Die Frage wer hier wem in seine Maerkte reinfuttert, beschaeftigt mich nun seit gut 2 Jahren und letztendlich wird es immer schwieriger diese zu beantworten, insbesondere wenn wir uns die aktuelle Weltwirtschaftslage anschauen.

Auf dem Netbook Summit im Mai 2010 nahm ich an einem Panel zu zukuenftigen mobilen Plattformen teil (u.a. mit Joanna Stern von This is my Next und Kevin Tofel von Giga OM), auf dem ich noch relativ vollmundig ankuendigte, dass Tablets die eBook Reader vom Markt wischen werden, wenn diese nicht umfangreiche Preissenkungen erfahren. Genau dies ist aber nun geschehen und wer sich in Shenzhen umschaut, kann 6-inch eBook Reader bereits fuer unter $50 kaufen!

Waehrend der IFA vor 2 Wochen wurde uns der Medion eBook Reader vorgestellt und auch dieser wird richtig guenstig, ja ich behaupte sogar mal ganz frech, dass er in Deutschland preislich neue Massstaebe setzen wird und passend zur Weihnachtszeit den Markt aufrollt. Es hat sich also ordentlich was getan und das laesst sich auch an den Ergebnissen der taiwanesischen e-Paper Industrie ablesen.

Nach Angaben von Digitimes ist diese im 1. Halbjahr 2011 um 70% gewachsen (im Vergleich zum gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres)und die neuerlichen Preissenkungen der Reader soll die Industrie gar zu einem Wettbewerber fuer Smartphones und Tablets machen.

Koennen eBook Reader wirklich den Tablets gefaehrlich werden?

Jegliche Vorhersage zur Entwicklung in den naechsten Jahren ist nicht nur schwierig, sondern nahezu unmoeglich. Der Mobile Computing Markt erlebt einen Aufschwung und strotzt vor Dynamik, dass ein Blick ueber das Jahr 2012 hinweg einfach toerischt waere.
Werden die User sowohl Tablets, als auch eBook Reader kaufen? Wann kommen die ersten vollwertigen Tablets mit einem e-Paper Display (ja, der Notion Ink Adam war ein erstes Beispiel aber wir kennen ja leider alle den eher bescheidenen Verkaufserfolg)und werden diese dann ausreichend Features bieten, um den Aufpreis von 300 Euro zu einem aktuellen eBook Reader zu gerechtfertigen?

Samsung ebook reader 550x366 Markt   Kannibalisieren eBook Reader die Tablets oder umgekehrt?
Ich weiss es einfach nicht und jeder der euch den Ausgang dieser “Schlacht der Konzepte” meint vorhersagen zu koennen, begibt sich auf ganz duennes Eis.
Was jedoch auf jeden Fall feststeht ist die Tatsache, dass 2011 der Auftakt zu einem mobilen Feuerwerk im naechsten Jahr ist und letztendlich ist es dann egal ob ihr euch fuer ein Tablet, einen eBook Reader oder einem Netbook der naechsten Generation entscheidet. Der Wettbewerb der Hersteller laesst vor allen Dingen einen Sieger zurueck und das sind wir, die User!

Bleibt die Frage wie es bei euch ausschaut? Tablet, eBook Reader oder gar beides? Was steht auf dem Wunschzettel der Netbooknews Leser?

P.S. Ob ihr es glaubt oder nicht aber ich habe mir inzwischen auch meinen ersten eBook Reaer zugelegt und zwar den Nook Simple Touch mit einem 6-inch Eink-Display.

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  • Anonymous

    Ich glaube es wird zu einer friedlichen Koexistenz kommen. Ich besitze auch beides, eBook Reader und iPad, und möchte keines der Geräte missen.
    EBook Reader haben einen ganz bestimmtes Einsatzgebiet in dem sie gut sind und das ist das lesen von Romanen. Alles was ich Seite für Seite lese, kommt auf den Reader.
    Tablets, wenn sie denn für lesen genutzt werden, sind eine ganz andere Sache. Klassische 10 Zoll Tablets sind für gemütliches lesen im Bett zu groß und zu schwer, auf Dauer nervt die Hintergrundbeleuchtung (ich weiß sehen nicht alle so). Aber sobald ich ein komplexeres PDF lesen will (wissenschaftliche Texte etc.) greife ich zum Tablet.
    Ich denke wirklich das eReader nur eine bestimmte Funktion haben, aber diese sehr gut machen. Deswegen wird jeder der viel liest zum eReader greifen und Leute die wenig lesen beim Tablet, das sie vermutlich sowieso haben, bleiben.

    • Anonymous

      Ich sehe das genau so.
      Tablets und eBookReader haben quasi ihre speziellen Einsatzgebiete. Ich werd einen Teufel tun und einen Roman auf einem beleuchteten LCDisplay lesen, ich merke ja schon beim Arbeiten am Rechner wie anstrengend das starren auf dem Bildschirm für die Augen ist. Auf einem EInk Display ist das reine Lesen viel angenehmer.

