Wissenschaft
Vom Gaming-System zum medizinischen Durchbruch: Microsoft und Novartis entwickeln Diagnosegerät für Multiple Sklerose

Die Mircosoft Research Abteilung hat seit ein paar Jahren eine Kooperation mit dem Biotechnologie- und Pharmaunternehmen Novartis AG um die frühzeitige Diagnose von Multiple Sklerose zu ermöglichen. Dazu soll die Technologie der Kinect Kamera verwendet werden. Man hofft, dass diese Diagnosegeräte in Zukunft in Aztpraxen vorzufinden sind.
von Vera Bauer am 14. Februar 2016

Einige Zeit ist es schon her, da habe ich über den Einsatz der Kinect beim Röntgen berichtet. Sie kann dort genutzt werden, um die Belastung durch die Röntgenstrahlen zu minimieren. Microsoft möchte die Kamera der Kinect nun auch woanders einsetzen, und zwar um die Früherkennung von Multiple Sklerose zu verbessern. In einem Blogpost hat Microsoft die Arbeit genauer erläutert.

Multiple Sklerose (MS) ist eine Autoimmunerkrankung, die schrecklich ist und unter der sehr viele Menschen auf der ganzen Welt leiden. Sie entsteht, wenn das eigene Immunsystem die körpereigenen Nervenzellen anzugreifen. Dabei werden die Nervenverbindungen geschädigt und führt zu einer gewissen Bewegungsunfähigkeit, sowie dem Verlust der kognitiven Funktionen und noch weiter. Microsoft Research hat sich mit dem Biotechnologie- und Pharmaunternehmen Novartis AG zusammengeschlossen, um etwas gegen diese schlimme Krankheit zu unternehmen.

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MS ist meistens nicht vorhersehbar und Ärzte haben deshalb Schwierigkeiten den Schweregrad der Krankheit zu bestimmen oder sie überhaupt frühzeitig zu erkennen. Die Kinect Kamera V2 soll den Ärzten in Zukunft bei der Diagnose helfen und dabei soll es so einfach in der Handhabung sein, dass man keinen extra Einführungskurs braucht. Jeder niedergelassene Arzt soll das Gerät in seiner Praxis nutzen können.

Das Ganze funktioniert dann so, dass der Patient vor dem Diagnosegerät auf Basis der Kinect Technologie eine Reihe von Übungen absolviert. So kann man erkennen, ob und wie schnell die MS Erkrankung voranschreitet. Davor waren Ärzte nur auf ihre eigenen Beobachtungen und Interpretationen angewiesen. Die ersten Testläufe mit dem Gerät sind schon durch und liefen gute Daten. So kann in Zukunft tatsächlich ein objektives Bild über den Krankheitsgrad des MS Patienten gemacht werden.

What you don’t want to do with these systems is replace the expert. You want to bolster the expert. What we’re doing is giving them a set of data that they can then weave into their judgment. Abigail Sellen. Forscherin

Über Jahre hinweg haben Microsoft Research und Novartis AG das sogenannte „Proof-of-Concept“ Modell entwickelt, welches ständig weiter verbessert wird. Das System lernt immer mehr Algorithmen, sodass es ein immer genaueres Ergebnis liefern kann. Man hofft, dass sich solche Diagnosegerät bald in Arztpraxen einfinden werden und MS Patienten und Ärzten den Diagnoseprozess erleichtern.

Quelle: drwindows