Einige Stunden bevor Samsung in New York sein neues Flagship vorgestellt hat, lud LG in Deutschland zum „Festival der Farben“, bei dem das Unternehmen die Produkthighlights des Jahres zeigte. In diesem Rahmen wurde das Optimus G für den deutschen Markt angekündigt und es gab die erste Möglichkeit die für Deutschland gefertigten Geräte zu testen.

LG Optimus G ab 1. April exklusiv bei mobilcom-debitel

In Düsseldorf in einer alten Industriehalle fand die Veranstaltung statt, neben Mobile Communications waren natürlich auch die anderen LG-Bereiche dabei, es gab also auch reichlich Fernseher, Kühlschränke und natürlich den Hom-Bot zu sehen. Da sich die Veranstaltung an die Händler richtet, die die ganzen neuen LG-Geräte zu den Kunden bringen sollen, ging es bei Hauptteil der Veranstaltung auch hauptsächlich um das Marketing, die Positionierung der Marke und die Strategie. Das sind zwar durchaus interessante Themen, aber für uns Tech-Blogger war es dann eher nicht ganz so relevant, mit welchen Maßnahmen LG im TV-Bereich weiter wachsen möchte.

In einem eigenen Raum wurde uns dann das Optimus G noch einmal im Detail vorgestellt, aber auch hier ging es natürlich um die Positionierung und die geplanten Marketingmaßnahmen. Das Optimus G ist ganz klar das Flaggschiff-Produkt und soll in einer Liga mit dem iPhone 5 oder dem Samsung Galaxy S4 spielen. Das zeigt sich sowohl bei der Ausstattung als auch beim Preis: 599 Euro soll das Smartphone ohne Vertrag kosten. Vertrieben wird es in Deutschland ab dem 1. April exklusiv über mobilcom-debitel.

Zur Ausstattung: Angetrieben wird das LG E975 Optimus G von einem Snapdragon S4 Pro Quad-Core Prozessor mit 1,5GHz mit 2Gb RAM. Das 4.7-inch „True HD IPS+“ Display hat eine Auflösung von 1280×768 Pixel (318ppi), Videos werden in Full HD Auflösung (1920×1080) aufgezeichnet, über HDMI ist auch eine Full HD Ausgabe möglich. Unterstützt werden alle relevanten Netzstandards, natürlich auch 4G/LTE – und dabei nicht an einen bestimmten Provider gebunden. Von den 32Gb Speicher im Telefon sind etwa 25GB frei für eigene Apps und Daten des Nutzers. Die Kameras lösen mit 1,2 (vorne) und 13 (hinten) Megapixeln auf. Das Optimus G ist mit 131,9 x 68,9 x 8,45mm etwas kleiner und flacher als das Nexus 4 (133,9 x 68,7 x 9,1mm) und mit 145g etwas schwerer (139g). Der Akku ist 2100mAh stark und soll bis zu 900 Minuten Gesprächsdauer (2G) ermöglichen und zwischen 411 (3G) und 456 (2G) Stunden im Stand-By durchhalten. Als Betriebssystem ist Android 4.1.2 Jelly Bean installiert mit einigen Anpassungen und Erweiterungen von LG.

Auf den ersten Blick ist das Optimus G ein hochwertiges Smartphone, das sich auch entsprechend anfühlt. Es hat nicht die geschwungenen Ränder des Nexus 4 und wirkt dadurch auch kompakter, so lange man nicht den direkten Vergleich hat. Die Software-Erweiterungen von LG sind auf jeden Fall sinnvoll, aber wenn man von einem nackten Android kommt natürlich auch wieder etwas gewöhnungsbedürftig. Was mich persönlich anfangs am stärksten irritiert hat sind die drei virtuellen Buttons am unteren Rand: Zurück, Home und Einstellungen. Diese sind nicht immer beleuchtet, sondern nur, wenn man sie nutzt. Zur Übersicht der kürzlich verwendeten Apps gelangt man übrigens durch das Halten des Homebuttons.

Bereit fuer das G erstes Foto mit dem Optimus G 448x605 LG Optimus G ab 1. April exklusiv bei mobilcom debitel

Was mich persönlich auch etwas stört: In der Voreinstellung bleibt durch Quick-Buttons, QSlide Apps und die Einstellung der Bildschirmhelligkeit nur etwas mehr als der halbe Bildschirm für die Benachrichtigungen der Apps im Benachrichtigungsfeld. Praktisch ist die QuickMemo Funktion, mit der man schnell und unkompliziert handschriftliche Notizen auf den Bildschirm malen kann. Diese lassen sich auch teilen, also zum Beispiel einen Screenshot, in dem man etwas hervorheben möchte. Die QSlide Apps sind spezielle von LG angepasste Apps, die sich als Fenster – auch transparent – über den Bildschirm legen lassen. Das kann ein Video sein, der Browser, Notizen, der Kalender oder der Rechner. Bisher gibt es hier noch keine Möglichkeit für Drittanbieter, eigene Apps für QSlide zu entwickeln, was die Auswahl auf die Apps von LG beschränkt – zumindest bis jetzt.

