Die klare Antwort auf die in der Überschrift gestellte Frage: Jein! Es gibt in der Tat die theoretische Möglichkeit, dass deutschlandweit die Microsoft-Produkte Internet Explorer, Xbox 360, Windows 7 und der Media Player von Windows vom Markt verschwinden könnten. Den Grundstein dafür hat das LG Mannheim gelegt, welches gestern nämlich Motorola Recht gab im Prozess gegen Microsoft.

Microsoft vs Motorola: Verschwinden Xbox 360, Internet Explorer und Windows 7 vom deutschen Markt?

microsoft 550x229 Microsoft vs Motorola: Verschwinden Xbox 360, Internet Explorer und Windows 7 vom deutschen Markt?

Bei den beiden Patenten geht es um grundlegende Techniken des Standards H.264 zur Videokompression. Diese sind von Microsoft in den genannten Produkten verletzt worden, weshalb das Gericht in Mannheim Motorola die einstweilige Verfügung gegen Microsoft erteilt. Bevor jetzt aber alles in helle Aufregung versetzt wird: es gibt einige Klippen, die Motorola umschiffen müsste, wenn das Unternehmen wirklich die genannten Produkte vom Markt nehmen wollte. Zunächst mal handelt es sich hier um FRAND-Patente, von denen wir ja schon länger wissen, dass die Vorgehensweise eine andere ist als in den üblichen Patent-Streitigkeiten. Zudem dürfen wir davon ausgehen, dass Microsoft in die Berufung geht und nicht zuletzt müsste Motorola einen nicht unerheblichen Betrag  (die Rede ist von einem dreistelligen Millionen-Betrag in Euro) als Sicherheit aufbringen für den Fall, dass Microsoft in einer höheren Instanz Recht bekommt und auf Schadensersatz pocht.

Alles in allem wieder das gleiche Geschwurbel wie in den vergleichbaren Fällen: Niemand will Geräte vom Markt nehmen, man möchte lediglich seine Rechte gewahrt sehen und so weiter und so fort – unterm Strich werden beide Unternehmen darauf hinarbeiten, sich friedlich zu einigen – aber wir behalten die Geschichte natürlich weiter im Auge.

Quelle: ZDnet

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  • http://makesyouhappy.org/ Ricardo

    Schade mein Herz hatte wirklich kurz ausgesetzt in der Hoffnung auf eine Welt ohne Windows Produkte.

    • sp00ky_n1

      Zwingt dich jemand dazu, mit Windows zu arbeiten? Und wenn ja, ist es vielleicht möglich, dass das einen guten Grund hat? Oder ist das tatsächlich kein Troll-Kommentar sondern ernsthaft konstruktiv gemeint?

      • http://makesyouhappy.org/ Ricardo

        Mich zwingt mein Arbeitgeber obwohl ich die Dinge die ich tue auch mit Linux tun könnte. Und ja das hat einen Grund nämlich den das irgendein Typ der ein paar Ebenen über mir sitzt sich dachte er müsse unendlich viel Geld in eine Firma aus Redmond stecken und seltsame Redmond Dinge tun anstatt eine kostenlose¹ und offene Lösung anzustreben.

        1 Damit sind natürlich nur die Anschaffungskosten der Software gemeint. Natürlich kostet Support Geld, wenn man ihn denn braucht. Soll ja auch Firmen geben die sich ihr Know-How im eigenen Haus holen.

        • sp00ky_n1

          Der Grund ist vermutlich nicht mal halb so abstrus wie man auf Anhieb denken mag. Der Großteil der User kennt sich mit Windows aus und war schon mit der Einarbeitung in ein System an seinen Grenzen. Und damit meine ich jetzt nicht die User, die in der IT-Abteilung arbeiten, sondern die diversen Büro- und Industriekaufleute, womöglich Arbeiter in der Fertigung, Personalreferenten etc.
          Und auch bei reinen IT Unternehmen kommt schätzungsweise hinzu, dass diese i.d.R. Dienstleistungen für andere Unternehmen anbieten und eine Zusammenarbeit auf einem einheitlichen System deutlich einfacher ist.
          Zumal eine Windows 7 Professional Lizenz nicht “unendlich teuer” ist, sondern etwa 65€ für ein Unternehmen kostet. Mit zunehmender Anzahl Lizenzen dürfte der Preis noch ein Stückchen sinken. Das dürfte ein Preis sein, den die meisten Unternehmen gerne einmal in 7 Jahren bezahlen, wenn sie sich damit (Um-)schulungskosten sparen. Aus Unternehmersicht ist diese Entscheidung irgendwie nicht so abstrus.

          • http://makesyouhappy.org/ Ricardo

            Wenn es nur um ein paar Windows 7 Lizenzen ginge..
            Ich rede da auch von etliche Windows Servern, Exchange Servern, Domain Controllern (wozu auch immer man die braucht) und etlichen anderen Produkten. Alles in allem sind bei einem meiner Kunden über 10 verschiedene Produkte mit mehreren Inkarnationen im Einsatz. Das schlägt schon ordentlich ein. Ich hab es natürlich noch nicht berechnet aber würde man die Bedürfnisse mit ein paar Linux-Servern und Cients befriedigen wollen würde man wahrscheinlich mit weniger “Software-Overhead” auskommen. Und eine Postfix/Dovecot Instanz kann sicherlich das selbe wie ein riesiger Exchange/Outlook Verbund und spart definitiv Kosten.

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