21.600 Terabyte Daten. Pro Tag. Das sind dann mal Datenmengen, die die Bezeichnung „Big Data“ wirklich verdienen. Dagegen ist die Herausforderung des täglichen Lebens wie zum Beispiel die Frage nach einer sinnvollen Backupstrategie für die paar Terabyte Daten auf den heimischen Festplatten witzlos. Aber gut zu wissen: Wer seine Backups irgendwo in der Cloud ablegt hat gute Chancen, dass der britische Geheimdienst GCHQ eine Sicherheitskopie besitzt – aber wahrscheinlich beim Restore nicht behilflich sein dürfte.

Really Big Data oder: Wer solche Freunde hat… – Kommentar

Alleine diese Menge an Daten ist schon fast unbegreiflich. Selbst bekomme ich oft zu hören, ich wäre  ein „Daten-Messi“ - mit meinen rund 7TB(*) Musik, Filmen, Fotos, Mails und Dokumenten, die sich in den letzten 20 Jahren angesammelt haben. 7TB – eigentlich ein ziemlicher Haufen Daten, aber wenn man das mal vergleicht: 7TB in zwei Jahrzehnten und dann das mehr als 3.000fache an einem Tag. Rein technisch ist das natürlich faszinierend: Wie speichert man solche Datenmengen und vor allem, wie durchsucht man diese auch noch effizient nach den kleinen Informationsschnippseln, die interessieren und woher wissen die, wonach sie suchen müssen?

Aber es gibt noch eine andere Seite, die nun nichts mit Technik zu tun hat. Offenbar ist es so, dass die Briten ganz gezielt den deutschen Internettraffic von, in und über die USA mitgeschnitten, gespeichert und ausgewertet haben. Das TAT-14 (Trans Atlantic Telephone Cable No 14) ist die wichtigste Verbindung, die Deutschland, Frankreich, die Niederland, Dänemark und auch Großbritannien selbst mit den USA haben. Telefonate und Internettraffic fliessen darüber und wurden nach aktuellem Stand offenbar vom GCHQ abgegriffen. Unterstützt wurde der Geheimdienst angeblich dabei von Vodafone und der British Telecommunications, die sich beide nicht dazu äußern. Vodafone ließ gerade mal verlauten sich an die jeweiligen nationalen Gesetze zu halten und sich zu Fragen nicht zu äußern, die mit der nationalen Sicherheit zusammen hängen. Logisch, die gesetzliche Grundlage für das Schnüffeln verbietet den beteiligten Unternehmen irgendetwas darüber zu sagen.

Die Briten und die USA sind unsere Freunde, das wird uns immer wieder so gesagt und es gibt wohl nur wenige, die ernsthaft das Gegenteil behaupten wollen. Aber was soll man von Freunden halten, die einen bespitzeln? Gelten für Staaten so fundamental andere Regeln? Würde ein Freund bei einem Besuch in meinem Haus anfangen in meinen Schränken zu wühlen, er würde hochkant raus fliegen, nie wieder mein Haus betreten und „Freund“ würde ich so jemanden garantiert nicht mehr nennen. Aber bei Staaten ist das in Ordnung? Wenn sog. befreundete Staaten uns ausforschen und unsere Kommunikation überwachen, dann nimmt man das so hin? Oder was unternimmt unsere Regierung dagegen? Man muss natürlich erst mal nachfragen, was genau da passiert und es wäre ja „Neuland“ und überhaupt geht es ja um den bösen Terrorismus, also ist Schnüffelei grundsätzlich mal gut. Und der BND, der uns ja vor Gefahren aus dem Ausland schützen soll, der behauptet gleich mal gar nichts zu wissen. Höchstens das, was inzwischen öffentlich bekannt geworden ist. Waren unsere Schnüffler so sehr damit beschäftigt selbst zu schnüffeln, dass sie gar nicht mitbekommen haben, wie sehr wir von anderen belauscht wurden? Oder wussten sie es doch? Das Tolle – zumindest für die Geheimdienste – an Geheimdiensten ist ja, dass alles geheim ist und wer sich traut dann doch mal ein paar der Schweinereien öffentlich zu machen, der  gilt dann als Spion und Verräter.

