Wenn in den wichtigsten Nachrichten über ein Unternehmen berichtet wird, hat es in den seltensten Fällen einen positiven Hintergrund. Das ist bei Nokia nicht anders. Heute finden wir die Finnen wieder an prominenter Stelle in der Tagesschau wieder – Grund dafür: der massive Abbau von Stellen im Unternehmen. Bis Ende 2013 möchte Nokia bis zu 10.000 Stellen abbauen. Darunter leiden wir auch hierzulande, denn nachdem Bochum schon vor Jahren die Grätsche gemacht hat, wird nun auch das Werk in Ulm schließen.
Mitverantwortlich für die Misere des Unternehmens wird auch immer öfter Stephen Elop gemacht. Seit er vor nicht einmal zwei Jahren das Szepter in die Hand genommen hat, trennte sich das Unternehmen von 40.000 Mitarbeitern – nahezu ein Viertel der Belegschaft. Grund für diese Negativentwicklung ist sicher nicht das Bekenntnis zu Microsoft, auf dessen Betriebssystem man nun vertraut. Aber dennoch mehren sich die Stimmen, die hier von einer eklatanten Fehlentscheidung sprechen, sich dem Unternehmen aus Redmond so auszuliefern.
Auch Tomi Ahonen – Tech-Experte, Blogger und Ex-Nokia-Mitarbeiter in Personalunion – lässt kein gutes Haar an dem Nokia-CEO und nennt ihn den “schlechtesten Chef eines Konzerns in der menschlichen Geschichte”. Damit liegt er vermutlich nicht ganz richtig, aber die Bilanz von Elop sieht natürlich wahrlich nicht tadellos aus. Allerdings darf man sich hier auch fragen, was stattdessen hätte passieren können in der Zeit, in der er nun Regie führt – für meinen Geschmack war der Karren nämlich schon da an die Wand gefahren. Nokia hat schlicht und ergreifend ein paar Jahre mehr verpennt als die unter der Führung Elops.
So unschön die Geschichte mit den Entlassungen auch sein mag: vielleicht kann man aus der Kombination – Personaleinsparungen auf der einen Seite, der Windows Phone 8-Start auf der anderen Seite – langsam wieder Fahrt aufnehmen. Fraglich allerdings, ob das ein Stephen Elop dann noch als Nokia-CEO erlebt.
Quelle: Communities dominates brands via Der Standard
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