Wie viele Kerne dürfen es denn bitte sein? Reichen vier CPU-Kerne aus, wie Qualcomm behauptet, oder ist eine Mischung aus verschiedenen Architekturen optimal, wie sie Samsung anstrebt? Oder sollte man lieber auf eine möglichst hohe Zahl multifunktionaler und dennoch energiesparende Cores setzen, wie es MediaTek vor hat? Die verschiedenen Konzepte der großen Chiphersteller dürften allesamt ihre Vorteile haben, doch wer ist für den Massenmarkt am besten aufgestellt?

Krieg der Kerne! MediaTek, Samsung und Qualcomm oder wieviele Cores machen Sinn?

Im Markt für Smartphone-Prozessoren zeichnet sich eine interessante Auseinandersetzung zwischen den Chipschmieden ab, denn Qualcomm als Marktführer, MediaTek als Verfolger und Billigheimer sowie Samsung als High-End-Spezialist verfolgen allesamt verschiedene Ansätze. Wir wollen euch hier die Gründe erläutern und erklären, warum eigentlich alle Anbieter gute Lösungen anbieten dürften – und weshalb die Zahl der Kerne im Grunde gar nicht so wichtig ist.

Wie bei PCs geht es derzeit gefühlt vor allem darum, wer die meisten Kerne hat, um die Kunden zu beeindrucken. Reine Leistungswerte treten dabei in den Hintergrund, doch eigentlich geht es auch gar nicht um sie. Viel wichtiger ist, wie es neben der reinen CPU-Leistung bei modernen System-on-Chip-Designs in der ARM-Welt um die zusätzlichen Subsysteme für spezielle Aufgaben bestellt ist – denn moderne SoCs sind viel mehr als reine CPUs, sondern eher vielseitige Plattformen.

MediaTek – Der taiwanische Underdog wird den Platzhirschen gefährlich
Beim taiwanischen Chipdesigner MediaTek setzt man an der Spitze des Lineups künftig auf ein Design mit ganzen acht Rechenkernen, die allesamt auf der ARM Cortex-A7 Architektur basieren. Diese ist zwar sehr energieeffizient, die einzelnen Cores haben aber nicht das gleiche hohe Leistungspotenzial, wie es die ARM Cortex-A15 Architektur bietet. Dennoch ist MediaTek laut seinem jüngst veröffentlichten Whitepaper der Meinung, dass man die optimale Lösung bietet – so simpel sie auch eigentlich sein mag.

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Im Gegensatz zu Samsungs aktuellem Exynos 5 Octa 5410, der unter anderem in einer Variante des Samsung Galaxy S4 seinen Dienst tut, kann der kommende MediaTek Octacore als “echter” Achtkerner alle seine Kerne gleichzeitig nutzen, um die maximale Leistung zu bieten. Die Cores können dabei individuell zugeschaltet werden, so dass je nach Bedarf zum Beispiel nur einer, zwei, drei… oder auch alle Kerne auf einmal laufen.

MediaTek verspricht beim wahrscheinlich als MT6592 erscheinenden Octacore-SoC aus seiner Entwicklung eine optimale Energieeffizienz in Verbindung mit maximaler Leistung. Gerade beim immer häufigeren Multitasking soll der Chip mit entsprechender Software die bestmögliche Lösung darstellen, da einzelne Aufgaben flexibel von den verschiedenen Kernen erledigt werden können. Das gleiche Konzept verfolgt auch der Konkurrent Samsung, der bei seinem Octacore bisher aber aufgrund technischer Beschränkungen eben nicht alle Kerne gleichzeitig laufen lassen kann.

Samsung – Ego-Pflege und Selbstversorgung
Beim Exynos 5 Octa 5410 hat Samsung zwar die ARM big.LITTLE-Technologie im Einsatz, um vier stromsparende ARM Cortex-A7 Kerne und vier leistungsstarke ARM Cortex-A15 Cores zu einem insgesamt achtkernigen SoC zu vereinen, doch gibt es ein großes Problem. Der 5410 kann nämlich nur die vier Cortex-A7 _ODER_ die vier Cortex-A15 Kerne zu einem bestimmten Zeitpunkt nutzen – nicht aber alle Kerne auf einmal.