Man mag es als Verschwörungstheorie bezeichnen, aber ich halte es für sicher, dass unsere Geheimdienste und unsere Bundesregierung wussten, dass die NSA und der GCHQ lauschen, sie wussten vielleicht nichts über die Details und den genauen Umfang. Und ich halte die Motivation unserer Bundesregierung, etwas dagegen zu unternehmen für sehr überschaubar – eher noch interessieren sie sich dafür, welches Stück vom Überwachungskuchen sie abbekommen können und wie der BND aufgerüstet werden muss, um selbst „Informationen zu sammeln“.

Bleibt uns also wirklich nur auf „Datensparsamkeit“ zu setzen? Hat Ludwig Greven von der Zeit Recht und wir müssen uns eben in Verzicht auf moderne Kommunikationsmittel üben? Verschlüsselung ist in so einem Umfeld ja keine Option mehr, denn wer verschlüsselt, der macht sich damit automatisch verdächtig.

Wer sich und seine Daten schützen möchte, sollte sich dessen immer bewusst und auf der Hut sein. Big Brother wacht überall, der Staat liest und hört im Zweifel immer mit. Wer private Dinge privat halten will, sollte sie daher nur selten oder gar nicht preisgeben und gegebenenfalls auf Internet oder Telefon verzichten. Datensparsamkeit ist immer noch eines der besten Mittel des Datenschutzes – was nicht da ist, kann nicht gespeichert und durchsucht werden.

Ist das wirklich die einzige Option, die uns noch bleibt? Uns irgendwie damit arrangieren, dass wir alle überwacht werden? Nur nicht den Eindruck erwecken irgendwas verbergen zu wollen und uns unsere kleinen, persönlichen Nischen suchen, in denen wir noch ein wenig Privatsphäre haben und unbeobachtet und wirklich privat kommunizieren können? Wie die Menschen in der DDR, die in den Wald gegangen sind, um unter vier Augen ohne Stasi-Beobachtung zu sprechen? Was unterscheidet die Schnüffler heute eigentlich noch von der Stasi – außer den besseren technischen Möglichkeiten?

Und was ist eigentlich mit der Stasi passiert…?

Derzeit weiß ich gerade nicht, was mich wütender macht: Die täglich Enthüllungen über die Rundumüberwachung und die immer neuen Angriffe auf unsere Privatsphäre durch unsere Regierungen oder die offenbar immer noch weit verbreitete Gleichgültigkeit, dieses „Ich habe doch nichts zu verbergen“ oder auch die Aufforderung doch in den Wald zu gehen, um privat zu kommunizieren.

Update: Soeben erhielt ich den Hinweis, dass der Wald aus Rückzugsgebiet auch ausfällt. Stimmt, ich hatte die „Wildkameras“ vergessen.

(*) Und alles ganz legal gekauft, von eigenen Datenträgern gerippt, bemustert worden und selbst hergestellt.

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  • derflo

    Wirklich unfassbar, dass das alles Wirklichkeit wurde. Ebenso die Ohnmacht der Politik.
    Praktischerweise will Vodafone Kabel Deutschland übernehmen, sehr gut! :(

    • http://pilz.cc/ Rene Pilz

      ich stelle mir dabei ja die Frage: Wird Vodafone bei so einer Übernahme z.B. durch GB unterstützt (Finanziell)? Weil sie ja so brave Datenlieferanten sind? Weil wenn es ein “schlimmer” Datenlieferant übernehmen würde, würde man ggf. keine netten Daten bekommen ??

    • pegelf

      Und vor allem: Wieso kann sich die Drosselkom dann keinen Netzausbau leisten? (um mal die Geschehnisse ein wenig zu kombinieren)

      • Carsten Dobschat

        Die Telekom hat den Ausbau nicht verpennt oder schleifen lassen, es war eine Anweisung von der Bundesregierung nie mehr Gesamtbandbreite anzubieten als der BDN gerade mitschneiden und filtern kann… ist doch logisch ;)

        • derflo

          hehe, wohl die einzige Erklärung! :)

  • Pixelbash

    Wie man 21.600 Terabyte speichert? Man löscht erst mal automatisch die ganzen Pornos aus dem Datenstrom und der Rest passt dann auf 2 CDs! :D
    [entschuldigt bitte diesen unqualifizierten Kommentar, den ich mir einfach nicht verkneifen konnte.. ;-) ]

    • http://pilz.cc/ Rene Pilz

      Rückschluss: wenn ich was verstecken will, presse ich es einfach zwischen ein paar Pornos…

      (Komisch, vor ein paar Jahren, also als ich knapp unter 18 alt war, war der Ansatz noch genau umgekehrt).

