Auf den späten Abend gibt es nun noch eine gute Nachricht. Nunja, für uns und Qualcomm sicherlich eine gute, für die (ehemals) Kölner Smartbook AG wohl eher eine schlechte. Wie uns der Chiphersteller Qualcomm gerade mitgeteilt hat, hat das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) den Schutz zweier Handelsmarken der Smartbook AG in Deutschland für hinfällig erklärt. Somit hat das Unternehmen den Streit mit Qualcomm offenbar verloren und kann nicht mehr wegen der Verwendung des Wortes “Smartbook” als Bezeichnung für Geräte vorgehen, die eine Mischung aus Smartphones und Netbooks darstellen.
Ab sofort müsste also die Website von Qualcomm wieder uneingeschränkt erreichbar sein, da keine Verletzung des Markenrechts mehr vorliegt – denn “Smartbook” kann, wie nun vom DPMA bestätigt wurde – keine Marke sein. Das DPMA hat darüber hinaus offenbar auch den Schutz für den Slogan “Smartbook for smart people” komplett aufgehoben. Das Ergebnis ist ganz simpel: Smartbook darf als Begriff frei verwendet werden, ohne dass man unsinnige Markenrechtsansprüche der Smartbook AG befürchten muss.
Hier die Stellungnahme von Qualcomm, die uns vorliegt:
In January (in response to a petition filed by us) the German patent and trademark office cancelled Smartbook AG’s trademarks in Germany. Two Smartbook trademarks registered for computer devices have been entirely cancelled and a third trademark and a related slogan “Smartbook for Smart People” were cancelled as they relate to computers and handsets. Those trademarks can no longer be asserted against Qualcomm.
Insgesamt hat der sinnlose Kampf mit Qualcomm die Smartbook AG beziehungsweise ihre Hintermänner einiges an Kraft gekostet. Der bisherige CEO Dirk Pick, der das Unternehmen zuletzt offenbar fast im Alleingang leitete, ist inzwischen nicht mehr für die Smartbook AG tätig. Stattdessen ist er seit Anfang 2011 als Leiter der Galahad kreative Gesellschaft mbH tätig, die sich auf verschiedene Marketing-Aktivitäten spezialisiert hat. Darüber hinaus arbeitet er nun im Marketing der Firma Tunebug und für den Rennstall Teichmann, dessen Fahrzeuge auf einigen Messen als Blickfang am Stand der Smartbook AG zu sehen waren.
Insgesamt leider ein trauriges Ende, denn hätte man nicht unnötig viel Aufhebens um den ach so schützenswerten (zusammengesetzten) Begriff Smartbook gemacht, hätten letztlich wohl Qualcomm und die kleine deutsche Firma profitieren können.
Zur Erinnerung: Smartbooks sind Geräte, die auf Plattformen basieren, die normalerweise in Smartphones verwendet werden, aber in ihrem Formfaktor eher einem Netbook bzw. Notebook entsprechen. Qualcomm wollte sie als Alternative zu Netbooks etablieren, wobei vor allem die größere Mobilität und ein niedrigerer Preis als Vorteile hervorgehoben wurden. Bis heute haben Smartbooks aber nur wenig Interesse erfahren, so dass es nur eine Handvoll derartiger Geräte gibt wie etwa das Toshiba AC100.
Und zur Feier des Tages sage ich es jetzt nochmal ganz laut: “SMARTBOOK! SMARTBOOK! SMARTBOOK!”
PS: Die Website der Galahad, die unter Galahad.cc zu erreichen ist, leitet übrigens nur auf das Xing-Profil von Dirk Pick weiter.
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