      @Sascha:disqus Der richtige Ansatz beide Konzepte miteinander zu verbinden war auf jeden Fall das Adam. Meiner Meinung nach was der Verkaufserfolg aber so bescheiden, weil sie ja mit der Produktion nicht nachkamen… und das angekündigte deutsche Supportcenter in unseren Landen wurde auch bis heute nicht umgesetzt oder?
      Ohne Support in den entsprechenden Ländern ist der Absatz immer recht schwer denke ich.

  • http://twitter.com/kpskps MK

    Ganz davon abgesehen, dass das Medium “gedrucktes, gebundenes Buch” für mich alternativlos ist: via eBook-Reader kann man zumindest ordentlich längere Zeit lesen, Tablets hingegen sind völlig ungeeignet zum Schmökern wegen reflektierender Oberfläche und augenermüdender Hintergrundbeleuchtung.

    • Anonymous

      @twitter-22261269:disqus  Würde ich nicht 100% zustimmen. Augenermüdend ist vorallem, wenn der Kontrast zwischen Bildschirm und Hintergrundlicht (“Raum”) zu stark ist, anders gesagt: Helligkeit von Raum und Bildschirm müssen aufeinander abgestimmt sein. Man sollte ja auch möglichst nicht in einem dunklen Raum am Computer arbeiten oder fernsehen. Wenn ich mein Handy mit matter Schutzfolie bei Helligkeit und sinnvoll gedimmter Hintergrundbeleuchtung verwende, ist das anstrengende eigentlich nur das mit 4″ etwas zu kleine Format. 
      Andererseits haben sich letztens bei einer LAN-Party alle beschwert, wenn ich das Licht aufgedreht habe. Warum? Glossy-Screens… Die ließen im Wesentlichen die Wahl zwischen Augenermüdung durch Spiegelungen oder durch den Bildschirm/Umgebungs-Kontrast.

      Andererseits merke ich beim Smartphone deutlich eine verringerte Schärfe durch die matte Schicht. Seit dem Notion-Ink-Adam-Blog weiß ich auch, dass das an den diffusen Brechungen in der aufgerauten Schicht liegen sollte. Insgesamt bevorzuge ich trotzdem deutlich eine halbwegs helle Umgebung und ein mattes Display. 

      Das Problem ist hier nur: Für den Massenmarkt lassen sich die scharf und farbintensiv wirkenden Bilder eines Glossybildschirms wohl einfach besser vermarkten als praktische Überlegungen wie die Verwendung von Bildschirmen in beleuchteten Räumen oder Sonnenlicht-Tauglichkeit… Irgendein Blog hat glaube ich auch berichtet, dass der Erfolg des iPad mit einem LCD ein wesentlicher Grund ist, weshalb Mirasol noch nicht am (Massen?)markt ist. Warum in eine überlegene Technologie investieren, wenn ihre Vorteile schwer vermarktbar sind?

      @LuckyStrik3r:disqus  Ich bin mir nicht sicher, ob die Naturschutzrechnung aufgeht – Papier ist recyclebar und bei der Produktion technischer Geräte fallen Abfallstoffe an — irgendwann sind die Geräte selber Abfall. Und Energie verbrauchen sie auch (für Ebookreader vielleicht weniger relevant, aber sicher für Tablets). Dazu kommt, dass ich nicht so recht sehe, wie Tablets oder Ebookreader Schulbücher ersetzen sollen. Man kann oft nicht so schnell blättern (Ladezeiten), Notizen fühlen sich weniger natürlich an und die fürs menschliche Denken hilfreiche Zuordnung von “Inhalt” und physischer “Position” geht auch meist verloren. Da gibt es einfach zu viele Punkte an denen es für den einzelnen scheitern kann.

  • http://twitter.com/bicyclist Uwe Hauck

    Ok, “wir Technikgeeks” werden sagen, beides hat seine Berechtigung. Aber sind wir mal ehrlich. Der durchschnittliche Kunde springt auf das bunte Display an, darauf, dass man da auch Spiele drauf spielen kann und ach ja, Bücher lesen kann man damit auch noch. Ich fürchte, wenn die EBook Reader nicht bald so um die 50 Euro kosten bzw. evtl. wie es ja Amazon plant evtl. Premiumkunden als Teil eines “Buchabos” ähnlich Audible begegeben werden, werden sie auf lange Sicht vom Markt verschwinden. Spätestens, wenn die ersten Tablets auf den Markt kommen, die durch matte Displays und noch längere Akkulaufzeiten den Kundenwunsch nach Bequemlichkeit beim Lesen erfüllen, sind die Tage des EBook Readers gezählt. Klar find ich das schade, ich lese selbst lieber aufm Ebook Reader. Aber manchmal hat die Masse unrecht und gewinnt doch.

