Bis auf eine Ausnahme hatte das gestrige iPad mini-Event keine echten Überraschungen parat. Diese Ausnahme war – zumindest für mich – der Preis. Wie viele andere hatte ich auf einen Einstiegspreis von 250 Euro spekuliert. Doch Apple steigt mit 329 Euro deutlich höher ein. Damit ist das Apple-Tablet – für den Bildungsbereich – Fluch und Segen zugleich.

iPad mini – Fluch und Segen für den Bildungsbereich #Kommentar

Aus meiner Sicht ist das iPad mini mit diesem Einstiegspreis keine Konkurrenz zum Nexus 7 oder anderen günstigen sieben Zoll Android-Tablets, sondern spielt in einer eigenen Liga. Um es ganz deutlich zu sagen: Das iPad mini ist ein geniales Gerät. Leichter, dünner und schneller als das Nexus 7, von der größeren und qualitativ besseren App-Auswahl ganz zu schweigen.

Wenn Joshua Topolsky von The Verge – dessen Nexus 7 Review wirklich positiv ausgefallen ist – sagt, dass Welten zwischen der Verarbeitungsqualität der beiden Geräte liegen, glaube ich ihm das sofort. Und auch wenn Phil Schiller beim Vergleich mit dem Nexus 7 teilweise nicht unbedingt souverän wirkte, ist für mich klar: Das iPad mini wird für viele Menschen sehr viel attraktiver sein.

In Kombination mit iTunes U, der neuen iBooks Author und den neuen Funktionen der iBooks gilt das sicherlich auch für Bildungseinrichtungen. Das iPad mini hätte ein echter Durchbruch für elektronische Lernmaterialien sein können. Hätte, denn Apple hat diese Chance leider nicht genutzt – und schadet damit dem gesamten Bildungsbereich.

Fortschrittsbremse statt -motor

Selbst mit Bildungsrabatten wird das iPad mini für viele Schulen und Universitäten schlicht und ergreifend zu teuer sein. Versteht mich nicht falsch, es wird garantiert Bildungseinrichtungen geben, die das iPad mini erfolgreich im Unterricht einsetzen. Doch an diesen Schulen werden die Eltern oder Studenten die Geräte – teilweise oder vollständig – finanzieren.

Schulen mit weniger finanzkräftigem Klientel haben diese Chance nicht. Natürlich könnten diese auf das Nexus 7 oder noch günstigere Tablets – eine 99 Dollar-Variante des Nexus 7 wird ja bereits gerüchtet – ausweichen. Doch hier beginnt das Problem: Verlage und Behörden werden auf die Plattform setzen, die den größten Umsatz und Gewinn verspricht. Und das wird der iBooks-Store sein. Die zuständigen Bildungsministerien werden maximal Geld für die Einführung eines Systems bereitstellen und hier wird sich Apple – auch auf Grund seines guten Rufes und der bestehenden Erfahrungen im Bildungsbereich – voraussichtlich durchsetzen.
ipadmini3331 verge super wide iPad mini   Fluch und Segen für den Bildungsbereich #Kommentar

Fazit

Das iPad mini wird höchstwahrscheinlich ein Verkaufsschlager und sich auch im Bildungsbereich gut verkaufen. Finanzschwächere Schulen werden dadurch allerdings stark benachteiligt und eingeschränkt, da eine parallel Einführung von Android und iOS im deutschen Bildungssystem unwahrscheinlich ist.

Haupt-, Förder-, Sonder- und auf Realschulen – in diesen Schulformen sind die finanziellen Spielräume oft extrem eng – werden vom Potenzial des iPad minis nicht oder nur sehr eingeschränkt profitieren können. Und genau deshalb ist das eigentlich geniale Gerät auch ein Fluch für den Bildungsbereich. Denn die Lücke zwischen den Schulformen wird dadurch – potenziell – größer. Apple hätte die Chance, das zu ändern und sich den Bildungsmarkt wirklich zu erschließen. Es wird sich zeigen, ob Cupertino sich dazu – beispielsweise durch Preisanpassungen – durchringen kann.

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  • Murdo09

    Mich würde es befremden, wenn der Bildungssektor auf ein so geschloßenes System setzt. Wenn man bedenkt was Apple (ist ja ihr gutes Recht, im eigenem Laden) so alles nicht zulässt und aus welchen Gründen, sollte man sich von deren Seite nicht unbedingt die Schul/Unibücher vorschreiben lassen.

    So etwas sollte Open Source sein, am besten als App, mit Versionen für die gängigsten Geräte/BS.

    • http://twitter.com/jrn_bla jrn

      Dem möchte ich deutlich beipflichten. Dass einzelne Schulen Apple einsetzen, ist kein Geheimnis. Dass das Geschäftsmodell aber auch von den Bildungsministerien ausgewählt wird, kann ich mir bei bestem Willen nicht vorstellen und würde von wenig Weitblick zeugen. Man darf die Kontrolle über die Bildung keinem Unternehmen geben, das sich nicht zuletzt über seine eigenwilligen Moralvorstellungen definiert (http://www.netbooknews.de/76938/apple-prude-verkniffen-und-humorlos/). Warum sollte Apple bei dem Zensieren der Inhalte Halt vor Schulbüchern oder -literatur machen? Die einzige Lösung kann ein offenes System sein, bei dem die Länder keinerlei Entscheidungshoheit abgeben.

      • Ichbins

        Auch an dich: Apple hat überhaupt gar keinen Einfluß darauf welche Schulbücher oder welchen sonstigen Content du dir auf dein GErät schiebst. Du kannst sogar iBook Authors, also Apples Schulbuchsoftware, nutzen um Schulbücher zu erstellen und diese an die Schüler verteilen ohne das Apple jemals etwas davon mitbekommt. Von drittsoftware ganz zu schweigen. Was soll also dieser Unsinn!? Gibt es irgendeine Format das du nur auf offenen Systemen nutzen kannst?

        • andreas Hofmann

          Danke. Genau das dachte ich auch.

      • Christian Müller

        In der Theorie gebe ich euch beiden Recht, doch in der Praxis zählt im Bildungsbereich in erster Linie eine möglichst niedrige Einführungshürde und leicht Administrierbarkeit. Und beides bietet Apple mit seinem geschlossenen System an.

