Ein wenig paradox ist es schon, dass Microsoft mit Android tonnenweise Geld einfährt, während das eigene mobile System nicht viel mehr als ein Nischen-Dasein führt aktuell.

Microsoft: Milliardengewinne dank Android

Das Geld kassiert man aus gutem Grund: Microsoft sitzt auf einem Berg an eigenen Patenten und wer die nutzen möchte, drückt eben Lizenzgebühren ab. Microsoft hat hier eine Menge Deals mit vielen großen Herstellern (erst kürzlich kam Foxconn hinzu) und das scheint sich ordentlich zu rechnen für das Unternehmen aus Redmond.

Selbst erklärt man zwar nicht öffentlich, wie hoch die Summen jeweils sind, die sich da so anhäufen, aber The Next Web hat jetzt mal eine eigene Rechnung erstellt, mit dem man sich den tatsächlichen Gewinnen annähern möchte.

Hierbei geht The Next Web davon aus, dass pro Gerät drei Dollar an Microsoft fließen und hat diese Zahl eher konservativ angesetzt. Zusätzlich wirft man einen Blick auf die Bilanzen des Unternehmens, in die aber auch noch andere Umsätze (Windows Phone, Xbox, Skype) mit einfließen und das Ergebnis verwässern, zudem die aktivierten Android-Devices, von denen kalkuliert zwischen 50-80 Prozent von diesen Lizenzvereinbarungen mit Microsoft betroffen sind.

Alles in allem kommt The Next Web unter dem Strich auf eine Summe von 1.6 Milliarden Dollar, die man mit Lizenzen einkassiert in diesem Jahr. Das sind Lizenzen, die eh bei Microsoft in den Schubladen liegen – die Einnahmen entsprechen also nahezu dem Reingewinn. Verglichen mit dem, was man aktuell mit seinem Zugpferd Windows verdient (letztes Jahr etwas weniger als dreieinhalb Milliarden Dollar), ist das also schon ein gehöriger Anteil vom Kuchen. The Next Web hat hier versucht, die Parameter so genau wie möglich zu bestimmen, dennoch kann es natürlich hier und da von den tatsächlichen Ergebnissen abweichen. So oder so bleibt aber eine gewaltige Einnahme für Microsoft übrig – und wie gesagt: die drei Euro je Device sind konservativ gewählt.

Mit Blick auf die weiter explodierenden Zahlen der Android-Devices kann sich Microsoft grundsätzlich also entspannt zurücklehnen und zuschauen, wie der Rubel rollt. Hoffen wir, dass das nicht die Motivation bremst, die eigene mobile Plattform mit Windows Phone voranzutreiben.

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  • Quiltifant

    Du verwechselst Jahr und Quartal. Selbst wenn die Annahmen stimmen, dann wären das pro Quartal 400 Millionen. Die Windows Division macht in der gleichen Zeit irgendwas um die 5 Milliarden.

    Auch sind die 3 Dollar keine konservative “Wahl”, sondern eine Schätzung, die _allein_ auf Gerüchten aus 2011 beruht. Damals hatte ein einziger(!) Analyst behauptet, HTC würde pro Smartphone 5 Dollar an Microsoft bezahlen. Schon irre, wie so was in der Tech-Welt plötzlich zur Wahrheit wird.

    Man kann davon ausgehen, dass sich andere Hersteller entsprechend abgesichert haben (siehe Kauf von Motorola durch Google) und dass es zumindest bei den Großen eher auf Kreuzlizenzierungen hinaus läuft.

    Zu guter Letzt bleibt die Frage, inwieweit Microsofts Patente international abgesichert sind. Die hochgerechneten Einnahmen beziehen sich ja auf die weltweiten Android-Verkäufe und es ist fraglich, ob Microsoft in allen Schlüsselmärkten besonders gut aufgestellt ist. Siehe die Schließung des Logistikzentrums in Deutschland wegen eben solcher Patentstreitigkeiten.

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