Gerade ist die im Vorfeld viel diskutierte Apple-Doku in der ARD vorbeigegangen und wie erwartet, waren die Journalisten tatsächlich in China unterwegs. Ergänzend zu Saschas Artikel in dem er darauf aufmerksam gemacht hat, dass Apple nicht das eigentliche Problem darstellt, sondern nur einer von vielen Nutznießern der Bedinungen in China ist, will ich hier noch einige Zusammenhänge klar machen.

Wer für Apple baut, baut auch für alle anderen – Apple und Foxconn sind nur die Spitze des Eisbergs

So wurden in der Sendung unter anderem die Firmen Ri-Teng und QSMC genannt, die als Beispiele für weitere Vertragsfertiger von Apple herhalten durften. Auf den ersten Blick scheinen diese Firmen unbekannt, doch wer auch nur ein paar kurze Minuten damit verbringt, eine Suchmaschine zu bemühen, stellt schnell fest, dass wir praktisch alle schon einmal mit ihren Produkten in Berührung gekommen sein dürften.

Fangen wir mit Ri-Teng an. Die Firma geriet zuletzt Ende 2011 in die Schlagzeilen, weil es in einem Werk von Ri-Teng in Shanghai zu einer Gasexplosion kam, bei der 61 Mitarbeiter verletzt wurden (siehe Bild unten). Schon damals wurde schnell klar, dass Ri-Teng keineswegs nur für Apple baut, sondern auch für diverse andere Hersteller wie Lenovo, Toshiba und Acer. Und um den Kreis zu schließen, sei erwähnt, dass Ri-Teng eine 100-prozentige Tochter von Pegatron ist, jenem Vertragsfertiger, der wiederum diverse andere Tochterfirmen hat und eigentlich eine Ausgründung von ASUS ist – jenem auch von mir hochgeschätzten taiwanischen Computerhersteller, der mein Notebook gebaut hat. Ri-Teng selbst macht übrigens keinerlei Geheimnis aus der Entlohnung seiner Mitarbeiter. Auf der für jedermann offen zugänglichen Website des Unternehmens ist von einem normalen Stundenlohn von 11 Yuan (1,30 Euro) und 14 Yuan (1,77 Euro) für Überstunden und Wochenendarbeit die Rede. Insgesamt könnten die Mitarbeiter durch Überstunden im gesetzlichen Rahmen dem Unternehmen zufolge auf 2800 bis 3000 Yuan im Monat kommen, heißt es weiter – was umgerechnet gut 330 bis 355 Euro entspricht. Dafür muss man dann aber eben auch 60 Stunden die Woche schuften, denn das Grundgehalt beträgt nur 1280 Yuan, also gut 150 Euro.

appleworkers_shanghai05

QSMC ist ebenfalls nicht unbekannt. Die Abkürzung steht für Quanta Shanghai Manufacturing Company – es handelt sich also um eine Fertigungstochter von Quanta. Na, wer hat den Namen Quanta schonmal gehört? Richtig. Quanta ist jenes Unternehmen, das für sich den Titel des weltweit größten Vertragsherstellers für Notebooks beansprucht – und somit auch der größte Notebookhersteller überhaupt ist. Solltet ihr also ein Notebook eines bekannteren Herstellers euer Eigen nennen, so stammt es mit einiger Wahrscheinlichkeit von Quanta, denn das Unternehmen hat einen Marktanteil von gut 30 Prozent bei der OEM-Fertigung von Tablets und Notebooks.

Die Marktbeobachter von DisplaySearch haben dazu eine schöne Grafik veröffentlicht, in der die Vertragsfertiger den verschiedenen Markenanbietern zugeordnet werden. Bei Quanta verrät die Übersicht, dass Fujitsu, Sony, Toshiba, Samsung, Dell, ASUS, Lenovo, HP und eben Apple allesamt bei dem eigentlich aus Taiwan stammenden Unternehmen fertigen lassen. Wenn man weiter forschen würde und dabei tiefer in die Vernetzung der asiatischen Vertragsfertigung vorstößt, wird ganz schnell sehr deutlich, dass praktisch jeder Hersteller den wir hierzulande kennen, seine Geräte mit Hilfe der in dem Apple-kritischen Film der ARD genannten Vertragsfertiger bauen lässt.

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Der kritische Punkt ist hier, dass wir uns alle darüber klar sein müssen, dass es praktisch, gelinde gesagt, scheissegal ist, welcher Markenaufkleber auf unseren Produkten klebt, denn die Geräte stammen allesamt aus asiatischen (und bald eben südamerikanischen oder auch afrikanischen) Fabriken. Von dort aus kommen wir zu einem grundlegenden Problem der gesamten Computerbranche.

Apple ist, wie wir aus diversen Berichten von Analysten und Marktbeobachtern wissen, so ziemlich der einzige Hersteller, der wirklich horrende Margen einstreicht. Das macht die Erben von Steve Jobs und Gott Jobs himself nicht unbedingt sympatischer, gerade wenn man sich klar macht, wie hoch die Gewinne für das Unternehmen im Vergleich zu den puren Fertigungs-, Komponenten- und Personalkosten sind. Am Ende freuen sich die Aktionäre und die Börse jubelt einmal mehr, wenn Apple mal wieder Rekordzahlen meldet. Aber wenigstens macht Apple eben noch pervers hohe Gewinne.