        • http://twitter.com/jrn_bla jrn

          Wir diskutieren hier über mindestens landesweite Projekte. Was spricht gegen eine eigene Distribution, die genau auf die Wünsche der Schulen zugeschnitten ist? Auf lange Sicht ist dies mit Sicherheit die kostengünstigere und für den Nutzer mindestens genauso pflegeleichte Variante. Und das Wichtigste: Man gibt keinerlei Kontrolle aus der Hand, ist nicht auf einen Hardwarehersteller angeweisen.

          • Christian Müller

            Klar, nur dieses Verständnis fehlt in den Behörden an den Schlüsselpositionen. Die haben dort gute Leute – einige kenne ich persönlich – doch die arbeiten operativ. Die Entscheidungen werden leider oft von Leuten getroffen, die ein iPad 1 nicht von einem Nexus 7 unterscheiden können. Und das ist leider nur minimal übertrieben.

          • http://twitter.com/jrn_bla jrn

            In der Tat.

    • Ichbins

      Wo schreibt Apple denn Schuldbücher vor? Erstens gibt es doch keine Zensur im iBook Schulbuchstore, und zweitens kann selbst Apples iBook App jedes normele DRM freie ePub, PDF, usw öffnen. Da hat Apple Null Einfluß drauf.

      Beim geschlossenen Systemen geht es um Apps, nicht um Content.

      • http://twitter.com/jrn_bla jrn

        Ich glaube dir einfach mal, dass dies so stimmt. Trotzdem würde ich mich dabei deutlich unwohl fühlen.

        Aber dann diskutieren wir doch über Apps: Auch hier gibt es unbegrenzt sinnvolle Einsatzmöglichkeiten im Unterricht. Kann die nun auch jeder Lehrer selbst installieren lassen, oder müssen diese vorher durch die Prüfung?

        • Ichbins

          Ich weiß nicht genau was du meinst. Wenn der Lehrer selbst eine App schreibt braucht er nicht auf eine Freigabe im AppStore warten, Apps lassen sich auch Ad-Hoc vertreiben (sonst hätte iOS ja nicht so einen Erfolg im Enterprisemarkt, die Unternehmen stellen ihre Firmeneigenen Apps ja nicht in den Store).

          Für die Verwaltung von Geräten für eine ganze Klasse/Schule gibt es ein Configurator Tool:
          http://help.apple.com/configurator/mac/1.0/?lang=de#cadf1802aed

          http://appleinsider.com/articles/12/03/07/apple_releases_configurator_for_managing_ios_devices_from_a_mac

          • David Mehren

            Die Software müsste dann aber noch überarbeitet werden:

            “wenden Sie die gleiche Konfiguration nach jeder Benutzung erneut an, indem Sie das Gerät wieder mit Apple Configurator verbinden.”

            Also muss sich jeder Lehrer nach der Schulstunde hinsetzen und nacheinander 30 iPads an seinen (noch anzuschaffenden) Mac anstöpseln?

            Ohne komplette Remote-Verwaltung ohne Kabelverbindung ist das wohl ehern unpraktikabel.

  • http://twitter.com/lowcee89 A Low Cee

    Hallo.

    Ich sehe Tablets erstmal nicht im Unterricht, erst recht nicht die von Apple, da sie (wie du ja schon sagst) sehr teuer sind.

    Viel eher sehe ich in 5 Jahren farbige 7″ eBook Reader in den Klassen, aber keine Tablets.
    Die eBook Reader werden in der 1. Klasse gekauft und halten dann im besten Fall bis zum Abschluss.

    Bei Tablets sieht das aber schon ganz anders aus.
    Glas Bruch, Wackler und sonstige Fallschäden – Sie sind einfach um den Faktor 100 anfälliger als eBook Reader.
    Eine Tasche mit einem eBook Reader darf auch mal fallen/geworfen werden, eine Tasche mit einem Tablet … besser nicht !

    Dazu kommt die Tatsache, dass Apple Systeme geschlossen sind, d.h. für Schüler besteht immer die Möglichkeit, zu spielen anstatt zu lesen, eMails zu checken etc.
    Ablenkung pur ! Eben das, wofür Apple diese Tablets entwickelt: Spaß und Ablenkung

    Und wenn doch Tablets?
    Wenn überhaupt, dann wäre Android deutlich geeigneter wie ich finde – Custom ROMs vom Bildungsministerium o.ä.sind überhaupt kein Problem und ersticken die “Ablenkungsproblematik” sofort.

    Klar, Jailbreak Jailbreak Jailbreak ….
    Günstiger wären diese Tablets auch noch nebenbei, ein Nexus 7 für 199€ ist etwas anderes als ein iPad Mini mit 330€ – Fast 70% teurer !

    Bei Android könnten PlayStore, eMail Client, Spiele, MP3 Player usw usw direkt aus dem Betriebssystem rausgenommen werden
    Ein Galaxy Note-ähnliches Gerät mit einem Stift wäre hier auch sehr denkbar.
    (Nein, ein Stift bei einem iPad ist nicht vergleichbar mit einem Note – Viel präziser, viel dünnere Spitzen möglich, druckempfindlich und Funktionstasten)

    Soll kein gehate sein, ich denke es ist eine begründete Meinung :)
    Lg

    • Ichbins

      Wäre ein berechtigter Einwand, aber scheinbar hast du im Zuge vom iOS 6.0 etwas gravierendes verpasst.Und zwar “Guides Access”. Du kannst damit alles mögliche Sperren. Z.b. den Homebutton um im App zu bleiben, bestimtme Bereiche oder Buttons (z.b. die zum Browser wechseln) eines Apps, sogar Bewegungssensor und die komplette Touchfunktion:
      http://www.apple.com/de/ios/whats-new/#accessibility

      Und dafür braucht man eben keine CustonROMs und Geeks die sich damit auskennen. Guck dir an wie das umgesetzt ist, das kann sogar die alte Grundschullehrerin selbst machen.

