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Google Glass im Unternehmen
Die Google Glass ist tot, lang lebe die 3D Datenbrille!

...endlich kann ich euch mal ein Google Glass Anwendungsfall zeigen, der richtig sinnvoll ist. Bei Volkswagen werden inzwischen 30 Datenbrillen im Lager eingesetzt. Ziel: Die Prozesssicherheit erhöhen und das hätten wir doch alle gerne, oder?

Könnt ihr euch noch daran erinnern wie begeistert unser Sascha Pallenberg damals von der Google Glass war? Wie ein Missionar war er unterwegs, teilweise wie ein ehrenamtlicher Aussendienstmitarbeiter von Google und egal wo er auftauchte, die Brille war der Star. Alle wollten dieses neumodische Ding mal aufsetzen, alle wollten mal die Funktionen testen und auch ich konnte mich nicht entziehen von der magischen Anziehungskraft.

An das Ende der Google Glass-Beziehung zwischen Sascha Pallenberg und dem Produkt könnt ihr euch vermutlich auch noch erinnern, seit dem liegt die Brille ungenutzt in der Ecke. Doch es tut sich dennoch was am Smart-Tech-Markt, denn im Volkswagen Werk Wolfsburg hat nun nach einer dreimonatigen Pilotphase der Serieneinsatz einer 3D-Datenbrille begonnen. Diese wird nun in der Werklogistik für die Kommissionierung eingesetzt. Wir hatten hier ja bereits verkündet, dass es die Google Glass nur noch für Unternehmen geben wird.

Das Ziel steht ganz klar fest: Die Prozesse sollen vereinfacht werden und natürlich auch sicherer werden, weniger Fehler sollen passieren.

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Der Mitarbeiter erhält in seinem Sichtfeld der Brille automatisch alle notwendigen Informationen mitgeteilt. Dort stehen dann also im Lager z.B. der Entnahmeplatz und / oder die Teilenummer. Dabei hat er beide Hände frei, kann die Ware also gut kommissionieren. Bedienend wird die 3D-Brille via Touch oder Sprachsteuerung und durch eine Kamera in der Brille dient das System auch als Barcode Scanner. Stimmen die Artikelnummern überein, werden die Bauteile in grün dargestellt, sind es falsche Nummern, dann dient die rote Einfärbung als Warnhinweis.

Die Digitalisierung hält zunehmend Einzug in die Produktion. Mit der Datenbrille heben wir die Zusammenarbeit zwischen Menschen und Systemen auf ein neues Niveau. Reinhard de Vries - Leiter Werkslogistik Wolfsburg

Der Nutzen von neuer Technik wie den Datenbrillen lässt sich nur dann vernünftig bewerten, wenn wir sie auch im Serieneinsatz checken. Dabei gehen die Kolleginnen und Kollegen unvoreingenommen an die Sache. Neben Kriterien wie Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ist es dem Betriebsrat wichtig, dass die Erfahrungen der Beschäftigten aufgenommen werden und dann auch in den Arbeitsalltag einfließen. Mario Kurznack-Bodner - Betriebsrat Volkswagen

Doch werden die Mitarbeiter nun gezwungen die Datenbrille zu tragen?

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Nein! Der Einsatz der Datenbrille erfolgt, so vermeldet es der Konzern, auf freiwilliger Basis. Die Mitarbeiter sollen sukzessive an die neue Technologie herangeführt werden. Die neue Datenbrille hat aber weitere Vorteile, denn nach einer kurzen Eingewöhnungszeit können neue Mitarbeiter schneller eingearbeitet werden. Zur Zeit sind es ca. 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in verschiedenen Bereichen wie z.B. bei den  Frontscheiben oder bei den Gelenkwellen mit der Datenbrille. Durch die Pilotphase und den ersten Auswertungen steht aber jetzt bereits fest, dass die Datenbrille auch in weiteren Bereichen, Werken und Marken eingesetzt werden soll.

Quelle und Fotos: © Volkswagen 2015