Gerade erst hat Apple auf Schritte gegen Samsung verzichtet, was das Galaxy S3 mini angeht. Wer jetzt auf einen zweiten Frühling der Partnerschaft dieser beiden Unternehmen hofft, liegt allerdings falsch. Es wird weiter an genügend Fronten gestritten und eine Zusammenarbeit bis in alle Ewigkeit ist nahezu ausgeschlossen.

Samsung und Apple: Ende der Partnerschaft ohne Folgen für Samsung

Eine Analyse, die DigiTimes Research erarbeitet hat, lässt nun erkennen, dass es Samsung nicht sonderlich hart treffen würde, wenn schon 2014 Apple als Empfänger für die Samsung-Chips wegfallen würde. Der Grund dafür liegt auf der Hand: aktuell werden die im eigenen Konzern gefertigten Steinchen schwerpunktmäßig nicht in den eigenen Devices verbaut. Dort finden sich u.a. Chips von Qualcomm, NVIDIA und Co, lediglich 50 Millionen der selbst produzierten Prozessoren fanden den Weg in eigene Geräte.

Mag zunächst mal viel klingen, aber dem gegenüber stehen immerhin 210 Millionen Chips, die man an das Unternehmen aus Cupertino verhökert hat. Aber – und so erklärt sich, wieso Samsung entspannt in die Zukunft blicken kann – schon im nächsten Jahr soll die Zahl der eigenen Geräte mit Samsung-Chips schon auf 105 Millionen ansteigen. Das wäre mehr als doppelt so viel wie in diesem abgelaufenen Jahr.

Den DigiTimes-Zahlen zufolge würde Samsung an Apple 2013 sogar 250 Millionen Chips liefern, bevor Apple dann 2014 komplett auf die Koreaner verzichtet und sich bei der Konkurrenz wie TSMC bedienen könnte. 2014 würde Samsung dafür sorgen, dass noch mehr eigene Chips den Weg in die eigenen Smartphones und Tablets finden – die Rede ist hier von 185 Millionen Prozessoren.

Damit hätte man den Verlust weitestgehend aufgefangen, den Apple mit seinem Abwenden verursacht hätte. Doch nicht nur das: schließlich spart Samsung ja auch Geld dadurch, dass man selbst nicht mehr in so hohem Maße bei den anderen Chip-Herstellern einkaufen muss. Und zu guter letzt hat man sich über die letzten Jahre in diesem Bereich einen sehr guten Namen erarbeitet – es sollte also keine all zu große Schwierigkeit sein, neue Abnehmer für seine hochwertige Ware zu finden. Obwohl die Initiative bei dieser Trennung auf Raten von Apple ausgeht, dürfen wir also davon ausgehen, dass auch bei Samsung nicht allzu viele Tränen fließen werden, wenn diese Partnerschaft zu einem Ende kommt.

samsung apple digitimes research Samsung und Apple: Ende der Partnerschaft ohne Folgen für Samsung

Newsletter abonnieren

RSS-Icon Immer auf dem Laufenden bleiben? Dann abonniere unseren RSS-Feed!
  • http://www.facebook.com/metalmatze1234 Along Came Morgi

    hoffen wir einfach, dass sie keine werke schliessen müssen oder diese zumindest mitsamt arbeitern verkaufen/-mieten können, nicht dass die liebe der beiden giganten wieder nur auf den rücken der klein(st)en männer ausgetragen wird. wünschen wir samsung und allen angestellten an dieser stelle viel glück und gute kalkulation

  • http://www.geekwave.de/ Felix

    Naja über die Bemerkung “Verlust aufgefallen” kann man jetzt trefflich streiten. Wie Computerbase ( http://www.computerbase.de/news/2012-12/ende-der-samsung-produktion-von-apple-socs-fuer-2014-erwartet/ ) vorrechnet hätte man den Digitimes Zahlen zufolge 2014 dann insgesamt höchstens so viele SoCs ausgeliefert wie 2012 – ausbleibender Wachstum ist gerade bei den hohen Kosten für künftige Fertigungstechnologien (und davon gibts einiges, zu dem Zeitpunkt zunächst 14nm (evtl. mit FinFET) aber 10nm, EUV und 450mm Wafer wollen auch entwickelt werden) auch nicht optimal.

    Wirklich hart treffen würde Samsung das wohl kaum ( http://www.heise.de/newsticker/meldung/Intel-arbeitet-an-10-7-und-5-Nanometer-Fertigungstechnik-1574891.html?view=zoom;zoom=2 ) aber ganz so positiv ist es dann auch nicht

    Weitere Artikel bei Interesse:
    http://semiaccurate.com/2012/03/19/global-foundries-shares-the-cost-of-doing-business/
    http://www.3dcenter.org/news/stark-steigende-kosten-bei-jedem-neuen-fertigungsverfahren-als-entwicklungsbremse-der-halbleite

    • http://www.mobilegeeks.de/ Sascha Pallenberg

      Der Wegfall der Apple SoC-Produktion bedeutet ja nicht, dass dann da ein Loch entsteht? Samsung wird an weitere OEMs liefern

      • http://www.geekwave.de/ Felix

        Da hast du natürlich Recht. Allerdings glaube ich kaum das man damit auch nur annährend das Niveau von Apple erreichen kann, man braucht sich ja nur die derzeitigen Marktanteile anschauen (ich hätte sie sehr gern, glaube aber noch nicht so recht an drastische Verschiebungen in der Zukufnft). Sicher, die Fabriken fertigen nicht nur SoCs aber ich vermute auch damit wird man das nur schwer auffangen können – Zahlen wie viele Wafer für was rausgehen wären da natürlich sehr interessant, wird man aber leider wohl kaum finden.

