Microsoft erwägt derzeit die Einführung eines neuartigen Stylus, der handschriftliche Eingaben auf jedem beliebigen Display mit großer Genauigkeit ermöglichen soll, ohne dass der jeweilige Bildschirm mit einem Digitizer oder einem anderen Touchscreen-Layer versehen werden müsste. Nach Angaben von Technology Review ist die Entwicklungsarbeit schon weit vorangeschritten und der Stylus hat bereits bei internen Tests gute Noten bekommen. Derzeit wird angeblich geprüft, ob die Entwicklung bis zur Marktreife vorangetrieben werden soll, um das Potenzial des Geräts als kommerzielles Produkt auszuloten. Damit der neue Stylus auf jedem Display funktionieren kann, arbeitet er mit einer integrierten Kamera, die das durch die Pixel des Bildschirms entstehende Gittermuster als Orientierungspunkt nutzt.

Die Kamera zählt sozusagen die Pixel und kann so feststellen, wie weit der Stylus bewegt wird. Die Daten werden über eine Funkverbindung zum Rechner übertragen, fast wie bei einer Maus. Im Grunde funktioniert das Ganze ähnlich der bekannten “Smart Pens” der Marke LiveScribe, die allerdings nur für Notizen verwendet werden und sich mit Hilfe von Punkten auf Spezialpapier orientieren. Bei dem neuen Stylus von Microsoft “blickt” die Kamera seitlich aus dem Gehäuse in einem bestimmten Winkel heraus. Dadurch kann sie anhand des unterschiedlichen Aussehens der Display-Pixel und deren Fokus ermitteln, in welchem Winkel der Stylus zum Display gehalten wird.

Damit der Stylus weiss, wo er sich auf dem Display befindet, wird der Treiber des Bildschirms angezapft. Er modifiziert die Darstellung der Farbe Blau durch die einzelnen Pixel so, dass sie anhand ihrer jeweiligen Position einen bestimmten Farbton haben. Blau wurde deshalb gewählt, weil das menschliche Auge nicht viele entsprechende Rezeptoren hat, also von den minimalen Unterschieden in der Farbgebung nichts merkt. Bei Tests funktionierte dieser Ansatz bereits sehr ordentlich und kann sowohl auf Smartphones, als auch auf großen Desktops oder Tablets genutzt werden. Um das Konzept zur Marktreife zu treiben, bedarf es allerdings der Bewältigung eines entscheidenden Problems: die Auflösung der Kamera müsste deutlich gesteigert werden. Damit das Ganze wirklich zuverlässig funktioniert, müsste die Mini-Kamera mit 512×512 Pixeln auflösen, wofür ein neuer Chip entwickelt werden muss. Noch steht aber nicht fest, ob Microsoft bereit ist, in die ausstehenden Entwicklungsarbeiten zu investieren. Wollen wir hoffen, dass sich die Redmonder für das Projekt entscheiden!

Quelle: Technology Review

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  • http://www.taschen-pcs.de Fabius Engel

    Klingt auf jeden Fall sehr gut, ich finde Stylus sollten kein muss bei Tablets sein, aber es ist sehr cool, wenn man die Möglichkeit hat :)

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