PRISM, Tempora und jüngst auch XKeyscore lassen derzeit die Welt aufhorchen. Die weltweite Spionage und Vernetzung von US-Unternehmen ist erschreckend weit fortgeschritten. Die Bundesregierungen seit 2002 schweigen dazu. Doch was passiert eigentlich mit meinen Daten? Warum geben Google, Microsoft, Apple und Co. diese einfach ungefragt an die NSA weiter? Auch andersherum gibt der BND munter die Daten aus Deutschland weiter an die NSA. Und warum lasse ich mir das eigentlich noch bieten? Mein digitaler Umzug nach Island ist mittlerweile vollzogen, auch mobil. Den 200-Euro-Mehraufwand pro Jahr nehme ich dabei lächelnd in Kauf.

Mein digitaler Umzug und “verzweifelter” Kampf gegen PRISM und XKeyscore

Was ist passiert? Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass die USA und Großbritannien in der weltweit herrschenden Kommunikationsflut fischen gehen und sich so viele Daten wie möglich aus dem Strom angeln. Möglich machen das Tools wie PRISM, Tempora und zuletzt XKeyscore.

Hinter PRISM verbirgt sich ein sogenanntes Spähprogramm der NSA, das bereits seit 2007 im Einsatz ist. Es ermöglicht das Abgreifen von E-Mails, Fotos, Privatnachrichten und Chats im Allgemeinen. Hierbei erhält es unter anderem Hilfe von den US-Firmen Google, Microsoft, Facebook, Apple, Yahoo und Skype. Angeblich werden die gespeicherten Daten bis zu drei Tage vorgehalten um dann wahrscheinlich weiter auf US-Server der NSA geleitet zu werden. Der britische Bruder Tempora soll sogar noch gründlicher sein und spezifischere Eckdaten zu Personen zuordnen können. Der Knaller ist aber der Neuling XKeyscore.

XKeyscore und das Ende unserer Grundrechte

Das Tool, ebenfalls von der NSA, kann eigentlich alles abgreifen, was sich nicht verschlüsselt über die Datenautobahnen bewegt. Selbst verschlüsselte Kanäle können abgefangen werden – bisher aber nicht ausgelesen werden. Grundsätzlich geht es um Metadaten und deren Verbindungen. So verraten Metadaten alles über Menschen und ihr Verhalten – vorausgesetzt ich kann diese Daten auch auswerten. Die NSA kann es, zumindest im kleinen Rahmen. Daher sucht sie auch hauptsächlich mit XKeyscore nach auffälligen Mustern im Netz. Und auffällig ist im Netz jeder! Der verantwortliche Senator Ron Wyden ist sich sicher, dass die millionenfache Überwachung “nicht absichtlich abläuft”. “Es gibt Fälle, in denen sie vielleicht versehentlich sammeln, aber nicht mit Absicht.” Schon witzig.

Seit es drum. Der einzige aus Unternehmenssicht, der sich ein wenig wehrte, war Yahoo. Alle anderen gaben die Daten ohne zu zögern heraus. Dabei muss erwähnt werden, dass den Unternehmen in den USA auch die Hände gebunden sind. Nach Anordnungen des FISC haben sie keine andere Wahl. Ebenfalls erwähnenswert: Wer der NSA und CIA hilft, bekommt Geld oder andere Vergünstigungen. Wer etwas anderes behauptet, ist ein Lügner, basta. Die Bundesregierung, Google, Apple, Microsoft und Co. scheißen auf unser Grundrecht. Das muss uns einfach klar sein.

“Ich will nicht in einer Gesellschaft leben, die so etwas macht.”

(Edward Snowden, Anfang Juni 2013)

Grund für mich, meine digitale Hurerei mal zu überdenken. Obwohl beispielsweise Google tolle Dienste anbietet und für mich funktionell eindeutig der beste Cloud-Anbieter weltweit ist, wollte ich nach kurzer Überlegung eine digitale Veränderung. Diese habe ich nun umgesetzt – zumindest ein wenig. Einen kompletten Schutz gegen die NSA und anderen Geheimdiensten, auch hierzulande, gibt es leider nicht. Doch sollte man es denen zumindest etwas schwerer machen; seine Daten beispielsweise bei unterschiedlichen Anbietern auslagern.

