Intel hat uns anlässlich seiner Research Days in San Francisco zu einem kurzen Besuch an der University of California in Berkeley eingeladen, um einen Blick auf die Arbeit der dortigen Forscher im Bereich der Robotik zu geben. Unter anderem wurde gezeigt, wie man einem 400.000-Dollar-Roboter einfache Aufgaben beibringt, um langfristig Haushalts- und Operations-Roboter zu entwickeln, die selbstständig in der Lage sind, in verschiedenen Situationen auszuhelfen.

Knotenbinden und Wäschefalten – Wie Intel & die UC Berkeley Roboter zu Helfern machen (Video)

Im Robotics Lab der UC Berkeley wurde uns vom Team von Professor Pieter Abbeel ein Willow Garage PR2 Roboter gezeigt, dem man beizubringen versucht, wie er selbst komplizierte Knoten binden oder auch Wäschestücke verschiedenster Art falten kann. Das System setzt dabei auf eine Kombination aus dem Vorgeben von Aktionen, indem man den Roboter sozusagen “an die Hand nimmt” und das selbstständige Durchführen einzelnen Schritte im Rahmen eines beschränkten Handlungsspielraum. Das heißt, dass die Forscher dem Roboter zuerst die Handgriffe beibringen, indem sie die Arme des PR2 von Hand führen und mit dem Controller einer Spielkonsole das Öffnen und Schließen seiner Greifer auslösen. Auf diese Weise wird eine Reihe von Schritten einstudiert, die der Roboter dann selbständig ausführt.

Dabei ist man nicht an feste Bewegungsmuster gebunden, weil eine intelligente Software – die die eigentliche Entwicklungsarbeit der Wissenschaftler darstellt – im Hintergrund dafür sorgt, dass der Roboter selbst relativ flexibel darüber entscheiden kann, was er als nächstes macht. So kann er zum Beispiel die eigentlich gar nicht so leichte Aufgabe übernehmen, verschiedenartige Wäsche- und Kleidungsstücke zu falten. Der Roboter erkennt sie anhand verschiedener Eigenschaften selbständig und folgt dann dem erlernten Muster, um sie zu falten. Grundsätzlich entscheidet er dabei allein, was als nächstes nötig ist, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Dies ist möglich, weil er mit seinen Kameras die Ergebnisse seiner Arbeit überprüft und mit zuvor erlernten Resultaten abgleicht. Ist er auf dem richtigen Weg, werden auch mal Schritte übersprungen oder alternative Wege gewählt, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

ucberkeleypr2demo2 Knotenbinden und Wäschefalten   Wie Intel & die UC Berkeley Roboter zu Helfern machen (Video)

In unserem Video ist zu sehen, wie der PR2 einen simplen Knoten bindet – wobei auch sehr viel kompliziertere Knoten möglich sind – und außerdem ein Handtuch zusammenlegt, das ihm zuvor willkürlich vorgelegt wurde. Langfristig wollen die Forscher dafür sorgen, dass die Erfolgsquote bei der Durchführung verschiedener Aufgaben möglichst hoch ausfällt, um so zu gewährleisten, dass der Roboter nicht ständig Hilfe braucht. Letztenendes sollen so autonom agierende Roboter entstehen, die zum Beispiel bei Operationen bestimmte Aufgaben übernehmen oder eben im Haushalt aushelfen. Als eines der Anwendungsbeispiele der Knotenkünste des PR2 wurde das Nähen von Wunden genannt, bei dem menschliche Chirurgen immer wieder mit unruhigen Händen zu kämpfen haben – ein Problem, das bei Robotern einfach ausgeschlossen ist.

Weil nur wenig Zeit war bei unserem Besuch, beschränkte sich das Team um Professor Abbeel auf eine Vorführung mit einem einzelnen Handtuch. In einem bei YouTube verfügbaren Video ist zu sehen, wie der PR2 in der Lage ist, auch aus einem Haufen mehrerer Handtücher mit ausreichend Zeit einen ordentlichen Stapel zu falten:

Disclaimer: Roland Quandt ist auf Einladung von Intel und Microsoft in San Francisco anlässlich der Research @ Intel Days und der BUILD Konferenz zu Gast.

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  • Olli09

    Darauf hat die Welt gewartet… *sarkasmus aus* nee ehrlich, hätten die nicht ein besseres Beispiel nehmen können? die Technik wärs bestimmt wert gewesen…

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