Research In Motion hat offenbar ein Problem mit Piraterie. Dabei geht um Android-Apps, die ohne Zustimmung ihrer Entwicklung für BlackBerry OS portiert werden und über die App-Download-Plattform von RIM vertrieben werden. Im Grunde fördert RIM diese Aktivitäten sogar, denn Ports von Android-Apps werden belohnt.
Ein Reddit-User, der offenbar selbst Android-Apps entwickelt, wurde auf die Praxis aufmerksam, nachdem er Support-Anfragen von BlackBerry-Nutzern erhielt – ohne seine App jemals für die RIM-Smartphones angeboten zu haben. Offenbar hatte jemand mehrere Android-Apps heruntergeladen und die jeweiligen .APK-Dateien konvertiert, um die Apps über einen eigenen Account in der BlackBerry App World zu veröffentlichen. Es gab auch eine Bezahlversion, deren Preis drei Mal so hoch angesetzt wurde wie bei der vom Original-Autoren im Google Play Store verlangte Kostenpunkt.
Die meisten der geklauten Apps wurden mittlerweile wieder entfernt, doch noch immer bietet der Pirat wohl drei nicht selbst entwickelte Apps aus dem Google Play Store in der App World von RIM an. Der Smartphone-Hersteller, der in nicht einmal drei Wochen sein neues BlackBerry OS 10 und die dazugehörigen neuen Smartphones vorstellen will, könnte die illegalen Kopien und deren Vertrieb über seine Plattform mehr oder weniger unabsichtlich sogar gefördert haben.
So bietet das Unternehmen Entwicklern von Android-Apps ausdrücklich 100 Dollar “Belohnung”, wenn sie ihre Apps für BlackBerry 10 und PlayBook OS portieren. Hinzu kommt, dass es ein von RIM veröffentlichtes Tool gibt, mit dem die Portierung von Android-Apps für das PlayBook-Tablet vereinfacht wird.
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