Die Telekom bietet eine Spotify Musik-Flatrate an, wegen der nun zwischen dem rosa Riesen und Twitter-Nutzer Griesgrämer eine epische Schlacht bei Twitter im Gange ist. Hinter dem clever und witzig agierenden Kundendienst verbirgt sich aber auch eine unschöne Tarif-Trickserei der Telekom bezüglich der Offline-Musik bei Spotify.

Telekom und Spotify Musik-Flatrate: Kundendienst hui, Tarif pfui?

Fangen wir doch mit den schlechten News an und arbeiten uns zum witzigen und entspannteren Teil vor: Die Telekom steht mitunter auch deswegen in der Kritik, weil bestimmte Dienste – Spotify ist einer davon – nicht auf das verbrauchte Daten-Volumen angerechnet werden. Nicht wenige sehen die Netzneutralität hier bedroht und befürchten ein Zwei-Klassen-Internet. Den Aspekt lassen wir aber heute einfach mal beiseite und wenden uns denjenigen zu, die Spotify nun im Rahmen ihres Telekom-Tarifes dazu gebucht haben.

Vorab muss euer bestehendes Premium-Konto bei Spotify gekündigt und mit eurem Telekom-Account verknüpft werden, damit ihr auch tatsächlich in den Genuss des nicht-berechneten Traffic gelangt. Das kostet euch einen Zehner mehr im Monat – also exakt die Summe, die ihr eh bei Spotify auch gelatzt hättet – mit dem Vorteil, dass die gehörten Songs nicht mehr in euren Traffic reinknallen.

Das gilt – und das war zumindest mir bis eben neu – nur für die gestreamte Musik. Soll heißen, wenn ihr – so wie ich – eure Musik gern auch offline verfügbar macht, fällt das volle Datenvolumen für die Downloads an. Klar, sowas sollte man sowieso im WLAN erledigen, dennoch finde ich, dass das a) anders geregelt und vor allem b) deutlicher kommuniziert werden müsste. Wer frisch von Spotify zur Telekom wechselt und mal direkt all das an Playlisten offline verfügbar macht, was er da über Monate angesammelt hat, dürfte mir beipflichten.

Ich persönlich habe da im Netz noch keinen Hinweis gefunden – sollte das euch als Telekom-Kunden vorab mitgeteilt worden sein, würde ich mich um dementsprechendes Feedback freuen. Würde mich schon interessieren, ob die Telekom hier entsprechende Informationen eher ungern herausgibt, oder ob die Jungs und Mädels die Offline-Funktion von Spotify einfach selbst nicht im Blick hatten.

griesgraemer

Nun aber zu etwas Erfreulicherem, was mich erst auf diesen Sachverhalt stoßen ließ: Der Griesgrämer ist dem ein oder anderen bekannt als eher ruhiger, besonnener Vertreter seiner Zunft. Wer seine Tweets liest, weiß was ich meine ;) Der hatte nun dummerweise das gleiche Verständnisproblem mit dem Musiktarif der Telekom und sich wenig diplomatisch beschwert. Der @Telekom-hilft-Account antwortete in – sagen wir – angemessenem Ton. Daraus entwickelte sich ein langer Dialog, in dem später auch noch Protagonisten wie der deutsche HTC-Account mit einsteigen sollte und der zeigt, dass man so eine Geschichte durchaus mal ein wenig derber und witziger angehen kann und nicht nur spröde und unentspannt. Viel mehr möchte ich aber eigentlich nicht vorwegnehmen, lest es einfach selbst (Der Screenshot stammt übrigens von Severin, über dessen Blog-Beitrag ich auf diese Story aufmerksam wurde):

telekom-hilft-griesgraemer

 

Danke an alle Beteiligten – hab zwischendurch herzlich lachen müssen. Fairerweise sollte man noch ergänzen, dass hinter dem Kürzel ^an Anna steckt, die auch ansonsten Kontakt zum Griesgrämer hält – man kennt sich also ;)

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  • http://tamcore.eu/ Philipp B.

    MMD! :D

  • DerAppblogger

    Hmm, also bei mir lädt Spotify die Lieder allerdings “beim Streamen” automatisch herunter. Jedenfalls befindet sich nach dem erstmaligen Anhören direkt ein grüner Pfeil beim entsprechenden Lied.
    Also Offline-Listen komplett abschalten, um das Anrechnen zu vermeiden?!

    Das war mir in der Tat auch komplett neu. Danke für den Hinweis!