  • http://twitter.com/StoHelit Mirko Schenk

    Ich glaube auch an eine weitgehend friedliche Koexistenz.
    Sicher, wer nur ab und an mal liest und evtl. sogar noch viel mit Anmerkungen u.ä. arbeitet oder Farbe+Animationen “braucht” (für Magazine wie Spiegel oder NG), könnte mit einem Tablet als Leseutensil eher glücklich werden.
    Aber abgesehen von solchen Sonderfällen ist ein eBook-Reader eben doch im Vorteil: Kleiner, leichter, längerlebiger Akku und last not least wesentlich augenschonender bei längerem Lesen.
    In die andere Richtung ist die Konkurrenz noch kleiner: Wer will denn auf einem langsam aktualisierendem Display, das in der Touchscreen-Variante auch noch nervig spiegelt, browsen, spielen, arbeiten?
    Kombinationen wie Adam oder eDGe finde ich zwar technisch spannend, aber sie bringen derzeit meiner Meinung nach nichts. Zwei getrennte Geräte sind billiger, leichter und jeweils einfacher zu bedienen, außerdem bleibt in diesem Fall beim eBook-Reader wieder der Akkuvorteil.
    Richtig spannend könnte es werden, wenn es mal schnelle farbige eInk-Displays zu bezahlbaren Preisen gibt. Schafft man es dann auch noch, Touchscreens ohne Spiegelscheibe zu erschaffen und den Stromverbrauch vom bisher zweitgrößten Akkufresser nach dem Display, der CPU, zu senken, werden getrennte Reader zunehmend uninteressant. Aber ich befürchte, das dauert noch lange…

  • Steffen König

    Ich stimme auch zu. eBook-Reader sind LESE-Geräte. Leicht, simpel mit langer Akkulauzeit. Die Geräte sollten preiswert sein. Läßt man mal eines am Strand liegen, oder tritt drauf, gibt es ein neues Gerät. Die Bücher werden aus der Cloud neu synchronisiert und das wars. Ich bin auf Color ePaper gespannt. Dann machen auch Zeitschriften und Illustrierte Spaß. Mein Use Case sind übrigens Kurzgeschichten, die man bei Amazon oder anderen Online-Buchhändlern für ein paar Cent kaufen und aufs Gerät laden kann. Viele Kurzgeschichten gibt es selten in gedruckten Anthologien und wenn, dann muß man noch andere Geschichte mitkaufen. So wie damals, bei den CD-Alben ;-)

  • Anonymous

    ich hoffe, dass sich ereader durchsetzten, es wäre eine wohltat für den weltweiten baumbestand, der so wichtig ist für unser klima und unsere atemluft. auch würden 10 kilo schwere rucksäcke für 30kilo schwere grundschüler der vergangenheit angehören und somit gebs weniger haltungsschäden und daraus resultierende folgekrankheiten die unser gesundheits- und sozialwesen belasten. die müssen halt mal anständige rausbringen, auf den man auch mal wissenschaftliche texte mit bildern und grafiken anständig angucken kann. man sieht unsere menschheit steht und fällt mit dem erfolg oder misserfolg von ereadern ;)

  • http://twitter.com/jcfrick Jean-Claude Frick 

    Ich besitze neben em iPad einen Amazon Kindle eReader und die beiden Geräte ergänzen sich perfekt. 
    Mit dem Kindle 3G kann ich weltweit gratis ins Netz und mir jederzeit Lesestoff besorgen egal wo ich bin. Man kann damit “nur” Lesen, das aber perfekt. Alles andere kann ich mit dem iPad machen. 
    Ich denke die eReader werden solange Erfolg haben solange sie nicht versuchen mehr zu sein als eben Devices zum entspannten Lesen. Dann können sie so günstig sein wie bisher und haben auch eine Berechtigung, sobald versucht wir eine Art Mini Tablet daraus zu machen gehts schief und der Konsument greift lieber zu richtigen Tablets

  • http://www.facebook.com/people/Mario-Krüger/100000000100609 Mario Krüger

    Also erst einmal großes Kompliment an dich, Sascha. Deine Seite ist der Grund, warum ich den Rechner jeden Tag bemühe. Ich warte noch auf ein Tablet/Reader, mit dem ich in der Wanne Bücher lesen kann. Dieses Feature würde ich auch gern extra bezahlen.
    An dich habe ich nur einen Rat: Mach weiter so!

  • Sören Nilsson

    Bei mir steht das Galaxy Tab 7.7 als Nachfolger des 7ers auf dem Wunschzettel.
    Lese jetzt schon News, Blogs und Bücher auf dem Tab. Funktioniert super, könnte nur schneller sein.
    Ich finde die Größe ideal und sehe keinen Grund neben S2, Subnotebook und Desktop ein 10 Zoll Tablet oder eReader zu besitzen.

  • Anonymous

    ich werde mir einen ebook-reader kaufen wenn:
    - gute unter 100€ liegen UND gedruckte und e-books zusammen zu keinem allzu höheren preis verkauft werden als gedruckte allein
    UND
    - falls bis dahin nicht tablets eine vergleichbare lese-qualität anbieten – was ich bezweifle..

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