  • Robert Kern

    Hallo Carsten,
    die Daten Fallen an, da können wir nichts gegen machen. Früher oder später werden auch die Barrieren für Behörden, Unternehmen und Privatleute abgebaut und der Zugang zu den Daten breiter.

    Was wir machen können: Eine Kultur schaffen, die Missbrauch verhindert. Transparenz ist ja grundsätzlich nichts schlimmes, auch wenn wir die Heimlichkeit mit der Evolution quasi in die DNA bekommen haben. Verstecken wird einfach immer schwerer und wir müssen eine neue Öffentlichkeit denken.

    Privatsphäre kommt ja von privat, privare – “berauben”. Wir meinen der Raub an der Allgemeinheit bringt uns einen Vorteil. Im ganz persönlichen Umfeld ist das vielleicht sogar so, global gesehen hat diese jahrhundertelange und noch wachsende Umverteilung von allgemeinem Gut und öffentlichen Besitztümern in private Hände uns Probleme beschert, die wir derzeit noch garnicht umfassend wahrnehmen.

    Ich wünsche mir von der Technologie, dass Industrielle, Politiker oder sonstige Entscheider genauso transparent werden wie Hartz 4 Empfänger. Das derzeitige Macht- und Wohlstandsgefälle kostet uns einfach zuviel. Uns alle, eine riesige Verschwendung ist das. Das betrifft das Militär was unseren Wohlstand schützen muss, damit wir uns erlauben können die Hälfte unserer Nahrung wegzuwerfen genauso wie geistiges Eigentum, welches (wenn fair geteilt) in vielen Köpfen zu weitaus mehr Innovation und Entwicklung befähigen würde.

    Es läuft auf ein anderes Miteinander hinaus. Was man seinen “Freunden” bei Facebook mitteilt, darf im Grunde auch die ganze Welt erfahren. Wir brauchen aufgeklärte Entscheider in unserer Gesellschaft, welche Normen und Regeln so reformieren, dass niemandem ein Strick aus der letzten Sauftour, Erwachsenenseiten oder was auch immer vermeintlich Privatem gedreht werden kann. Vielweiberei? Anscheinend durchaus eine Facette menschlichen Daseins, selbst hochrangige US-Generäle oder italienische Ministerpräsidenten haben da kein Problem mit. Eine neue Öffentlichkeit braucht neue Werte und Moral. So einfach ist das.

    • Carsten Dobschat

      Ich denke es gibt aus gutem Grund den Unterschied zwischen privaten Daten und öffentlichen Daten. Ich stimme Dir durchaus zu, dass man zum Beispiel nichts auf Facebook oder in andere soziale Netzwerke posten sollte, was nicht im Zweifel die ganze Welt sehen kann. Okay.
      Aber hier geht es um private Kommunikation zwischen Menschen, die geht einfach niemanden was an! Es gibt nicht umsonst Brief- und Fernmeldegeheimnis und im Internet ist das alles plötzlich „Neuland“? Echt nicht…

      Und „neue Werte“? Wenn diese „neuen Werte“ den Verzicht auf Privatsphäre bedeuten sollen, dann können mir diese „neuen Werte“ gestohlen bleiben. Und ja, so denke ich, obwohl ich wirklich zu den Menschen gehöre, die verdammt viel aus ihrem Leben öffentlich machen – aber das soll doch bitte jeder für sich selbst entscheiden und nicht aus einem „Es wird ja eh alles überwacht“-Fatalismus heraus gleich das Ende der Privatsphäre ausgerufen werden.

      • Robert Kern

        “Wissen ist Macht” und Geheimnisse waren sehr lange Zeit ein evolutionärer Vorteil und sind deswegen so mit unserem heutigem Wesen verwachsen. Sehr lange hat der Mensch aber auch ganz anders gelebt – in kleinen Gruppen die sich Abends ums Feuer versammeln. So dicht gedrängt und verbunden, dass da wenig verborgen blieb.

        In Asien gibt es ja auch heutzutage ganz andere Einstellungen erstens zu Privatheit, zweitens zur Ausprägung von Persönlichkeit und drittens zu der Freiheit, die jeder einzelne genießen sollte.

