Unsere Smartphones, oder Tablets, sind heute wahre Wundergeräte. Noch vor 8 Jahren konnten User mit einem Top Smartphone Videos mit 176 x144 Pixeln aufnehmen, doch im Jahr 2008 änderten Hersteller wie Samsung, Sony Ericsson und Nokia alles Bekannte und ermöglichte Videoaufzeichnungen mit bis zu 640 x 480 Pixeln. Die aktuellen Smartphones und Tablets können sogar in FullHD aufzeichnen und bieten Features, von denen wir vor 8 Jahren nur träumen konnten. Heute möchte ich Euch die ProCamera HD App von Cocologics für das iPad vorstellen, welche ich seit einiger Zeit ins Herz geschlossen habe.

ProCamera HD – Getestet mit dem iPad Mini

Es gibt einige Gründe, warum ich neben meinem Android Smartphone und dem Android Tablet auch ein iPad Mini habe. Der erste Grund sind einige Apps, die es nicht für Android gibt und der andere Grund ist die etwas bessere Videoqualität bei dem iPad Mini. Nicht das mein HTC One X schlechte Videos aufnimmt, aber die aufgezeichneten MP4 Videos ruckeln teilweise und das kann schon nerven. Hauptsächlich liegt das wohl am MP4 Format, denn die Filme werden on the fly als MP4 / H264 Video gespeichert und das HTC One X schafft beim speichern anscheinend keine kontinuierliche Framerate (Bildwiederholfrequenz). Oft sind es knapp 20 fps (Frames pro Sekunde) und mit Glück mal knappe 25 fps. Das iPad Mini schafft eine kontinuierliche MOV / H264 Aufnahme mit sehr stabilen Framerates von guten 30 fps.

Das MOV / H264 Format hat Vor- und Nachteile. Der größte Vorteil ist die weit aus bessere Weiterverarbeitung innerhalb der Apple-Welt, da die MP4 Filme erst wieder am Mac umgerechnet werden müssen. Mein HTC One X speichert Filme mit einer Datenrate von ca. 9,5 MBit/s und das iPad Mini speichert mit einer Datenrate von 17 MBit/s. Das heißt, dass die mit dem iPad Mini gespeicherten Filme somit auch mehr Speicherplatz verbrauchen.

Die beim iPad Mini mitgelieferte Kamera App von Apple erfüllt ihren Zweck, denn sie ist einfach zu bedienen und richtet sich somit an die breite Masse der User. Wer aber ein wenig professioneller an die Sache ran gehen möchte, der wird mit der Kamera App von Apple nicht glücklich werden. Egal auf welchem iOS Gerät und egal ob Foto, oder Video, die Kamera App von Apple bietet so gut wie, oder besser gesagt kaum Einstellungsmöglichkeiten.

ProCamera HD für das iPad ist eine Kombination aus Foto- und Video-App.

Zu dem Funktionsumfang dieser App gehören unter anderem:

  • Separater & manueller Fokus
  • Separate & manuelle Belichtung
  • Fokus, Belichtung und Weißabgleich können fest eingestellt werden
  • Aufnahmen mit HQ 480p (30 fps), HD 720p (30 fps) und Full HD 1080p (30 fps)
  • Nützliche Gitter für die Ausrichtung
  • Eine Lightbox
  • Einen Verwackelschutz (Anti-Shake) für Fotos
  • Einen Selbstauslöser (0,5 bis 20 Sekunden)
  • Einen RapidFire Modus
  • Einstellbare JPEG Komprimierung

Das Userinterface ist schön einfach gehalten, doch könnte es für meinen Geschmack ein wenig größer ausfallen. Für Menschen mit großen Fingern kann die Bedienung auf dem iPad Mini leicht nervig werden. Dafür kann der User das Userinterface links, oder rechts positionieren, was ich wirklich eine tolle Idee finde.

Auf dem Screen findet der User ein blaues Quadrat, sowie einen gelben Kreis. Das blaue Quadrat dient zur manuellen Einstellung des Fokus und mit dem gelben Kreis legt man die Belichtung manuell fest. Der große weiße Kreis in der Mitte des Bildes ist ein künstlicher Horizont, welcher die Ausrichtung der Kamera erleichtern soll.

Mein Userinterface habe ich auf der rechten Seite belassen. Oben befindet sich ein Button für den Weißabgleich, gefolgt von einem Button für den Wechsel zwischen der Back- und Front-Kamera. Der PRO Button öffnet eine kleine Auswahl, in der der User zwischen den Alben und der Einstellungen der App wählen kann. Der folgende Button mit den beiden Pfeilen wechselt zwischen dem Foto- und Videomodus der App. Der dann folgende große hellgraue Button ist der Auslöser und unter dem Auslöser befindet sich der Button für den Verwackelschutz, bzw. den Selbstauslöser. Zu guter Letzt haben wir noch einen Button, welcher ein weiteres kleines Menü öffnet. Dort kann der User aus verschiedenen Grids wählen, den Experten Modus ein, oder ausschalten und zwischen Anti-Shake und Selbstauslöser wählen. Wird der Expertenmodus deaktiviert, so kann der User den Fokus, die Belichtung und den Weißabgleich nicht mehr fest einstellen.

