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2016 VW Tiguan Test – Tech-Check, Video-Fahrbericht *Update*

Dieser VW Tiguan Beitrag wird zum Kompendium, denn nicht nur meine Wenigkeit war vor Ort, sondern auch unser Jan Gleitsmann, der den VW Tiguan noch einmal sehr ausführlich vorstellen wird und auch Sascha Pallenberg ist derzeitig vor Ort, der diesen Beitrag auch noch durch seine Meinungen ergänzen wird. Die Updates findet ihr immer oben drüber.

Darf ich vorstellen? Das ist der neue VW Tiguan! In Schweden durften wir uns nun von den Allrad-Fähigkeiten überzeugen und eine erste Ausfahrt mit dem derzeitig beliebtesten SUV in Deutschland unternehmen. Kein Scherz: Ab April 2016 rollt der neue VW Tiguan dann auch in den Handel und derzeitig gibt es noch drei Motoren zur Auswahl, doch schon bald wird die Leistungsrange zwischen 115 und 240 Pferdestärken betragen.

Einstiegsmotor wird der 1.4 Liter TSI, ich bin den 180 PS starken Benziner gefahren, mit 4MOTION und Offroad Paket. Völlig klar für mich, ich würde – wenn ich zu einem SUV greifen würde – immer ein Allradsystem nehmen und in dem Fall auch das Doppelkupplungsgetriebe.

Entspannter kann eine Ausfahrt im Schnee nicht mehr sein und damit auch der Anfahrvorgang gut funktioniert, hat Volkswagen nun den Snow-Modus integriert. Der erste SUV auf der Basis des modularen Querbaukasten bekam nämlich nicht nur neue Proportionen (er ist länger, breiter und flacher als der Vorgänger) und ein optisches Update, sondern zeigt sich auch technisch voll auf der Höhe der Zeit.

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Front Assist mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung, eine aktive Motorhaube, einen Lane Assist und eine Multikollisionsbremse serienmäßig, das virtuelle Cockpit oder das neue Infotainmentsystem mit Smartphone-Integration welches wir hier im Tech-Check ausführlich vorstellen:

Zurück zum Snowmode – im neuen VW Tiguan mit 4MOTION kommt die sogenante Active Control zum Einsatz. Je nach Fahrmodi wird die Elektronik angepasst, im Snow-Modus wird die Regelschwelle für das ASR höher ausgelegt, sprich man lässt mehr Schlupf an der Vorderachse zu, damit das Fahrzeug sich quasi in den Schnee eingräbt und somit besser beschleunigt.

Durch kontrollierte Bremseingriffe sorgt die Technik aber auch dafür, dass das Fahrzeug in Kurven stabil bleibt, so hat man nie die Angst das Fahrzeug zu verlieren und man kann sogar mit dem Heck etwas wedeln, was unbestritten auf einer geschlossenen Schneedecke (natürlich nur auf einem abgesperrten Gelände) verdammt viel Spaß macht.

Hier gibt es noch weitere Eindrücke vom Fahrzeug und auch schon mal ein Tachovideo:

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Der Blick in die Preisliste: Los geht es zur Zeit ab 30.025 Euro, dafür muss dann aber noch per Hand geschaltet werden. Mit DSG und ein paar Optionalitäten wird man sicherlich schnell die 40.000er Marke überspringen. Es folgen noch weitere Farben und eine günstigere Einstiegsmotorisierung, aber wenn ihr mich fragt, ich würde zum 2.0 TDI (der Test folgt von Jan) oder zum 2.0 TSI (den bin ich gefahren) greifen.

Mein Fazit: Technisch und optisch gefällt mir der neue VW Tiguan viel besser, das Fahrverhalten auf Schnee ist tadellos. Jetzt bin ich natürlich gespannt wie er sich im Alltag schlägt und vor allem ob er an den Erfolg vom Vorgänger anknüpfen kann. Konkurrenz kommt ja demnächst aus dem eigenen Stall, denn in ein paar Tagen wird der SUV von SEAT präsentiert und auch Skoda wird nachlegen. Meinen Fahrbericht findet ihr hier: VW Tiguan 4MOTION Fahrbericht

Andere Meinungen

Jan Gleitsmann: Im Gegensatz zu Jens bin ich den 150 PS starken 2 Liter TDI gefahren. Was die Fahreigenschaften im Schnee angeht, kann ich mich voll und ganz Jens anschliessen. Ich bin zwar kein Freund von dem Umstand, dass die Autos immer größer werden – auch der neue Tiguan ist im Vergleich zum Vorgänger 30 mmm breiter und 60mm länger geworden – dem Kompakt-SUV steht das Mehr an Platz aber durchaus gut. 77mm ist der Radstand angewachsen, die kommt nicht nur den Passagieren im Fond zu Gute, sondern auch der Kofferraum ist um 145 Liter angewachsen. 5 Erwachsene mit normaler Statur (180cm, 90 kg) können meiner Meinung nach bequem mit dem neuen Tiguan ein lange Reise antreten. Lediglich die Zuladung von im ungünstigsten Fall von nicht ganz 500 kg gibt bei Tiguan die Grenzen vor.

