So ziemlich jeder wird schon mal in die Verlegenheit gekommen sein, dass der Speicher auf seinem Smartphone oder Tablet knapp wird. Insbesondere, wenn man ein Gerät ohne Micro-SD-Karte sein eigen nennt, was in letzter Zeit leider immer häufiger passiert. Dann kommt im Nutzer ein wenig Panik auf. Intenso will da mit seiner WLAN Festplatte Memory 2 Move Abhilfe schaffen. Wie sie sich schlägt, lest ihr in meinem Langzeit Test.

Memory2Move – Speicher für die Jackentasche

Ich habe mir für diesen Test ein wenig Zeit gelassen, weil ich die Memory 2 Move wirklich auf Herz und Nieren testen wollte. Sie kam für mich genau zum richtigen Zeitpunkt, nenne ich doch seit gut drei Monaten ein LG Nexus 4 (16GB) mein Eigen, das bekanntlich keinen SD-Karten-Slot hat. Vorher hatte ich ein Samsung Galaxy Note, bei dem der interne Speicher und die SD-Karte bereits zum bersten gefüllt waren. Für jemanden, der pro Tag gut drei Stunden im ÖPNV unterwegs ist, kein Wunder. Musik, Videos und Bilder, alles sollte stets dabei sein. Nun bekam ich also leichte Probleme beim Wechsel der Geräte. Welche Musik brauche ich unbedingt, welche Videos möchte ich schauen, wenn ich in der U-Bahn kein Netz für YouTube habe? Ein Dilemma, aus dem mich die Memory 2 Move gewissermaßen befreit hat.

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Lieferumfang

Der Lieferumfang der Memory 2 Move umfasst alles, was man zum Betrieb braucht:

  • Intenso Memory 2 Move WLAN Festplatte (250 oder 500 GB)
  • Netzteil
  • USB 3.0 Kabel
  • Software WIFI Finder (auf einer 80mm Mini CD-ROM)
  • Kurzanleitung (Ausführliche Anleitung auf der Intenso Webseite)

Verarbeitung und Qualität

Das Gehäuse der Memory 2 Move besteht aus stoßfestem Plastik, in meinem Falle in weiß. Da ich eine andere SATA2 Festplatte eingebaut habe (1 TB), konnte ich einen Blick ins Innere werfen. Trotz der recht geringen Abmaße von 127 x 80 x 25 mm passt eine Menge hinein. Naturgemäß nimmt die Festplatte den meisten Platz ein. Diese ist zum Schutz gegen Stöße mit Hilfe von Gumminoppen schwingend aufgehängt. direkt darunter verbirgt sich der 3000 mAh Akku. Im vorderen Teil findet sich de Elektronik mit WLAN Modul und den Anschlüssen.

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Konnektivität

Neben WLAN im 802.11 b/g/n Standard, verfügt die Memory 2 Move auch über einen USB 3.0 Anschluss und einen RJ 45 WAN Port, um die Festplatte mit dem Router zu verbinden. Wozu das gut ist, lest Ihr etwas weiter unten. Zumindest bleiben da keine Wünsche offen.

Um größere Datenmengen zu transferieren, ist es ratsam, den USB 3.0 Anschluss zu benutzen, auch wenn das WLAN mit 72 bis 150 Mbps erstaunlich schnell ist. Ich habe mir gleich zu Beginn meine ganzen MP3s und einige Filme im MP4 Format auf die Platte gespielt und diese so mit knapp 600 GB an Daten befüllt.

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Akkulaufzeit gut bis hervorragend

Viele werden sich fragen, wie sich denn der Akku geschlagen hat. Den Akkuverbrauch genau einzuschätzen ist immer so eine Sache, unterscheidet sich doch das Nutzungsverhalten von Nutzer zu Nutzer. In meinem Fall kann ich von einer Laufzeit von mindestes 8 Stunden ausgehen. In drei Monaten wurde die Festplatte von mir zweimal aufgeladen.

Anwendungsbeispiele

USB 3.0 – Daten vom PC übertragen

Beginnen wir mal in der Reihenfolge, wie ein durchschnittlicher Nutzer die Memory 2 Move nutzen würde. Dies ist in den meisten Fällen die USB Verbindung mit dem PC, um die Platte mit den Daten zu füllen, die man gerne dabei haben möchte. Dies ist genauso einfach, wie bei anderen USB-Festplatten auch, mit einem kleinen Unterschied: Im Gegensatz zu Punkt 7.2 der Bedienungsanleitung muss die Platte ausgeschaltet sein. Beim ersten Verbindungsversuch bin ich fast verzweifelt, weil mein Windows 7 Rechner die Memory 2 Move nicht erkennen wollte. Erst durch Zufall habe ich heraus gefunden, dass ich mich entgegen der Anleitung verhalten muss. Sicher nur ein Schreibfehler, der aber Nerven kosten kann. Ist die Verbindung mal zustande gekommen, verschiebt man einfach im Datei Manager die gewünschten Daten auf die Festplatte.