Facebook, Gmail und andere Daten-Sammelbecken sollten meines Erachtens nicht ausschließlich gemieden werden. Aber eine gewisse Aufklärung, wie die Dienste funktionieren, wäre hilfreich – so, dass auch meine Mutter es versteht. Zudem sollten sie endlich selbst anfangen, die Regierung unter Druck zu setzen. Grundsätzlich verschlüsselte E-Mails sind für Google und Co. zum Beispiel verboten. Andererseits würde Google ein wichtiges Geschäftsfeld verlieren.

Google und die Sucht nach Daten

Und im Falle Google etwa sollte man sich seit 2012 ein wenig Gedanken machen, da die Suchmaschine seitdem sämtliche Daten personalisiert, womöglich ein hilfreiches Tool der NSA? Warum das Scannen und Erheben von Daten zulässig ist, weiß der Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert: „Es gilt US-Recht. Faktisch gesehen, besteht somit kein Datenschutz. Wer also so fahrlässig ist, Google-Mail und Co. zu nutzen, weil alles kostenlos angeboten wird, muss wissen, dass er sich auf eine Datenkrake einlässt“, so der Datenschützer. Und was am 7. September 1998 in einer Garage begann, sucht heute noch akribischer nach neuen Daten-Kanälen, die den enormen Hunger der Suchmaschine nach Daten weiter stillen sollen. GooglePlus beispielsweise.

Das tückische ist meines Erachtens die Anmeldung der Suchmaschine. In der Praxis sieht es in etwa so aus: Nach erfolgreichem Login und E-Mails lesen, entscheidet der Nutzer noch etwas herumzusurfen, ohne sich auszuloggen. Fortan befinden er sich in einer neuen Situation, die für ihn nicht ersichtlich ist. Google schneidet nämlich fortan alles personalisiert mit. Das passiert seit Android in Massen auch auf mobilen Endgeräten. Und genau diese Datensätze werden auf Anfrage an die Geheimdienste weitergegeben. Letztere freuen sich einen Ast, da sie keine Superrechner anschmeißen müssen, um Verknüpfungen herzustellen. Google ist dabei aber leider nicht der einzige Anbieter, der so arbeitet. Microsoft, Apple und Amazon (und mindestens 100 andere) spielen ebenfalls datentechnisch in der ersten Liga. Dass der Datenschutz bei Google keine Rolle spielt, zeigen die Reaktionen auf die zuletzt geführten Androhungen aus Europa. Alleine die Strafen sind ein Witz.

Island, Datenschutz, Demokratie

Daher musste für mich eine digitale Veränderung her. Auf der Suche nach Datenschutz-konformen Anbietern kommt man heutzutage nicht mehr an Island vorbei. Sozusagen die Schweiz der digitalen Daten. Dort zelebriert nicht nur das Parlament eine richtige Demokratie, auch WikiLeaks-Gründer Assange schwört auf diese Insel. Bereits 2009 sprach sich Julian dafür aus, in Island einen Datenhafen zu errichten. Warum? Island ist speziell wegen seiner modernen Mediengesetzgebung, an der die Mitarbeiter von WikiLeaks beratend mitwirkten, ein für WikiLeaks attraktives Land (Quelle: Wikipedia). 2010 wurden die Weichen dafür gestellt. Also ab nach Island – E-Mail, Files sowie die Übertragung dahin sollten neu strukturiert werden. Auch mit dem Wissen, dass spezielle Dinge auch weiterhin den Behörden schutzlos ausgeliefert sind. Egal, mit irgendwas muss man ja beginnen.

E-Mail bei 1984

1984   Stóri bróðir hefur gætur á þér

Für meine E-Mails wählte ich den Hoster 1984, bei dem ebenfalls WikiLeaks einige Seiten abgelegt hat. Da die Seite auch in englischer Sprache vorliegt, war die Anmeldung innerhalb von fünf Minuten abgeschlossen. Die E-Mail stand samt Domain innerhalb von zehn Minuten. Um meine Ordner aus Google nach 1984 zu ziehen nutze ich einfach einen Client. Beide Accounts ließen sich so auf einen Bildschirm abbilden; jetzt nur noch die Ordner samt E-Mails von A nach B kopieren. Das Web-Interface von 1984 kann sich sehen lassen. Zum einen gibt es das Backend auch in deutscher Sprache, zum anderen darf der Nutzer eine Menge Einstellungen vornehmen. Daten werden laut Anbieter nicht herausgegeben – auch nicht auf Anfrage von staatlichen Behörden. Mit einigen Kontakten verschlüssele ich zusätzlich via PGP.