      Ich empfehle dir dieses 3 Minuten Video einmal anzuschauen: http://www.youtube.com/watch?v=N_cPotZ_q4c

    • http://twitter.com/jrn_bla jrn

      Am Ende sagst du “Stift wäre denkbar”. Ich gehe weiter und sage: “Stift wäre unerlässlich”. Schülerinnen und Schüler müssen mit den Büchern arbeiten. Und gerade das ist der Punkt, wieso die bestens geeigneten eBook-Reader an ihre Grenzen stoßen. Hervorhebungen und Notizen sind einfach viel zu umständlich.

      Wenn sich da nicht deutlich etwas tut (und selbst dann wäre es ja mehr ein Tablet mit eInk-Display), sehe ich leider keine Chance für eBook-Reader. Das Nexus 7 von Asus zeigt, dass qualitativ hochwertige Tablets nicht teuer sein müssen. Ebenfalls zeigt es, dass Plastik nicht schlechter sein muss als Alu. Ich sehe hier sogar klare Vorteile: Ein Nexus 7 kann auch das ein oder andere Mal in die Ecke gepfeffert werden – vor allem dann, wenn es im Travel Case aufbewahrt wird. Bei noch höheren Stückzahlen und Weiterentwicklung der Technik ist ein solches Gerät in den nächsten Jahren auch mit Stiftbedienung durchaus für 100 Euro denkbar.

  • Cadamdraft3D

    Wow, ein wirklich sehr gut geschriebener Kommentar! Gerade in Bezug auf die unterschiedlichen sozialen Schichten!

    Eins sollte man aber Bedenken, die Erfahrung zeigt auch das sich spätesten bei der Einführung des iPad mini 2 im März sich die Preise um 100€ nach unten bewegen. Dann kann es zusätzlich mit Rabatt Aktionen auch mit den schulen klappen.

  • Hartmut Schmidt

    Ich hoffe, dass in den Bildungsministerien Personen mit etwas mehr Weitblick sitzen.
    Auf ein Monopol zu setzen hat nur Nachteile!
    Systeme wie Kindle und Google-Books zeigen, dass Bücher auch Plattformübergreifend angeboten werden können.

    Apple mag aus Sicht des einzelnen Users Vorteile bei Bildungsmedien haben, langfristig wäre es für alle Beteiligten besser, wenn ein neues System entwickelt würde, an dem alle konkurierenden Firmen, wie Apple, Google, Amazon und die “alten” Buchverlage in Konkurrenz zueinander stehen.
    Das hält die Preise niedrig und die Qualität hoch.

    • Christian Müller

      Bei der Hoffnung schließe ich mich dir an, meine Erfahrung aus verschiedenen Projekten und Förderanträgen lässt mich jedoch – leider – den im Artikel angesprochenen Standpunkt einnehmen.

  • Vincvega

    Das jetzt wenige Tage schon über solche Einsatzgebiete solcher Geräte diskutiert wird finde ich schon sehr merkwürdig.

    • Christian Müller

      Über den Einsatz von 7-Zoll-Tablets – siehe auch der oben verlinkte Artikel – wird schon länger diskutiert. Das iPad mini gehört eben auch in diese Geräte-Kategorie.

      • Vincvega

        Ich glaube kaum das man in den nächsten 5-10 Jahren solche Geräte flächendeckend im Unterricht finden wird, wenn nichtmal programmierbare Taschenrechner in Prüfungen erlaubt sind. Wenn da nicht die Technik genutzt wird… warum dann einen Tablet im Unterricht? Gab ja auch schon Ideen, jedem Schulkind einen Laptop zur Verfügung zu stellen. Hat aber nie funktioniert.

        • Christian Müller

          In den nächsten 10 Jahren sehe ich das schon. Die zentrale Frage ist für mich: Passen sich die Lehrerausbildung und die Schulen schnell genug an?

          • Vincvega

            Dann träum mal weiter…

          • Christian Müller

            Wie kommst du bitte darauf, dass sich Tablets in den nächsten 5 – 10 Jahren nicht durchsetzen werden? Irgendeine Datenbasis?

          • andreas Hofmann

            Es gibt Markt- und Trendanalysen, nach denen Christian deutlich im Recht ist.

          • Vincvega

            Keine Sau benutzt jetzt einen Laptop zur normalen Schularbeit, und in der Uni/Hochschule sind auch diese Leute seltenst.

            Welche Datenbasis hast du denn? Garkeine.

          • Christian Müller

            Bitte was? “Keine Sau benutzt jetzt einen Laptop zur normalen Schularbeit” – Wie viele Schulen kennst du bitte? ich bin in den letzten zwei Jahren an über zwanzig Schulen und Hochschulen – als Referent und Berater – unterwegs gewesen, überall habe ich Schüler und Studenten mit Laptops oder Tablets arbeiten sehen. Bei einigen Schulen war es die Mehrheit, bei anderen die Minderheit. In deutschen Hörsälen siehst du – je nach Studiengang – eine ganze Mengen Laptops. Meine Datenbasis ist einerseits meine persönliche Erfahrung und die meiner Coachees – Studenten und Bildungsarbeiter – und Umfragen und Projekte wie beispielsweise dieses der Universität Kassel: http://www.uni-kassel.de/notebook/publikationen/ws_evaluation_uk_fb06.pdf Sorry, aber das Laptops und Tablets in Schule und Studium nicht genutzt werden ist einfach falsch. Ich lasse mich allerdings gerne vom Gegenteil überzeugen, dann aber bitte mit Fakten und Erfahrungen. Danke.

          • Vincvega

            Ich rede von normalen Schulen, Ich war selbst noch vor wenigen Jahren auf einem Gymnasium und studiere jetzt und kann sagen – auf einer weiterführenden Schule gibts Laptopklassen meiner Erfahrung nach nur bei Hauptschulen um denen das Lernen wenigstens einigermaßen noch attraktiv zu machen. Auch im Vorlesesaal ist für die Unterlagen UND ein Laptop garkein Platz auf dem Tisch.

