Der taiwanische Hersteller Macronix hat einen einfachen Weg gefunden, um Flash-Speicherzellen sich “selbst heilen” zu lassen. Das Unternehmen hätte damit das größte Problem des Flash-Speichers gelöst, denn bisher werden Flash-Zellen nach rund 10.000 Schreib- oder Löschvorgängen unbrauchbar. Macronix Ansatz ist so einfach, dass man eigentlich schon vor Jahren darauf hätte kommen können.
Die Macronix-Ingenieure haben ein neues Design für Flash-Chips entwickelt, bei dem kleine Heiz-Einheiten zwischen den Gruppen der Speicherzellen sitzen. Durch kurze Stöße von großer Hitze (rund 800°C) in einem kleinen Bereich des Chips können die Speicherzellen ihren Angaben zufolge wiederhergestellt werden, wenn sie das bisherige Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben. Der Vorgang muss nur selten durchgeführt werden und kann für jeden Sektor der Speichermodule einzeln zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattfinden.
Die Auffrischung der Speicherzellen kann auch dann erfolgen, wenn das Modul in einem Smartphone oder anderen Gerät verbunden ist. Ist die Zelle inaktiv, aber noch mit Energie versorgt, kann der Vorgang durchgeführt werden, ohne dass der Nutzer je etwas davon bemerkt. Das Ganze funktioniert für jede Zelle innerhalb von wenigen Millisekunden und soll keine Auswirkungen auf Akkulaufzeit oder ähnliches haben.
Den Forschern von Macronix zufolge hätte man auf die Idee auch schon vor zehn Jahren kommen können, doch erst jetzt sei man durch unkonventionelles Denken auf den Ansatz gestoßen. Hitze als Mittel zur Wiederherstellung von Flash-Zellen ist schon lange bekannt, doch die bisher geprüften Methoden konnten nicht effektiv umgesetzt werden. Letztlich könnte die Lebensdauer von Flash-Speicherzellen angeblich auf bis zu 100 Millionen Zyklen verlängert werden. Eine Kommerzialisierung der neuen “beheizten” Flash-Module wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen, wobei Macronix zu entsprechenden Plänen noch keine Angaben machen will.
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