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Brandursache Schnelllader?
2014 Tesla S abgebrannt – Gefahrenquelle Lithium-Batterie?

In Norwegen ist ein Tesla S an einer Schnellladestation abgebrannt - warum es so schwierig ist so ein Fahrzeug zu löschen und welche Gefahren von den Lithium-Batterien ausgehen klären wir in diesem Beitrag.

Schon wieder ist ein Tesla S ausgebrannt, dieses Mal allerdings an einer Schnelllade-Säule. Zunächst die gute Nachricht: Es war kein Mensch im oder am Tesla, als dieser an der Schnellladestation in Brokelandsheia bei Gjerstad (Norwegen) abgebrannt ist. Der Besitzer war kurze Zeit unterwegs, hat es in der Zeit (so wie man es machen sollte) aufgeladen und als er wiederkam, stand der 2014er Tesla Model S bereits in Flammen.

Wie die Polizei erklärte, ist die Brandursache noch ungewiss, aber was Fakt ist: Ein Elektrofahrzeug ist nicht einfach mit Wasser zu löschen. Das Tesla Model S hat Batterien die aus Lithium bestehen. Lithium ist ein Metall, welches als leicht entzündlich gilt. Gerade der Umstand macht die Brandbekämpfung in dem Fall so schwierig. Dazu kommt natürlich auch, dass die Feuerwehren sich inzwischen mit normalen Fahrzeugbränden ziemlich gut auskennen, aber das Thema Elektromobilität bei Schäden auch für die Fachkräfte Neuland ist. Es ist bis dato sehr selten vorgekommen, dass ein Elektroauto in Brand geraten ist. Aber wenn es brennt, dann stellen die Lithiumbatterien die Feuerwehrleute vor Schwierigkeiten bzw. gestalten den Löschvorgang schwieriger.

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Foto: © Elisabeth Grosvold

Die Feuerwehr hat das Gebiet rund um den leistungsstarken Schnelllader abgeriegelt und das Fahrzeug mit speziellem Löschschaum gelöscht. Übrig geblieben ist allerdings nur noch ein Haufen Schrott.

Warum hat man das Fahrzeug nicht mit normalem Wasser gelöscht? Das würde sogar gehen, allerdings braucht man viel mehr Mengen an Wasser, da das Batteriegehäuse nachgekühlt werden muss. Schneller und einfacher geht es mit Gel, Sand oder Schaum. Tesla selbst rät Feuerwehrmänner das Feuer mit einem Trockenlöschmittel oder mit CO2 zu löschen, wichtig ist: Der defekte Akku muss runter gekühlt werden und es kann bis zu 24 Stunden dauern, bis so ein Feuer komplett gelöscht ist.

Was sagt Tesla zu dem Vorfall? Nun, zunächst stellt Tesla richtig klar, dass niemand verletzt wurde. Dann gibt das Unternehmen die Mitteilung raus, dass eine umfangreiche Unfallforschung eingeleitet wurde und der Vorgang überprüft wird. Tesla will sich zu einem späteren Zeitpunkt mit den Erkenntnissen noch einmal melden. Tesla betont, dass es nicht gefährlich sei, die Schnellladestationen zu verwenden, egal ob in Norwegen oder anderswo.

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Foto: © Elisabeth Grosvold

Gefahrenquelle Lithium-Batterie? Nein! Soweit möchte ich nicht gehen. Bei den Fertigungsprozessen die es heute gibt, darf man mit ruhigem Gewissen davon ausgehen, dass die Lithium-Batterien sicher sind. Im Vergleich zu einem herkömmliche Benziner oder Diesel, gibt es sogar einen Vorteil: Das Elektrofahrzeug verliert keinen Kraftstoff, es sei denn es ist ein Hybrid. Sprich: Die Wahrscheinlichkeit, dass das Feuer durch herauslaufenden Kraftstoff sich ausbreitet ist eher gering. Die Batterien selbst, die heute in Plugin-Hybriden oder reinen Elektrofahrzeugen verbaut sind, sind sicher.

Das gilt allerdings nur, wenn man ordnungsgemäß mit den Batterien umgeht. Neben den technischen Defekten kann es natürlich auch bei unsachgemäßer Handhabung zu unkontrollierten Abgaben der gespeicherten Energie kommen. Dabei entsteht dann in der Regel die thermische Energie und das führt zum Brand. Das könnte z.B. passieren, wenn es mechanische Beschädigungen an der Batterie gibt (Kurzschluss), wenn es eine thermische Belastung gibt (Kühlkreislauf zerstört / Kurzschluss) oder aber auch wenn es eine Überladung gibt, denn auch in dem Fall erhöht sich die Temperatur stark.

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Foto: © Elisabeth Grosvold

Der Akku vom Tesla Model S ist mit einer Temperatur-Überwachung ausgestattet. Die Batteriezellen werden gekühlt, das erhöht nicht nur die Sicherheit sondern auch die Lebensdauer. Um die Lebensdauer zu erhöhen, werden die Batterien auch in der Regel nie voll ausgereizt, das wirkt sich auch positiv auf die Temperaturentwicklung aus. Die Steuerelektronik regelt also die Batterieleistung, wer z.B. stets Vollgas fährt, würde den Akku zu stark erwärmen, sprich wird in dem Fall die Leistung reduziert.

Einzelschicksal? Nun, bis dato sind Fälle bekannt, da gab es vor dem Brand eine mechanische Beeinträchtigung vom Akku, eventuell ergeben die Untersuchungen später auch, dass der Akku beschädigt wurde. Dann wäre es in dem Fall nun wirklich ein unglücklicher Zufall, dass das Fahrzeug beim Ladevorgang in Flammen aufging. Doch nun haben die Tesla Fahrer dort vor Ort ein ganz anderes Problem: Das Aufladen der Tesla Fahrzeuge ist dort bis auf weiteres nicht mehr möglich, zumindest nicht an der Schnellladestation und das ist die einzige, die sich an der E18 (Aust-Agder) befindet. Alle Tesla Besitzer in der Grafschaft müssen nun in andere Ortschaften ausweichen, bzw. zu Hause laden.

Quelle: NRK