          • Christian Müller

            Mmmmh, okay, von welchem Bundesland reden wir da? Zur Erklärung: Das ist absolut nicht abwertend gemeint, ich habe einfach nur festgestellt, dass die Laptop und Tablet-Nutzung regional sehr unterschiedlich ausfällt. An der Stuttgarter und Ulmer Uni sehe ich beispielsweise mehr mobile Geräte als in anderen Bundesländern. An Gymnasien, Real- und Hauptschulen kennen ich Laptop und iPad-Klassen, wobei die meisten Tablets in diesen Schulformen – außerhalb der Projekte – Privateigentum sind weniger Rechner, sondern mehr Lesegerät darstellen.

            Viele meiner Coachees arbeiten im Studium mit einem Tablet, wobei ich vom rein elektronischen Arbeiten grundsätzlich abrate. Stift und Papier haben einfach viele – auch neurologische – Vorteile.

          • Vincvega

            NRW. Münsterland. Ist aber schon 3, 4 Jahre her – klar hatten mal welche einen Laptop dabei für Präsentationen… aber sonst, meist Aktenordner und klassisches DIN A4 Papier. In der Stadt mag das zwar alles ganz “hip” und “trändy” sein. Gearbeitet wird mit den Computern doch auch kaum im Studium. Da dienen Tablets einfach nur als Scriptersatz für das schwere Papier, und wenn da einige Professoren 400 Seiten oder mehr an Script rausgeben, ist das schon ganz nett, das elektronisch in einem ~600-1000gr Gerät zu haben. Aber richtige “harte” Anwendung eher nicht.

          • Christian Müller

            Da kenne ich beide Einsatz-Szenarien: Die einen nutzen das Tablet als elektronisches Lesegerät, die anderen als kompletten Laptop-Ersatz und Haupt-Arbeits-Tool. Persönlich kombiniere ich gerne Stift, Papier und Tablet, in manchen Studiengängen empfehle ich jedoch einen Laptop bzw. ein Ultrabook, in anderen definitiv Stift und Papier.

            Ist unter anderem auch Geschmacksache. Allerdings muss ich dazu sagen. Die intensive Nutzung sehe ich erst in den letzten zwei oder drei Jahren, davor dümpelte es eher vor sich hin.

  • http://twitter.com/BobGrillen Bob Grillen

    Wenn Städte wie Duisburg in ihren Ämtern noch auf alten Pentium-Kisten “arbeiten” und zudem eine Haushaltssperre verordnet ist, werden Tablets noch Jahre auf ihren Einsatz warten. Das ist von der Schulrealität so weit entfernt wie Helmut Schmidt von einem Marathonlauf. Zudem fehlt den meisten Lehrern die Medienkompetenz, die gewöhnen sich gerade an LotusNotes.

    • Christian Müller

      Das trifft auf einzelne Städet und Landkreise definitiv zu, es gibt inzwischen jedoch auch zahlreiche Projekte, in deren Rahmen iPads an Schulen eingesetzt werden.

      • http://twitter.com/BobGrillen Bob Grillen

        Von den Schulen selbst finanziert? Von einem Träger? Gesponsert? Was für Schultypen sind das? Und in welchen Gegenden? Gibt’s da nähere Infos zu?

        • Christian Müller

          Zum großen Teil von den Eltern finanzier oder über Fördergelder des Landes. Es gibt eine Übersicht zu den iPad Klassen http://waldschulpads.wordpress.com/weitere-ipad-projekte/, und auf meinem Blog habe ich auch Podcasts mit Bildungsarbeitern, die solche Projekte umsetzen.

          • http://twitter.com/BobGrillen Bob Grillen

            Danke, werde ich mir ansehen.

  • Äxel enT

    wie viele schulen gibt es denn, die mit ipads bis jetzt arbeiten oder dieses in planung haben? pilotprojekte die von apple gesponsert werden mal ausgeschlossen. Nach dem artikel zu urteilen würden ja eh nur privatschulen und gymnasien geld für solche projekte über haben. Da es dort sowieso schon bildungs- sowie sozialunterschiede gibt macht der apfel da jetzt nicht wirklich einen unterschied. Hochschulen und unis würde ich eh gesondert betrachten, da sie ganz anders mit diesen geräten arbeiten als in Schulen. Kleine selbst geschriebene apps lassen sich doch bei android oder anderen offenen OS schneller und einfacher nutzen, gerade für projekte oder ähnliches.
    Wenn bei apple dann mal ein lehrbüchen amazon oder google in ihren texten vermerkt haben, werden die vom store genommen. Welcher lehrer könnte denn da vernünftig arbeiten?

    • http://www.facebook.com/andreas.hofmann.334 Andreas Hofmann

      Im Übrigen sponsort Apple keine Schulen! Weder finanziell noch anderweitig. Um soziale Gerechtigkeit herbeizuschaffen gibt es andere Wege.
      http://www.mobileslernen21.de
      Wir haben mobile Klassen in Real- und Hauptschule implementiert…

      • Äxel enT

        Habe auch nicht behauptet, das schulen gesponsert werden. Da ich selber im sozialen bereich (Bachelorarbeit bestanden :)) tätig bin und auch im rahmen meines studiums mich im projekt mit medien und schule auseinandergesetzt habe, bin ich auch etwas firm in diesem Bereich. Mir ist auch klar, das es verschiedenste fördermöglichkeiten im bereich bildung und it gibt. Hier liegt das problem auch mehr in der anfallenden bürokratie, was ja bei vielen projekten so ist. soziale gerechtigkeit ist relativ, 30 oder 15 Euro sind für manche familien schon viel geld, gerade wenn es mehrere kinder sind in sozial schwachen familien.
        Ich selber finde die implementierung von digitalen klassenräumen und auch tables in den schulaltag sehr gut. Hier muss bloß unsere regierung mal aufwachen. Kürzungen im sozialen und schulischen bereich werden uns da nicht weiter bringen.

        • http://www.facebook.com/andreas.hofmann.334 Andreas Hofmann

          Ich finde es müßig, sich immer auf dem Argument “unsere Regierung muss es besser machen” auszuruhen. Natürlich ist der Bildungsbereich vernachlässigt und mir viele Dinge nicht nachvollziehbar. Dennoch ist mein Ansatz ein pragmatischerer, indem ich aktiv handele und dafür sorge, DASS eben jedes Kind ein Tablet/ Rechner erhält und die Eltern wie Kind keinerlei Nachteil erfahren. Es geht um einen Euro pro Schultag. Dass genau der aufgebracht wird, ist aktive Arbeit. Aber auch sehr befriedigende.