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Hinzu kommt außerdem, dass immer alle vier Kerne einer Architektur laufen. Eine individuelle Abschaltung einzelner Kerne oder gar ein Mischbetrieb (zum Beispiel 2x Cortex-A7 und 1x Cortex-A15) ist nicht möglich. Unter diesen Voraussetzungen kann man die theoretischen Vorteile bei Leistung und Effizienz bisher nicht ausschöpfen, was auch der Grund dafür ist, dass Samsung den Exynos 5 Octa 5410 bisher nur begrenzt einsetzt.

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In naher Zukunft könnte sich all dies zugunsten von Samsung allerdings ändern. Mit dem neuen Samsung Exynos 5 Octa 5420 haben die Koreaner nämlich bereits den Nachfolger des 5410 in Aussicht gestellt. Dieser bietet angeblich eine um 20 Prozent gesteigerte reine Rechenleistung, wobei dies bisher offiziell nur mit der gesteigerten Taktrate begründet wurde.

Offen ist noch, ob es Samsung tatsächlich gelungen ist, die Probleme mit der Umschaltung zwischen den Kernen und der individuellen Zu- und Abschaltung einzelner Kerne in den Griff zu bekommen. Sollten die Koreaner es tatsächlich geschafft haben, einzelne Kerne abschaltbar zu machen oder sogar einen Mischbetrieb zu ermöglichen, könnte der 5420 endlich die Vorteile des ARM big.LITTLE-Konzepts ausschöpfen und eine gute Mischung aus Performance und Effizienz bieten.

Qualcomm
Der aktuelle Marktführer unter den Herstellern von ARM-Prozessoren Qualcomm hält sich aus dem Multicore-Rennen bisher vornehm heraus. Natürlich dürfte es für die Kalifornier kein Problem sein, ebenfalls SoC-Designs mit acht Kernen zu realisieren, doch bisher hält man dies schlichtweg für unnötig. Als Reaktion auf die jüngsten Ankündigungen von MediaTek und Samsung hieß es von Qualcomm in einem Blog-Eintrag lediglich, dass es keineswegs darum gehen dürfe, nur eine möglichst hohe Zahl von CPU-Kernen zu bieten. Ähnlich wie bei einem Auto stecke man nicht einfach acht Motoren unter die Haube, um die Leistung zu erhöhen.

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Stattdessen gehe es darum, die “richtigen Motoren” zu verwenden, weshalb Qualcomm vorerst auf Octacore-Designs gänzlich verzichtet. Dies zeigt der Leistungssprung vom Qualcomm Snapdragon S4 Pro der letzten Generation zum neuen Qualcomm Snapdragon 800. Beide Chips haben vier Rechenkerne, doch der neue Snapdragon 800 erreiche in Benchmarks dennoch 170 Prozent höhere Werte. Dies ist vor allem auf eine überarbeitete Architektur zurückzuführen, so dass durch Optimierungen deutlich mehr Leistung zur Verfügung steht – ohne mehr Kerne verwenden zu müssen!

Weil die CPU-Kerne bei modernen SoCs von Qualcomm nur 15 bis 20 Prozent des gesamten Chips belegen würden, setzt man lieber auf die Kombination mit den richtigen und vor allem leistungsstarken und effizienten weiteren Komponenten, die für einen modernen ARM-Chip für Smartphones und Tablets wichtig sind. Qualcomm konzentriert sich deshalb darauf, möglichst energieeffiziente und dennoch starke GPUs, DSPs, Modems und weitere Komponenten zu integrieren, um ein optimales Gesamtpaket zu schnüren. Wo Samsung und MediaTek also ihr Heil in mehr Kernen suchen, setzt Qualcomm auf seine Erfahrung bei der Optimierung seiner Designs.

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Wer hat nun die Nase vorn?
Die Frage, welche Lösung nun das Optimum darstellt, lässt sich nicht eindeutig beantworten, denn alle Ansätze haben ihre Vor- und Nachteile, die für den jeweiligen Markt und auch für den jeweiligen Hersteller eine unterschiedlich große Rolle spielen.