    • pegelf

      Du hast recht, im Grunde genommen könnte man auch den Stream aufzeichnen. Man müsste dann halt nur darauf achten, dass das was gecaptured wird ausschließlich von Spotify stammt.

      Aber ich denke die Mühe lohnt sich nicht, da man auch einfach warten kann, bis der Bus zu Hause angekommen ist. Und wer Bahn fährt, wird wahrscheinlich nicht versuchen, sich die Lieder noch am Bahnhof herunterzuladen. Und selbst wenn, dann machen die 10MB meist nicht viel aus. Und am Bahnhof gibt es Telekom Hotspots, wobei ich da niemanden kenne, der die nutzt.

    • stagerbn
  • David Ulbrich

    Kann mir jemand sagen mit welcher app man solche Screenshots macht wie von dem Twitter Verlauf?

    • pegelf

      Auf Anhieb fällt mir da SnagIt ein. Ist allerdings kostenpflichtig. Ist aber ganz praktisch. Gibt viele Optionen und Video etc. gibt es auch.

      http://www.techsmith.de/snagit-funktionen.html

      Gibt natürlich sicherlich noch andere, aber da fallen mir grad auf die schnelle keine Titel ein. Wenn du möchtest, kann ich aber morgen nochmal ein wenig recherchieren.

      • David Ulbrich

        hätte dazu schreiben sollen das ich eine app für Android meinte, ich hab schon des öfteren versucht danach zu googlen aber mir fallen keine Stichworte ein worunter ich etwas brauchbares finde

    • stagerbn
  • Ayhan Gündogdu

    Lange nicht mehr so herrlich gelacht! :D

  • Romy Mlinzk

    Schön, war auch mein #mademyday Moment. Leider bewegt sich HTC rechtlich auf sehr, sehr dünnem Eis, was diese Tweets angeht. Ist war ein Beispiel von coolem Monitoring, die Antwort fällt aber ins Wettbewerbsrecht… Deutschland und seine Gesetze…

    • http://forum.mobilegeeks.de/members/andre/ Andre

      Aus Interesse: Wo genau siehst du das Problem?

      • Romy Mlinzk

        HTC hat einen Konkurrenzprodukt angepriesen. Also explizit Werbung unterbreitet und somit aktiv in die Dienstleister/Kunde-Beziehung eingegriffen. Somit greift das Wettbewerbsrecht, wenn ich Thomas Schwenke beim MonitoringCamp am Wochenende richtig verstanden habe.

        • http://forum.mobilegeeks.de/members/andre/ Andre

          Auch, wenn das angebotene Produkt in keiner direkten Konkurrenz zur Dienstleistung der Telekom – also dem Inhalt der Diskussion – steht? Dann würde ja auch Rossmann mit seinen Baldrian-Kapseln gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen.

          • Romy Mlinzk

            Das wäre halt die Frage, die ein Jurist abschließend beantworten müsste. HTC ist halt viel Näher an der Telekom und dem Produkt dran. Beides Telekommunikation, Rossmann völlig andere Branche. Wie gesagt, es ist bedenklich. Aber wie ich unsere Gerichte kenne, würde die gleiche Branche wahrscheinlich ausreichen.

          • http://forum.mobilegeeks.de/members/andre/ Andre

            Wieder was gelernt :) Danke!

          • Romy Mlinzk

            Aber ich bin kein Jurist! Thomas meinte das nur bei der DB Bahn-Liebesgeschichte auf Facebook und den Postings darunter von Renault und Opel.

          • http://forum.mobilegeeks.de/members/andre/ Andre

            Wusste bisher gar nicht, dass es da überhaupt Probleme geben kann. Zumindest DAS habe ich gelernt ;)

          • pegelf

            Auf Twitter gibts doch gar keine direkte Kommentare-Funktion. Man Twittert eine Person an und Twitter reit einem mit etwas Glück in korrekter Reihenfolge auf, wer auf welchen Tweet geantwortet hat. Man bringt sich da doch eigentlich nicht direkt mit ein.

            Mal davon abgesehen gibt es auch Geschichten, wo scherzhafte Internet Momente nicht strafbar gemacht werden, weil die Smileysetzung genau zeigte, dass es sich um Scherze handelt.

            Und vor allem: Wer soll dagegen klagen? Ich glaube nicht, dass sich irgendwer an dem Dialog stört. Und Apple hat zum Glück kein Patent auf eines der Gesprächsinhalte (außer vielleicht die abgerundeten Profilbilder).