  • blackboro

    Und wo ist das “schneller” jetzt bitte schön her??

    • Christian Müller

      Bei “schneller” beziehe ich mich auf die Nutzeroberfläche und die allgemeine App-Performance. So sehr ich mein Nexus 7 und Android liebe, iOS ist da einfach noch mal eine ganze Ecke zuppiger. Project Butter hat den Abstand verringert, die Lücke jedoch leider nicht geschlossen – zumindest meiner Erfahrung nach.

      • http://twitter.com/jrn_bla jrn

        Und welches iPad mini hast du dafür getestet? Und im Ernst: Selbst wenn das iPad noch minimal (wenn überhaupt) zuppiger als ein Stock-Jelly-Bean-Tablet arbeitet – welchen Unterschied macht das im Schulalltag?

        • Christian Müller

          Ich beziehe mich da auf das Hands-on Videos und die Meinung der Tech-Blogs, die vor Ort waren. Dei große Mehrheit bescheinigt dem iPad mini eine deutliche angenehmere und flüssigere Benutzeroberfläche. Zum Thema Schulalltag: Ich habe das auch gewaltig unterschätzt, doch nach zahlreichen Gesprächen mit Lehrern und Schülern von iPad-Klassen weiß ich, dass Wartezeiten für die Kids ein echtes Thema sind. Je kürzer das Warten auf eine App, desto geringer das Frustpotential.

  • Max Jacobi

    Ich finde auch das für vernünftigen Unterricht die IPADs einfach absolut keine Option darstellen. Personalisierte 7 Zoll Geräte ala Nexus 7 mit nem eigenen Android der Bildungseinrichtugn ist einfach mit iOS nicht zu vergleichen.

    Klar sehen diese tollen “Bücher” und Bildungsapps auf iOS ganz nett aus. Mehr als Spielerei sind sie aber dann eigentlich doch nicht. Sinvoller Unterricht findet nicht über ein Medium statt. Tat es noch nie und wird es nie. Das IPAD ist dort viel zu stark beschränkt. Ein Android Gerät kann man dort einfach universeller einsetzen.

    Der Preis ist sowieso nicht tragbar.

    Das wäre mal eine Sinnvolle Investition vom Bildungsministerium. Eine eigene Android Lernversion. Wer schreibt der Shavan nen Brief?

    Dann sucht man sich nen retailer wie Asus und lässt sich halt mal 10 Millionen von den 100 dollar schlappen liefern. Was das für eine Traumvorstellung wäre Deutsche schulen endlich zu Digitalisieren.

    Wenn ich mir überlege was das für ein absoluter Krampf war jedes mal wenn wir im Unterricht Computer benutzt haben. und wie Glorreich der neue Physik Raum war mit ethernet anschluss über jedem tisch hängend und einem Notebook für jeweils 2 Schüler die man ewig vor der Stunde aufbauen musste und sich erstmal genehmigung und schlüssel vom rektoriat besorgen musste.

    Man man man. Was das für Möglcihkeiten wären. Zentralisierte Leermaterialien über ne art Bildungsdropbox vom Bund gestellt passend zum Leerplan. Keine ewigen Druckerorgien mehr oder Sammlungen von Unterrichtsmaterialien. Man darf ja mal Träumen.

    • Christian Eckhardt

      Genau, so sieht das aus. Dein letzter Absatz beschreibt wie es, wenn es irgendwann mal soweit kommen sollte, auch aussehen müsste. Etwas anderes kann und will ich mir beim besten willen nicht vorstellen. Bevor die Tablets an die Schulen kommen, müssen die Grundlagen gelegt werden und sowas staatlich zentralisiert, wie du schon sagst, als eine Art Dropbox, das man all seine Schulbücher auf dem Pad hat, bzw. dann im Schul W-Lan runterzieht. Das wäre grandios. Aber wahrscheinlich noch mindestens 15 Jahre in der Zukunft. Wenn das mal reicht.

  • MATU

    der einzige grund warum ich mir eher ein ipad mini als ein nexus kaufen würde ist, dass ich schon einige apps für mein iphone gekauft habe und ich die auch auf dem ipad mini nutzen kann.

  • http://www.taschen-pcs.de Fabius Engel

    Ich schau mir unsere Schule an und unter den Schülern, auch unter der sogenannten Schüler Vertretung wurden Themen wie eBooks schon diskutiert.
    Das Problem, die meisten ordentlich kosten doch etwas, die Kassen sind aber leer.
    Weiterhin bekommt man ja nicht alle Bücher umsonst nur weil man ein eBook hat, soll heißen hier müssten die Lizenzen trotzdem gekauft werden vom Land, also doppelte Anschaffungskosten.
    Und als größtes Probleme frage ich mich ob Tablets wirklich soviel Sinn im Bildungsbereich machen, an Unis oder gymnasialen Oberstufen vielleicht, alles vorher sollte meiner Meinung nach schön mit Stift und Papier arbeiten, das ist einfach ein ganz anderes Gefühl und das sollte man den Jüngern nicht wegnehmen!
    Dazu ist das wichtigste Lehrmittel sowieso noch ein kompetenter Lehrer! :P

  • andreas Hofmann

    Interessante Diskussion. Ich bin verantwortlich für den genannten Blog waldschulpads.wordpress.com
    Ich selbst bin seit drei Jahren Klassenlehrer einer Notebookklasse mit elternfinanzierten Geräten und entscheide über die Wahl des Mediums aus pädagogischer Sicht. Und diese Diskussion, Apple sei geschlossen und das dürfe ja nicht sein, soetwas in Schulen einzusetzen, höre ich häufig. Das Geschlossene ist es, was den Reiz dieser Pads ausmacht. Viren, Administration und Ängste der Kollegen bzw. Ausbildungsstand sind die Hauptursachen für das Scheitern des Implementierens mobiler Endgeräte in den Unterricht. Schaut euch Schule an, Administratoren sind Luxus. Geld kaum vorhanden. 200 Rechner in unserer Schule werden von mir mithilfe einer Schüler AG administriert. Wahnsinn! Das iPad liegt in der Hand der Schüler, da es machbar ist, Ihnen dies zu übertragen. Viren, wie wir sie regelmäßig massiv haben, gibt es nicht. Ich könnte viele viele weitere Argumente aufzählen, die findet ihr auch im Blog. Und ich spreche aus Erfahrung. Den Content, den ihr/ wir vermitteln, hat nichts mit Apple zu tun. Totaler Blödsinn. Jahrzehnte lang hat kein Hahn danach gekräht, dass wir Office Unterricht durchführen. DAS war so voll in Ordnung. Denkt jemand Microsoft hat das aus Selbstzweck in die Schulen gebracht?