        Ich finde schon, dass sehr viele Daten, die derzeit außerhalb meiner Reichweite liegen, mich etwas angehen. Was unsere Politiker im Schlafzimmer machen, ist mir egal, aber wer wieviel von welcher Firma bezieht, würde ich gern wissen. Wieviel Regenwald für meinen Starbucks Kaffee draufgeht, wieviel Kupfer und Cobalt man mit einem Nokia 6630 mit ausrangiert. Was Kosten uns denn die Barrierren für digitale Informationen, welche eigentlich aufgrund ihres Charakters geteilt werden wollen?

        Das Brief- und Fernmeldegeheimnis – diese Einstellung gegenüber Daten und Kommunikation kommt doch aus einer Zeit, in der die Hälfte der Weltbevölkerung als wertlose Affenmenschen in die Sklaverei getrieben wurde. Da “musste” man sich mit dem Wissensvorteil aus der Geheimhaltung noch gegenüber irgendwem absetzen, irgendeine Gruppe benachteiligen. Die Geheimnistuerei selber entspringt sicher dem Gedanken “hoffentlich hat keiner aus dem Rudel gemerkt, dass ich mir einfach mal noch einen extra Happen vom Mammut genommen hab – ich bin einfach schlauer” Brauchen wir das heute noch?

        • Carsten Dobschat

          Ähm, Du gehörst zu denen, die den Unterschied zwischen privaten und öffentlichen Daten nicht sehen wollen, oder? Um es kurz zu machen: Es geht NIEMANDEN etwas an, was ich in Telefonaten mit Freunden, Familie oder auch nur Bekannten bespreche, was in unseren Mails steht, was in unseren Chats besprochen wird. NIEMANDEN. Und wenn sich daraus für uns ein Vorteil entwickelt, weil wir im Verlauf des Gesprächs auf die Idee kommen, wie man Gold scheissen kann, dann haben wir den Vorteil eben. So einfach ist das! Und so lange es keinen begründeten Verdacht gibt, dass ich mit irgendwem zu dem Zweck telefoniere, um ein Verbrechen zu begehen und so lange nicht ein Richter diesen Verdacht bestätigt hat, so lange hat auch keiner meine Telefonate abzuhören.

          Jeder Mensch hat ein Recht auf seine Privatsphäre. Ende der Diskussion. Nur weil irgendwelche durchgeknallten Paranoiker meinen, sie müssten jedes Fitzelchen Kommunikation aufzeichnen und auswerten gleich das Ende der Privatsphäre auszurufen… nee, echt nicht…

          • Robert Kern

            Ich sage nicht, dass wir komplett verzichten sollten auf Privatssphäre – nur müssen wir sie auf einem anderen Level leben. Daten sind die Zukunft und mehrere große Unternehmen propagieren das derzeit als neue industrielle Revolution. Da du bei einem Telefonat auf Resourcen aller zurückgreifst, wirst du wohl zwangsläufig auch Rechtfertigung ablegen müssen. Genau wie du für dein Umfeld die Vertraulichkeit der Daten behalten willst, verschweigt wohl auch das nächstgelegene Atomkraftwerk einen Störfall. Weil sie meinen das geht niemanden was an. Sorry aber die Grenzen und der Bewegungsraum werden neu zu definieren sein. Es ist wahrscheinlich so, dass wir die erwünschte Transparenz nicht ohne die unangenehme bekommen. Ich sehe da einfach mehr Chancen. Was soll denn passieren? Der Staat bestellt dich zum Rapport wegen unangemessener Telefonate? Die Krankenkasse erhöht die Beiträge weil du auf CCTV mit Zigarette erwischt wirst? Wir sollten lieber einen Staat formen, in dem man ungestört sagen und denken darf, als alles heimlich tun zu müssen. Vielleicht ist es ja tatsächlich nicht fair die Selbstzerstörung anderer mitzufinanzieren? Verstehst du wo ich hinwill?

          • Carsten Dobschat

            Ich soll mich für private Telefonate rechtfertigen? Geht’s noch? Und Dein Blödsinn wird durch unsinnige Vergleiche kein Stück besser… Private Kommunikation mit einem AKW-Störfall vergleichen, dümmer geht’s wirklich nicht mehr.
            Wer hat eigentlich mit diesem Mist angefangen, dass Transparenz absolut sein müsste? Es gibt Grenzen der Transparenz und die muss es geben.

