Früher™ gab es Menschen, die ihre Computer in Koffer eingebaut haben, damit sie „mobil“ werden. Kann man durchaus machen und ich habe ein paar ganz nette Atari-Koffer-Umbauten gesehen. An diese fühle ich mich bei diesem Kickstarter-Projekt erinnert: Modus III.

Modus III – iPad als Retro-Laptop

Irgendwie wollen die Macher anscheinend die Geschichte des Mobile Computings zurückdrehen, statt also einen Desktoprechner zu nehmen und ihn durch Umbauten irgendwie tragbar und etwas handlicher beim Transport zu machen, schnappen die sich ein iPad und bauen es in ein… ein Ungetüm von Gehäuse ein, das ein bisschen nach einem missbrauchten Uni-Body-MacBook-Alu-Rohling aussieht.

Mir persönlich sind ja schon Cases mit Tastatur für mein iPad zu viel, gefühlt wird das Ding dadurch groß, klobig und unhandlich. Und ich habe es wirklich versucht. Ich habe mir das iPad mini angeschafft eben weil es klein und handlich ist und ich die Sachen, die ich unterwegs mal so nebenbei mache darauf schnell und ohne Stress erledigen kann. Für alles andere habe ich ein MacBook oder eben meinem Desktop daheim. Modus III ist nun der Versuch aus einem iPad einen Desktopersatz zu machen. Großes Keyboard, iPhone-Dock, „Sound Enhancer“, das alles in einem Alu-Päckchen, das man in eine 15″-Notebook-Tasche stecken kann.

Aber mal ganz ehrlich: Wer braucht so was? Ein iPad ist nun mal ein iPad und kein Mac. Die Apps sind auf den Betrieb als Tablet ausgelegt, es gibt keine Maussteuerung, egal wie viel Aluminum mal drumrum packt, ein iPad bleibt ein Tablet. Mit einem Windows 8 oder einem Android Tablet mit entsprechend zusätzlicher Software funktioniert der Ausbau zu einem Notebook- oder gar Desktopersatz noch, aber mit iOS ist da zumindest ohne Jailbreak nichts zu machen. Beim besten Willen fällt mir nicht ein, wo bei dieser Kombination der Vorteil gegenüber einem 13″ Ultrabook liegen soll.

Übersehe ich da etwas? Bin ich einfach nicht in der Lage zu erfassen, welch grandioses Stück Hardware hier per Croowdfunding finanziert werden soll? Oder ist das wirklich das wofür ich es halte: Einer der aussichtsreichsten Anwärter auf die Auszeichnung „Kickstarter Projekt, das keiner braucht“?

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  • Andreas Jung

    “Aber mal ganz ehrlich: Wer braucht so was?”
    -> Mensch, da ist noch Platz für ein 90.000mAh Zusatzakku im Koffer, dass ist doch geil! Erst mal 2 Jahre ohne Steckdose auskommen, so etwas macht denen keiner so schnell nach :-)

    • http://TabletHype.de/ Jan Hoffmann

      Wenn 90.000mAh auch nur annähernd für 1 Jahr ausreichen würden *hach* :P

      • Andreas Jung

        OkOk, mit etwas Fummelei passt eventuell eine Mofa Batterie mit 6Ah rein, dass wären nur 2,3Kg mehr. Jetzt noch ein Solarpanel draußen dran kleben und gut ist :-)

  • Techfrog

    Also etwas kompakter(13 Zoll), mit einem großen Akku drin und für ordentliche Windows 8 Tablets mit i5 wäre das ein interessanter Schritt in Richtung produktives arbeiten mit Tablets bzw. dem äußerst coolen Gedanken, dass man nur mitnimmt was man braucht!
    So ist es irgendwie quark^^

  • Stefan Richert

    Das ultimative Hipster Accessoire

  • Ulrich K. Keuter

    Spiel doch keine Rolle wer das momentan braucht, wichtig ist aber, dass hier, genau wie beim Projekt Ubuntu Edge, aufgezeigt wird, in welche Richtung es zukünftig gehen muss: Stichwort “Konvergenz” bzw. das mobile Gerät als universelle Lösung für Kommunikation, Unterhaltung und Arbeit.

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