Ein Smartphone zum Durchgucken. Genau das ist es, was nach Angaben des taiwanischen Glasherstellers Polytron noch in diesem Jahr auf uns zu kommt. Das Unternehmen trommelt gerade mächtig für seine Idee, Smartphones aus Glas und somit transparent zu produzieren. Wie weit das Unternehmen mit dieser Idee ist, haben wir uns jüngst selbst ansehen können.

Transparente Smartphones aus Glas noch in diesem Jahr – Hands-on mit Prototyp

Polytron-Manager Sam Yu zufolge hat man bereits Gespräche mit diversen Smartphoneherstellern geführt, die an der Technologie seiner Firma interessiert sind. Er verspricht, dass noch in diesem Jahr erste Beispiele für fertige Smartphones aus Glas inklusive Durchsichtigkeit vorgestellt werden. Welche Hersteller er meint, ließ er zwar offen, es sei aber definitiv mit entsprechenden Ankündigungen zu rechnen. Der Ansatz ist eigentlich schon seit Jahren bekannt. Polytron bettet fast unsichtbare Leiterbahnen in sein Glas ein, um so ein weitgehend durchsichtiges Smartphone zu bauen.

Beim Display klappt das Ganze schon recht gut, denn im Grunde sind LCDs inzwischen auch in transparenter Form realisierbar. Vollkommen durchsichtig werden die gegen Ende des Jahres erwarteten Smartphones mit Polytrons Glas natürlich nicht sein, denn noch ist es nicht üblich, durchsichtige Chips, Speicherkarten, Akkus, Anschlüsse und nicht zuletzt SIM-Karten zu bauen. Wahrscheinlich werden diese Bauteile also in einem Teil des fertigen Smartphones untergebracht, der nicht durchsichtig ist. Der Rest soll nach dem Willen von Yu und seinen Mitstreitern aber eben im wahrsten Sinne des Wortes “durchschaubar” sein. Yu zeigte Sascha und Nicole bei einem Besuch vor zwei Tagen einen Prototypen, mit dem er schon seit längerem durch die Medien tingelt.

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Bei dem Gerät handelt es sich um ein reines Konzept, mit dem man noch nicht telefonieren kann, weil die entsprechende Technik fehlt. Integriert ist jedoch eine Art durchsichtiges Display zusammen mit MicroSD-Karte und anderen nicht-transparenten Bauteilen. Polytron selbst ist eigentlich auf sogenanntes E-Glas spezialisiert, bietet also zum Beispiel Glas für Fenster an, die sich auf Knopfdruck entweder durchsichtig oder milchig-matt schalten lassen. Genau so ließen sich bei Bedarf die in dem Gerät enthaltenen Bauteile verbergen. Außerdem entwickelt man allerlei andere Anwendungskonzepte, darunter Glas mit eingebetteten LEDs, Lautsprecher aus Glas oder auch Glas mit Heizelementen.

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Bei dem hier gezeigten Prototypen geht es vor allem darum, die benötigten Komponenten eines Smartphones sinnvoll zu integrieren und dabei alle Verbindungen unter ihnen möglichst transparent zu gestalten. Aktuell sind neben zwei Knopfzellen bereits eine MicroSD-Karte, LEDs, Mikrofon, Lautsprecher und eine Kamera enthalten. Bis zum Ende des Jahres will man voll funktionstüchtige Prototypen im Einsatz haben und die Geräte vielleicht sogar in kleinen Stückzahlen schon produzieren. Was wir hier zeigen, ist nur ein Teil von dem, was Polytron in seinen Laboren hat. Der Prototyp soll zeigen, dass transparente Multitouch-Displays möglich sind. Das Unternehmen hat bereits Prototypen in Arbeit, bei denen auch ein Mainboard mit allem was zu einem Smartphone gehört enthalten ist – inklusive der Software.

Dass die Idee gar nicht so abwegig ist, wie sie vielleicht scheint, zeigt Polytron anhand eines (fast) vollkommen durchsichtigen USB-Sticks, der in Kürze in Produktion gehen soll. Die einzigen auf den ersten Blick wirklich sichtbaren Komponenten dieses Speicher-Sticks sind eine Aktivitäts-LED und das Flash-Modul. Meine einzige große Sorge bei der ganzen Sache ist, dass man ein Glas-Smartphone künftig wohl gar nicht mehr repariert bekommt, sollte es bei einem Sturz schaden nehmen und in tausend kleine Stücke zerfallen…

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  • http://www.facebook.com/jantan.de Jan Tan

    Wenn nun aber die ganze Elektronik im Glas vergossen ist, wäre der Weg zum Vermeiden der (vermutlich) zweit-häufigsten Todesursache für eGadget nicht mehr lang: Wasserdichtigkeit.

    • René Klein

      Aber “Glasbruch” würde eventuell ein wenig fataler werden…

      • http://www.facebook.com/philippgombert1 Philipp Gombert

        Nicht unbedingt…. Da das Handy zu fast 80% aus Glas bestehen würde, wäre es wahrscheinlich ziemlich leicht und im Zusammenspiel mit Gorilla-Glas, könnte es eigentlich noch relativ stabil sein… Wahrscheinlich würde es die Hälfte eines iPhone 5 wiegen oder noch weniger…

        Aber keine Ahnung ist nur eine Überlegung :D

  • http://twitter.com/ArsTwo Two

    Man muss aber berechtigt eine Frage stellen: Was habe ich als Nutzer für einen Vorteil davon mir ein durchsichtiges Smartphone zu kaufen? Und da sehe ich erst mal nur Nachteile, die den “cool-sein” Effekt massiv wieder zunichte machen.

    • Commander Cliff Allister McLan

      naja, ich würd das ja erstmal nur für nen “doof-sein” Effekt halten

    • BenMi

      Ehrlich gesagt: Keine Ahnung. Wird es ankommen? Ich denke schon. Warum? Aus irgendeinem Grund werden durchsichtige Displays, Tablets und ähnliche Devices schon bald seit Jahrzehnten in Science Fiction Filmen verarbeitet. Es wirkt modern, futuristisch und irgendwie smooth. Und hey: Science Fiction Filme waren bisher mit die besten “Glaskugeln” die es gab – die haben immer Recht ;)

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  • Gast

    In diesem Zusammenhang fällt mir das leider viel zu selten benutzte Wort “Kokolores” ein.
    Dinge, die die Welt nicht braucht.

  • http://www.facebook.com/firstsonic Abdi Celebi

    beim simsen sieht man zumindest wohin man läuft

  • http://twitter.com/Falcon2045 Severin Lochinger

    Ich find das ganze ja rein aus technischer Sicht sehr interessant. Schön, dass wir langsam so weit sind, so etwas herzustellen. Zumindest bei diversen Geräten im Haushalt (Wetter Infos zum Beispiel im Spiegel oder im Fenster) ist das ja auch noch durchaus nützlich.

    Aber spätestens bei Mobiltelefonen hält sich der Nutzen dann dorch in Grenzen und die Haptik leidet stark drunter. Vom Sicherheitsaspekt etc. gar nicht erst reden.

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