Sehr praktisch sind viele Kleinigkeiten: Wenn man den Bildschirm während eines laufenden Telefonats abschaltet, dann wird er nicht gesperrt, so dass man auch sofort wieder den Bildschirm aktivieren und z.B. eine Notiz erstellen kann. Es gibt einen Privatsphärenoption für eingehende Anrufe: Ist diese aktiviert wird zwar ein eingehender Anruf signalisiert, es wird aber nicht direkt groß auf dem Display angezeigt, wer anruft. Schließlich will man nicht immer, dass alle Umstehenden sofort mitbekommen, von wem man angerufen werden möchte.

Ich habe jetzt 8 Wochen Zeit, das Optimus G im Detail zu testen, einen ersten Nachteil der Android-Plattform gegenüber der iOS-Plattform habe ich für mich in dem Fall festgestellt: Bei einem Wechsel von einem iPhone zum nächsten kann ich direkt das letzte Backup des alten iPhone auf das neue packen und fertig ist der Umzug. Bei Android gibt es zumindest keine offensichtliche Möglichkeit, das direkt mit Bordmitteln zu erledigen? Einen LG Pocket Photo Drucker gab es ebenfalls zum testen dazu.

Unterhaltsam sind auch die drei Spots für das neue Optimus G. Unter dem Motto „Harte Zeiten für alte Smartphones“ wird der Suizid eben solcher alter Smartphones gezeigt:

Danke an LG für die Einladung zum Festival der Farben und die Übernahme der Fahrt- und Übernachtungskosten.

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  • tauerman

    Und gibt’s auch Infos zum G Pro?

  • Vinny

    Also deinen Kommentar ziemlich am Ende, dass es bei Android keine Bordmittel gäbe, wenn man von einem Gerät zum nächsten wechselt, verstehe ich nicht. Es ist doch alles an Bord?! Es werden alle Apps, Passwörter etc. auf das neue Gerät übertragen. In meinem Fall hat dies wunderbar von einem Note 1 zu einem Nexus 10 und zurück funktioniert. Lediglich die Platzierung der Widgets/Apps auf den Homescreens werden nicht übernommen, aber das ist ja verschmerzbar, bzw. nicht wirklich sinnvoll, denn ich will ja andere Widgets auf meinem Tab haben, als auf meinem Smartlet.

  • the_snap_dragon

    gehts nur mir so oder funktionieren die halben bilder in den galerien nicht?

    • tauerman

      Also bei mir gehts: Man sieht ca. 3 Sekunden den Ladebalken bei abgedunkelten Hintergrund, dann kommt das weiße Fenster, und nach 2 Sekunden erscheint dann das Bild in dem Fenster, welches sich dann noch scharf stellt (es scheint sich zu skalieren)

  • ausweichschraube

    @ Carsten: Der Vergleich mit dem Umzug von einem iPhone auf ein anderes (plattformintern) und von einem iPhone auf ein Android-Gerät (plattformübergreifend) hinkt mMn sehr gewaltig! Wenn du von einem Android-Gerät auf ein anderes Android-Gerät umsteigst und schön alle Google-Dienste, einschließlich dem Speichern von Lesezeichen, Mails, Nachrichten, Daten in der CLoud usw, ausgiebig nutzt, dann brauchst du dich einfach nur beim neuen Gerät anzumelden und der Rest passiert automatisch. Dass du das nicht so ohne weiteres nutzen können sollst, wenn du zur “Konkurrenz” wechselst, ist übrigens auch sehr im Sinne von Apple, die dir den Wechsel von ihren Geräten weg auch nicht einfach machen wollen. Deswegen kaufen doch u.a. viele das Nachfolge-iPhone, weils einfacher ist, bei einem System zu bleiben …
    Das das ein Nachteil ist, ist zwar richtig. Nur dass der Nachteil im Wechsel generell liegt und nicht nur in einer bestimmten Plattform! Steve Jobs hätte es ja besser integrieren lassen können, dass man auch einfach mal zu Android switchen kann. Wollte er aber sicherlich nicht, sonst wäre es im iOS integriert …
    Funktioniert der Umzug denn von einem Windows Phone 8 Lumia auf ein iPhone denn besser?

    Zum LG Optimus G:
    Also irgendwie schnall ich das nicht, dass LG das Gerät, welches nahezu Baugleich mit dem Nexus 4 ist, noch im Premiumbereich anbieten will! Der doppelte Speicher ist zwar schön und die zusätzlichen Softwarefeatures bestimmt auch, jedoch hat stets die neuste Android-Version zu haben und dazu noch das kabellose Laden auch was! Und das für 240 € weniger, wenn man das N4 16GB für 360 € mit Versand einrechnet.
    Für 420 € wäre es ja okay gewesen. Die Technik reicht die nächsten Jahre sicherlich noch dicke, da braucht man nicht unbedingt nen Sammy S4 oder HTC One. Gerade, wenn man den Preis im Auge behält, braucht sich LG nicht zu wundern, wenn es (ebenfalls) nicht zum Verkaufsschlager wird …

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