Die RHA MA 450i In-Ear-Ohrhörer mit Mikro und Fernbedienung bieten mehr für das Geld: Mehr Bass, mehr Kabel, mehr Komfort. Zu einem Preis von knapp 50 Euro bieten diese Earphones mehr, als manche teureren Modelle – und den Vergleich mit meinem bisherigen Begleiter am iPhone, dem Philips SHH7810 und den neuen Apple Earpods hat das RHA MA 450i locker in beinahe allen Disziplinen gewonnen.
Was mich nie so richtig überzeugen konnte waren die ursprünglichen Ohrhörer von Apple: Zu rund, zu unbequem und der Sound war eher so mittelmäßig. An möglichen Alternativen herrschte ja auch kaum ein Mangel. Etwas schwieriger wurde es mit dem iPhone: Reine Hörer reichten nicht mehr, telefonieren sollte ja auch noch möglich sein und das in entsprechender Qualität.
Nach einigen Experimenten habe ich mich letztes Jahr für die Philips SHH7810 entschieden, sie erfüllten die wichtigsten Anforderungen fast perfekt: Anständiger Sound, angenehm zu tragen, gute Gesprächsqualität und mit etwa 35-40 Euro auch nicht zu teuer. Kurzzeitig sah es so aus, als könnten sie von den neuen Apple-Earpods abgelöst werden. Diese sind deutlich angenehmer zu tragen als ihre Vorgänger und sie klingen auch überraschend gut, kommen beim Klang sehr zu meiner Überraschung sogar an die Philips In-Ears ran und in Sachen Mikro und Verständlichkeit auf der Gegenseite bei Telefonaten sind sie besser. Man könnte sogar sagen, dass Apple hier der perfekte Kompromiss zwischen In-Ear- und gewöhnlichen Ohrhörern gelungen ist.
Dann kam die Anfrage von RHA, ob die MA 450i denn nicht testen wolle…
Das 1,5m lange Kabel des MA 450i ist mit Stoff überzogen, was hochwertiger aussieht als das übliche Gummi und soll laut Hersteller Kabelsalat verhindern. Ganz verhindern lässt sich das übliche Verheddern der Kabel natürlich nicht, aber das Entwirren geht hier deutlich schneller, meist reicht ein Handgriff. Und diese eingesparten Sekunden Lebenszeit summieren sich über die Jahre ganz schön. Man kann darüber streiten, ob vergoldete Stecker wirklich einen Effekt auf die Soundqualität haben – der Stecker ist hier auf jeden Fall vergoldet, an den anderen beiden Enden des Y-Kabels sitzen dann die Ohrhörer aus Aluminium, die dementsprechend leicht ausfallen. Die sind übrigens mit einer kratzfesten Beschichtung versehen – na Apple, wäre das vielleicht etwas für das iPhone 5? ;)
Mit dabei sind eine kleine Transporttasche und sieben Paar Ohrpolstern, da sollte für jedes Ohr etwas passendes dabei sein. Zwar ist der Wechsel der Polster etwas schwierig, aber wenn man einmal die persönlich passenden drauf hat, muss man ja auch nicht mehr tauschen. Damit sind wir auch beim ersten wichtigen Punkt: Dem Tragekomfort. In dieser Disziplin liegen für mich persönlich die Hörer von RHA meilenweit vor allen anderen. Sie sitzen gut, sie rutschen nicht und trotzdem habe ich nicht das unangenehme Gefühl mir das Ohr verstopft zu haben, das leider bei vielen In-Ears auftritt. Durch das lange Kabel kann das iPhone auch bequem in die Hosentasche gesteckt werden.
Und dann der Klang: Rein vom angegebenen Frequenzbereich sind die Philips In-Ears mit 6 bis 23.500Hz gegenüber 16 bis 22.000Hz zwar besser, aber das ist die Theorie. In der Praxis erscheint mir der Sound vom MA 450i satter, mit mehr und druckvollerem Bass ohne dabei aber „vermatscht“ zu klingen – auch die Höhen kommen einwandfrei rüber. Mein Musikkonsum bewegt sich übrigens hauptsächlich im Bereich Rock, Punk, Metal, dann und wann auch mal was elektronisches oder Klassik – und egal welche Richtung: Der Klang der RHA Hörer überzeugt mich. Laut Hersteller liegt das am „aerophonischen Design“, bei dem die Hörer geformt sind, wie eine umgekehrte Trompete.
Auch beim Telefonieren (oder gesprochenen Podcasts) gibt es am Sound nichts zu bemängeln, jedoch hatten meine Test-Gesprächspartner den Eindruck, mich bei der Verwendung von Apples Earpods am besten zu verstehen, danach folgte das MA 450i und am Ende das Philips SHH7810. Wobei die Unterschiede zwischen Earpods und MA 450i nur minimal ausfallen.
Das Mikro und die Fernbedienung sitzen beim MA 450i wie bei den Earpods an der rechten Seite, direkt am Mund, was natürlich für die Aufnahme gut ist, aber dazu zwingt, die Fernbedienung blind zu nutzen. Das ist bei Philips praktischer gelöst, hier ist das Mikro links in Mundhöhe und die Fernbedienung weiter unten am Kabel. Das erleichtert die Bedienung, man kann sich aber auch gut an die blinde Bedienung gewöhnen. Die Fernbedienung des RHA Headsets funktioniert an iPhone, iPod und iPad, sowie an Android-Geräten.
Bei Amazon gibt es die MA 450i derzeit für 49,95 Euro in schwarz oder weiß, jeweils mit 3 Jahren Herstellergarantie von RHA.
Das Ergebnis für mich: Ich habe neue Ohrhörer für mein iPhone.
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