          • Robert Kern

            Ich finde die Diskussion hat grad ein bisschen Niveau verloren. Ich muss mich für Überlegungen und Argumente nicht als dumm bezeichnen lassen. Frag dich einfach mal warum du dich hier zu einer aggressiven Verteidigung gezwungen fühlst. Niemand hat dir was getan. Ich hab doch geschrieben das Transparenz Grenzen braucht und auch versucht das zu begründen, kulturell, biologisch, wirtschaftlich. Schönen Tag noch.

          • Carsten Dobschat

            Ich habe Deinen dummen Vergleich von privater Kommunikation mit einem AKW-Störfall als dumm bezeichnet, weil er genau das ist: dumm! Wenn Du das auf Dich beziehst, nicht mein Problem.
            Und Du schreibst nicht von Grenzen der Transparenz, sondern ganz im Gegenteil tust Du so, als müsste Transparenz absolut sein.

        • derflo

          Würdest du es gerecht finden wenn eine Firma X viel Geld und Zeit in die Entwicklung eines Produktes A steckt, eine Firma Y diese Daten dann einfach zugespielt bekommt um die wirtschaftlichen Interessen des Landes zu wahren?

          • Robert Kern

            Ich denke Landesgrenzen sind aus dem letzten Jahrtausend. Das wird ganz schnell verschwinden. Big Data wird hoffentlich eine Neuorganisation und Umverteilung aller Resourcen mit sich bringen. Vielleicht einen digitalen Kommunismus (wenn das mal nicht so negativ besetzt wäre). Rein vom globalen Wohlstand her kann jeder satt werden, wohnen und einen guten Lebensstandard genießen. Wenn es nun für die Menschen einer Firma keinerlei Vorteile bringt, die Idee für sich zu behalten, die Idee zusätzlich per Crowd finanziert wurde, dann wird sie auch zum Wohle aller geteilt.

            Durch Technologie wirds dann wahrscheinlich keine Firma Y oder Firma A mehr geben, sondern nur Menschen die sich etwas mehr vernetzen als mit anderen um trotzdem für alle weiterzuentwickeln. Vielleicht ist das zu weit in die Zukunft gedacht und wir müssen uns noch sehr lange mit dem kulturellen Erbe rumschlagen. Auf der anderen Seite verlaufen sehr viele Entwicklungen exponentiell, man sollte sich nicht wundern wenn auf anderen Ebenen die Vorstellung von Privatsphäre schon ganz anders aussieht. Ich hoffe, dass die Amerikaner und Chinesen sich in 20 Jahren nicht mehr gegenseitig Hacken müssen, sondern in barrierelosem Sharing das größere Potential entdecken.

          • derflo

            Wo bleibt der Ansporn, wenn man selbst nicht mehr forschen brauch und einfach auf die anderen setzt? Auch ganz unabhängig von Landesgrenzen.
            Leistung muss belohnt werden, das war immer schon so und wird sich auch nie ändern, das hat die Geschichte bisher zumindest gezeigt!
            So viel zu dem Exkurs, wir wollen ja die Privatsphäre nicht aus den Augen verlieren.

          • Robert Kern

            Ich hoffe auf mildere Amplituden – weniger Boni bei uns heisst woanders weniger Kampf ums Überleben. Es gibt auch Gesellschaften, in denen derjenige höher angesehen ist und der näher Feuer sitzen darf, der mehr seiner Ernte und seines Viehs zum Wohle des Dorfs abgibt. Irgendwo auf den Phillipinen, denen ist das Ansporn genug. Ich glaube die Konzentration von Wissen, Macht und Wohlstand wirft nicht nur die eine Firma zurück in ihrer Entwicklung, sondern die ganze Menschheit. Deswegen sollten wir uns um eine Umgebung kümmern, in der Offenlegung nichts schlechtes ist. Dass das nicht über Nacht und mit allen machbar ist, weiß ich. Wir müssen bestimmtes Verhalten einfach abschütteln, weil nicht mehr zeitgemäß. Noch vor ein paar Tausend Jahren war es sinnvoll, viel Fett und Zucker in uns reinzustopfen. Heute macht uns dieser Habitus Probleme, weil er nicht mehr in die Moderne und in unseren Überfluss passt. Ähnlich ist das mit Privatsphäre. Die Zeiten ändern sich einfach. Wer bei seinem Orwell festkleben will – bitte schön. Ich sehe diese Welt nicht kommen. Von einem Überwachungsstaat mit totaler Kontrolle in allen Lebensbereichen auf faschistische Art – davon hat niemand was. Nichtmal die Leute “in charge”.