          • Romy Mlinzk

            Keine Antwort/Kommentarfunktion? Wie nennst Du den “Reply”-Button und die dadurch anzeigbare und nachvollziehbare Konversation? Das ist Deine Kommentarfunktion.

            HTC hat Bezug genommen auf den Telekomtweet und den @Griesgraemer direkt angeschrieben und keine Smileys verwendet. Wie gesagt, das ist meine Einschätzung der Situation aufgrund anderweitiger Erfahrungen, Aussagen eines Juristen und Bestätigung dieser Aussagen durch einen Social Media Manager der Bahn (bzgl. dem Beispiel oben mit Renault und Opel).

            Abmahnen könnte @Griesgraemer, wenn er lustig wäre oder aber auch die Telekom, imho.

          • stagerbn

            Hm, der Griesgraemer ist aber mE kein Wettbewerber.

  • Fells

    Also für mich wäre das neu, dass Downloads davon ausgenommen sind. Laut Android hat diesen Monat die Spotify-App knapp 450MB Traffic über Mobilfunk gehabt, wovon mindestens 80% Downloads waren, da ich unterwegs fast nur Offline-Playlisten höre (in der Bahn kommt man halt oft in Funklöcher ;)). Der nette Hinweis der Telekom kam nach etwa 290MB Traffic aller übrigen Apps.
    Und das auch erst 5 Stunden nach der Nachricht an @Griesgraemer :D

    • Fells

      Scheinbar werden sich die Leute von @Telekom_hilft aber auch untereinander nicht wirklich einig, wenn man mal so ein paar Tweets verfolgt.

      Manche machen den Unterschied zwischen Streaming und Downloaden deutlich und meinen, dass das Downloaden auf das Volumen angerechnet wird, andere verweisen einfach nur auf http://www.t-mobile.de/faq/1,1951,18-_,00.html?c=714 und wiederum andere auf https://feedback.telekom-hilft.de/questions/datenvolumen-bei-spotify-option-nur-fur-streaming-oder-generell-inklusive , wo Telekom-Mitarbeiter schreiben, dass auch das Downloaden nicht auf das Volumen angerechnet wird :D

    • pegelf

      Das gibt es manchmal, dass es ein wenig dauert, bis gedrosselt wird.

      Ich hatte das mal 5 Monate lang, dass ich gar nicht Mobil gedrosselt wurde. Das erwies sich hier auf dem Land als praktisch, da ich zu der Zeit keine andere Möglichkeit hatte, online zu kommen. Okay, mit meinen 60GB im Monat habe ich das Netz sicherlich ziemlich überlastet, aber da hier im Umkreis von 2-3KM sowieso nur 3 Leute wohnen und die alle älter sind, wird das kaum jemanden gestört haben, bzw. wird das nicht bemerkbar gewesen sein.

      • Fells

        Das wird nichts damit zu tun haben, dass es etwas dauert bis gedrosselt wird. Ich habe den Tarif auch schon einige Monate und die Drossel kam immer, wenn ich mit meinem Volumen laut Android etwa zwischen 280 und 300 MB war (Traffic der Spotify-App ausgenommen), und dann auch recht direkt (sieht man schnell, wenn man Updates herunterlädt und merkt, dass WLAN ausgeschaltet war). Außerdem wäre ich dann manchmal schon in den ersten Tagen des Monats gedrosselt worden, wenn Spotify-Downloads mitgerechnet würden.

      • stagerbn

        es gibt nach meiner beobachtung funkzellen, die gar nicht drosseln können.

  • h0nig

    die wenigsten werden doch überhaupt den telekom spotify tarif brauchen oder? schließlich kann man auch vorab seine playlisten offline auf dem smartphone speichern und ohne streaming auf dem mobiltelefon anhören, oder etwa nicht?

    deshalb dürfte der vorteil sich doch darauf beschränken, dass man unterwegs dann auch neue, noch ungespeicherte songs ohne gedanken um den traffic hören kann. oder man hat nich mehr genug speicherplatz auf dem gerät – oder? dafür einen teuren telekom tarif macht doch gar kein sinn für die meisten

    • pegelf

      Naja, wenns genau so viel kostet wie ein normales Abo: Wieso nicht? Ich würde deswegen zwar nicht auf Telekom umsteigen, aber wenn man sowieso schon dort ist, lohnt sich das.