Als Fahrer habe ich sofort zurecht gefunden. Kennst Du einen Volkswagen, kennst Du alle – denn die Wolfsburger führen die Änderungen im Innenraum immer sehr vorsichtig durch, damit die Stammkunden sich nicht groß umstellen müssen. Der Geräuschlevel beim Fahren war stets angenehm leise und zumindest in Schweden reicht der 150 PS kräftemässig vollkommen aus.

Ich persönlich mag digitale Armaturen und heiße den Einzug des Active Info Display im neuen Tiguan durchaus willkommen. Auch das optionale Headup-Display hat mir gut gefallen. Positiv hervorheben möchte ich noch den USB-Ausgang für die Rücksitzbank, allerdings wäre es meiner Meinung nach durchaus zeitgemäß für die vorderen Passagiere mindestens zwei USB-Ports anzubieten.

Rundum hat der neue Tiguan bei unserem Winter-Abenteuer einen sehr positiven Eindruck hinterlassen und ich bin sehr gespannt, wie er sich auf den deutschen Strassen macht. Weitere Erfahrungen werde ich dann in ein paar Wochen hier einfügen können.

Sascha Pallenberg: So Freunde, ich lege dann auch mal los. Danke an dieser Stelle an Volkswagen, die mich aus dem 20 Grad warmen Taiwan, in das -25 Grad kalte Land der Lappen holten. Eine anstrengende Reise, aber letztendlich machte das Ambiente und der Tiguan all diese Muehen wieder wett.

Jan und Jens sind ja schon ausfuehrlich auf die technischen Aspekte eingegangen, um so mehr moechte ich mich auf die Fahreigenschaften konzentrieren. Zumindest gleich… denn das VW HUD und das Active Info Display sind Features, die ich jedem potenziellen Kaeufer ans Herz legen moechte. Vorteil des „aufgepfropften“ HUD? Gute Ablesbarkeit und das egal wie gross der Fahrer ist und wie stark die Sonneneinstrahlung ist. So macht man das!

Aber lasst uns mal ueber 4MOTION und die Fahreigenschaften auf Schnee und Eis sprechen. Denn hier laesst der Tiguan wirklich seine Muskeln spielen. Ich habe sowohl die TDI, wie auch die TSI Variante gute 5h ueber die Teststrecke gepruegelt. Und das meine ich woertlich. Die verschiedenen Fahrmodi wollten getestet werden und vor allen Dingen auch, wie sich der Tiguan bei Lastwechseln verhaelt. Was soll ich sagen? Berechenbar, beherrschbar…. gutmuetig. Selbst im Performance-Modus auf Eis musste ich mich schon sehr anstrengen, den Tiguan in einen Drift zu schicken. Ok, mit dem TDI war es ein wenig einfacher aufgrund des zusaetzlichen Drehmoments… aber selbst wenn es dann soweit war, blieb er wunderbar kontrollierbar:

Besser noch… ich habe dann irgendwann mal alle Fahrhilfen ausgeschaltet. Was ihr bitte bitte nicht bei widrigen Witterungsbedingungen tun solltet (zumindest nicht im oeffentlichen Strassenverkehr), offenbarte aber, wie gutmuetig sich der Tiguan verhaelt. Ob auf der Rundstrecke mit kleinen Huegeln und Spitzkehren, die auf festgefahrenen Schnee in Angriff genommen wurde, oder aber auf einem zugefrorenen See… ich fuehlte mich sofort heimisch und vor allen Dingen sicher. VWs 4MOTION zeigt, welchen Entwicklungsstand die Wolfsburger hier erreicht haben. Auch ein Grund dafuer, dass ich mich voll und ganz auf das „Fahrvergnuegen“ konzentrieren konnte.

Das aufgeraeumte Cockpit, die gute Sitzposition (ich habe wirklich lange Beine), Rundumblick, Haptik des Lenkrads und der Bedienelemente…. du setzt dich rein und sagst: jau, endlich zuhause! Wobei ich sagen muss, dass ich auch wirklich gerne mal eine Deluxe-Version antesten wuerde. Mehr Leder und Co. Ich bin so ueberhaupt kein Freund mehr von irgendwelchen Polymeren, besonders nicht in dieser Preisklasse.

Der 2016er Tiguan hat mir gefallen. Auf der Strasse und im langgezogenen Drift auf dem Eissee. Good job, Volkswagen!

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