Haus abgerissen, weil Google Maps zur falschen Adresse leitet

Erinnert ihr euch noch an das bedauernswerte Paar, dessen Haus seit Monaten von wütenden Menschen heimgesucht wird, die dort ihr gestohlenes Smartphone vermuten? Oder an die Autofahrer, die sich plötzlich auf dem Rollfeld eines Flughafens wiederfanden, weil Apple Maps sie dorthin gelotst hatte? Die Beispiele, in denen fehlerhaftes digitales Daten- und Kartenmaterial Auswirkungen auf das echte Leben hat sind sicherlich zahllos, doch der aktuelle Fall dürfte nur schwer zu übertreffen sein.

Diesmal betrifft es eine Frau im Bundesstaat Texas. Alan Cutter und Lindsay Diaz sind – pardon, in einem Fall waren – stolze Besitzer einer Doppelhaushälfte im beschaulichen Städtchen Rowlett. Das Haus von Lindsay wurde bei einem der in Texas nicht unüblichen Tornados beschädigt, doch die Schwere der Schäden erlaubte statt einem vollständigen Abriss eine Reparatur.

Hierzu benötigt man in Rowlett eine Baugenehmigung, die Lindsay kurzerhand beantragte. Wenige Stunden nach der Beantragung erhielt sie einen Anruf ihrer Nachbarin, die ihr hektisch und verzweifelt mitteilte, dass ein Abbruchunternehmen ihr Haus – Lindsays Haus – aus Versehen abgerissen habe.

Aus Versehen. Abgerissen.

Nach den bisher vorliegenden Informationen spielte sich das Ganze wie folgt ab. Ein Abbruchunternehmen namens Billy L. Nabors Demolition (mit „50 Jahren Erfahrung beim Abreissen von Privatgebäuden und Unternehmen“) machte, was es am besten kann – abreissen. Nur leider unter der falschen Adresse. Schuld an dem Desaster soll Google Maps sein.

Das Unternehmen gab an, dass die Ortsangabe 7601 Cousteau Dr, Rowlett, TX 75088 in Google Maps ohne weiteren Hinweis zu 7601 Calypso Dr, Rowlett, TX 75088 umleite.

Wir können das an Hand der o. verlinkten Adressen nicht nachvollziehen, doch mehrere Quellen bestätigen diese Umleitung. Für die Hausbesitzerin ist die komplette Zerstörung des Hauses selbstverständlich besonders tragisch, weil sich auch noch viele persönliche Gegenstände in dem Gebäude befunden haben dürften. Unklar ist ohnehin, wer nun für den Schaden aufkommt, denn auch eine evtl. bestehende Versicherung des Abrissunternehmens dürfte sich mit der fehlenden Sorgfalt bei der Adressrecherche wohl eher nicht zufriedengeben.

So sah das Haus von Lindsay Diaz vor dem Abriss (und dem Tornado) aus.
So sah das Haus von Lindsay Diaz vor dem Abriss (und dem Tornado) aus.

Eine Entschuldigung gegenüber Lindsy hat es wohl bis heute nicht gegeben, im Gegenteil. Der Geschäftsführer bezeichnete den Vorfall als „Not a big deal“.

Quelle keranews.org via bgr.com