MediaTek geht es vor allem darum, die Kosten niedrig zu halten. Man setzt daher auf ein vergleichsweise einfaches Design, bei dem man die bisher verfügbaren vierkernigen Chips einfach mit mehr CPU-Kernen aufbläst. Die Energieeffizienz gewährleistet MediaTek vor allem durch die Nutzung der ARM Cortex-A7 Architektur. Bisher hat sich dieser Ansatz für die Taiwaner bewährt, denn mit der gegen Ende des Jahres erwarteten Einführung der ersten “echten” Octacores mit integriertem LTE-Modem werden sie die für die meisten Hersteller (gerade im heiß umkämpften chinesischen und internationalen Low- und Mid-Range-Segment) optimale Kombination von ausreichender Leistung und niedrigen Gesamtkosten der Plattform bieten. Qualcomm muss sich also allmählich sorgen machen, die Krone des Marktführers bei ARM-Prozessoren für Smartphones und Tablets zumindest bei den ausgelieferten Stückzahlen nach Taiwan weiterreichen zu müssen. Eines ist nämlich sicher: MediaTeks neuer Octacore wird erneut reissenden Absatz finden und bietet für die meisten Kunden (sowohl Hersteller, als auch Verbraucher) alles was sie brauchen. Ihr dürft also davon ausgehen, dass es bald auch günstige Octacore-Smartphones geben wird – dank MediaTek mit besten Grüßen aus Taiwan.

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Samsung hingegen konzentriert sich mit seinen Octacores bisher ausschließlich auf den High-End-Markt und seine eigenen Geräte. Nachdem man den Exynos 5410 mit dem S4 nicht wirklich in großen Stückzahlen anbieten konnte, dürften alle Hoffnungen auf dem 5420 ruhen, der wohl das Herz des im September erwarteten Samsung Galaxy Note 3 bilden wird. Für Samsung ist die Verwendung eines hauseigenen Prozessors in vielerlei Hinsicht sinnvoll. Die Koreaner können dadurch ihre Technologieführerschaft beweisen – schließlich ist es immer gut für’s Ego, wenn man einen eigenen High-End-Chip verbauen kann – und gleichzeitig eine relativ kostengünstige Lösung verwenden, bei der sie alle Aspekte der Lieferkette und Kostenstruktur kontrollieren. Dass im S4 überhaupt ein Qualcomm-Chip verwendet werden muss, dürfte bei der Halbleitersparte von Samsung für reichlich Unmut gesorgt haben. Zwar schaut man bei Samsung Electronics beim Bau des S4 natürlich auf die Kosten und die massenhafte Verfügbarkeit von Komponenten, doch dürfte es den Entwicklern erheblich schwer gefallen sein, nicht den hauseigenen Prozessor im erhofften Ausmaß einzusetzen.

Qualcomm steht unterdessen als lachender Dritter da und kann sich über ein riesiges Interesse an seinen ARM-Prozessoren freuen – weil die Amis reichlich Erfahrung mit der Entwicklung von leistungsstarken und effizienten Plattformen haben, brauchen sie schlichtweg noch nicht auf acht CPU-Kerne setzen, sondern beeindrucken lieber mit einer extremen Leistungssteigerung ihrer Vierkerner. Zusammen mit den weiteren Komponenten schnüren sie ein äußerst attraktives Paket, denn mit dem integriertem LTE-Modem ist man aktuell der einzige Hersteller, der einen solchen Chip auf diesem Niveau liefern kann. Preislich kann man sich deshalb einen gewissen Aufschlag leisten, ein einzigartiges Paket bieten und gleichzeitig die massenhafte Verfügbarkeit gewährleisten, so dass kein Weg an Qualcomm vorbeiführt.

