist immer noch heiß. Hochwertige Verarbeitung, Klasse OS, tolle Gestensteuerung. Es ist unfassbar schade das es ein Rohrkrepierer ist auf Grund völlig fehlgeleiteten Marketings. Das gleiche Gerät, etwas moderner mit OS10 würde jedes iGerät in den Schatten stellen – wenn nicht die Apps fehlen würden.
    Aber Blackberry hat nichts gelernt und fährt nun auch das ganze 10 gegen die Wand…

Trackbacks & Pingbacks