Ohje AMD! Was ist denn da nur wieder los bei euch? Langsam aber sicher sah ich dieses immer heller werdende Licht am Ende des Tunnels fuer euch und jetzt wird der Mensch abgesaegt, der euch durch die stuermischen letzten 3 Jahre geschippert hat.
Lasst uns mal die Uhr um 5 Jahre zurueckdrehen und begeben wir uns auf das VIA Technology Forum im Rahmen der Computex 2006 (oder war es doch 2005? Sorry, aber ich kann mich da nicht mehr festlegen). Der Techblogger eurer Wahl durfte seine erste oeffentliche Rede vor 500 asiatischen Journalisten halten und jetzt ratet mal wer davor auf der Buehne stand? Richtig, jener Dirk Meyer, der sich gerade nach einem neuen Job umsehen muss.
In meiner damaligen Praesentation stellte ich unser epiOS-Linux fuer VIA-Chipsaetze vor und zeigte ein Dualcore-System (2x1Ghz VIA-C7, 2.5-inch RAID), welches bei unter 25W Verbrauch eine “on-the-fly” 128bit AES Verschluesselung auf die Platten knallte und in einem von uns designeten “MacMini-lookalike”-Gehaeuse fuer unter $500 auf den Markt kommen sollte. Am Ende meines Vortrages kam Dirk Meyer auf mich zu, zeigte sich extrem interessiert und stellte mich der Geode Gruppe von AMD vor, denn die zeigten damals auch ihre aktuellen Prozessoren, die den VIA-Plattformen in nahezu jeder Hinsicht ueberlegen waren (wenn wir mal von Padlock absehen, welches die AES-Verschluesselung uebernahm).
Ich war wirklich begeistert von Geode und sprach mit Meyer ueber die Revolution der kleinen, stromsparendem Systeme und wie diese die Welt veraendern werden. Zur damaligen Zeit waren gerade eine Milliarde PCs verkauft worden und das “Buzz-Word” der Emerging-Markets machte die Runde. Neue Maerkte mit kostenguenstigen Plattformen erschliessen, das war DAS Thema.
Und dann? Im Juli 2006 machte AMD das Geode Entwicklungs-Labor in Longmont dicht und wollte sich offenbar voll und ganz auf Integration von ATI und letztendlich den Kampf um den Desktop- (aber zukuenftig auch Server-)Markt konzentrieren. Wie katastrophal falsch diese Entscheidung war, wissen wir inzwischen.
Netbooks kamen, wurden populaer und verkauften sich wie geschnitten Brot. Tablets kamen, wurden populaer und werden sich wie geschnitten Brot verkaufen. AMD schaute zu, verwies immer wieder auf seinen sagenumwobenen Bobcat-Prozessor, der schon frueh als Atom-Killer gehandelt wurde, tja und kam nicht wirklich in die Puschen!
Ja, Fusion ist da und ja, natuerlich ist die C-Serie (und zum Teil auch die E-Serie)endlich ein Wettbewerber fuer Intels-Atom Plattform, aber wird man damit die Vorherschaft des Monopolisten auf dem Note- und Netbook-Markt gefaehrden koennen. Nein und nochmals nein, denn Intel ist mindestens 2 Generationen voraus, wenn es um die Verbrauchswerte seiner x86-Plattformen geht. Bei den Tablets sieht es noch bitterer aus, denn hier hat AMD ueberhaupt keine Loesung in der Pipeline.
Und genau hier hat Meyer richtig Bockmist gebaut, denn im Jahre 2009 wurde die Imageon-Linie an Qualcomm verkauft. Die Kombination aus ARM-CPU und ATI-GPU musste im Zuge der finanziellen Krise abgestossen werden, welches, wie sich nun herausstellt, ein verhaengnisvoller Fehler war.
Ich glaube immer noch an ein Wunder und wuensche dem sympathischen Unternehmen fuer die Zukunft alles Gute, denn AMD ist wichtig fuer den Markt, fuer euch als User und fuer uns Techblogger. Druecken wir Thomas Seiffert als Interims-CEO die Daumen, dass er nicht nur bis ins naechste Quartal schaut, sondern die mobile Revolution nicht aus den Augen verliert. Dirk Meyer ist dies nicht gelungen und deshalb ist er auch folgerichtig als CEO abgeloest worden.
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