Neben der Frage des Datenschutzes und der Profilerstellung bringen Kundenkarten ein weiteres Problem mit sich: Sie verbrauchen Platz im Geldbeutel. Zumindest das Platzproblem kann mit der App Stocard gelöst werden. Die App speichert die Daten der Kundenkarten und ersetzt sie durch das Smartphone.

Stocard soll Kundenkarten ersetzen

Es gibt heute kaum noch ein Geschäft, das nicht mit einer Kundenkarte und einem Bonussystem versucht aus Kunden treue Stammkunden zu machen. Vom Supermarkt bis zur Apotheke lautet inzwischen die Standardfrage an der Kasse, ob man denn eine Kundenkarte habe. Man kann natürlich darüber diskutieren, ob solche Karten eine gute Idee sind, immerhin werden bei jedem Einkauf mit so einer Karte eben auch die Daten des Einkaufs mit einer Person verknüpft und daraus lassen sich auch Profile erstellen. Und dann ist da noch die einfache Feststellung, dass kein Geschäft etwas zu verschenken hat, die Prämien und Rabatte, die man mit so einer Karte erhält werden also letztlich irgendwo bei den Preisen wieder aufgeschlagen. Trotzdem haben solche Karten eine gewisse Verbreitung.

Stocard für iOS und Android ist angetreten, um wieder Platz im Geldbeutel zu schaffen: Die Barcodes der Karten werden in der App gescannt und gespeichert, an der Kasse wählt man dann einfach den jeweiligen Eintrag aus und lässt diesen direkt vom Display scannen, fertig. Das ist tatsächlich so einfach, wie es klingt. Es sei denn natürlich, der Scanner an der Kasse kann den Barcode vom Display nicht erkennen, dann muss die Kundennummer per hand eingegeben werden.

Beim Hinzufügen kann man aus einer Vorauswahl von über 300 an Kundenkarten wählen oder einen neuen Kartentyp anlegen. Anschließend wird mit der eingebauten Kamera der Barcode der Karte gescannt – oder auch von Hand eingegeben – eine optionale Beschreibung angegeben und gespeichert. Das dauert pro Karte weniger als eine Minute und so kann man auch den Umfang des dicksten Geldbeutels ganz schnell reduzieren – zumindest, wenn der Umfang von solchen Karten verursacht wird.

Ohne es ausführlich getestet zu haben könnte ich mir vorstellen, dass es durchaus auch zu Problemen an Kassen führen könnte, wenn man statt der Kundenkarte sein Smartphone reicht, vor allem für den Fall, dass der Scanner den Barcode nicht erfassen kann. Käme auf einen Versuch an, für den man aber die entsprechenden Kundenkarten braucht. Falls von euch schon jemand Erfahrungen damit gemacht hat, würden wir uns über entsprechendes Feedback hier sehr freuen.

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  • Matthias Vogel

    Die App an sich ist gut, einfach aufgebaut und macht genau das, was sie soll.
    Leider gibt es tatsächlich die im Text erwähnten Probleme: Bei den paar Karten, die ich probiert habe, ist es meist so, dass die Scannerkassen nicht vom Display scannen können. Spontan fällt mir nur Decathlon ein, wo es funktioniert.
    Und ein weiteres Problem: Fast überall, wo ich das versucht habe, war ich der erste. Und wenn man nicht gerade einen Technik-Nerd an der Kasse sitzen hat, sind viele hoffnungslos überfordert und schaffen es teilweise nicht mal, direkt an der Kasse zumindest die Nummer einzugeben und schicken einen dann entweder an die Info oder erzählen gleich, dass das nicht geht.
    Hier wäre (unabhängig von der App) mal ein wenig mehr Schulung und Einweisung des Personals anzuraten.

  • Georg Metzger

    Zu Stocard kann ich direkt noch nichts sagen, aber ich verwende die ähnlich angelegte “Keyring” Applikation seit Jahren auf meinem iPhone und Galaxy SII und habe damit generell keine negativen Erfahrungen gemacht. Manchmal ist das Kassenpersonal etwas perplex wenn man das Telefon als Kundenkarte hinhält, aber bislang wurde es überall akzeptiert. Leider scannen nicht alle Scanner an den Kassen die Karten gleich gut, aber wenn der Scan nicht funktioniert, ist das Kassenpersonal eigentlich immer bereit, die Kundennummer händisch einzutippen (bei Keyring ist die Kundennummer extrem gut lesbar).
    Keyring ist nicht wirklich für den österreichischen bzw. deutschen Markt ausgelegt, daher musste ich alle Karten als “custom Cards” anlegen, was aber auch kein Problem darstellte. Die Synchronisation zwischen beiden Geräten klappt anstandslos.

    Zum Thema Datenschutz: Keyring braucht zur Registrierung nur eine e-mail Adresse und ein Passwort und keinen Namen, Außerdem lege ich ja nur Kundenkarten und Rabattkarten ab und keine Kredit- oder Bankkarten. Von daher habe ich eher geringe Bedenken.

    Fazit ist, diese Art von Applikationen ist aus meiner Sicht eine wirklich positive Entwicklung, da man immer alle Karten dabei hat (wenn man das Telefon mit hat) und keine extra Kartenbörse braucht und die Geldbörse entlastet wird. Ich kann nur positives berichten.

    • http://www.facebook.com/dobschat Carsten Dobschat

      Du hast das mit dem Datenschutz falsch verstanden: Nicht die App ist das Datenschutzproblem, sondern die ganzen Kunden- und Rabattkarten, über die zum Beispiel das Einkaufsverhalten der Nutzer erfasst und mit anderen Daten zu recht umfangreichen Profilen ausgebaut werden kann.

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