    • http://www.mobilegeeks.de/ Sascha Pallenberg

      Hi Andreas, haettest du mal Lust bei uns deine Erfahrungen zusammenzufassen in Form eines Artikels? Ich finde das Thema extrem spannend. Melde dich doch mal: sascha at mobilegeeks.com

      • http://www.facebook.com/andreas.hofmann.334 Andreas Hofmann

        Gerne. Ich melde mich später bei dir, okay?

    • Jonas_D

      Gute Lektüre zur Thematik gibt es von Norman Doidge – Hirnforscher, aber kein Populist a la Manfred Spitzer. Stichwort “Medium is the Message” Könnte dich noch interessieren. ;)

  • andreas Hofmann

    Noch etwas zum Ausbildungsstand der Junglehrer: JA, genau das sollte der Ansatz liegen! Die Seminare hinken deutlich hinterher!
    Ach ja, auch noch etwas zur Elternfinanzierung: In 5 Klassen mit mobilen Geräten hatten wir noch nicht einen Fall, der wegen finanzieller Gründe nicht teilnehmen konnte. Es gibt einen Sozialfond, der greift sowie lokale Sponsoren, die man nur aktiv ansprechen muss. Es ist , wie immer, Engagement gefragt… wenn dies vorliegt, klappt es.

  • The_Feryl

    Also aus meiner Erfahrung würde ich sagen, dass ein Tablet ohne Stift und ohne Tastatur nicht praktisch im Unterricht einsetzbar ist. In meiner alten Schule wurde jeder Jahrgang (in der 7. Klasse) komplett mit Laptops ausgestattet, die dann vier Jahre lang tagtäglich genutzt wurden. Finanziert wurde das ganze natürlich von Seite der Eltern, es waren hochwertige Geräte, was eigentlich auch der einzige Kritikpunkt war. Die Arbeit im Unterricht damit war super, Office konnte dann natürlich jeder, 10 Fingerschreiben musste auch jeder lernen. Für die Zukunft super!

    Man wurde ordentlich mit Software ausgestattet: Office Paket natürlich, Mindmanager, Matheprogramme, Englisch, Französisch… eigentlich alles. Da ergaben sich dann unzählige Möglichkeiten für den Einsatz im Unterricht, der Internetzugang war natürlich gesperrt und konnte bei Bedarf vom Lehrer freigeschaltet werden.

    Einen ebook reader als Ersatz für Schulbücher einzusetzen finde ich erstmal eine gute Idee. Spart viel Gewicht und rumblättern. Ein muss ist dann aber ein Stift dazu, mit dem man Sachen markieren/unterstreichen/kommentieren kann. Ohne würde das nicht weit genug gehen. Wenn man dann noch einige Dokumente darauf anlegen kann wunderbar. Da sich aber auf einem Tablet ohne Tastatur oder Stift nicht komfortabel schreiben lässt, würde ich davon Abstand nehmen. Es ist einfach nicht praktisch genug.

    Übrigens hatten wir in gut 6 Jahren (in dieser Zeit war ich in der AG, die sich um Wartung und Reparatur der Geräte gekümmert hat) so gut wie keinen Fall von Viren oder ähnlichem. Obwohl es Geräte mit Windows XP waren. ;)

    • andreas Hofmann

      Ich würde dir gerne das Schreiben der Telekom schicken, das mir vorliegt, die nämlich androhen, der Schule den DSL Saft abzudrehen, da ein Rechner in einem Bot Netz steckt. Ein Traum!
      Stifte haben unsere Kids kostenfrei dazu bekommen, das sehe ich mittlerweile auch als notwendig an. Tastatur ist optional, bislang habe ich sie für mein Arbeiten nicht vermisst und auch die Kinder vermissen nichts, soweit ich das überblicke. Ich mache ALLES (mit ganz wenigen Ausnahmen, wenn das Pad nicht weiterkommt;) mit dem iPad und schreibe lange Aufsätze u.a. für Magazine. Eine Doktorarbeit würde ich sicherlich nicht drauf tippen, aber wie so Vieles ist es Übungssache.

      • The_Feryl

        Das glaube ich dir auch so, ich sagte auch nur, dass wir damit keine Probleme hatten. Wobei sicherlich auch die Viren in den Apple Systemen irgendwann zunehmen werden. In welchen Stufen läuft dieses Projekt denn bei euch? Ich denke es ist von Alter zu Alter auch stark unterschiedlich was man ideal einsetzt.

        • http://www.facebook.com/andreas.hofmann.334 Andreas Hofmann

          Wir haben die iPad Klassen in 8 und 9 begonnen, andere mobile Klassen aber auch schon ab Klasse 6

    • Ichbins

      Das Schreiben Argument kann ich irgendwie nicht nachvollziehen.
      Auf meinem Tablet schreibe ich nur minimal langsamer als mit einer richtigen Tastatur. Bei langen Texten natürlich ein Defizit, bei allen kurzen Texten aber ein “nachteil” von wenigen Sekunden.

      Allzu oft kommt aber doch das Schreiben langer Texte IN der Schule nicht vor, oder nicht!? Zudem gibt es ja für fast jedes Tablet eine Tastatur, oftmals auch platzsparend in einer Hülle. zumindest wenn man zuhause Hausarbeiten macht und kein zusätzliches Gerät neben dem Tablet nutzen möchte ist das dann doch kein Hindernis.

