Yahoo gehört zu den Unternehmen, die laut Edward Snowdens Enthüllungen mit der NSA im Prism-Programm zusammen arbeiten. Dem Unternehmen ist aber wichtig, dass diese Zusammenarbeit nicht freiwillig erfolgte, sondern von der Regierung per Gerichtsbeschluss durch den Foreign Intelligence Surveillance Court (FISC) erzwungen wurde. Dieses Geheimgericht ist für die Arbeit der Geheimdienste zuständig.

Mehr Offenheit in Sachen Prism? Geheimgerichtsurteil gegen Yahoo wird veröffentlicht

Und vor eben jenem Gerichtshof hat Yahoo auf die Veröffentlichung der Dokumente über das Gerichtsverfahren von 2008 geklagt – erfolgreich. Ein kloeiner Schritt hin zu einer öffentlichen Aufarbeitung der NSA-Arbeit? Oder vielleicht doch nur eine weitere Nebelkerze. Immerhin hat die US-Regierung bis zum 29. Juli Zeit einen Zeitplan für die Veröffentlichung vorzulegen. Bis die Dokumente also wirklich in der Öffentlichkeit landen kann durchaus noch einige Zeit vergehen. Und dann ist auch noch nicht klar, was am Ende in der Öffentlichkeit landet, denn natürlich wurde der Regierung die Möglichkeit gegeben die Dokumente zu bearbeiten, um Geheiminformationen zu schützen. Es wird am Ende also davon abhängen, wie viel Text zwischen den schwarzen Balken übrig bleibt, ob es sich hier wirklich um einen Schritt in Richtung öffentlicher Kontrolle der NSA handelt oder doch nur einen rein symbolischen Akt ohne echten Nutzen.

Yahoo ist trotz allem natürlich „sehr zufrieden“ mit der Entscheidung, immerhin geht es dem Unternehmen wohl in erster Linie darum den schwarzen Peter der freiwilligen Kooperation mit der NSA los zu werden und dahin ist das nun ein erster Schritt. Und auch Microsoft und Google haben aktuell Anträge beim Geheimgericht FISC laufen, hier geht es um die Erlaubnis zu veröffentlichen wie viele Behördenanfragen von den einzelnen Behörden kamen. Aktuell dürfen sie nur Gesamtzahlen für alle Anfragen nennen, also nicht aufgeschlüsselt in Anfragen von Polizei, Steuerbehörde und Geheimdienst. So eine Aufschlüsselung gäbe natürlich die Möglichkeit den Umfang der geheimdienstlichen Überwachung besser abzuschätzen.

Bleibt zu hoffen, dass auf diesem Wege ein bisschen Licht in die ganze Sache kommt – von unserer Bundesregierung können wir dahingehend ja offenbar nichts erwarten

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  • Holgi

    Das ist auch Augenwischerei von Yahoo. Das alle mehr oder weniger dort gezwungen werden den Schnüfflern Zutritt zu gewähren ist ja nun raus. Ich vermisse von den allmächtigen großen Firmen dort mehr Widerstand gegen das Thema.
    Wenn man das Vermögen aller, Yahoo, M$, Apple, Google, Twitter, Facebook etc.
    zusammen rechnet, stellen die eine eigene Macht im Staat dar. Leider kommt von denen aber viel zu wenig.
    Eine schöne “freie Welt” ist das da bei denen. Pfui Spinne.

    • Kojiro_Kamex

      Och, es gab schon Leute die da starken Widerstand geleistet haben.
      Davon hocken wohl ein paar im Knast o. Psychiatrie, ein paar tragische Unfälle und ein paar klare Fälle von Selbstmorden.

      Etwaige involvierte Unternehmen mussten halt leider abgewickelt werden.

      Kurz, da kann man noch so viel Kohle haben, im Zweifel hilft einem die nicht. Effektiv hat man dadurch nur noch mehr zu verlieren.

      Und die Leute, die schon früher entsprechendes geäussert haben, hat man als wirre Verschwörungstheoretiker abgetan.

      • Holgi

        Das sollte uns dann ernsthafte Sorgen bereiten ;-)

        Schau wie das Thema schon einschläfert. Keiner traut sich mehr was zu sagen (ggg)

  • LinusX

    Diese ganze Geschichte der Anzahl der Anfragen ist m.E. ein reines Ablenkmanöver. Hat denn keiner gelesen, was der Snowden erzhählt hat? Die Fragen nicht, die lesen/hören einfach. Deswegen ja die direkten Zugänge zu den Servern von MS, Google, Yahoo, etc. Die Anfragen kommen dann wohl fast alle von Polizei und Steuerfahndung, die diese Möglichkeiten nicht haben.
    Gruß,
    Linus X.

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