          • derflo

            Mir wird meine Privatsphäre mein Leben lang wichtig bleiben, mehr kann ich dazu nicht mehr sagen!

          • Robert Kern

            In der Hinsicht bin ich auch von gestern. Das ist aber nur Prägung und bei unseren Kindern und Enkeln wird das einfach anders aussehen.

  • WeinJonny

    Den Vergleich mit dem Freund der die Schränke durchsucht finde ich gut. Sollte unsere Regierung wirklich nichts gewusst haben, sollte man sich wirklich trotz aller diplomatischen Gepflogenheiten mal ernsthaft überlegen wie verkommen eigentlich der Umgang miteinander ist. Ein weiteres Zeichen wie sehr sich Großbritannien von der EU weg orientiert.
    Andererseits ist es schwer zu glauben das die deutschen Geheimdienste gar nichts wussten. Eher wahrscheinlich ist, dass sie von den gesammelten Informationen eher profitiert haben, wie vermutlich auch bei PRISM.
    Ich halte es nämlich für recht unwahrscheinlich, und hier müssen wir unsere Demokratie in Deutschland wirklich loben, das eine derartige Überwachung bei uns möglich wäre.
    Jedoch muss man auch hier auf der Hut sein, solange solch simple Gemüter wie unser Innenminister (IM ;-)) Friedrich die deutsche Sicherheitspolitik bestimmen. Solche Leute sind immer schnell bereit, vermeintliche (trügerische) Sicherheit über Freiheitsrechte zu stellen.

    Letzte Anmerkung: Programme wie PRISM oder das britische Abhörprogramm dienen nie nur der Sicherheit, sondern verfolgen immer auch wirtschaftliche Interessen.

  • Hombracho

    Dieses Geschwätz, mit dem sich diese Staatsoberhäuper aus der Sache raus reden wollen.. Klar, dass es legal ist. Dafür hat man ja die entsprechenden Gesetze verabschiedet. Aber nur, weil es legal ist, ist es noch längst nicht gerecht.

    Gesetze werden erlassen, um Gerechtigkeit zu gewährleisten.

    So war mal der Grundgedanke dahinter. Und nur, weil es im jeweiligen ausführenden Land legal ist, ist es aber im betroffenen und ausspionieten Staat noch längst nicht legitim. Wie unsere Regierungen die Prinzipien des Rechtsstaats aushebeln ist einfach erschreckend.

    Und noch erschreckender ist die Gleichgültigkeit vielerorts. Dass die Propaganda-Maschinerie nach den vielen Jahren Volksverdummung so effektiv ist, erinnert mich an Deutschland anno 1938, kurz vor dem großen Knall. Wie kann es sein, dass in UK die Zeitungen nicht über den Skandal berichten dürfen? Da wird denen angedroht, sie müssten mit Maßnahmen wegen der Bedrohung der nationalen Sicherheit rechnen. Da gibt es ein Grundgesetz, das nennt sich Pressefreiheit.. Wird dort einfach untergraben.. In den USA mit FOX-News ist es noch viel schlimmer. Hat man ja bei Erst-Wahl von Bush-Junior gesehen.

    Ich für meinen Teil habe seit diesen Tagen nicht mehr das Gefühl, in einer freien und demokratischen Gesellschaft zu leben. Unsere Regierungen zerstören die Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit und legen Gesetze aus, wie es ihnen passt. Und wenn es mal nicht passt, werden einfach neue Gesetze erlassen, die all das ermöglichen. Immer schön vorbei an der Judikative. Das Bundesverfassungsgericht wird einfach umgangen. Ist auch nicht schwer, da die Herren in Karlsruhe selten in Eigeninitiaive tätig werden.

    Vor 200 Jahren hätte es wegen solcher Handlungsinkompetenzen seitens der diversen Regierungen und ihrer Einrichtungen längst einen Bürgerkrieg gegeben. Und heute? Ist es allen egal. Danke, Herr Snowden, dass Sie all das aufgedeckt haben. In welchem Land auch immer er sich versteckt, ich bin mir sicher, dort haben die Bürger wenigstens noch den Arsch in der Hose, um sich zu wehren. Auch wenn die Regierung dort nicht anders handelt als die unsrigen.

  • Sebastian

    21.600 Terabyte Daten am Tag zu kontrollieren heißt nicht sie auch zu speichern. Gerade bei Big Data untersucht man oft nur den Datenstrom um dann auch nur die wirklich interessanten Daten zu speichern.