Files bei GreenQloud

GreenQloud Logo

Google Drive hat bis PRISM gute Dienste geleistet. Doch sind mir meine Kunden und ich mir selbst ein wenig mehr Privatsphäre wert. Auch hierfür wurde ich in Island fündig. GreenQloud wirbt sogar damit, dass die Server ausschließlich in Island stehen und das Unternehmen keiner Regierung untergeordnet sei. Zurzeit nutze ich noch die Testphase, doch bereits nach zwei Wochen bin ich überzeugt, meine Daten dort in der Cloud dauerhaft abzulegen. Die Bedienung ist einfach und vor allem sehr übersichtlich. Was besonders gefällt: Der Anbieter erlaubt die Verschlüsselung der Daten. Der Zugang per SFTP ist zudem nur über den API-Key und privaten Key möglich. Der persönliche Hauptzugang liegt verschlüsselt auf dem Server, dieser kann nur vom Nutzer eingesehen und sogar jeder Zeit geändert werden. Das Schlüsselpärchen an sich kann ich ebenfalls immer wieder neu erstellen. Ebenfalls erfreulich: Der Account ist von allen anderen Speichern getrennt.

VPN bei VPNTUNNEL

promo-krypterad-vpn-tjanst

Mittlerweile surfe ich ausschließlich per VPN. Hierfür habe ich mich für den schwedischen Anbieter VPNTUNNEL entschieden. Dank seines Standortes Schweden, lohnt sich ein Blick auf den IT-Zwerg. Dieser speichert nämlich ausschließlich außerhalb der schwedischen Staatsgrenze Logfiles, ansonsten nicht. In Schweden gibt es zwar ebenfalls die Vorratsdatenspeicherung, doch schwedische Unternehmen bilden derzeit ein Konsortium, welches sich bisher erfolgreich gegen die Herausgabe von Kundendaten wehrt. Der EU gefällt das wahrlich nicht. Gespeichert wird allerdings auf den Servern in Deutschland, Rumänien, Russland und den Niederlanden. Die Server in den USA hat man nach PRISM sogar abgezogen – Respekt. Was allerdings fehlt: Der Anbieter bietet keine eigene Software an. Der Nutzer kann entweder die freie Software Tunnelblick nutzen, die beim Download die Konfigurationsdatei bereits enthält, oder aber die wenigen Einstellungen manuell in den Netzwerkeinstellungen vornehmen. Wichtig: Unter Weitere Optionen in der VPN-Verbindung selbst auf weitere Optionen klicken und „Gesamten Verkehr über VPN-Verbindung senden“ aktivieren. Technisch werden alle denkbaren Devices unterstützt. iOS, OS X sowie Linux und Windows. Wer anstatt den vier Euro im Monat, sieben bezahlt, darf sogar über denselben Account gleichzeitig mit seinen mobilen Geräten ins Netz. Die Server sind Linux-Systeme. Aber Vorsicht: Wer verschlüsselt, macht sich verdächtig.

Mist, von Google komme ich “noch” nicht los

Kein Drive und keine E-Mails mehr bei der Suchmaschine. Ein gutes Gefühl. Dennoch, so ganz ohne Google geht es derzeit noch nicht. Zum einen benutze ich gerne mein Nexus 4, zum anderen nutze ich regelmäßig Google Hangout. Also habe ich derzeit noch einen separaten Account, über den ich die Video-Konferenzen zelebriere. Über diesen schreibe oder sende ich aber keine E-Mails. Auf einem anderen Google-Account lasse ich meine Kontakte noch abgespeichert liegen. Wer also eine Alternative zum Telefonbuch hat, welches nicht mit Google verknüpft ist, her damit. Auch andere Alternativen, Lösungen sind herzlich willkommen.