        Ein Indiz für mich waren auch die Entwicklungen in den letzten Monaten, z.b.:
        http://www.hardwareluxx.de/index.php/news/allgemein/wirtschaft/24389-apple-reduziert-chip-bestellung-bei-samsung-geplantes-werk-wird-verschoben.html

  • Toby

    Na, da hat aber das berühmte Milchmädchen zugeschlagen!
    Samsung produziert also 2013 250 Millionen Chips für Apple und 105 Millionen für sich selbst, das sind nach Adam Riese 355 Millionen Chips die 2013 produziert werden.
    2014 wären es dann noch 185 Millionen Chips.
    Bin ich der Einzige der hier eine Lücke 2014 von 170 Millionen Chips sieht, die Samsung dann zwar produzieren könnte aber nicht verkaufen kann? Also fast 50% Überkapazität?
    Natürlich bringt das Samsung nicht um, aber das wäre für einen Hersteller eine Katastrophe.
    Wäre es für MobileGeeks irgendwie möglich, in Zukunft wieder halbwegs durchdachte Beiträge hier online zu stellen? Es geht – wenigstens für mich – um Qualität und nicht um Quantität.
    Ein frohes neues Jahr!

    • http://www.mobilegeeks.de/ Sascha Pallenberg

      das machen wir aber nur, wenn in zukunft halbwegs durchdachte kommentare bekommen. Es ist ein Unterschied bezueglich Aufwand und Manpower, aber vor allen Dingen bei der Logistik, wenn man fuer 3. produziert. Die Margen sind weitaus geringer!

      Was passiert denn mit den freigewordenen Kapazitaeten? Richtig, die gehen an die naechsten OEMs und da fangen die bereits jetzt schon an die ersten White-Box OEMs in China zu beliefern. Stichwort Ramos!

      Einfach mal ganz in Ruhe drueber nachdenken, denn auch uns geht es um Qualitaet… auch in den Kommentaren!

      • Toby

        Hi Sascha,

        zugegeben, da hab ich etwas schnell geschossen :)

        Ich kenn es von anderen Unternehmen die auch für sich selbst produzieren und da dann die gleiche Wirtschaftlichkeit bzw. Preise erreichen müssen wie wenn sie für 3. herstellen. Da kauft dann schon mal ein Anlagenbauer von der Konkurrenz die Anlage, weil diese ein besseres Angebot unterbreitet hat.
        Ich weiß also nicht, ob die internen Margen besser sind als wenn man an 3. verkauft. Du bist aber definitiv tiefer in der Branche drin als ich, daher …
        Zu den freigewordenen Kapazitäten, bei einem Artikel in dem es darum geht, dass der Weggang des mit Abstand größten Abnehmers für Samsung keine größeren Probleme darstellt, würde ich jetzt schon erwarten, dass man auf potenzielle andere OEMs hinweist die schon Schlange stehen, um die freigewordenen 170 Millionen Chips abzunehmen.
        Denn das konnte ich hier nicht finden, und ohne diese wäre das Samsung Chip Geschäft vermutlich mit einem Schlag ein Verlusttreiber.
        Nichts für Ungut :)
        Gruß

        • http://www.mobilegeeks.de/ Sascha Pallenberg

          Toby da gebe ich dir voellig recht, darauf haette Casi hinweisen muessen.

          Wir haetten eigentlich auch einen fundamentaleren Artikel zu den Engpaessen in den Fabs machen koennen.

          Sollte Apple sich von Samsung komplett trennen, dann muessen die erst einmal entsprechend Kapazitaeten finden. TSMC alleine kann Apple nicht schultern.

          Im Moment ist die Nachfrage nach SoCs weitaus hoeher, als das was geliefert werden kann und auch das weiss natuerlich Samsung.

          Ich will auch mal die kuehne Behauptung anbringen, dass Apple bei anderen Herstellern mehr zahlen muss.

          Das ist insgesamt eine ganz spannende Situation die da auf uns zukommt und wie bereits @cube1337:disqus sagt, wird Intel da durchaus ein interessanter Player sein

          • Toby

            Mich begeistert gerade der Fakt, dass da ein Unternehmen binnen kürzester Zeit wahnsinnige Produktionskapazitäten aufbauen muss, und so ein Prozessor lässt sich ja nicht einfach von 10.000 Wanderarbeitern bei Foxconn zusammenkleben, da steckt schon etwas mehr dahinter. Da würde ich gerne mal Mäuschen spielen, wie solche Kapazitäten aufgebaut werden und wie man vor allem die Produktionsqualität auf die Schnelle bei dem Wachstum hält.
            Bin wirklich gespannt und mächtig skeptisch, ob es Apple gelingt bis 2014 schon ohne Samsung bei Prozessoren auszukommen.

Trackbacks & Pingbacks