Fassen wir also kurz zusammen, wer wo die Nase vorn hat – wenig überraschend ist MediaTek bei den Preisen die Nummer eins, während Qualcomm das attraktivere Gesamtpaket liefert und ganz ohne acht Kerne auskommt (zumindest vorläufig). Samsung kann unterdessen in aller Ruhe sein eigenes Süppchen kochen und braucht sich eigentlich nicht in den Konkurrenzkampf der ARM-Hersteller einmischen – außer wenn es darum geht, das eigene Ego zu pushen. Allerdings haben die Koreaner da immer noch so einen Großkunden, der seine Chips bei ihnen bauen lässt und möglicherweise bald wieder “richtige” Samsung-CPUs verbauen wird – den mit dem angebissenen Obst. Die Investitionen von Samsung in seine Chipentwicklung und Fertigungsstätten muss man also immer mit dem Hintergedanken sehen, dass Samsung ohnehin auch als Foundry tätig ist, also als einziger der hier genannten Hersteller seine Chips auch selbst produziert. Qualcomm und MediaTek betreiben bekanntermaßen keine eigenen Halbleiterwerke.

Letztlich bleibt die Frage nach Sinn und Unsinn von Octacore-Plattformen in Smartphones und Tablets bestehen. Wer wäre euer bevorzugter Anbieter und warum? Und sind die Achtkerner überhaupt sinnvoll?!

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  • MikaBaumeister

    Sinnvoll finde ich es auf keinen Fall – mein Windows Phone kann von der Performance ohne Probleme mit einem S4 mithalten – 4×1.9 GHz (?) vs. 2×1.5 GHz.
    Das Problem liegt eher bei Android, das OS ist zu ressourcenverschwendend – Java-Anwendungen, Bloatware und total unnötige UIs, sei es jetzt Sense oder sonstwas.
    Im Prinzip sollte man Google mal in den Po treten und die CPU-Hersteller sollten sich nicht so einen Kopf machen.

    • chh2807

      Würden die CPU Hersteller sich keinen Kopf machen, könnten wir heute nicht auf Full-HD Screens bei nur 5″ glotzen.

      Das verschiedene Konzepte erforscht werden kann im Endeffekt für den Fortschritt nur dienlich sein. Wie heißt es so schön? “Viele Wege führen nach Rom.”

      • redalertexpert

        sei mal dahingestellt ob man fullhd auf 5″ benötigt und nicht 720p vollkommen ausreichen würde ;) (ich habe ein htc one und kann keinen unterschied zum htc one x mit 720p erkennen…)

        • MikaBaumeister

          Die Auflösung liegt halt über diesem Pseudo-Retina-Wert. ;)

    • Justin Time

      Mein altes Windows Phone ist auch relativ schnell im vergleich mit alten Android Handys aus der selben Zeit. Das liegt aber auch daran das es quasi nix kann.

      • MikaBaumeister

        Ist auch ein WP 7.8, wenn es alt ist und nichts kann ;-)

        • Justin Time

          Aber natürlich. Warum sollte man sich denn ein aktuelles WP kaufen das ist ja absurd. Das alte hab ich auch nur bei einem Gewinnspiel gewonnen und behalten weil das Android Phone das ich davor hatte ohne Garantie noch mehr wert war als das WP damals neu :D

    • Maximilian O.

      Du nennst Android Ressourcenverschwendend, kritisierst aber fast ausschließlich Dinge, die in der Schuld der Hersteller-Aufsätze liegen. Dann sage auch bitte, dass du die Hersteller-Aufsätze meinst.
      Android hat keine unnötigen UI’s, Android hat keine Bloatware. Nur bei den Java Anwendungen gebe ich dir Recht, allerdings bin ich nicht “Fachmann” genug um sagen zu können, dass Java zu verschwenderisch ist. Ich sehe nur den Vorteil, dass App-Entwicklern die Entwicklung so deutlich leichter fällt, da viele Java bereits kennen.

      Im übrigen: Meine Galaxy Nexus kann auch mit dem S4 “mithalten”. Und nun?

      • redalertexpert

        bist wohl kein programmierer wie?
        objective c (das bei iOS apps verwendet wird und auf c aufbaut) ist extrem bekannt, einfach zu erlernen, eben da es auf c aufbaut, sowie auch c++ und c#)

        Android könnte sehr wohl sehr viel schneller sein wenn in einer anderen Programmiersprach programmiert wäre, aber man kann das sehr gut vertuschen sodass man es fast nicht mehr merkt, siehe project butter ;)

        außerdem ist java nicht gleich java, für android benötigt man eigene java bibliotheken, in die man sich auch erst einmal einarbeiten muss

