Android Tablets wohin das Auge auch blickt! Ich glaube die diesjaehrige Computex war ein ganz klares und eindeutiges Bekenntnis der Industrie zum Android Betriebssystem auf zukuenftigen Tablets zwischen 5 und 10-inch Displaygroesse, das reicht aber lange noch nicht. Neben der Tatsache, dass man an der GUI noch eine ganze Menge anpassen kann und muss, sollte Google sich endlich mal dazu bereit erklaeren auch Aufloesungen oberhalb von 800×480 zu unterstuetzen und damit auch den Zugang auf den Anroid Marktplatz freizugeben.

Kommentar: Android Marktplatz fuer Tablets – Jetzt! *Update*

android logo white Kommentar: Android Marktplatz fuer Tablets   Jetzt! *Update*

Update: Ein Lichtschein am Horizont? Wie Brad von Liliputing berichtet, testen die Vaeter des Notion Ink Adam Tablets zur Zeit Alpha-Apps und Content auf ihrer Plattform. Ebenfalls soll Adobe Flash ohne irgendwelche Laufzeitprobleme rennen (was jetzt nicht unbedingt etwas mit dem Content dieses Artikels zu tun hat, aber das duerfte die Freunde des Adams durchaus interessieren). Jetzt koennte es natuerlich sein, dass sich Notion Ink auf Chrome OS bezieht, aber dann muessten wir uns fragen, warum saemtliche Vorserienmodelle mit Android gezeigt wurden. Zuenden wir einfach ein paar Kerzen an und hoffen das Beste.

Vom $80 5.6-inch Tablet aus Shenzhen, bis zum 10.1-inch Cortex-A8 Brett aus Sued-Korea, die Computex hat uns mit Tablets geradezu ueberrollt und 90% der ausgestellten Systeme hatten eines gemeinsam, sie liefen alle auf Googles Android Betriebssystem. Jetzt gab es zwar diverse angepasste Apps und Spiele zu bewundern, aber bis auf eine Ausnahme (das Fujian Sanxi Tablet), konnte keiner der Kandidaten auf den Android Marktplatz zugreifen, ein Umstand, der uns bereits beim Archos 5 aufgefallen ist, dort jedoch ueber einen Hack behoben werden kann.

Ein grosses Problem stellt zur Zeit die Limitierung der Bildschirmaufloesung da, die sich so gar nicht mit den Display-Groessen aktueller Tablets vertraegt (Quelle: developer.android.com):

Low density (120), ldpi Medium density (160), mdpi High density (240), hdpi
Small screen
  • QVGA (240×320), 2.6″-3.0″ diagonal
Normal screen
  • WQVGA (240×400), 3.2″-3.5″ diagonal
  • FWQVGA (240×432), 3.5″-3.8″ diagonal
  • HVGA (320×480), 3.0″-3.5″ diagonal
  • WVGA (480×800), 3.3″-4.0″ diagonal
  • FWVGA (480×854), 3.5″-4.0″ diagonal
Large screen
  • WVGA (480×800), 4.8″-5.5″ diagonal
  • FWVGA (480×854), 5.0″-5.8″ diagonal

Jetzt scheint es aber nicht nur auf die Bildschirm-Aufloesung anzukommen, denn offenbar hat Google noch einige besondere Anforderungen, welche die Systeme erfuellen muessen, die sich mit dem Android Martplatz verbinden wollen. Unser Kollege Kevin Tofel hat diesbezueglich bei Google angefragt und erhielt eine wenig erleuchtende Antwort:

We ask our partners to build compatible devices, and we provide handset manufacturers with a Compatibility Test Suite. This tests devices on a range of factors to ensure they are compatible with the Android platform. Only devices that pass this test will be allowed access to Android Market, which ensures only compatible devices can download apps from our market

Aha, die geheimnisvolle Compatibility Test Suite gibt also den Weg vor. Aber was genau macht dann ein Stueckchen Hardware k0mpatibel:

The Compatibility Test Suite tests the device on a number of different factors and covers a majority of the APIs to see if anything inadvertently got broken. Sometimes merely porting Android to a different processor platform reveals issues with the port. This test suite makes sure all the APIs are present and behave as expected.

Sorry Google, aber diese Antwort ist extrem unbefriedigend und ich wuerde mir wuenschen, dass die so start beworbene Offenheit von Android sich auch auf eure Kommunikation und diese seltsamen Limitierungen niederschlaegt. Die asiatische Industrie macht gerade einen ganz tiefen Diener vor euch und haut Android auf jedes Tablet, welches nicht schnell genug aus dem R&D-Office entfluechten kann. Es ist an euch, Android fuer Handhelds und Tablets oberhalb des Smartphone-Formfaktors zu oeffnen und dazu braucht es einen funktionierenden Marktplatz-Zugang.

