Porsche Mission E - der Tesla Killer?

Grünes Licht - Es kann los gehen:
Porsche baut den Tesla-Killer! Porsche Mission E!

Wir brauchen den Wettbewerb, auch bei den aussergewöhnlichen Elektrofahrzeugen. Tesla hat sich einen beachtlichen Vorsprung in Sachen Know-How und Kundenbegeisterung aufgebaut, nun kommt mit Porsche aber ein weiterer globaler Player in den Markt und der investiert nun mal richtig.

Zugegeben, die Überschrift ist etwas reißerisch gewählt, denn natürlich muss Porsche nun erst einmal zeigen was die Sportwagen-Schmiede drauf hat, aber nun ist es verkündet: Der rein elektrisch angetriebene Super-Porsche kommt auf die Straße. Das Porsche nicht nur Sportwagen bauen kann, hat das Unternehmen aus Zuffenhausen bereits bewiesen. Der Cayenne (ein SUV) und der Porsche Panamera (ein Kombi) sind die Bestseller aus Zuffenhausen und Porsche gibt nun weiter Vollgas, bzw. Vollwatt! Mit dem Porsche Mission E, welcher als Studie auf der IAA 2015 gezeigt wurde, möchte man nun die Tesla Modell S bzw. BMW i8 Interessenten erreichen und während der BMW i8 ja noch einen herkömmlichen Antrieb verbaut hat, soll der Elektro-Porsche komplett elektrisch unterwegs sein.

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Jetzt wo man beim Tesla die Leistung minimiert hat, sollten beim Porsche auch 600 PS bzw. 440 KW Systemleistung reichen. Die Beschleunigungswerte stimmen, denn innerhalb von 3,5 Sekunden geht es von 0 auf 100 km/h und wenn die Verzögerungswerte ähnlich gut sind, dann spricht das alleine schon für eine Menge Fahrspaß. Ohne Frage, das bieten der Tesla und der BMW i8 auch. Doch auch in Sachen Reichweite legt Porsche eine Schüppe drauf: 500 km sollen – rein rechnerisch – möglich sein. Das Laden kann optional via Induktion erfolgen. Aber jetzt wird es geil: Dank Schnelllader besteht die Möglichkeit 80% des Akkus innerhalb von 15 Minuten zu füllen. Porsche glaubt an diese Vision, noch vor 2020 soll dieser Renner auf der Straße sein. Porsche schafft dafür mehr als 1000 neue Arbeitsplätze und investiert über 700 Millionen Euro in die Zukunft und ich weiß nicht wie es euch geht, aber so langsam bekomme ich richtig Bock auf das Thema Elektromobiliät.

Für die Tesla-Jünger unter euch, habe ich übrigens noch einen Beitrag von Stefan Anker, der hat zur Zeit keinen Führerschein und übt sich im Glosse schreiben. Kleiner Scherz, ich mag Stefan Anker richtig gern, Sach- und Fachverstand sind bei Stefan Anker definitiv, aber hier fehlt mir etwas die inhaltliche Tiefe, die Einleitung alleine finde ich aber schon grandios:

Ich bin es langsam leid. Sobald irgendwo ein Tesla Model S um die Ecke schielt, bekommen alle Schnappatmung. Sie preisen den Wagen, der je nach Ausführung bis zu 700 PS mobilisiert und irrsinnig gut beschleunigt, und natürlich vergessen sie auf keinen Fall, im selben Atemzug die deutsche Industrie madig zu machen: Alles Penner zwischen Wolfsburg und München, haben nix verstanden, warum bauen die nicht so ein Auto? Stefan Anker, PS.WELT.DE

…und die Tesla-Fanboys gingen ihm auch richtig an den Kragen, so das Stefan noch ein zweites Mal ausholen musste und seine – meiner Meinung nach richtige – Frage bzw. Aussage noch einmal unterstützt:

Vielleicht beantwortet also der 2100 Kilogramm schwere Tesla eine Frage, die niemand gestellt hat. Vielleicht ist es viel sinnvoller, Elektrowagen klein und leicht zu halten und sie nur für stetig wiederkehrende Strecken einzusetzen. Da das aber einen Verzicht auf die Möglichkeit bedeutet, überhaupt jemals von Berlin nach Hamburg zu kommen, muss der Elektrowagen ein Zweitwagen bleiben. Stefan Anker, PS.WELT.DE

…und genau das ging mir auch durch den Kopf als ich den Porsche gesehen habe. Die 500 km Reichweite und das bei den durchaus potenten Beschleunigungswerten, das muss doch auf das Gewicht gehen. Auch im Jahre 2017,2018,2019 und 2020 und macht es wirklich Sinn aus „ökologischen Gründen“ ein 2 Tonnen Geschoss auf die Räder zu stellen?

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Nein, vermutlich nicht! Aber Spaß! Ich habe durchaus Spaß an der Elektromobilität, der Mercedes-Benz SLS Electric Drive z.B., das war ein Knaller – leider aber zu schwer, leider mit zu wenig Reichweite und leider nur eine Machtdemonstration alá: „Können wir auch, wenn wir wollen!“ – Porsche kommt also ein paar Jahre zu spät um einen Leuchtturm zu bauen, aber beim SUV und auch beim Panamera haben die Zuffenhausener ja durchaus bewiesen, dass sie gerne etwas später mit manch einer Karosserie-Form auf den Markt kommen und dann doch damit sehr viel Erfolg haben. Ich wünsche es Porsche. Vom ganzen Herzen. Denn ich liebe den 911, ich mag inzwischen den Cayman und den Boxster noch viel mehr und auch die anderen Derivate kann man aus der Automobilen Welt nicht wegdiskutieren und ich glaube wir brauchen zu Tesla einen würdigen Gegner, einen Konkurrenten, einen den man Ernst nehmen kann und an der Position sehe ich nun wahrlich Porsche.

Porsche gibt sich selbstbewusst, so weiß man natürlich, dass Porsche fahren in der Regel sehr spektakulär ist und auch die Spezifikationen vom Porsche Mission E lesen sich wie aus dem Bilderbuch: Von 0 auf 100 in unter 3,5 Sekunden, unter 12 Sekunden und man durchbricht  die 200 km/h Grenze. Top-Speed 250 und eine Reichweite von über 500 km. Ein paar Daten fehlen uns noch, Verbrauchsangaben, Kapazität, Gewicht! Was wir wissen: Es ist ein 800 V System verbaut!

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Beim Tennis gewinnt man mit einem Aufschlag (also einem Ass) noch kein Spiel, der Vorteil liegt definitiv bei Tesla, aber schon damals hat sich manches Tennis-Spiel noch gedreht, ich bin also wahrlich gespannt wie sich das Thema Porsche Mission E vs. Tesla Modell S entwickelt wird.

Fotos: © Porsche 2015