Mozilla hat derzeit keine Pläne, wieder eine iOS-Version seines Browsers Firefox auf iOS-Geräte wie iPad oder iPhone zu bringen. Das sagte Mozillas Produktchef Jay Sullivan nun in einer Gesprächsrunde.

Mozilla: Firefox kehrt nicht auf iPad und iPhone zurück

Sullivan saß auf einem Panel bei der derzeit in Texas stattfindenden SXSW (South by Southwest) und musste alle Hoffnungen zunichte machen, dass wir auf absehbare Zeit den kleinen Feuerfuchs wieder auf den iOS-Devices begrüßen dürfen. Man zeigt da eine gewisse Härte gegenüber Apple, denn es geht dabei um die Rendering Engine, die verwendet wird: Apple möchte, dass alle Browser die Cupertino-Lösung UIWebView einsetzen, um die Webseiten zu rendern, Mozilla möchte verständlicherweise gern die eigene Variante einsetzen.

Im letzten Sommer hatte Mozilla seinen Browser aus dem App Store genommen und da man in Sachen Rendering Engine hart bleibt, wird es auch so flott keine neue Version des Firefox-Browsers für mobile Apple-Geräte geben. Apple selbst verwendet nicht UIWebView, sondern das wesentlich schnellere Nitro und verschafft sich für seinen Browser Safari einen Tempo-Vorsprung – verständlich, dass man da bei Mozilla nicht viel Bock drauf hat. Finde ich konsequent von Mozilla, dass dort keine Kompromisse macht und mich würde interessieren, ob man in Cupertino umdenken würde, wenn andere Browser-Hersteller ähnlich verfahren würden – oder ob man sich dann darüber freuen würde, dass nur noch der Safari eingesetzt wird von den Nutzern.

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  • http://twitter.com/rantanplan1980 Daniel

    Womit genau sollen denn die Browserhersteller Druck aufbauen? Apple erlaubt Fremdbrowser in seinem Ökosystem doch nur, um einem möglichen Antitrust Verfahren zu entgehen. Die wollen ja schließlich ihre eigene Werbung ausliefern.
    Wenn alle freiwillig gehen, ist Apple ja happy, sie verhindern keine Fremdbrowser und haben trotzdem keine Konkurrenz.

    • http://www.facebook.com/patrick.blumberg.1 Patrick Blumberg

      Im Endeffekt verhindern sie (Apple) Fremdbrowser durch vorgeschriebene Engines die die Fremdbrowser natürlich nativ nicht verwenden. Sauerei mMn…

  • CornelS

    Apple hat bei iOS 2 wesentliche Vorteile: Nitro und ist immer Standardbrowser.
    Leider bringt es auch nichts wenn alle alternativen Browserhersteller iOS boykottieren. Denn dann lacht sich Apple ins Fäustchen und hat ihr Ziel erreicht ohne andere Browser zu verbieten.

  • Pingback: iOS muss erst mal ohne Mozilla Firefox auskommen

  • smo_o

    Alleine die Geschichte reicht mir schon niemals ein Apple-Gerät zu kaufen. Ist das eklig.

    • diesdas

      Warum eklig? Aus Usersicht ist es doch gut.

      Die einzigen verwerflichen Sachen sind die fehlende Unterstützung von Nitro für Drittanbieter, sowie die nicht vorhandene Option um den Standardbrowser zu wählen.

      Aber beides sind nicht die Dinge die Mozilla vom Firefox für iOS abhält. Denen geht es um die Engine. Und das dort eine einzige genutzt wird, ist aus Usersicht nur von Vorteil.

  • disqus_mbr0iXB04m

    Hat Microsoft nicht auch mal Allmacht Ansprüche auf den Internet Explorer für seine eigenen Betriebssystemen erhoben? Ist der Fall nicht ähnlich gelagert und könnte dies bei der EU-Kommission nicht auch behandelt werden wie sie es damals mit MS taten?

    • diesdas

      Nein. Ähnlich ist, das Apple seinen Browser bevorzugt behandelt. Es fehlt aber die Marktbeherschung. Theoretisch bräuchte Apple überhaupt keine Konkurrenz zulassen und diese hätte trotzdem die theoretische Chance auf 80% Marktanteil. Beim Desktop Markt waren es nur <5%, da ist der entscheidende Unterschied.

  • Alexander Ruoff

    Wenn man bedenkt welchen Ärger Microsoft in Europa mit dem IE hatte, ist es unverständlich, dass die Wettbewerbshüter bzw. EU-Kommission bis jetzt einen Bogen um Apple machen. Die Situation ist im Grunde sehr ähnlich.

    • Quiltifant

      Ähnlich im weitesten Sinne. Unter Windows 95, 98 etc. konntest du immer einen anderen Browser installieren. Das geht unter iOS nicht. Nur hat Apple eben keinerlei Marktmacht.

    • diesdas

      Nur 1 von 2 Faktoren trifft zu. Das man seine eigene Software so ausliefert wie man es selber möchte, ist nicht verwerflich. Das muss man auch nicht auf Browser reduzieren, das gilt für jede Software.

      Bei MS ging es nur zusätzlich noch darum, das sie ein quasi-Monopol hatten. Dann ist man in einer Sonderrolle, wo man durch das ausnutzen eines Monopols, ein anderes schaffen KÖNNTE und man deswegen genauer hinschaut.

      Im Falle des IE kamen da viele Indizien zusammen die für die EU ausschlagegebend waren, dies anzunehmen. War ja bei anderer MS Software nicht so.

      Davon ist Apple nicht nur weit entfernt, es ist unwahrscheinlich das es jemals so sein wird.

  • Micha Ols

    Genau solche Restriktionen sind es, die dieses System für mich vollkommen disqualifizieren.

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