Bei Samsungs Zulieferern gibt es keine Kinderarbeit. Zu diesem Schluss kommt zumindest das Unternehmen selbst nach einer ausführlichen Überprüfung der Verhältnisse bei mehr als 100 Zulieferern, die ausschließlich Komponenten für Samsungs Produkte bauen.

Keine Kinderarbeit bei Samsung-Zulieferern – sagt Samsung

Samsung ließ die Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern untersuchen, weil die Menschenrechtsorganisation China Labor Watch Vorwürfe erhoben hatte, laut denen bei den Firmen schlechte Arbeitsverhältnisse und Kinderarbeit an der Tagesordnung seien. Die Samsung-eigenen Prüfer fanden zwar keinerlei Belege für Kinderarbeit, bestätigten aber die Berichte über schlechte Arbeitsbedingungen. Samsung will nun diverse Maßnahmen ergreifen, um die Situation bei den Zulieferern zu verbessern. Außerdem sollen zusätzliche Schutzmaßnahmen umgesetzt werden, die den Einsatz von Minderjährigen in den Werken der Zulieferer unterbinden.

Unter anderem wurden von dem Samsung-Prüfern bei den Zulieferern unrechtmäßig hohe Überstundenzahlen, rechtswidrige Arbeitsverträge und Bestrafungen für Mitarbeiter bei Verspätung oder Abwesenheit nachgewiesen. Weiter Details zu Verstößen nannte das Unternehmen leider nicht. Der koreanische Konzern will künftig Diskriminierung bei der Einstellung von Mitarbeitern unterbinden und eventuell vorhandene Systeme zur Bestrafung von Arbeitern abschaffen.

Außerdem sollen die Zulieferer gezwungen werden, ihren Mitarbeitern ausreichende Schutzausrüstung und Sicherheitstrainings zu verpassen. Ersthilfekästen müssen außerdem in allen Schlafräumen und Produktionshallen angebracht werden. Darüber hinaus will man führende Mitarbeiter der Zulieferer schulen, um ihnen die Bekämpfung von Sexueller Belästigung sowie physischer und verbaler Gewalt zu ermöglichen.

Samsung will zusätzlich einen langfristigen Plan entwickeln, um Überstundenproblemen entgegen zu wirken. Dazu gehört auch, dass Zeitarbeiter nicht mehr als 30 Prozent der Arbeitszeit von Vollzeitangestellten leisten müssen. Abschließend plant Samsung nun eine Prüfung der Arbeitsbedingungen bei Zulieferern, die nicht auch für andere Hersteller produzieren. In diesen Fällen kann man Zustände allerdings zunächst nur dokumentieren, nicht aber direkt dagegen vorgehen. Ab 2013 sollen unabhängige Prüfer von Drittparteien die Überwachung der Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern übernehmen, so der koreanische Konzern.

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  • Lukas Müller

    Und was lernt man daraus?
    1. Sieht man nicht hin, sollte man in solchen Dingen nicht davon ausgehen, dass alles so läuft, wie es laufen sollte.
    2. NGOs wie die das genannte China Labor Watch schauen hin und stoßen damit derartige Verbesserungen an.

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