Wie auch Kevin in seinem Artikel fuer Giga OM schreibt, duerfte es kein Problem sein jegliche Kompatibilitaetsprobleme auf der Anwendungsebene abzufragen und entsprechend an den User weiterzugeben. Dein Tablet hat keine Kamera? Sorry, aber diese App benoetigt eine! Ein kleines HD-Symbol, wie es Apple fuer iPad Apps nutzt, koennte z.B. auf eine App fuer Tablets und Handhelds mit hoeheren Aufloesungen hinweisen. Es gibt genug Ansaetze um dieses Problem zu bewaeltigen, nur Google muss sich da einfach oeffnen.

Vielleicht wollen sie das aber gar nicht und sehen gar Chrome OS als Tablet-Betriebssystem der Zukunft an? Einen Vorgeschmack darauf erhielten wir bereits waehrend der Google i/o Konferenz in San Francisco. Am 2. Tag waren auf einmal saemtliche Android-Tablets von den Messe-Staenden verschwunden und es ging das Geruecht um, dass Google es lieber sieht, wenn wir uns auf die Smartphones und Google-TV konzentrieren.

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  • http://twitter.com/Kr0nos_ Flo

    Meiner Meinung nach lieferst du die Antwort im letzten Absatz schon selbst : Google will Android nicht auf Tablets (zumindest nicht aktiv unterstützen)

    Wie chippy sagte Dell hat ins Mini 5 einfach die paar Dollar für die telefonfunktion investiert, um “den einfachen weg zu gehen”

  • No Name

    Google ist da in einer Zwickmühle: Android ist als Smartphone-OS konzipiert und Google will nicht, dass der App-Markt sich soweit fragmentiert, dass die Benutzer irgendwann unzufrieden werden, weil die Apps nirgendwo mehr so richtig hinpassen. Die Spannbreite an Ausstattung, Bildschirmauflösungen etc. ist jetzt schon so groß, dass professionelle Entwickler einen ganzen Zoo an allen möglichen Geräten brauchen, um sie sicherheitshalber mit ihren Apps zu testen.

    Google steht da vor dem großen Problem, die Hand drauf zu halten und auch sowas wie “Qualität” zu sichern, ohne den Kunden irgendwann das Eindruck zu vermitteln, dass Apple ja doch vielleicht gar nicht so falsch liegt mit ihren gnadenlosen Einschränkungen. Und andererseits die offene Karte auszuspielen und die Zukunft einfach dem zu überlassen, was aus irgendwelchen chinesischen Fabriken herausströmt, kann die schöne Android-Welt leicht Risse kriegen lassen.

    Interessant wird das aber auf jeden Fall… Im Moment ist das praktisch gesehen eher langweilig, weil wo kann man die ganzen tollen und spottbilligen Android-Tablets denn kaufen? Ich habe jedenfalls noch keines im Laden gesehen.

  • Bad Boy Bill

    Da das neue iPhone jetzt eine höhere Auflösung hat wird es nicht lange dauern bis Android nachzieht.

  • No Name

    “Auflösung” an sich ist da nicht das Problem, das Problem ist eher der verfügbare Platz auf dem Bildschirm für Apps. Es ist unmöglich, per OS-Funktionen Programme so zu schreiben, dass sie auf einem 3,5″ Display eines Smartphones genausogut zu benutzen sind wie auf einem 10″-Tablet. Da muß dann ein anderes Layout für die App her, mehr oder weniger UI-Elemente angezeigt werden, Listen ein- oder mehrspaltig… Was für das eine paßt, nervt auf dem anderen und das kann man nicht automatisch anpassen. Da muß man schon gezielt auf eine bestimmte Auflösung/Displaygröße hin programmieren und das auch testen, sonst kommt für die Hälfte der Geräte bzw. User nur Murks heraus, den man nicht benutzen will.

    Das Blöde ist, dass Google da entweder noch gar keine wirkliche Strategie hat oder zumindest nicht drüber redet und so langsam wird es Zeit dafür. Wenn sie wirklich auf Tablets nur Chromium habe wollen und Android für Smartphones sein soll, dann sollen sie es verdammt noch mal deutlich sagen (und vor allem Chromium fertig kriegen), bevor es hunderte von Tablets gibt, die trotzdem Android benutzen und Google dann nur noch blöd irgendwelchen chinesischen Herstellern hinterrennt mit allen Entscheidungen und dem OS-Design. Und während alle sich am Kopf kratzen, verkauft Apple weiterhin alle drei Sekunden ein iPad und schafft Tatsachen.

  • Bad Boy Bill

    @ no name

    Da ist was wahres dran. Ich benutze auch das iPad und da machen iPhone Programme drauf keinen Spaß. Das sie von der Optik nicht gut aussehen sei mal dahingestellt was stört ist das man auf dem iPad die Programme anderes bedient als wie auf dem iPhone. Auf dem iPhone kann man die Programme entfach mit dem Daumen bedienen das geht aber auf iPad so nicht mehr und das stört. Viele Programme die auch extra für das iPad geschrieben wurden sind sind meiner Meinung nach auch nicht richtig gut zu bedienen weil die Programmierer sich am iphone orientiert haben aber das iPad ist von der Bedienung was ganz anderes.