WLAN – Daten übertragen oder streamen

Prädestiniert ist die Memory 2 Move natürlich für die WLAN Übertragung, die sowohl mit Smartphones und Tablets (Android oder Apple), als auch PCs unterschiedlicher Betriebssysteme funktioniert. Bei mobilen Endgeräten ist die Einrichtung ein wenig einfacher, als beispielsweise am Laptop. Nachdem man das WLAN Netzwerk “Memory2Move-CB20” ausgewählt hat, installiert man den Client WIFI Finder, den man auch auch auf der Intenso Seite herunterladen kann, sofern dieser keine Mini CD-ROMs schluckt (wie meiner). Hier taucht dann der Gerätename M2M und die dazugehörige IP Adresse auf. Ein Klick auf “My Storage” öffnet zunächst ein Eingabefenster für das Zugangspasswort. Hier lautet der Benutzername werksseitig “admin” und das Passwort “00000”. Das diese gleich geändert werden sollten, brauche ich nicht extra zu erwähnen, oder? Weiter geht es im Browserfenster, über das man Dateien verschieben und Einstellungen ändern kann.

Interessant finde ich die Möglichkeit, auf der Memory 2 Move das WLAN Netzwerk, mit welchem man ins Internet geht, optional einzurichten. Immerhin kann ein Gerät nur eine Verbindung gleichzeitig aufbauen und so kann man weiterhin das Internet nutzen, indem die Verbindung durch die Platte “durchgeschliffen” wird. Hier kommt auch der RJ45 Anschluss zum tragen: Hat man zu Hause kein WLAN, schließt man die Festplatte einfach an den Router an und gibt über das Web-Interface bei Bedarf die Zugangsdaten des Internetproviders ein. Hier hat Intenso mitgedacht, wie ich finde. Einen Nachteil hat es allerdings, wenn man die Memory 2 Move unterwegs nutzt: Ein Smartphone oder Tablet kann keine mobile Internetverbindung aufbauen, da ja eine WLAN Verbindung besteht. Vielleicht wäre es auch etwas zuviel verlangt, die Festplatte auch noch 3G fähig zu machen :-).

Am mobilen Endgerät ist die Herstellung der Verbindung übrigens wesentlich einfacher. Man lädt sich aus dem Play Store oder dem App Store die App memory 2 Move herunter und aktiviert das WLAN. Über die App lassen sich auch ganz bequem Dateien zwischen Festplatte und Gerät hin und her verschieben, sowie die Einstellungen ändern. Das Netzwerk heißt in der Regel Memory2Move-CB20 und ist mit dem Initialpasswort “intenso1” gesichert, welches man aber nach der ersten Anmeldung ändern kann und sollte.

Multimedia Streaming

Da Speicherplatz gerade auf mobilen Endgeräten bekannter Maßen Mangelware ist, bietet die Memory 2 Move ein eingebautes Streaming an. Die WLAN Übertragungsrate ist dazu ausreichend, auch Filme in HD Qualität zu streamen. Ich habe dieses Feature ausgiebig genutzt, in dem ich die Festplatte in meiner Tasche hatte und Nexus “am Mann” trug. Es können sich übrigens bis zu 5 Geräte gleichzeitig im WLAN befinden. Das bedeutet, dass ihr Eure Dateien auch ganz einfach mit Freunden teilen, oder gemeinsam einen Film schauen könnt.

Fazit

Die Memory 2 Move WLAN Festplatte macht für mich einen guten Eindruck und hat mir in vielen Situationen gute Dienste geleistet. Der 3000 MAh Akku macht seine Sache ebenfalls gut und sorgt für ausreichend Energie. Auch ist die Eigenentladung angenehm gering, so dass die Festplatte nach mehreren Tagen/Wochen in der Tasche trotz allem sofort Einsatzbereit ist. Aktuell kostet die 500 GB Variante 98 Euro bei Amazon.

