Der KDE Plasma-Entwickler Aaron Seigo hält an seinem Plan fest, bald ein wirklich quelloffenes Tablet mit Linux auf den Markt zu bringen. Nachdem das Vorhaben rund um das “Vivaldi”-Tablet auf der CeBIT 2012 noch vielversprechend aussah, scheiterte man vorläufig. Inzwischen sind Seigo und seine Mitstreiter wieder auf den richtigen Weg zurück gekehrt und wollen innerhalb der nächsten drei Monate die ersten Geräte produzieren.

Linux-Tablet Vivaldi bekommt freie Hardware – Neue Version wird bald vorgestellt

Ursprünglich kooperierte Seigo mit einem chinesischen Hersteller, um das im untenstehenden Video gezeigte Tablet zu schaffen. Da die Hersteller aus China jedoch nach Angaben von Seigo nach Belieben an dem eigentlich festgelegten Board-Design Änderungen vornahmen und sich generell kein bisschen um mögliche Verletzungen von Open-Source-Lizenzen scheren, scheiterte der erste Ansatz, sich in Sachen Hardware weitgehend bei ohnehin verfügbaren Plattformen zu bedienen.

Inzwischen hat man sich umentschieden und selbst ein Board-Design für das mit freier Software laufende Tablet entwickelt. Der Vorteil hier besteht darin, dass durch gesockelte Komponenten einzelne Teile der Hardware beu Bedarf getauscht werden können – also CPU, Arbeitsspeicher oder auch Flash. Seit zwei Monaten kooperiert Seigo nun mit Komponentenlieferanten, wobei er stets sicherstellen will, dass nicht nur die Spezifikationen gut sind, sondern auch die Lizenzen. Gerade bei der Grafik ist dies problematisch, weil es keinen freien Grafiktreiber für ARM-Chips und deren Grafikteil gibt. Die Entwickler hoffen aber, dass der Lima-Treiber für ARM Mali-Grafikteile bald fertig wird, so dass sie diesen verwenden können.

Was die aktuelle Planung angeht, so gab Seigo zu Protokoll, dass man derzeit bereits im Stadium der Bestückung der Fertigungsmaschinen angekommen sei und bereits Ende Februar oder Anfang März fertige Hardware präsentieren kann – hoffentlich. Das Resultat der grundlegenden Neuausrichtung des Projekts Vivaldi ist laut dem Entwickler eine deutlich bessere Hardware-Plattform, bei der man mit zuverlässigen Partnern zusammenarbeitet. Außerdem sei es so möglich, eine richtige Roadmap für kommende Versionen des Vivaldi zu schaffen, die mit Multicore-Prozessoren und weiteren Formfaktoren aufwarten können. Wir wünschen Seigo & Co viel Erfolg und hoffen, ihn auch in diesem Jahr wieder auf der CeBIT oder vielleicht schon zum Mobile World Congress noch einmal interviewen und vielleicht auch die neue Version des Vivaldi präsentieren zu können.

PS: Wer Seigos eigene Worte zum Vivaldi nachhören möchte, sollte sich dieses Video von Minute 15:00 bis ca. 24:00 ansehen:

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  • MGTobias

    Ich drueck dene mal alle Daumen die ich habe. Hoffe es bleibt mehr als eine gute Idee…

  • Wastl

    Während in einem Unternehmen mit 1000 Ingenieuren diese auf die Barrikaden gehen, weil sie für ein neues Smartphone so viele Überstunden aufbauen mussten, brüstet sich hier fast zeitgleich eine Klitsche, dass sie in 5 Monaten ein Tablet zur Serienreife bringen.

    Entweder betreibt HTC gewaltiges Overengineering oder das Vivaldi-Tablet ist massiv underengineered…

  • http://twitter.com/T_ObiWahn Tobi

    Dem kann ich nur zustimmen, hoffentlich erwische ich Aaron dieses Mal auf der Cebit. Letztes Mal habe ich ihn und das Tablet um Minuten verpasst. ;)

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