    • Carsten Dobschat

      „An einem einzigen Tag soll der britische Geheimdienst insgesamt Zugriff auf 21.600 Terabyte gehabt haben. Dank Snowden ist bekannt, dass die abgefangenen Inhalte drei Tage vorgehalten wurden und Benutzerdaten 30 Tage. In der Zwischenzeit wurden die Daten mit speziellen Programmen gefiltert.“

      Noch Fragen? :)

  • Sledge

    Eines muss man schon auch mal sagen – die Geheimdienste tun genau das wofür sie da sind. Das soll jetzt bitte absolut keine Entschuldigung sein oder, dass ich das gut finde aber auch wenn sie wohl teilweise die Gesetze “großzügig” auslegen tun sie das was sie sollen.
    Die Gesetze dafür gibt es seit Jahren, die Präzedenzfälle bei denen ähnliche Dinge aufgeflogen sind gibt es auch. Es war also eigentlich klar, dass genau das passiert und von daher empfinde ich manche Beiträge als lächerlich.
    Wer nicht blind war hatte zumindest vermutet, dass genau das passiert.

  • Carsten Warnke

    Vielleicht sind die Briten ja unsere Freunde und haben uns nur so ausgiebig beäugt, weil der BND weder Kapazitäten noch rechtliche Wege hat uns alle abzuhören?
    Also wäre es doch ein wahrer Freundschaftsdienst uns Zugang zu ihrer Datenbank zu geben…
    Immerhin is es ja eh schon da, nich?!

  • Porscheprolet

    “Die Briten und die USA sind unsere Freunde, das wird uns immer wieder so
    gesagt und es gibt wohl nur wenige, die ernsthaft das Gegenteil
    behaupten wollen.”

    Klar sind die unsere Freunde. Deswegen haben wir auch rund 60.000 Amerikaner hier stationiert plus 20.000 britische Elitesoldaten plus einer unbekannten Zahl von private contractors die einige 10.000 betragen soll. Alles in allem also in etwa die Besatzungsstärke des Irak. Aber hey, keiner bezweifelt dass das alles unsere Freunde sind.

    Ehrlich, all meine Kumpel kommen mit Kampfhubschraubern, Panzern und Raketen und gehen auch nie mehr. Sonst wären wir alle keine Freunde! Aber gerade weil wir so dicke sind, sind auch unsere ̶b̶̶e̶̶s̶̶a̶̶t̶̶z̶̶e̶̶r̶ ähhh… Freunde von jeglicher strafrechtlichen Verfolgung durch deutsche Behörden befreit und alle Army Bases exterritorial. Weil man guten Freunden auch gern mal mehr gibt, dürfen sich US Basen jederzeit vergrößern und haben deswegen auch ein spezielles Enteignungsrecht. Siehe die Vorkommnisse bei Wiesbaden. Dufte :-)

    Und weil wir uns alle so knorke verstehen, ist auch unser Land als Einsatzort für deren Atomwaffen für den Fall eines Krieges vorgesehen. Ja und weil wir so supi dupi Freunde sind, bezahlen wir denen das ganze auch noch alles aus unseren Steuermitteln. Aber nicht nur das, die leiten extra ihre Soldaten vor Kriegseinsätzen über Deutschland, weil auch dann der blöde Michel zahlt. Weil die sind ja hier in Germanistan stationiert. Ist doch total logisch manno oder? O_o

    Ja und weil wir immer noch so ne dicke Freundschaft haben, haben wir gleich mal NSA Station in Stuttgart-Vaihingen oder die Dagger Station in Griesheim und noch eine Menge weitere, die nichts weiter tun als …

    http://www.staatsfeind.net/ECHELON/echelon.html
    ja was eigentlich? Den deutschen Telekommunikationsverkehr komplett überwachen? Von Telefon bis Internet, zuzüglich alle Passagierdaten von Flügen sich schicken lassen und nicht zu vergessen, sämtliche Überweisungsdaten des Zahlungsverkehrs aus dem Swiftsystem kriegen unsere Freunde auch.

    Also wer jetzt immer noch behaupten will, dass sind nicht unsere Freunde, der muss echt nen Dachschaden haben. Nee..noch besser…DER IST ANTIAMERIKANISCH! Und das geht gar nicht! Also das sind unsere Freunde! Klar? Nein? DAS SIND UNSERE FREUNDE!!!