      Und gefühlt schreibe ich 3x so schnell mit einer Tastatur (egal ob digital oder analog) wie mit einem Stift. Vor allem mit einem digitalem Stift.

      • The_Feryl

        Gerade in der Oberstufe muss man immer mehr lange Texte schreiben, außerdem haben wir auch Klausuren auf den Geräten geschrieben. Das finde ich ist auf einer Tablettastatur nicht zumutbar, weil man eben die Tasten nicht mehr erfühlen kann. Klar kann man auch mit so einer Tastatur “schneller” schreiben (hatte auch ein Tablet und mit dem Handy geht das auch relativ gut) aber ich bezweifle, dass ich damit meine 300-400 Anschläge pro Min erreichen würde, die ich auf der Tastatur schaffe. Und von Blindschreiben kann man dabei auch nicht mehr reden (höchstens wenn man Swype verwendet).

        Beim Stift ging es mir auch nicht um die Geschwindigkeit, sondern eher um die Erhaltung der Handschrift. Es wäre schließlich schade, wenn man das mit der Zeit verlernt. Als ich auf einmal die Abiturklausuren mit der Hand schreiben musste, war ich ganz schön aufgeschmissen, weil ich das gar nicht mehr gewohnt war.

        Ideal fände ich ein Konzept mit Tastatur Dock und Stiftbedienung. Dennoch kann ich mich noch nicht so ganz entschließen, was ich davon halten soll. Ich schreibe gerne Handschriftlich und ich bearbeite auch gerne einen Text ganz klassisch und wenn das bei der jüngeren Generation verloren geht, fände ich das sehr schade. Genau wie der Verlust der klassischen Bücher. Es hat einfach was.

        • http://www.facebook.com/andreas.hofmann.334 Andreas Hofmann

          Ich gebe dir uneingeschränkt Recht… das medium Computer/ Tablet ist eine Hilfe, kein Ersatz! Und Handschrift fördern wir im gleichen Maße weiter.

  • Christian Eckhardt

    Wie schon mehrfach erwähnt wurde… ich habe da auch so meine Zweiffel das sich die zuständigen Bildungsministerien auf apple einschießen werden. Ich sehe aktuell auch den Bedarf an den Schulen gar nicht. Ich sehe wenn dann vorher den Schwenk zu den Universitäten und Forschungseinrichtungen. Schulen werden Tablets erst um einiges später aufnehmen.
    Ich las vor einiger Zeit mal einen interessanten Artikel über apples damalige einführung vom neuen ibooks und den “Bildungsbüchern” und die Essenz daraus war das es mit großer Sicherheit nicht in Richtung apple sondern offenes System gehen wird. Angedacht war so etwas wie ein großer elektronischer Buchshop für wissenschaftliche Bücher, Doktorarbeiten und so weiter. Die Software müsste dementsprechend dann natürlich auf alle Betriebssysteme portiert werden. Aber amazon macht es mit seiner kindle software ja vor. Ich kann so praktisch auf jedem Gerät meine Bücher lesen und wenn so etwas dann als offenes System, in Zusammenarbeit mit den Schulbuchverlagen und Verlagen die wissenschaftliche Publikationen vertreiben, gemacht wird, sehe ich dafür langfristig eine Zukunft. Aber das apple hier der Schub in das Bildungssystem gelingt halte ich für zweifelhaft. Primär aus Kostengründen und danach folgen dann die großen Hindernisse wie das geschlossene System und andere. Diese kleinen Leuchttumrprojekte, vornehmlich in privaten Schulen, sind natürlich eine feine Sache und man kann damit erste Erfahrungen sammeln, aber in staatlichen Schulen wird das flächendeckend in absehbarer Zeit nichts werden.

    • http://www.facebook.com/andreas.hofmann.334 Andreas Hofmann

      Das ist so schlichtweg nicht richtig. Es sind in Deutschland mehrere Hundert Schulen, die seit Jahren mobile Klassen in 1.1 Form fahren und viele davon werden sicherlich den tabletgeräten den Vorrang geben. Ich bin mit sehr vielen Schulen in Kontakt und sehe eine klare Tendenz. Ich spreche nicht von Apple oder wem auch immer. Dein aufgezeigter Pool an Bildungsbüchern ist gelinde gesagt eine dre größten Lachnummern der deutschen Schulbuchverlage. Veröffentlichung dieses seit JAHREN geforderten Portals wurde mehrfach verschoben und wir sprechen hier von PDF Versionen der alten Bücher…wo bitte ist der eigentliche ebook Gedanke? Interaktive Inhalte, motivierende Gestaltung plus Content, der sich seit Jahren nicht verändert hat. Viele vergessen, dass das iPad/ Nexus, whatever ein MEDIUM ist, um Inhalte zu vermitteln. Die Inhalte/ Curricula sind unverändert seit Jahren…
      Im Übrigen sind es keineswegs private Schulen, die diesen Weg gehen, das stimmt so auch nicht und flächendeckend kann in einem solchen Bildungssystem wie dem der Bundesrepublik ja auch gar nicht erreicht werden. Wurde ja auch bislang von niemandem propagiert. Mobiles Lernen MUSS den Weg in das junge Alter finden, um unsere Kids zukunftsweisend zu unterrichten. Ein solch elitärer Ansatz wie “erst in Uni und Forschung” finde ich grundlegend verkehrt. Wer sind denn die Forschenden von 2022? Meine Schüler!

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  • Maik Riecken

    Ich gehe da mal verkopft heran.

    1. Thema “Geld”

    Es wird immer auf die Kosten für Geräte geschaut. Mittelfristig werden diese Geräte eine Reihe von Medien ersetzen, die auch Geld kosten. Ich habe z.B. gerade einen Atlas von 2008 beschaffen müssen, obwohl es alles erdenkliche, aktuelle Kartenmaterial im Netz gibt. Da wären noch elektronische Wörterbücher, Taschenrechner usw.. Unter dem Strich fährt man mit so einem Gerät wahrscheinlich auf die Dauer nicht wesentlich kostenintensiver. Ich glaube nicht daran, dass die Geräte billiger werden oder lange halten. Selbst wenn sie lange hielten, wird es nach spätestens drei Jahren Geschrei nach “zeitgemäßer Technik” geben. Wachstum ist nur mit kurzen Produktzyklen möglich und das Wirtschaftssystem werden wir so schnell nicht ändern.