  • http://wulli.myopenid.com/ wulli

    Zitat: “Die asiatische Industrie macht gerade einen ganz tiefen Diener vor euch und haut Android auf jedes Tablet, welches nicht schnell genug aus dem R&D-Office entfluechten kann.” – Was sollten sie denn sonst auf den Tablets installieren? Windows kostet extra und ist etwas übergewichtig für die eher schwach ausgerüsteten Geräte. Der Windows CE-Nachfolger ist noch nicht fertig, ebenso wie Chrome. iOS dürfen sie nicht installieren. Linux will der Nutzer nicht (siehe Netbooks) und Touch-Optimierungen stehen noch aus. Da es nichts anderes gibt und gerade ein gewisser Run auf Tablets besteht, müssen sie zwangsläufig Android installieren… Mal Abwarten was passiert, wenn es ernsthafte Alternativen gibt. Der Ausblick, den Sascha gibt, ist ja vergleichsweise düster, denn wenn Google Android auf Tablets nicht gern sieht, dann dürfte es ziemlich riskant sein, jetzt ein Android-Tablet zu kaufen, weil auch die Hersteller ja schnell die Lust an den (schon verkauften) Geräten verlieren dürfen…

  • Flinx

    LOL, wenn es stimmt, dass Google tatsächlich kein Android auf Tablets unterstützen will, knallen bei Apple in Cupertino gleich noch ein paar Sektkorken mehr. Genau wie Wulli schreibt, haben die ganzen ODMs gar keine OS-Alternative zu Android am Start.

    Das heißt dann aber auch, dass dieses Jahr zu Weihnachten alle lieferbaren Tablets entweder Win7-Starter oder ein von Google nicht unterstütztes Frickel-Android (siehe WeTab) drauf haben oder eben iPads sind.

  • wlanboy

    Da merkt man dass Apple mit seinen Einschränkungen wohl doch mehr als die Knechtung der Userschaft im Blick hatte.
    Im Nachhinein scheint Google mit seiner Offenheit den falschen Weg gegangen zu sein. Erst die Probleme mit dem Appshop der nicht für alle ist. Dann die fehlenden Updates die Hardware schon Wochen nach dem Kauf veraltet erscheint. Und jetzt noch eine weitere Zersplitterung der Android Welt in die verschiedenen Geräteklassen.
    Als Entwickler fragt man sich für was man dann noch entwickeln soll. Android 1.5 – 2.2, 3 – 11 Zoll, u.s.w.
    Was fehlt ist eine einheitliche Plattform für die Applikationen. Daran haben die Minilinuxe zu knappern (siehe die Anstrengungen von Intel und Nokia mit MeeGo schnellst möglich einen einheitlichen Appstore zu schaffen) und nun auch Android.
    Dazu wird Android noch ein weiteres Problem bekommen. Viele Billig-Hersteller werden jetzt auch richtig schlechte Hardware mit Android produzieren und so dem Image der High-End Plattform (Dank geht hier wohl an HTC) einige Kratzer verpassen.

    Alternative wären enge Daumenschrauben von Seiten Googles gewesen, aber dann hätte man sich ja nicht genug von Apple unterschieden. Aber man kann ja nicht alles haben.

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  • http://twitter.com/tblt_de tblt.de

    Sascha, vergiss da bitte nicht Gingerbread. Das wird Auflösungen von 1280×760 bei Displaygrößen ab 4,3 Zoll erlauben, so zumindest die Gerüchte. Ein Marketplace-Zugang wird man sich da nicht entgehen lassen. Ich glaube den entsprechenden Artikel hier gelesen zu haben.

  • http://www.netbooknews.de Sascha Pallenberg

    oh absolut. Gingerbread wird Android auf jeden Fall in neue Sphaeren schiessen. Da gebe ich dir voll und ganz recht.

  • http://cms-db.de/ jan

    Die Anforderungen an Android-Geräte, um “kompatibel” zu sein, werden im “Android Compatibility Definition Document (CDD)” erklärt: http://source.android.com/compatibility/android
    Und die Compatiblity Test Suite ist laut http://source.android.com/compatibility/index.html im Android-Quelltext enthalten.

    Wenn ich aber nicht zufällig neulich darauf gestoßen wäre, hätte ich auch nichts davon gewusst. Es sind auch in der Tat fragwürdige Hardware-Voraussetzungen mit dabei (z.B. GPS und Kamera). Grundsätzlich können wohl auch Tablets kompatibel sein, aber bisher anscheinend nur kleinere. Zitat aus den FAQ: “the 2.1 CDD allows devices to omit telephony hardware, allowing for non-phone devices such as tablet-style music players to be compatible”

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