        Fazit: andere Sprachenwahl wäre evtl besser gewesen ist aber keinesfalls schlimm. vorteile hat java aber auhc nicht

    • redalertexpert

      Sense ist da glaube ich das falsche Beispiel ;) das HTC One ist das flüssigste Handy neben dem iPhone und evtl noch Windows Phones (kann ich nicht so richtig beurteilen)

      • MikaBaumeister

        Da kann ich nur zustimmen! Sense bezieht sich eher auf die älteren Geräte, etwa Desire usw.. TouchWiz ist vielleicht das bessere Beispiel? ;-)

  • chh2807

    “Wer wäre euer bevorzugter Anbieter und warum? Und sind die Achtkerner überhaupt sinnvoll?!”

    Wow, was für eine Frage an die Masse derer die keinen blassen Schimmer von Chipßdesign hat *kopfschüttel*. Jede Plattform hat seine vor und Nachteile. Nur hat kaum jemand das Backroundwissen um zu dem Thema eine qualifizierte Diskussion führen zu können. Dabei ist es doch egal welche CPUs in den Geräten arbeiten solange sie möglichst effizient sind und die benötigte Leistung bringen können.

    Grundsätzlich ist es doch super das die Hersteller verschiedene Konzepte verfolgen. Denn je mehr Techniken gleichzeitig erforscht werden, desto mehr nutzt es im Endeffekt dem Kunden und der allgemeinen Weiterentwicklung.

    Ich versteh auch gar nicht was diese Diskussion soll. In Nvidias Tegra 4 arbeitet beispielsweise eine 72-Kern GPU und daran stört sich niemand. Wo wir schon bei Nvidia sind: warum wird eigentlich der 4. Big Player in diesem Marktsegment völlig weggelassen? Dabei ist deren Tegra4 gerade auf den Markt gekommen und wohl wesentlich interessanter als das was Mediatek aktuell an zu bieten hat.

    • http://www.mobilegeeks.de/ Sascha Pallenberg

      NVIDIA hat mit dem 4er so gut wie keine Designwins abgreifen koennen, was durchaus schade ist. Ja, man kann einwerfen, dass die in der Uebersicht fehlen aber ich verspreche ein umfangreiches Update!

      Stichwort qualifizierte Diskussion, ich glaube das ist ohne weiteres moeglich und das muss sich nicht nur auf die Architektur beziehen.

      • chh2807

        Es wurden 2 Fragen gestellt:

        “Wer wäre euer bevorzugter Anbieter und warum?”

        Die Frage lässt sich zumindest von Hobbyprogrammierern halbwegs seriös beantworten. Da sich diese Frage nicht auf die Architektur bezieht sondern Themen aufgreift wie die Zusammenarbeit der Konzerne untereinander und mit der Community kann man den Teil beantworten. Qualcomm gibt entsprechende Treiber raus mit denen jeder Applikationen entwickelnn kann. Samsung ist da etwas knausriger und Nvidia hat es bislang nicht mal geschafft seinen Kunden gescheite Treiber zur Verfügung zu stellen. Mediatek dürfte den meisten aber noch recht unbekannt sein.

        “Und sind die Achtkerner überhaupt sinnvoll?!”

        Diese Frage ist ohne entsprechendes Backroundwissen nicht zu beantworten! Diese Frage setzt voraus das man sich mit den 3-4 verschiedenen Chipdesigns auseinandersetzt und die Unterschiede verstanden wurden.

        • http://www.mobilegeeks.de/ Sascha Pallenberg

          Samsung hat zum einen keine richtigen, eigenen SoCs am Start.. wohlgemerkt noch nicht. Die uebernehmen gerne das ARM-Referenzdesign 1:1

          NVIDIA, ja same old mit den Treibern, da will ich gar nicht mehr drauf eingehen, denn das hat sich insbesondere unter Linux seit ueber einer Dekade nicht verbessert.