Ja, ich bin ein Typ, der radikale Veränderungen sucht. Dennoch, es handelt sich zunächst um einen persönlichen Test-Ballon, den ich in den nächsten Wochen fortlaufend anpassen werde. In Sachen Hangout suche ich derzeit nach einer bezahlbaren Alternative in Sachen Video-Konferenz – verschlüsselt versteht sich. TeamViewer aus Göppingen/Deutschland wäre so eine. Mit Lizenz würden die Online-Meetings verschlüsselt funktionieren. Aber auch mein Adressbuch wird noch Veränderungen wahrnehmen. Ach ja, die Veränderungen sind nicht wirklich kostenlos. Ich bezahle zirka 200 Euro im Jahr. Und wer weiß, vielleicht kicke ich Google und Co. ja doch noch völlig aus meinem digitalen Leben – verdient hätten sie es ja. Und für die Geheimdienste sollten VPN und PGP zunächst ausreichen.

Und, wie schützt ihr euch? Denkt ihr beispielsweise bereits drüber nach, den Anbieter zu wechseln? Oder ist euch die Debatte rund um PRISM und XKeyscore egal? Vielleicht ist meine Reaktion doch zu kritisch?

Teaser-Bild: Markus Henkel

Newsletter abonnieren

RSS-Icon Immer auf dem Laufenden bleiben? Dann abonniere unseren RSS-Feed!
  • http://allaboutsamsung.de/ Lars

    Bamm, toller Artikel Ebbe! Mal zu dem VPN… wird damit nicht alles deutlich langsamer?

    • Markus Henkel

      Langsamer ja, aber zum Surfen und Videos schauen reicht es. mehr benötige ich nicht während der Arbeit.

    • Markus Henkel

      Ach ja. Danke Lars :-)

  • http://gmail-blog.de/ Boris Schäfer

    Was spricht gegen eigene Lösungen wie z. B. OwnCloud? Den Server (Standort) kann man sich ja frei auswählen und dann die Cloud einfach selbst hosten. Kontakte via CardDAV, Termine über CalDAV und wer mag, sogar ganze Files mit WebDAV.

    Ein Zertifikat bekommt man ja auch für weniger als 100 EUR und viele Anbieter geben kostenlos SSL Zugriff über den eigene SSL-Proxy.

    Gruß Boris

    • pegelf

      Ein SSL Zertifikat muss man nicht mal mieten. Es ist auch möglich sich selbst eins auszustellen. Dann meckern zwar hin und wieder mal die Clients zur Synchronisierung, aber wenn man der einzige ist der es nutzt kann es einem ja egal sein.

      • http://gmail-blog.de/ Boris Schäfer

        Ja, das stimmt. Aber nicht jeder betreibt einen eigenen Root oder hat entsprechende Zugriffsrechte. Und viele Anbieter nehmen auch für eigene Zertifikate eine Einrichtungsgebühr. Klar kann man dann auch gegen Aufpreis einen günstigen vS mieten, aber für den Aufpreis bekommt man dann auch direkt ein Zertifikat.

        Und das Gute an OC ist ja, dass Webspace mit php und einer Datenbank ausreichen.

        • pegelf

          Ja, das stimmt. Wobei man kleinere V-Server auch schon für einstellige Beträge mieten kann was sich vor allem lohnt, weil man dann meistens mehr Speicherplatz hat.

          Für den “Normalverbraucher” müsste aber tatsächlich ein Webspace reichen, sofern er nicht auch noch VPN etc. nutzen möchte.

    • Markus Henkel

      Cloud beschreibt ja 99%ige Erreichbarkeit. Die habe ich leider nicht at home mit owncloud – dennoch finde ich die Software klasse. Nur die Administration ist m.E. für den herkömmlichen Nutzer nicht machbar.

  • derflo

    Auf solche Artikel warte ich schon lange! Danke!
    Warum versucht Deutschland nicht ein Land für Datenschutz zu werden. Das sollte der Industrie doch gefallen, den Privatanwender natürlich auch.

  • pegelf

    Da man bei VPNs im Ausland gewissermaßen Geschwindigkeitseinschränkungen hat, nutze ich grundsätzlich kein VPN, da ich in einem LTE Grenzbereich wohne (auf Papier nicht da, in der Praxis dennoch nutzbar). Deswegen bleibt es was Hosting angeht bei mir zumindest bei einem Server in Deutschland.

