2nd-Use Energiespeicher

Das doppelte Leben der Akku-Packs!
Aus dem Elektrofahrzeug in den Batteriespeicher!

Was passiert eigentlich mit den Akkus der Elektrofahrzeuge, wenn diese schlapp machen?

In der Zukunft werden wir (vermutlich) mit Fahrzeugen fahren, die entweder von einer Brennstoffzelle angetrieben werden und/oder aber über einen Akku verfügen. Doch was passiert mit den Akkus, wenn diese mal nicht mehr so leistungsbereit sind? Die Akkus aus den Elektrofahrzeugen (und die Hersteller geben jetzt schon eine Garantie von 8-10 Jahren auf die Akkus) erhalten ein zweites Leben.

Vom Auto geht es in den 2nd-Use-Batteriespeicher und der derzeitig größte Batteriespeicher wird im westfälischen Lünen (in der Nähe vom wunderschönen Dortmund) stehen. Ein Joint-Venture der Partner Daimler AG (Mercedes-Benz), The Mobility House AG und GETEC wird den Batteriespeicher ab Anfang 2016 auf einem Gelände der REMONDIS SE betreiben. Solche Batteriespeicher sind übrigens gar nicht so spektakulär – hier ist die Besonderheit, dass die Batteriesysteme aus Fahrzeugen wie z.B. aus dem smart electric drive stammen. Diese werden dann in Lünen zu einem sogenannten Stationärspeicher gebündelt.

15C1281_1

Die Kapazität? 13 MWh! MWh = Megawattstunde. Ein normaler Privathaushalt kommt mit ca. 3.000-4.000 kWh pro Jahr aus, das wären 3-4 MWh. Das heißt, dass der Batteriespeicher 3 Häuser ein Jahr lang komplett mit Strom versorgen könnte, aber dafür ist der Energiespeicher gar nicht gedacht.

Warum macht man das? Nun, ein Energiespeicher macht natürlich Sinn, denn wer zum Beispiel auf Solarenergie setzt, muss nachts auf die Sonne verzichten, wir brauchen den Strom aber am Abend. Das Verfahren dient aber auch dazu, die Umweltbilanz von Elektrofahrzeugen zu verbessern und sorgt dafür, dass ein Elektrofahrzeug auch wirtschaftlich von Interesse werden könnte. Wenn z.B. bei einem Gebrauchtwagen der Akku „nicht mehr ausreicht“ für das Fahrzeug, ist dieser dann noch lange nicht wertlos. Das wissen übrigens auch andere Hersteller und spekulieren quasi mit der Batterie. Diese wird in dem Fall dann zur Miete angeboten.

Leistungsfähige Batteriespeicher sind, so auch meine Meinung, ein wichtiger Baustein für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende. Bei zunehmender Einspeisung von Strom aus fluktuierenden erneuerbaren Energien, wie beispielsweise aus Windkraftanlagen oder Solarkraftwerken, sind genau diese Batteriespeicher einer der Schlüssel zur Stabilisierung der Stromnetze, denn schließlich muss man die Energieschwankungen ausgleichen. Derzeitig macht man das noch mit fossilen Kraftwerken.
Aus dem Elektrofahrzeug, rein in den Batteriespeicher. Die Experten sind sich sicher, nach einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren im Auto, kann so ein Akkusatz noch gute zehn Jahre im Batteriespeicher seinen Dienst verrichten. Die Leistungsverluste spielen dort eher eine untergeordnete Rolle.

2nd-Use Energiespeicher
2nd-Use Energiespeicher

Win-Win. Erst zehn Jahre im Auto, dann zehn Jahre im Stromspeicher. Erst dann werden die Akkus dem Recycling zugeführt. Die wirtschaftliche Nutzung wird verdoppelt und ich kann mir gut vorstellen, dass die Technik in ein paar Jahren soweit ist, dass man die Laufzeiten sogar verlängern kann.

Quelle und © Fotos: Daimler