          Sinnvolle Octacores? Im Moment nicht, denn der jetzige 5er Exynos funktioniert einfach nicht so unter Android wie er sollte, sprich er schaltet nicht vernuenftig zwischen A7 und A15, so dass die vermutete Stromersparnis ueberhaupt nicht eintritt.
          Zur Zeit ist es halt der einzige und da brauchst du dich nicht mit 4 anderen Architekturen auseinandersetzen… der aktuelle Octa war ein Schlag ins Wasser

          Sinnvolle Multicores waere vielleicht die bessere Frage und auch hier gibt es nur einen verschwindend geringen Anteil an Apps, die wirklich auf Multithreading setzen.

          • ausweichschraube

            Naja, dass nVIDIA gar keine Treiber für Linux so richtig supported, finde ich auch schwach.

            Wenn man sich aber anguckt, in wie vielen Firmen Linux eingesetzt werden kann, um rechenintensive und grafikintensive Software zu verwenden, kann ich auch verstehen, dass sie keinen Focus darauf haben. Wobei das ja schon eine Henne – Ei – Problem ist …

            Aber mal zu Android: Unterstützt denn Android die Multicores so richtig gut, oder ist das nicht das gleiche, wie WinXP mit mehreren Cores?
            Ich bezweifele doch irgendwie, dass Android die im Hintergrund laufenden Tasks so richtig “vernünftig” auf alle Cores aufteilen kann …

      • the_snap_dragon

        könntest du bei dem umfangreichen update auch was einflechten nach dem motto: “was wurde eigentlich aus texas instruments?”

      • ausweichschraube

        Neben nVIDIA wäre im Update doch sicherlich auch noch Platz für Intel, oder?
        Ausm PC-Bereich fand ich Vergleiche mit gleicher Taktzahl aber unterschiedlicher Kernanzahl/ abgeschalteten Kernen gar nicht so schlecht.
        Du müsstest doch von jedem Hersteller ein passendes Gerät haben, welches man mit z.B. 1,5 Ghz taktet (Custon Rom/Kernel) oder von Hause getaktet ist und somit mal einen Vergleich von 1,2,4, 4+4 und 8 Kernen fahren können …

        Wobei ich mich echt frage, ob das heute noch notwendig ist! Selbst ein einfacher Snapdragon S4 im OneS lässt ein System flüssig laufen. Bei Intel reicht auch ein Kern.

        Erreichte Akkulaufzeiten, bereitgestellte Treiber und Unterstützung der community durch den Hersteller und Wärmeentwicklung sind heutzutage doch wichtiger!
        Nach deiner Erfahrung mit dem Sammy S4 mit Exynos würde ich es mir beispielsweise nicht kaufen (Akkulaufzeit), jedoch ist das P/L-Verhältnis vom MediaTek z.B. im Asus MeMoPad 7 Zoll echt ansprechend!

    • Justin Time

      WIe groß ist denn Nvidia wirklich? Die Auswahl an Tegra Phones ist ja sehr sehr überschaubar.

      • ausweichschraube

        Bei den Phones magst du recht haben. Neben LG 4xHD und One X,X+ fallen mir so schnell keine weiter ein. Da gibt es schon eher mehr Tablets mit Tegra 2/3 – Chips:
        Acer A200, 210, 500, 510, 700; Asus Transformer- Reihe; Sony Tablets; Nexus 7 …

  • http://www.nokes.de/ Nico

    Fakt ist: Ein 1-Kerner kann mit einem 4-Kerner locker mithalten, solange die Software auf den Prozessor abgestimmt ist. Daher finde ich diesen “Prozessor Krieg” unnötig von den Herstellern!

    • daniode

      Kann er, wenn die Software NICHT auf den Mehrkernbetrieb eingerichtet ist.

  • AJ_Ramone

    Intel fehlt hier auch noch, bin mit dem SingleCore Atom sehr zufrieden! Besonders im Hinblick auf Energieeffizienz.

  • optimismprime

    Sowohl mein vor einem Monat gekauftes Notebook, als auch meine PCs daheim (Spiele bzw. Video/Foto) kommen wunderbar mit intel 4-Kernern aus, da ich weder auf einem Tablet oder Smartphone auch nur 1/4 so Anspruchsvolle Software laufen lasse ist die Antwort ganz klar: NIEMAND braucht 8 Kerne in Geräten mit Mobile-OS.