    Ich habe mir einen V-Server gemietet und stelle mir über diesem unter anderem eine Cloud, einen VPN Server und einen Jabber Server bereit. In der Cloud speichere ich meine Kontaktdaten via CardDav und synchronisiere sie so mit all meinen Geräten. Ebenfalls nutze ich ihn zur Kalendersynchronisierung über CalDav. Als Datenspeicher nutze ich die Cloud eher selten. Eigentlich ausschließlich wenn ich mal eine Datei mit Freunden teilen muss. Ich kann Clouds wegen meiner Internetverbindung im allgemeinem nicht sonderlich gut verwenden (habe schon 8GB große Dateien per Post empfangen um mein Monatsvolumen nicht einzuschränken). Mal gucken, wenn ich alt genug bin um wieder in die Großstadt zu ziehen wird sich das vielleicht ändern.

    Über Jabber nutze ich ganz gerne OTR zur Verschlüsselung der Chatkonversationen. Über das XMPP Protokoll wird direkt Peer to Peer gechattet, sodass die Daten auf keinem Server gespeichert werden (im übrigen ist es deshalb egal wo man seinen Account erstellt). Leider nutzt das aus meinem Freundeskreis bisher fast niemand, sodass Jabber wohl vorerst nur für den Austausch privater Daten gut ist.

    Die VPN Funktion nutze ich momentan lediglich wenn ich einen öffentlichen Hotspot nutze.

    Habe das im übrigen schon eingerichtet bevor das mit PRISM bekannt wurde. Es war auch ursprünglich nur gedacht, damit ich mich nicht von großen Unternehmen abhängig mache.

    • http://melon-subs.de/ Shi no tenshi

      Genau so hab ich es auf vor. Hab nur leider kein Erfahrung und hab mir
      einfach mal den für 3,99€ gekauft
      https://www.ovh.de/dedicated_server/isgenug.xml Vor hab ich E-Mail Server, VPN, Owncloud, Jabber und mal gucken wie
      ich es mit Kalender und Kontakte per Handy hinbekomme hab noch keine Idee aber mal
      gucken. Was könnte man den noch machen?

      • pegelf

        Ich würde sagen das reicht erst mal. Mehr braucht man eigentlich auch nicht.

        Ich wünsche dir viel Erfolg, dass du alles eingerichtet bekommst. Achja, vlt. noch ein Tipp falls du Fragen stellst: Ich lese im Internet viel in Richtung “wenn du keine Erfahrung hast, lass es lieber”. Da wird einem dann viel empfohlen dass man erst einmal unter localhost üben sollte. Wenn du Fragen hast würde ich dir von daher empfehlen, immer nur Einzelfragen zu stellen und nichts in Richtung “V-Server und nun?”. Da ist die wahrscheinlichkeit nämlich größer, dass du auch Antworten erhälst.

        Ansonsten weiß ich ja noch nicht, wie viel Erfahrung du mit Konsolen/Linux gemacht hast. An Dinge wie den Packetquellen gewöhnt man sich aber ziemlich schnell. Es gibt auch sehr viele nette Anleitungen dazu. Gerade jetzt wo das mit PRISM bekannt ist wird wahrscheinlich auch viel darüber verbreitet, wie man sich Dinge selbst hostet.

        Außerdem macht es meiner Meinung nach immer Spaß, “neue Welten” zu erkunden^^. Ich schätze mal du wirst auch viele Spielereien durchtesten^^.

  • MikaBaumeister

    Also VPNTunnel hört sich für mich sehr gut an. Könntest du mal einen Speedtest mit und ohne VPN posten? :-) Vor allem der Ping interessiert mich und wie groß die Schwankungen so sind.

    • Markus Henkel

      Speedtest: Bei 100Mbit/s bleibt der Upload unverändert. Download liegt bei zirka 15-20 Mbit/s. Mieser Ping – 135ms…Aber alles per WLAN…

      • MikaBaumeister

        Wow, also ist der VPN schon sehr viel langsamer? von 100 Mbit/s kommen nur 15-20 an?! Dann is bei meiner 6Mbit/s ja ganz schnell schluss mit Lustig..