    Und warum sollte die Bundesregierung dagegen etwas tun? Das hab ich nicht ganz verstanden??? Ich mein, hey..wir sind doch Freunde. Sicherlich ist es kein Problem das gleiche zu machen…sagen wir mal….wenn wir..mal 50.000 deutsche Soldaten in der Nähe unserer 1300 Tonnen Gold in New York stationieren? Auf Kosten unserer Freunde natürlich!

    Ich denke mal die Amerikanerfreunde haben auch kein Problem, uns zu erlauben das der Verfassungsschutz als auch der BND den gesamten US-Datenverkehr abgreifen können, selbstverständlich mit eigenen Stationen vor Ort. Ich bin mir ganz sicher, dass beim gerade aktuellen ̶k̶̶a̶̶n̶̶z̶̶l̶̶e̶̶r̶̶d̶̶a̶̶r̶̶s̶̶t̶̶e̶̶l̶̶l̶̶e̶̶r̶ Kanzler jede Woche dicke Packete mit allen Swift Kontobewegungen eintreffen. Weil wir sind doch alle vom Terrorismus betroffen und helfen uns gegenseitig :-))))

    p.s.: Übrigens Carsten. Deine Mitstreiter von den Piraten kamen ganz schön ins schwitzen, als ich Ihnen vorschlug doch Datenschutz konsequent zu betreiben. Dazu gehört wohl auch das weitestgehende Unterbinden von geheimdienstlichen Aktivitäten fremder Staaten im eigenen Land. Wer also für mehr Datenschutz ist, muss logischerweise auch für die Schließung von NSA Stationen in unserem Land sein. Die Antwort war bezeichnend… also da wären doch US Behörden, da könne man ja nichts machen. Da wären ja die Piraten als deutsche Partei nicht zuständig.Auf meine Frage in wie weit es in ihre Zuständigkeit fällt das Handeln von US Behörden auf offiziell deutschen “souveränen” Staatsboden zu unterbinden…konnte man keine Antwort finden. Ich versteh es ja, wir sind ja Freunde. So total und komplett.

    So und nu mach ich mal Feierabend. Als Hausaufgabe für den heutigen Abend: Was ist Souveränität?

    Als Hilfsmittel dient der folgende Text von Wiki:

    “Unter dem Begriff Souveränität (frz. souveraineté, aus lat. superanus, „darüber befindlich, überlegen“) versteht man in der Rechtswissenschaft die Fähigkeit einer natürlichen oder juristischen Person zu ausschließlicher rechtlicher Selbstbestimmung. Diese Selbstbestimmungsfähigkeit wird durch Eigenständigkeit und Unabhängigkeit des Rechtssubjekts gekennzeichnet und grenzt sich so vom Zustand der Fremdbestimmung ab.”

    Vergleicht bitte die Definition von Souveränität mit dem Ist-Zustand des Landes Deutschland. Legt dar, an welchen Punkten sich diese Nachweisen lässt und warum kein Zustand der Fremdbestimmung vorliegt. Schönen Abend!

  • Thomas K.

    Was mich da am meisten irritiert (neben der Unverfrorenheit, mit der solche Instanzen sich sowas rausnehmen):

    Was finden die? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass organisierte Kriminalität ohne End-to-end-Verschlüsselung arbeitet. Die machen doch keine Gruppe bei Facebook auf und doodlen ihr Attentat.

    PS: Und ja, wirksame End-to-end-Verschlüsselung ohne Backdoor ist möglich. Das ist Mathematik, keine Politik.

  • Peter Pan

    Mir ist bewusst, dass die nicht nur das TAT-14 angebohrt haben. Aber dennoch als Vergleich: das Tat-14 hat eine komplette Maximalkapazität von 160 Gib/sec, die Briten haben 256 Gib/sec abgefasst, wenn sie 21600 Tib an Daten an einem Tag gesammelt haben. Wo kommt diese Zahl her? Gibts da eine Quelle? Ansonsten würde das nichts mehr oder weniger heissen als: es wird ALLES mitgeschnitten und gesammelt. Alles. Jegliche Kommunikation. Satellit, Telefon, Kabel, Fernsehen. Nette Vorstellung :)

    Oder anders ausgedrückt: was basteln Google&Co an neuen Protokollen fürs Web rum? Schaltet die Geheimdienste ab und das Netz verdoppelt sich in der Geschwindigkeit :)

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