    • daniode

      Der Weltbedarf für Computer lag mal bei 3-4, mehr als 512 KB Speicher brauchte auch keine Sau :)

  • http://xengi.de/ Ricardo

    Also ich setze bei den verschiedenen Designs auf Qualcomm. Die Idee so viele Module wie möglich so direkt zu integrieren halte ich für sehr sinnvoll und das das gut funktioniert sieht man auch im PC Markt wo GPU und Speicherverwaltung in den letzten Jahren auch mit in den CPU gewandert sind. Ich kann da nur von Intels aktueller Core i Reihe schwärmen die alles was ich von AMD kenne in den Schatten stellt. Wenn die verschiedenen Komponenten alle auf dem selben Chip liegen arbeitet der SoC oder die CPU einfach viel effizienter, schneller und es spart auch noch eine Menge Energie.

    Achtkerner halte ich keineswegs für unnötig, ich glaube sogar das es langsam Zeit für 16 Kerne wird aber nicht in Smartphones.
    Smartphones sind Single User Geräte. Man hat also für gewöhnlich immer nur eine Anwendung im Vordergrund die bespaßt werden will und noch einige Hintergrunddienste deren Ressourcenverbrauch sich meist in Grenzen hält. Dafür reichen 2 oder 4 Kerne mit 2 GB RAM voll und ganz aus. Hier ist es viel wichtiger spezialisierte Komponenten zu optimieren wie Qualcomm das mit LTE Modulen und DSPs macht. Bei Spielen braucht man auch nicht wirklich mehr Kerne sondern nur hohe Taktraten und vielleicht etwas mehr RAM für große Texturen. Da finde ich den big.LITTLE Ansatz sehr gut so das man die meiste Zeit wenn man die Leistung nicht braucht energieeffiziente Kerne laufen lassen kann und erst bei Spielen die Leistungsstarken Stromschlucker anmachen muss. Da ich persönlich aber selten spiele ist das für mich nicht relevant.
    Ganz anderes sieht das im Server Bereich aus wo ARM CPUs mittlerweile auch eine Daseinsberechtigung haben. Ich hätte liebend gern einen Home Server mit einem 16 Kernigen ARM CPU auf dem ich viel Virtualisieren kann und dennoch sehr Stromsparend im Vergleich zu einem x86 CPU mit 8 oder 16 Kernen arbeite. Virtualisierung ist heutzutage sehr wichtig da es der effizienteste Weg ist die Hardware optimal auszunutzen. Mehrere Kerne und viel RAM sind da sehr wichtig.

    Von daher ist mein Traum Setup ein Smartphone mit Qualcomm SoC und dicken Akku und ein Home Server mit Mediathek 8 oder besser 16 Kerner die beste Wahl. Hoffentlich gibt es auch bald miniITX Boards mit Mediatek CPUs und genügend SATA Ports drauf.

  • simons700

    Ich denke das Intel mit ihren 14nm Denverton CPU´s die ARM Party 2014 ordentlich aufmischen wird!

  • the_snap_dragon

    offtopic: also mir gefällt das neue konzept von mobilegeeks recht gut, die news-zusammenfassungen mehrmals täglich komprimieren den inhalt auf das wesentliche und die kurzen persönlichen statements dazu find ich auch gut

    und artikel wie der hier (besonders der hier) und der übers playbook/touchpad heute … einfach klasse

    • http://www.mobilegeeks.de/ Sascha Pallenberg

      Vielen Dank fuer das Feedback. Das geht runter wie Oel. Wir mussten einfach was tun und wir behalten das waehrend der Woche bei. Am Wochenende erhalten wieder mehr News ihren eigenen Artikel

  • Micha Ols

    Ich bin nach einem Tegra 2 SoC sehr froh wieder einen SoC von Qualcomm zu haben. Der S4 Pro in meinem Padfone 2 läuft einfach problemlos, energiesparend und perfekt.
    Wenn ich heute mein Custom Smartphone zusammensetzen sollte und dabei das SoC frei wählen könnte, würde ich ohne mit der Wimper zu zucken einen Snapdragon 800 wählen, auch wenn ich dabei einen saftigen Aufpreis zum Mediatek-Angebot zahlen müsste. Exynos 5 und Tegra 4? Nein, danke.

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