  • http://www.taptoplay.de Lakeshore

    Tarifdetails aus dem Telekom-PDF:

    “Der Kunde erhält mit der Option Music Streaming die Möglichkeit, beliebige Musikstücke aus dem Angebot von Spotify auszuwählen, mit Smartphone, Tablet oder PC in voller Länge anzuhören, Playlisten zu erstellen, zu verwalten, sowie für eine Offline-Nutzung zu synchronisieren. Das übertragene Datenvolumen im Netz der Telekom für die Nutzung von Music Streaming fließt nicht in die Berechnung des Datenvolumens (Bandbreitenbeschränkung für die Datennutzung) des zu Grunde liegenden Tarifes ein”

    Das ist leider nicht ausreichend genau formuliert, da “Music Streaming” entweder der Optionsname aus dem Tarifabfall sein kann, aber tatsächlich das technische Streaming beschreibt, womit dann der Download für die Offline-Nutzung ausgeschlossen würde, der allerdings laut Tarifbeschreibung explizit enthalten ist.

    Ich gehe somit davon aus, dass sich die Telekom hier irrt. Und auch Telekom_hilft.

  • Michael Fengler

    Der Hinweis der Telekom, dass das Synchronisieren zum Offline-Hören auf das normale Datenkontingent angerechnet wird, ist aus zwei Gründen Unsinn:

    1.) Wer sich z.B. auf einem iPhone unter Einstellungen –> Nutzung einmal seine Spotify-App ansieht, der wird feststellen, dass diese sich von der Größe immer weiter aufbläht; unabhängig davon, ob man ein Lied als “Offline verfügbar” markiert hat, oder nicht. Ein einmal angehörtes Lied bleibt, entsprechenden Speicherplatz vorausgesetzt, im Gerät gespeichert. Das hat mit dem Geschäftsmodell von Spotify zu tun, nach dem Spotify für jedes gestreamte Lied einen Obulus an die Rechteinhaber zahlen muss. Da ein Lied, das ich ein zweites, drittes Mal oder wer weiß wie oft höre, nun nicht mehr gestreamt werden muss, weil es sich im Speicher des Nutzergerätes befindet, fallen für Spotify keine weiteren Kosten an.

    Daraus folgt 2.: Da die Songs so oder so offline verfügbar gemacht werden, ist es unerheblich, ob ich das noch extra anklicke in der App. Und resultierend aus Punkt 1 ergibt sich auch für die Telekom der Vorteil, dass bei mehrmaligem Hören kein weiterer Datentraffic anfällt. Den “Schaden”, wenn man es denn so nennen will, hat der Nutzer, dessen Spotify-App ungeahnte Ausmaße (mehrere GB!) annehmen kann und wertvollen Speicherplatz im Handy belegt. Da man die Songs nicht per Hand löschen kann (was Spotify aus oben genannten Gründen bis heute nicht in die App eingebaut hat; auch den Schalter “Offline” wieder zu deaktivieren hilft hier nicht), hilft dann nur ein Löschen der gesamten App und diese neu zu installieren.

  • Udo

    Ich kann das überhaupt nicht bestätigen, habe heute vormittag mindestens 100 Titel als Playlist offline gespeichert (über 3G) und mein Datenvolumen wurde nicht belastet. (habe das über pass.telekom.de kontrolliert).
    Übrigens ist selbst die Nutzung der App “Tunigo” inklusive, da wird auch nicht das Datenvolumen belastet :-)

  • Max

    Kann ich nicht bestätigen. Habe schon sehr viel Musik über Spotify “offline verfügbar gemacht” und es wurde nicht auf das Volumen angerechnet. Kann sein das sie es ganz kürzlich geändert haben, aber im Mai ging es noch problemlos.

  • Dennis Theiss

    das ganze stimmt doch garnicht! sowohl streaming wie auch downloads werden nicht vom datenvolumen abgezogen. hier hat sich telekom_hilft definitiv geirrt!

  • Oliver Nissen

    Anna hat sich dem Griesgrämer gegenüber schon korrigiert:
    https://twitter.com/Telekom_hilft/status/352874921745055744

    Die offizielle Botschaft ohne Begrenzung auf 140 Zeichen lautet also:
    Sowohl das Musik hören (Streamen) als auch das Offlline verfügbar machen von Playlisten (Download auf das Smartphone/Tablet) im Mobilfunknetz der Telekom Deutschland, belasten NICHT das inkludierte Datenvolumen des Tarifs des jeweiligen
    Kunden.

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