Twitters neuer Kurzvideo-Dienst Vine hat anscheinend ein Problem mit pornographischen Inhalten. Eine Suche nach entsprechenden Tags wie #porn lässt reichlich entsprechendes Material finden. Zwar können User einzelne Videos als „unangemessen“ melden, was nach genügend Meldungen zu einer vorgeschalteten Warnung führt, es gibt aber keine Möglichkeit – wie bei Twitter – einen Account direkt als „Not Safe For Work“ zu kennzeichnen. Problematisch für Vine könnten hier die App Store Regeln und deren Auslegung von Apple werden.

Twitter-Dienst Vine hat ein Porno-Problem

Mit Vine können 6 Sekunden kurze Videos aufgenommen und geteilt werden. Diese Videos werden nicht geschnitten, importiert oder mit Filtern aufgehübscht. Einziger Weg eines solchen Kurzvideos zu Vine ist die App, die es bisher nur für iPhone und iPod touch gibt. Aufnahmemodus starten, Finger auf das Display halten und es wird gefilmt. Nimmt man den Finger weg, wird die Aufnahme gestoppt, so lange noch etwas von den 6 Sekunden übrig ist, kann man die Aufnahme neu starten. Das war es. Analog zur 140-Zeichen-Beschränkung bei Twitter muss man sich also vorher überlegen, was man wie lange filmen möchte.

Das Problem für Vine könnten nun die App Store Regeln und deren wechselnden Interpretationen durch Apple werden: Die App 500px wurde aus dem App Store wegen entsprechender Nutzerinhalte verbannt, das könnte Vine natürlich auch passieren. Oder aber eben nicht. Auf Twitter werden entsprechende Inhalte und Links schon lange geteilt und auch direkt innerhalb der App angezeigt, daran hat sich Apple bislang nicht gestört. Nun darf man raten, ob es an der Möglichkeit liegt, Accounts als „problematisch“ zu markieren und Inhalte dieser Accounts auszublenden oder doch einfach an der Partnerschaft der beiden Unternehmen.

Ein klein wenig wundert man sich aber schon, dass hier nicht von Anfang an Möglichkeiten eingebaut wurden, einen Account entsprechend zu kennzeichnen, immerhin bietet Twitter selbst diese Möglichkeit schon lange. Und es geht bei Vine schließlich nicht um Texte und Links, sondern um Videos – die bisherigen Erfahrungen vieler Dienste zeigen doch deutlich, dass es da draussen sehr viele Menschen gibt, denen bei einer Kamera als erstes einfällt, ihr Genital damit zu filmen und zu veröffentlichen oder wie es John Biggs bei TechCrunch formuliert:

it’s mostly penises right now, which is what you usually see when webcams and bored men get together

Twitter verweist auf Anfrage auf die Möglichkeit Videos zu melden und die eigenen Nutzungsbedinungen, die es erlauben User zu sperren, die gegen diese verstossen:

Users can report videos as inappropriate within the product if they believe the content to be sensitive or inappropriate (e.g. nudity, violence, or medical procedures). Videos that have been reported as inappropriate have a warning message that a viewer must click through before viewing the video.

Uploaded videos that are reported and determined to violate our guidelines will be removed from the site, and the User account that posted the video may be terminated. Please review the Vine Rules (http://vine.co/terms) for more information on these violations.

Aber wir wissen es schließlich schon lange, egal was Apple dazu meint: The Internet is for porn!

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