        • Markus Henkel

          Musst einfach mal testen.

  • stagerbn

    warum muss eigentlich immer die arme Mutter als Beispiel für Ahnungslosigkeit herhalten…?

    • Markus Henkel

      Ist doch meine Mutter :-)

    • pegelf

      Wer wurde von seiner Mutter denn noch nie gefragt, wie man einen DVD Player/Video Recorder anschließt?

      • Jonas_D

        Meine Mutter fragt mich, wie man in Photoshop Bilder bearbeitet, diese freistellt und fürs Internet optimiert, weil Sie drei responsive WordPress-Webseiten unterhält – alle auf ihren eigenen Servern, inklusive eigens angepasster Customthemes. Sie führt sogar einen rechtssicheren Onlineshop.

        Das habe ich ihr in den letzten zwei Jahren beigebracht. In unseren Müttern steckt manchmal mehr drin, als wir denken.

        Vielleicht sind wir auch die Ahnungslosen? ;-)

  • Florian Breidenbach

    Interessanter Versuch, danke fürs dokumentieren! Zwecks Messaging könnte man noch Threema erwähnen http://diesunddas.net/threema

    Ansonsten bin ich gespannt auf dein nächstes Fazit :-)

  • Cadamdraft3D

    Super Artikel!
    Besonders der Teil der sich mit der Verantwortung von Google, Apple und Co. beschäftigt. Dies wird meiner Meinung nach viel zu wenig thematisiert. Dabei ist gerade hier die möglichkeit etwas als Verbraucher tun tun am evokativsten.

    Ich gehe davon aus, dass du ein pro User bist.
    Für normalos, reicht es aus einfach mal nachzuschauen, wo bin ich eigentlich angemeldet, Sky Drive, Google Drive oder Drop Box usw. (Kost ja nix), und einfach mal schauen was nutze ich wirklich und dann konsequent die Dienste löschen, (kündigen) die man nicht braucht, selten nutzt! So könnte man die Konzerne unter Druck setzten.

    • Markus Henkel

      Wenn die Unternehmen selbst Druck aufbauen würden, könnte sie m.E. ebenfalls viel erreichen. Doch das wird derzeit nicht verfolgt. Leider. Als Journalist muss ich auf meine Daten achten. :-)

      • pegelf

        Du hast doch selbst geschrieben, dass sie das wegen der Rechtslage nicht können. Oder meinst du so etwas wie dass sie sich zusammenschließen und ihre Anwälte dagegen protestieren lassen?

        Wie hieß nochmal der Zusammenschluss großer Unternehmen der sich für Internetrechte einsetzt?

        • Markus Henkel

          In Schweden gibt es ein Konsortium. In den USA haben die bisher nicht reagiert.

      • Cadamdraft3D

        Eben, die Unternehmen werden keinen Druck aufbauen, wenn wir als Verbraucher keinen Druck ausüben, erst wenn die Nutzer Zahlen sinken und somit der Umsatz, werden die Konzerne Druck auf die Regierungen ausüben.
        Ich bin der festen Überzeugung das wir als Verbraucher eine unglaubliche macht haben, aber dessen nicht bewusst sind!

        • Markus Henkel

          Das stimmt vielleicht. Doch Google und Co. sind halt massentauglich. Die Masse leider bequem.

          • Cadamdraft3D

            Genau da liegt der Hund begraben! :)
            Deshalb habe ich oft das Gefühl die Leute Regen sich mehr über ein Tag fleischfrei auf als über einen Überwachungssystem. :/

          • Andreas Pfaffinger

            Nein. Über beides. *Lammkotelett aus dem Kühlschrank hol*

  • ruedigerp

    Habe ich genau so gemacht. Wobei ich bei Mails und VPN schon lange so fahre. Aber halt nur auf eigenen Servern. Mails zwischen Familie, Freunde und Bekannte laufen sehr viel über verschlüsselte Verbindungen (TLS) oder oft auch VPN.
    Bei den Kontakten sieht man nur eine Verbindung zum VPN Server. Mail, HTTP, XMMP/Jabber usw. läuft alles da drin ab. Also was da durch geht bekommt auch keiner mit. Wer an wen eine E-Mail schickt, also die Metadaten, können so auch nicht mehr erfasst werden.
    Nur noch wenn E-Mail und Jabber an Personen gehen, die nicht innerhalb der Netzes sind können noch gesehen werden. Wobei ein Verbindung zu jabber.org oder andere Jabber Server ja auch mehrere Chats beinhalten kann. Also auch wieder nicht genau auf die Personen geschlossen werden kann.