    2. Thema “Sicherheit durch Geschlossenheit”

    Ich habe gerade “Blackout” von Marc Elsberg gelesen – klare Empfehlung. Geschlossene Systeme sind ein immenses Sicherheits- und Stabilitätsrisiko “by Design”. Apple hat diese Entwicklung bisher deswegen abwenden können, weil sie eine Kombination aus Hard- und Software verkaufen. Sobald Applesysteme in sicherheitskritischen Bereichen eingesetzt werden oder sich weiter verbreiten, wird das auch wieder für die fiesen Biester interessant, zumal es wunderschöne Möglichkeiten gibt, von Applegerät zu Applegerät zu springen und sich so an gängigen Sicherheitsinstallationen in einem Netzwerk vorbeizumogeln. Das ist vorerst noch hypothetisch, aber die Geschichte der Informatik lehrt genau das. Android ist in dieser Hinsicht schon jetzt ein Vollausfall, hat es aber auch noch nicht in ein einziges Firmennetzwerk geschafft. Geschlossene Systeme sind grundsätzlich anfällig – gerade auch weil der Nutzer nicht mit Angriffen rechnet: Man hat die Verantwortung für die Sicherheit des Gerätes ja “abgegeben” und ist dementsprechend auch hilflos und abhängig, wenn so etwas mal passiert. Ich kann mit einem geschlossenen System damit auch kein Bewusstsein um IT-Sicherheit und Datenschutz(!) schaffen – nicht einmal im Ansatz.

    3. Thema “Geschlossenheit und Interoperabiltät”

    Geschlossene Systeme integrieren sich schlecht in bestehende Netzwerke. Das ist gewollt, weil man so sein Gerät auch schützt. Administrativ bringt das Herausforderungen. Offene Systeme kann ich als Admin “debuggen” – bei geschlossenen heißt es: “geht oder geht nicht”. Erstaunlicherweise beschäftigen sich gefühlt 50% der Artikel zu z.B. iPads damit, wie man Dinge aus dem geschlossenen System herausbekommen kann. Wer die Vorteile geschlossener Systeme voll nutzen möchte, muss konsequenterweise vollständig umsteigen, z.B. auf ein Applenetzwerk. Dazu würde ich jeder Schule, die mit z.B. iPads arbeiten möchte, auch dringend raten. Den “Technikquatsch” möchte eh niemand hören :o)… Viele weitere administrative Probleme fallen dann weg. Es bleibt die Herausforderung, dass nicht alle Seiten im großen, weiten Netz sich an die Vorgaben jedes geschlossenen Parallelsystems halten.

    4. Thema “Antreiber”

    Apple hat viele bekennende “Fanboys” unter den Lehrenden. Apple baut die zurzeit technisch ausgereiftesten und langlebigsten Geräte. Dann gibt es die “Fundis”, die Apples Geschlossenheit ablehnen, weil sie geschlossen ist und auch deshalb(!) andere Systeme propagieren. Ich halte beides als Begründung für den Einsatz von z.B. Apple oder Android für grundfalsch – Warum ist das bloß so dominant im Web? Schule hat irgendein Ziel – da hat man im Idealfall als Kollegium drüber gesprochen. Mit welchen Mitteln, Arbeitsweisen und Medien diese Ziele erreicht werden, ist doch – ehrlich gesagt – ziemlich egal, so lange sie erreicht werden. Ich kann mit Apple miesen Unterricht machen und mit Android exzellenten – vielleicht reichen dafür sogar Laptops oder gar eine Tafel aus.

    Wenn ich mich als Maßstab nähme, hätten wir ab Klasse 5 verbindlichen Informatikunterricht und würden grundsätzlich nur OpenSource einsetzen – aber ich bin nicht der Maßstab – schnüff… (“Ihr werdet alle bald von Technikern versklavt sein mit eurer Haltung und es nicht mal merken!”).

    Konsens:

    Warum schreiben wir nicht mehr darüber, was wir im Unterricht machen? Warum finden wir nicht auch einen Minimalkonsens, der z.B. lauten könnte: “Alles, was im Browser läuft!” Weg von den Geräten, das sind nur Krücken, morgen veraltet sind – hin zu den Netzen. Also weder ein Fluch, noch ein Segen – und kein Glaubenskrieg.

    PS:
    Applegeräte sind für mich(!) und meinen(!) Workflow unbrauchbar.

    • http://www.facebook.com/andreas.hofmann.334 Andreas Hofmann

      Tach Maik, nett dich hier zu sehen. Apple ist für meinen Workflow optimal! Viele Gespräche mit dir zeigen deutlich, dass du einen ganz anderen Background hast und diesen ideologischen Kampf lange für dich beendet hast. Gerade du darfst nicht ehrlich behaupten, nicht auch aus einem bestimmten Lager zu kommen. ;) Wie ich in meinem Blog auch bereits geschrieben habe, ist mir dieser Kampf selbst zu nervig, da ich mich ganz und gar nicht als Fanboy sehe, zumal ich erst seit einem Jahr mit Apple Geräten arbeite. Also, ein Fanboy ist doch etwas anderes. Fan des iPad unterschreibe ich. Die Suche nach der nicht anfälligen Wundermaschine ist auch nicht meine Absicht, ich arbeite im Unterricht mit einem Medium, und da treffen sich unsere Meinungen. Bislang gibt es weder Viren noch andere Angriffe auf die iPads. Punkt! Ein Argument mehr! Was später ist oder die Geschichte zeigt, ist mir gelinde gesagt erstmal Schnurz.
      Ein neues BS oder Update führt wohl immer gerne zu Stress mit einem bestehenden Netzwerk, so auch bei uns. Das ganze kostete ein paar Anrufe und das Problem war erledigt. DAS ist schultauglich! Ich spreche aus der Erfahrung eines Klassenlehrers, der seit drei Jahren mit Windows Geräten arbeitet und viel Open Source einsetzt. NICHTS DAVON war perfekt, ALLES allerdings besser als der komplette Verzicht.

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