In den Einstellungen der App kann der User weitere Funktionen ein, oder ausschalten, bzw. verschiedene Werte festlegen. So kann der User unter anderem die JPEG Komprimierung einstellen, ein RapidFire Modus auswählen, oder die Kamera in den Sport Modus versetzen. Im RapidFire-Modus werden beim drücken des Auslösers so lange Fotos geknipst, bis der User den Auslöser los lässt. Im Sport Modus macht die Kamera so schnell wie möglich Bilder in der Auflösung von 640 x 480 Pixeln.

Gegenüber der iPhone Version von ProCamera bietet die iPad ProCamera HD Version nicht die sogenannten ProLab, ProCut und ProFix Funktionen, was ich persönlich ein wenig schade finde. ProLab und ProFix erlauben das manuelle verbessern der geknipsten Bilder und erzielen wirklich sehr ansehnliche Resultate. Aber auch ohne die ProLab, ProCut und ProFix Funktion macht die App mit der iPad Mini Kamera gute Bilder.

Vergleicht man die Foto- und Videoaufnahmen der Kamera App von Apple mit denen der ProCamera HD, so sieht man sehr schön einen qualitativen Unterschied.

Filme werden sowohl von der Apple Kamera App, als auch von der ProCamera HD App per Default in FullHD (1920 x 1080 Pixel) mit 30 fps aufgenommen und sofort in der Camera Roll (Fotos App) gespeichert. Somit kann der User auf alle Filme, sowie Fotos schnell und komfortabel zugreifen. Die ProCamera HD App bietet zusätzlich noch weitere Auflösungen an und erlaubt dem User bei Foto- und Videoaufnahmen den Fokus, sowie die Belichtung manuell einzustellen und den automatischen Weißabgleich abzuschalten. Mit allen diesen Einstellungen gelingen dem iPad Mini wesentlich bessere Aufnahmen als mit der Apple eigenen Kamera App.

Wie schon oben geschrieben, werden die Bilder automatisch in die Camera Roll gespeichert. Doch die App bietet auch das Speichern in einer sogenannten Lightbox an. Bilder, oder Filme, werden dann erst intern gespeichert und können dann aus der Lightbox heraus exportiert werden. Dabei kann der User seine Werke in die Camera Roll exportieren, als Mail verschicken, oder an bekannte Dienste wie Dropbox, Facebook, Twitter, oder Flickr verteilen. In der Lightbox kann der User auch die mit den Bildern gespeicherten Exif Daten einsehen, sowie sich auf einer Karte den Aufnahmeort ansehen. Natürlich können Bilder, oder Filme aus der Lightbox auch gelöscht werden.

Fairer Weise sollte man auch die FiLMiC Pro App für iOS erwähnen. Diese bietet noch einen Tick mehr an Einstellungsmöglichkeiten für Videos. Leider ist diese App aber nach dem letzten großen Update auf dem iPad Mini nicht mehr zu gebrauchen. Egal was man macht, die mit dieser App aufgenommenen Videos ruckeln schrecklich, Voreinstellungen werden einfach verworfen und es gibt ewig viele Abstürze. Deshalb habe ich auf einen Review dieser App verzichtet.

Mein Fazit:
Die ProCamera HD App besticht durch ihre sehr gute Kombination aus Foto- und Videofunktion. Leider fehlen der iPad Version von ProCamera die ProLab, ProCut und ProFix Funktionen. Wenn ich die Kamera App von Apple mit der ProCamera HD App vergleich, so finde ich die ProCamera HD App um Längen besser.

Wer für sein iPhone, oder iPad eine gute Foto- und Video App sucht, sollte sich auf alle Fälle die beiden ProCamera Apps mal ansehen. In meinen Augen ist ProCamera HD App genau das, was ich eigentlich von Apple als Kamera App für das iPad Mini erwartet hätte.

Für einen Preis von 4,49 Euro bietet die ProCamera HD iPad Version leider weniger Pro-Funktionen, als die günstigere iPhone Version. Eine Anfrage beim Support ergab, dass für die iPad Version auch Pro Funktionen in Planung sind.

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  • Frank_Schuster

    So so, das iPhone 3Gs bot also als erstes Top-Smartphone eine Videoauflösung von 640×480. Samsung war da aber z.B. gut ein Jahr schneller mit dem Windows Mobile Phone i900… ;)

    • Tom

      Ich sag nur Nokia N95 (8 GB) ca. zwei Jahre früher…als nämlich das ach so tolle iPhone von meinem Kumpel noch gar keine Videos konnte…;)

      • http://twitter.com/weltraumpirat Claus not Han Solo

        Autsch, das Samsung i900 Omnia und das Nokia N95 hatte ich gar nicht auf dem Zettel … Danke Euch Zwei! Werde den Artikel anpassen!
        * Geblendet vom Apfel, sage ich nur * :)

  • Philip

    Also bei den Vergleichsbildern zwischen dem One X und dem Mini finde ich die One X Bilder eigentlich durchweg besser, vor allem Bild 1 + 3.

    Eventuell die Beschriftung verwechselt?

    • http://twitter.com/weltraumpirat Claus not Han Solo

      Wie ich schrieb: “Nicht das mein HTC One X schlechte Videos aufnimmt, aber die
      aufgezeichneten MP4 Videos ruckeln teilweise und das kann schon nerven.”
      Die Qualität der Videos ist beim HTC One X ok… Die Videos ruckeln halt nur ewig viel.

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