Der Google CEO Larry Page gibt nicht oft Interviews, um so interessanter wird es dann natürlich, wenn er ein so ausführliches Interview gibt wie dem Fortune Magazin. Unter anderem ging es in dem Interview natürlich um Android, Google Nexus Devices und das Verhältnis zu den Mitbewerbern Apple und Amazon.

Interview: Google CEO Page über Apple, Amazon, Nexus

Im Verhältnis zu den Google-Mitbewerbern Apple und Amazon wünscht sich Page mehr Kooperation für die User, schließlich sei das Internet aus der Kooperation verschiedener Universitäten entstanden mit dem Ziel der Zusammenarbeit. Mit der Kommerzialisierung des Netzes entstanden immer mehr Insel-ähnliche Ansätze, das wäre eine Schande. Ganz nebenbei betont er dabei auch die Leistungen der Mitbewerber und Partner, schließlich seien die großen Technologie-Unternehmen groß geworden, weil sie etwas großartiges getan haben.

All the big technology companies are big because they did something great. I’d like to see more cooperation on the user side. The Internet was made in universities and it was designed to interoperate. And as we’ve commercialized it, we’ve added more of an island-like approach to it, which I think is a somewhat a shame for users.

Auch speziell zum Verhältnis mit Apple äußerte er sich, angefangen beim freundschaftlichen Verhältnis zu Steve Jobs und seiner Ansicht, dass ein großer Teil der Anti-Android-Kampagne des verstorbenen Apple-Chefs nur Show gewesen sei. Apple ist bis heute auch ein wichtiger Partner für Google und deswegen ist man weiterhin im Gespräch auf der Suche nach Lösungen für die Konflikte zwischen den beiden Unternehmen. Wichtig sei ihm auch sein Unternehmen anders zu führen, schließlich könne man der Konkurrenz nicht voraus sein, wenn man sich nur darauf konzentriert, wo sie heute steht:

You said that whole thing about Android and them being angry about it, that it was for show.
I didn’t say that entirely. I said partly.
[Apple did it] partly for show, to get the troops to rally.
By the way, that’s something I try not to do. I don’t like to rally my company in that way because I think that if you’re looking at somebody else, you’re looking at what they do now, and that’s not how again you stay two or three steps ahead.

Mit Android und vor allem der Monetarisierung sieht Larry Page sein Unternehmen bis jetzt noch am Anfang. Dabei helfe es natürlich, dass ein Mobiltelefon eine Standortlokalisierung besitzt, lokal eingegrenzte Anzeigen für Mobilgeräte stehen also offensichtlich weit oben auf der To-Do-Liste Googles. Aber er sieht da noch mehr Potential mit mobilen Geräten Sachen zu tun, die vorher nicht möglich waren und genau das seien die Dinge mit denen Google seiner Ansicht nach in Zukunft mehr Geld verdienen wird als heute.

Wenn es um mobile Hardware geht, liegen natürlich Fragen zu den Nexus Geräten nahe. Auf der einen Seite erläutert Page, dass es schwierig sei, eigene Geräte zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, ohne den Android-Partnern das Leben damit unnötig schwer zu machen. Andererseits ist es für Google wichtig, den Kunden und Entwicklern die jeweiligen Möglichkeiten von Android zu zeigen und in die Hand zu geben. Andererseits bemüht man sich bei Google, die Android-Partner nach Kräften zu unterstützen und glücklich zu machen, aber trotzdem selbst auch innovative Geräte zu entwickeln. Bislang sei Google dieser Spagat gut gelungen. Damit hängt auch zusammen, warum die aktuellen Nexus Geräte nicht direkt von Motorola Mobility kamen.

Nach dem Kauf von Motorola Mobility gab es von verschiedenen Seiten die Vermutung, dass künftige Nexus-Geräte auch von dem neu gekauften Unternehmen kommen würden. Dies war dann jedoch nicht der Fall. Zum einen hätte die Zeit seit dem Kauf des Unternehmens dafür nicht ausgereicht. Und dann hängt die Entscheidung, wer ein neues Nexus Gerät produziert mit der Frage zusammen, wie die Kooperation mit den Android-Partnern für beide Seiten am besten funktioniert – da würde es natürlich nicht passen, wenn Google seine Smartphones und Tablets plötzlich auch selbst herstellen würde.

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  • http://twitter.com/derKreuzberger der Kreuzberger

    Mir fehlte im Artikel der Link. Wer wie ich das Ganze lieber komplett und auf englisch lesen will, klickt hier: http://tech.fortune.cnn.com/2012/12/11/larry-page.

    • http://www.mobilegeeks.de/ Sascha Pallenberg

      unterhalb des artikels werden immer saemtliche quellen angegeben

      • http://twitter.com/derKreuzberger der Kreuzberger

        Oops & sorry, jetzt habe ich die Quellen auch entdeckt. Ich musste dafür aber tatsächlich erst auf der Seite suchen. Denn sie fallen visuell ja nicht gerade besonders auf, wie Sie da als einzige rechtsbündig zwischen Newsletter-Banner und Sharing-Buttons stehen. Finde ich gestalterisch und von der Usability her nicht optimal (zumindest für mich).

        • http://twitter.com/ss11x ss118x

          ich kann den Link immer noch nicht finden…bin ich blind? Bitte nochmal genau beschreiben, ich sehe ihn wirklich nicht …

          • http://twitter.com/derKreuzberger der Kreuzberger

            Unter dem Artikel ist der graue Banner “Newsletter abonnieren” – und direkt darunter stehen die Quellen. Allerdings rechts- und nicht linksbündig, weshalb man sie sehr leicht übersehen kann.

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