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Die indische Regierung hat gestern ihr groß angekündigtes Tablet erstmals öffentlich präsentiert. Das bisher noch namenlose Gerät hat offenbar einen 7-Zoll-Touchscreen und soll zu seiner Einführung zum unschlagbaren Preis von umgerechnet gerade mal knapp 25 Euro auf den Markt kommen. Langfristig soll der Preis des sparsam ausgestatteten Tablets, das hauptsächlich im Bildungsbereich eingesetzt werden soll, auf nur noch 10 US-Dollar fallen.

Update: Wer sich gefragt hat, wie denn Nicholas Negroponte, Vater des OLPC-Projekts auf diese Nachricht reagierte, dem empfehle ich unbedingt seinen offenen Brief auf dem OLPC-Blog.

Update2: Es gibt ein erstes Hands On und das kommt auch noch direkt vom indischen Entwicklungsminister Kapil Sibal, der das Geraet in der Show “Gadget Gurus” vorstellt.

Bisher ist nur spärlich kommuniziert worden, wie die Inder den extrem niedrigen Preis erreichen. Zum einen kommt sicherlich nicht die leistungsfähigste Hardware zum Einsatz. Soweit bisher bekannt, soll dass Gerät in der Lage sein, YouTube-Videos wiederzugeben. Weiterhin ist von einer Bedienung per Touchscreen, WLAN und 2 GB eingebautem Speicher die Rede. Hinzu kommen ein USB-Port und ein mit nur 2 Watt angeblich sehr niedriger Strombedarf.

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Ein weiterer Faktor für den niedrigen Preis ist die Verwendung von Linux als Betriebssystem, so dass keine Lizenzkosten anfallen. Das Gerät soll darüber hinaus über einen Browser und einen PDF-Reader sowie ein Video-Conferencing-Lösung verfügen. Auch die Massenfertigung soll den Preis drücken, denn laut der indischen Regierung sind bereits 8500 Colleges an den Tablets interessiert. Bei der Präsentation waren zwei verschiedene Prototypen zu sehen, was darauf zurück zu führen ist, dass die Produktion noch gar nicht begonnen hat.

Die Verhandlungen mit Vertragsfertigen sollen gerade erst angefangen haben, so dass noch gar nicht sicher ist, ob die Inder den angestrebten, extrem niedrigen Preis erreichen können. Bis das indische Bildungs-Tablet im kommenden Jahr eingeführt wird, gibt es also noch einiges zu tun, bevor der Preis vom Computer für Alle tatsächlich Wirklichkeit wird.

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Quelle: Press Information Bureau – Government of India via Mid-Day und Tech2 und SlashGear

Nicholas Negroponte

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  • Thorben

    Selbst wenn absolute Müll-Hardware da reinkommt, kann man das doch nie im Leben für 10 US-Dollar verkaufen.

  • DukNukem

    Ich habe so das gefühl, das tablet baut bestimmt darauf auf:
    http://www.netbooknews.de/17664/video-allgo-zei

    Wenn die das schon so günstig anbieten, sollte es doch auf jeden Fall realisierbar sein.

    Auf jeden fall finde ich das ganze super. Für diesen Preis könnte man es auch in DE einsetzen.
    Das könnte sich dann wirklich jede Familie leisten und bei guter Einbindung in den Unterricht wäre es bestimmt sehr sinnvoll.
    Wenns auch noch einen angepassten Bildschirm, ala pixel qi drin hätte wäre es der überhammer.

  • Yu

    Wenn es ein Bildungstablett sein soll, muss mans auch garnicht für den Preis verkaufen können – nur produzieren.

  • Pingback: Billiger geht's nicht - Indische Regierung zeigt Schüler-Tablet für 25€ | TabletStuff

  • Meikmaier

    “… Soweit bisher bekannt, soll dass Gerät in der Lage sein, YouTube-Videos wiederzugeben.”

    Mir kommt immer öfters vor als wäre dass das wichtigste Leistungsmerkmal welches es zur Zeit zu erfüllen gilt ;-) Gab es eigentlich eine Zeit vor Youtube und Flash Videos !?!

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  • langerhans

    Haha, das wird genauso wie der 10$ Laptop den sie 2009 angekündigt haben :P

  • veron

    und warum kommt so eine Idee aus Indien. Leider schafft es das Tablet bestimmt nicht an deutsche Schulen

  • http://twitter.com/passsy passsy

    Und mein TI-84+ nur für Mathe hat über 80 Euro gekostet…. Die Tablets in der Schule für unter 100€ halte ich für sehr unrealistisch. Außerdem wäre die Ablenkung zu groß. Selbst Tetris hat mich dutzende Stunden gekostet.

    Hoffentlich hat es kein 3G und die Schulen kein WLAN sonst wars das mit der Bildung.

  • Yu

    Nun, es GIBT Laptop-Klassen. Wer sich nicht am Unterricht beteiligen will, der findet auch so seine Wege. Ggf. müsste man dem halt mit entsprechender Handhabung der Netzwerkverbindungen entgegenwirken. Bildungshardware braucht sowieso angepasste Software, da sollte das kein Problem sein.

    Btw, der TI 89 hat damals in den Geschäften 200 bis 250€ und der TI92 250 bis 300€ gekauft, als ich mir für die Oberstufe einen besseren Taschenrechner angeschafft habe. Da dürften einige Shenzen-Geräte also nicht existieren nach der Argumentation.

    Außerdem ist es kein kommerzielles Produkt. Mit staatlicher Förderung / Verbreitung an Institutionen zum Preis der Produktionskosten lässt sich der Preis gegenüber Einzelhandels-Produkten sicher ordentllich drücken. Bei 10$ vermutlich hauptsächlich staatliche Förderung…

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  • animatio

    nikki der brückenbauer trifft eigentlich schon den kern de sache mit seinem statement … aber er hat – wie alle pc bildungsfreaks – noch immer das weentlichste vergessen: die bildungsdevise heisst nach wie vor LESEN und SCHREIBEN und kreativität … und nicht tippsen und tapsen oder fingerschmieren auf was auch immer und mit was auch immer.
    heisst bei einem tablet gehört ein mit stift und finger bedienbares display drauf … nennt sich digitizer. damit ist aber auch der 35 dollartraum bereits ausgeträumt. und dann noch was, wenn darauf all die freie software, die bereits an schulen und unis für wissen, bildung und anwendung existiert nicht brauchbar ist, ist so ein ding eh für die tonne. darum funktioniert das weder mit android noch mit apples …. den consumerbrettern, die schlicht inkompatibel dafür sind.

  • http://www.youtube.com/steffenelis Elisabeth Steffen

    Mach was draus! (aus youtube!) Es liegt doch an uns, dieses Portal für das allseits Notwendige zu nutzen. Was ist heut und je nötiger als die Liebe? Und WER ist durch und durch die LIEBE, obwohl die Kirchen das verleugnen, indem sie IHM “Verdammen in alle Ewigkeit” unterstellen, dh ihre eigene Herrschsucht in IHN projizieren? Mehr siehe youtube.com/steffenelis

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