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Smart Travel
Boeing: riesige OLED-Displays für kommende Flugzeug-Generationen

Während wir uns in der Consumer-Elektronik-Branche und mittlerweile auch in der Automobil-Industrie an regelmäßige Innovationen gewöhnt haben, sieht es bei den Flugzeugherstellern noch recht düster aus. Eigentlich kein Wunder, dauert doch die Entwicklung eines neuen Flugzeug-Typs Jahre bis Jahrzehnte, ebenso wie der darauf folgende Einsatz der Flugzeuge bei den jeweiligen Fluggesellschaften.

Umso spannender ist es, wenn Hersteller wie Boeing oder Airbus ihren Ingenieuren und Designern mal freie Hand lassen und ihre Vorstellung vom Flugzeug der Zukunft präsentieren. Dann keimt manchmal die Hoffnung, dass man auch diesseits des Vorhangs zur Business- und 1. Klasse irgendwann in den Genuss all der technischen Neuerungen kommen könnte, die bereits heute in einem Flugzeug realisiert werden können.

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Das erste, was einem in den Sinn kommt, sind vermutlich qualitativ hochwertige Bildschirme in der Rückenlehne des Vordersitzes, auf denen dann hoffentlich nicht mehr nur eine oftmals veraltete Auswahl von DVD-Filmen angezeigt wird. Wir wissen z.B. aus einem früheren Interview mit dem Netflix-Chef, dass sich der Streaming-Anbieter durchaus weitgehende Kooperationen mit Fluggesellschaften vorstellen kann und dann einfach in jeden Flieger einen kleinen x-Terabyte Netflix-Server packen würde. Eine andere Möglichkeit wären integrierte Spielekonsolen, Live-TV oder selbstverständlich schnelle Internetzugänge.

Bei der neuesten Vorstellung der (vielleicht) kommenden Flugzeugklasse geht Boeing jedoch noch weit über die Modifikationen der Rückenlehnen und Bildschirme hinaus. Man nimmt das Dach des Flugzeugs in Visier, als eine der größten zur Verfügung stehenden Projektionsflächen für alle Insassen im Flugzeug.

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Auf dieser Fläche könnten z.B. Fluginformationen angezeigt werden, auch im Zusammenhang mit der jeweils aktuellen Position oder dem jeweiligen Flugziel. Geht der Flieger nach New York, liesse sich hier abhängig von der Tageszeit die Skyline anzeigen. Ist es während des Fluges regnerisch und bewölkt, liesse sich ein blauer Himmel simulieren. Sogar medizinisch/biologisch bzw. für das Wohlbefinden könnte man die Fläche einsetzen: über einen simulierten Nachthimmel könnte man den Fluggästen das Einschlafen erleichtern und so den ein oder anderen Jetlag ein wenig abmildern.

Letztendlich sind Ideen wie diese nicht neu, die Pläne existieren bereits seit einigen Jahren. Schon 2014 haben wir euch ein Konzept von einem völlig fensterlosen Flugzeug mit riesigen OLED-Displays vorgestellt, das in eine ähnliche Richtung geht. Eben hier wird auch deutlich, dass man das bei den Flugzeugherstellern tatsächlich ernsthaft verfolgt und durchaus erkennt, ob sich neue und schnell fortschreitende Technologien zumindest teilweise in den eigenen Maschinen sinnvoll nutzen lassen.

Wie man so ein neu designtes Flugzeug übrigens sehr schön der neuen Kundschaft vorstellen kann, zeigt die niederländische Fluggesellschaft KLM mit dem Unboxing eines Boeing 787 Dreamliner!