    Eigentlich ist dieses Vorgehen, was aktuell sogar sehr viele vollziehen eine gute “Zurückentwicklung”. Viele zerren aktuell das Internet wieder etwas auseinander. Nicht grosse Netzwerke und Dienste wie Dropbox, Google-(Drive|Mail|Kalender], usw. Viele installieren auf Ihren Servern Clouddienste, Adress- und Kalenderserver, VPN Server usw.. Viele bieten dann Ihren Freunden und Bekannten gleich auch diese Dienste an. Zusätzlich werden auch noch von diesen Leuten auch noch mehrere VPNs zwischen deren Servern gezogen, so das viele Server von verschiedenen Leuten miteinander reden können. E-Mails und Co verschwinden aus dem öffentlichem Netz immer mehr in die VPNs und werden so sicher übertragen.
    Bei 6 Leuten, die wiederum 1-3 Leute mit Servern per VPN angebunden haben, an denen noch mal ein paar mehr Leute (Familie, Freunde, Bekannte) hinter hängen kann man mit allen zusammen schon ein nettes großes Storage aufbauen. Daten von A nach B schicken, wenn B noch nicht online ist, A gleich wieder offline? Einfach Platz von C, D oder sonst wen in dem Netz benutzen encFS Container anlegen und gut ist. B holt es später ab und gut ist.
    Die Scheiße funktioniert so toll, man sollte das eigentlich mal alles zusammen packen und verschenken ;-)

    • pegelf

      genau, schließen wir alle unsere Netzwerke zusammen und nennen es “Internet” :D.

  • tauerman

    Hier kann man sich mal über Alternative informieren.
    Da wird Jitsi als Alternative für Hangout genannt.

    https://prism-break.org/

  • http://www.searchmedia.de Torsten Maue

    Ich schmunzel darüber. Die machen das seit Jahren, nur hat es keiner gewußt und offensichtlich hat es auch niemandem geschadet. Und jetzt die Aufregung? Meinetwegen sollen die sammeln was sie wollen, wenn es sie glücklich macht. Wer an echten Datenschutz glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann. Alles was irgendwo außerhalb des menschlichen Gehirns existiert, ist praktisch ungeschützt und jeder von Menschen entwickelte Schutz, kann auch von Menschen wieder geknackt werden. Alles nur ein Hase-und-Igel-Spiel.

    • Markus Henkel

      Die Antwort tut weh. Wenn alle so denken würden, könnten wir auch Wahlen abschaffen, Diktatur einführen und auf den Umweltschutz scheißen.

  • Ted

    jedem das seine, aber man kann auch paranoid reagieren/werden… oder man nutzt es wie bisher, hat schliesslich bis jetzt auch keinem weh getan.
    Mit einem TrueCrypt Container kann man auch Dropbox absolut sicher benutzen…

  • http://www.nokes.de/ Nico

    Ich war noch nie so richtig an getan von Googles/Microsofts Diensten. Das Google mit Daten rumwirft ist schon lange kein Geheimnis mehr, denn nicht umsonst heißt Google seit Jahren “die Datenkrake”.

    Das erschreckende ist ebenfalls, dass die meisten Menschen auf diese NSA/BND Geschichte gar nicht reagieren und noch immer denken “Mir doch egal, ich habe nichts zu verbergen”.. ein Witz! Ich hoffe das solangsam mal die Menschen aufwachen und von den bequemen Diensten zu den sicheren Diensten wechseln.

    Danke für den Artikel!