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Intenso Memory2Move WLAN Festplatte 4,5 von 5
Kategorien Tests

Über Andreas Voetz (Gastblogger)

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Seit 1997 im Internet unterwegs, habe ich vor einigen Jahren meine Leidenschaft für das bloggen entdeckt. Als ich 2010 mein erstes Android-Handy in Händen hielt, war es um mich geschehen. Mein ...
  • Yannick

    Die wichtigste Frage bleibt leider unbeantwortet: Wie lang hält denn nun der Akku?

    • http://www.voetz.net Andreas Voetz

      Sagen wir mal so, in drei Monaten habe ich zwei mal geladen…

    • http://www.facebook.com/andreasxyzpupu Andreas Pfaffinger

      Hängt das nicht sehr stark von der Nutzung ab? Also ob man nun HD Filme stream oder nur ebooks liest… Auch wird die andere Festplatte da eine realistische Aussage bestimmt schwierig machen.

      • Ayhan Gündogdu

        Die genaue Batterielaufzeit ist abhängig von den genutzten Anwendungen und Einstellungen.

        Laut Produktfunktionen
        Batterielaufzeit von bis zu 5 Stunden
        Akkukapazität: 3000mAh

    • Andreas Voetz

      Sagen wir mal so, in drei Monaten habe ich zweimal geladen. Ich werde den Punkt aber noch ergänzen.

      • SONOiO

        Na ja, das finde ich dann allerdings für einen Test keine wirklich aussagekräftige Nutzungszeit. Hast Du das Gerät nur an der Werktagen genutzt (unwahrscheinlich), wären das bei drei Monaten (66 Werktage) + 2 x Aufladen (= 3×8 h) eine Nutzung von nur etwa 20 Min. am Tag.

  • chrrh

    Schöner Artikel. Benötige für mich zwar keine solche WLAN-Platte, aber wenn sich jemand dafür interessiert hat er bestimmt alle benötigten Infos gefunden.

    Was mich noch interessieren würde:
    1. Wie schnell wacht die Platte aus dem Standby auf (Einschalten ….X Sek…..Verbindung steht
    2. Hast Du in den 2 Monaten viel gestreamt, oder nur bei Bedarf schnell ein paar GB hin und her geschoben?

    Gruß,
    chrrh…

    • Andreas Voetz

      Also, die Aufwach zeit beträgt ungefähr 2 Sekunden. Gestreamt habe ich 3 Filme und hauptsächlich Musik.

  • colorado109

    SSD rein und das ding läuft doppelt solange oder so :-D

    • ausweichschraube

      Naja, wennde schon das Geld für ne SSD ausgeben willst [bestimmt doch 512 GB, oder? =)], dann kann man doch auch in Betracht ziehen sich ein Smartphone mit mehr Speicherkapazität zuzulegen und solltesich fragen, ob das nicht auch reichen würde.

      Man kommt da vllt. jetzt nicht auf 500 GB, aber ein bspw. HTC OneX+ mit 64GB gibts ab knapp über 400 €. Das bietet deutlich mehr Platz als das N4 für Musik und Co und ist immer noch günstiger, als N4 16GB + Move2Memory zusammen.

      Ein Vergleich für ein USB OTG Kabel + MiniCardreader und z.B. ne 64GB microSD würde sich auch lohnen und könnte man als Vergleich auch mit in den Artikel aufnehmen!

      Btw: 600 Gig an Mp3 und Filmen für unterwegs … man, das müssen ja langweilige Fahrten sein! ;-)

  • Benny Nimmerrichter

    Schöner Artikel! Ein Paar Screenshots von der Android/iOS Software wären schön gewesen. Außerdem ist bei mir eine Frage offen geblieben: Wie ist die Festplatte formatiert? FAT32 erlaubt keine Dateien über 4 GB, HFS+/NTFS sind Betriebssystemabhängig und ExFAT noch recht jung.

    • ausweichschraube

      Das würde mich auch mal interessieren! Wie sieht die App dazu aus? Ist der Zugriff auch via Browser vom Smartphone aus möglich?

      Müsste auf dem “mobilen NAS” nicht auch ein leichtes Server-OS, wie Samba laufen, so dass es egal ist, mit welchem OS man zugriff auf die HD via WLAN nimmt?

  • Dieter Störk

    Wie hast du das Gehäuse geöffnet? Gibt’s ‘n Trick?

    Ich will ‘ne größere Platte einbauen.

  • Waltraut

    wie oder wo bekomme ich ein App auf Win 8 ?
    Androidgeräte ist es einfacher.

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