  • Sascha Buchenthal

    Hi Markus,

    Du suchst nach einer alternativen zu der Android-Google-Adressbuchsynchronisation mit der NSA?
    Darüber hab ich mal was gebloggt… Schau mal auf http://www.saschas-blog.net vorbei, müsstest du recht schnell finden den Beitrag. Hab da nicht so viel drin stehen ;)
    Kurz gesagt: RaspberryPI ins haus, Server draus machen, ownCloud drauf.
    Von außen erreiche ich den via VPN ins Heimnetz. Ist dann gleich verschlüsselt und das Teil hängt nicht für jeden erreichbar im Web rum… Die Bildsynchronisation mit der NSA über Google+ kann man dan auch auf den ownCloud-PI auslagern ;)

    Gruß,
    Sascha

    • Markus Henkel

      Ich kann owncloud sogar auf meiner .is-Domain laufen lassen. :-)

      • Sascha Buchenthal

        Ich könnte ownCloud auch auf meinem Webserver laufen lassen. Das möchte ich aber gar nicht, ich brauch nur in mein Wohnzimmer gehen und weiß wo meine Daten sind. Die sind dann nicht “irgendwo” sondern eben zuhause. Die Performance reicht vollkommen um mein Adressbuch und ein paar Fotos zu synchronisieren, genau das was ich wollte: alles Geräteübergreifend, wissen wo die Daten liegen, im Betrieb ohne großen Wartungsaufwand und minimalem Risiko von Angriffen von außen während das ganze möglichst automatisch im Hintergrund läuft.
        Zudem gibt es hervorragende Tutorials dazu, nahezu jeder der sich nicht scheut ein paar freie Stunden und 100€ zu Investieren kann das ohne eigenen Webspace für sich umsetzen. Dazu werden nichtmal großartige Computerkenntnisse benötigt. In meinen Augen eine für viele umsetzbare Lösung. Und wenn man von dem bisschen stromverbrauch absieht hab ich nichtmal laufende kosten ;)
        Den nachteil das die Daten weg sind wenn mein Haus abbrennt nehme ich einfach mal in Kauf. Ich vermute dann hab ich andere sorgen als ein unsynchronisiertes Adressbuch…

        • Markus Henkel

          Ich nutze ja auch Kalender und andere Dinge. Und da meine Domain .is beschreibt, mache ich mir dahingehend weniger Sorgen. Ich probiere das die Tage auf jeden Fall mal aus.

  • http://netaction.de/ Thomas Schmidt

    Der Webmailer ist wirklich Roundcube? Den kannst du dir auch selbst installieren. Während RoundCube nicht mal Labels kann, hat GMail gerade den sortierten Posteingang eingeführt. Auch das Anlernen von Spam-Filtern ist bei RoundCube etwas umständlich. Das sind doch gerade die Gründe, aus denen wir bei Google sind. Nicht aus Faulheit oder Geiz oder Ignoranz.

    • Markus Henkel

      Man muss ja nicht. :-) Ich nehme diese Ordner-Struktur gerne an. Muss halt jeder für sich selbst ausmachen.

  • Pingback: TRB 340: Umzug, MOOCs, Angezeigt, Glaskugel, @dieKadda, @zwoelfzeilen « trackback.fritz.de

  • Carsten Dobschat
  • Timo

    @markushenkel:disqus Darf ich fragen, welche Software Du zum Upload Deiner Daten nutzt? Habe gerade noch die Trial bei GreenQloud und finde DragonDisk fast am besten (von den Freeware-Tools).

    • Markus Henkel

      CyberDuck (Mac OS X)

  • http://www.derkamener.de/ Der Kamener

    Hab mich auf deine Empfehlung hin bei vpntunnel.com angemeldet. Kann ich nur von abraten. Absoluter Saftladen. Der einzige Server der einwandfrei funktioniert ist der schwedische, die anderen sind entweder verdammt langsam oder man kommt überhaupt nicht drauf.

    7 Euro für die Tonne.

  • Pingback: Cloud Computing: Warum Unternehmen trotz NSA auf die „private“ Wolke setzen sollten | ebbes laengsynt

  • Eddy

Trackbacks & Pingbacks

  1. Pingback: TRB 340: Umzug, MOOCs, Angezeigt, Glaskugel, @dieKadda, @zwoelfzeilen « trackback.fritz.de

  2. Pingback: Cloud Computing: Warum Unternehmen trotz NSA auf die „private“ Wolke setzen sollten | ebbes laengsynt