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Bei den anderen Herstellern sieht es allerdings deutlich finsterer aus, denn ihre Margen sind im Vergleich verschwindend gering. Es ist nicht selten, dass die Firmen nur noch 3-5 und wenn es mal hoch kommt auch mal 10 bis 15 Prozent pro verkauftem Gerät verdienen. Die Margen sind also so gering, dass sich die Produktion der Geräte für viele Hersteller kaum noch lohnt. Ein gewisser Anteil daran ist sicherlich auf den hart umkämpften Markt zurückzuführen, weil man sich versucht, mit geringen Preisen Marktanteile zu verschaffen. Während Apple also Spielraum hat, den Vertragsfertigern mehr zu zahlen und somit auch höhere Löhne ermöglichen könnte, ist den anderen Herstellern dies kaum möglich.

Wer ist nun also Schuld an der Misere? Der Kunde, der nicht bereit ist, mehr für die Technik zu zahlen, es sei denn sie stammt von Apple? Apple, weil das Unternehmen Riesenmargen einfährt, aber davon rein gar nichts an die Vertragsfertiger und Zulieferer weitergibt und stattdessen durch die hohen Stückzahlen und die Abhängigkeit der Zulieferer noch geringere Preise an sie zahlt? Oder ist es im kapitalistischen Wettbewerb einfach der Lauf der Dinge? Sind vielleicht auch wir von MobileGeeks mitschuld, weil wir über besonders günstige Hardware berichten oder den Appetit auf preiswerte neue Geräte schüren? Und was ist überhaupt preiswert? Sollten wir vielleicht unser Gewissen einschalten, wenn wir Technik kaufen? Oder können wir als einzelne sowie nichts an der Situation ändern?

Und zu guter letzt die wichtigste Frage: Wärt ihr bereit, für Produkte eines Herstellers, dessen Zulieferer transparent über alle Zustände und Details der Lieferkette informieren, mehr Geld zu zahlen? Außer im Fall von Apple natürlich, denn da bieten die Margen ganz offensichtlich sehr viel Spielraum.

Zur Erinnerung: Nokia hat seine Produktion erst kürzlich vollständig nach Asien verlagert, um Kosten zu senken und wettbewerbsfähiger zu fertigen.

UPDATE: Ich will auch noch was zu der ARD-Sendung an sich loswerden, was darüber hinaus geht, dass es sich um ein generelles Problem und nicht um eines von Apple handelt. Die Sendung war bis zu dem Punkt, an dem man sich doch tatsächlich nach Shanghai bzw. Shenzhen aufgemacht hat, vollkommen für den Hintern. Das Surface Tablet wird also von Windows gebaut? Ahja. Die Usability-Experten von der RWTH Aachen waren zudem wohl die schlechtest mögliche Besetzung – die RWTH Aachen hat seit geraumer Zeit das Apple on Campus Programm laufen und bietet sogar Schulungen für die Mac-Benutzung an. Von Unabhängigkeit kann also keine Rede sein. Was das ganze in dieser Hinsicht mit “Skandal”-Doku zu tun hat, bleibt unklar, abgesehen von der mauen Rechercheleistung. Immerhin haben die ARD-Leute es geschafft, ihren Hintern nach China zu bewegen und dort NICHT NUR bei Foxconn zu klingeln. Und man hat sich der Analyse der Komponentenkosten von iSuppli bedient. Wenigstens das. Letztlich hat die Sendung aber gar nichts gekonnt, weil sie ein zu kurz gegriffener Rundumschlag war. Statt sich auf eines der Themen wirklich zu konzentrieren, gab es von allem nur ein bisschen. Vielleicht schafft es ja irgendwann mal jemand, sich mit der Situation in China/Vietnam/Brasilien/Schlagmichtot wirklich sinnvoll auseinanderzusetzen – und dabei die gesamte Industrie an den Pranger zu stellen, statt Wischiwaschi zu liefern. Warum sind die ARD-Filmer nicht weiter gegangen, wenn sie schonmal da waren und sogar mit versteckten Kameras hantiert haben?!

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  • danielXY

    Guter Beitrag.
    Also bei technisch identischen Geräten, ein teureres mit einer Art fair trade Siegel und ein konventionelles, würde ich das teurere kaufen, wenn ich sicher gehen kann, dass es bei den Arbeitern ankommt.
    Überfällig wäre sowas längst…

    • Thraciel

      Nur leider kann man sich da heute auch nicht mehr sicher sein, wenn ich mir anschaue was da mit Hilfsorganisationen gelaufen ist.

  • Wastl

    > Zur Erinnerung: Nokia hat seine Produktion erst kürzlich vollständig nach Asien verlagert, um Kosten zu senken und wettbewerbsfähiger zu fertigen.

    Es gab da mal eine Studie dazu, was deutsche Unternehmen tatsächlich durch Verlagerung nach China einsparen konnten. Auch das war ernüchternd: die Einsparungen lagen irgendwo im einstelligen Prozentbereich.

    Und wer das nicht glauben kann: schaut mal auf die Rückseite euer Unterhaltungselektronik (z. B. Fernseher oder Monitore mit Digitaleingang) wo die her ist. Im Gegensatz zu Computern sind da 20 % Zoll drauf. Da kann man ja mal abschätzen, wie hoch die Kostenvorteile der Asiaten gegenüber Ost-EU sind…

    > Die Margen sind also so gering, dass sich die Produktion der Geräte für viele Hersteller kaum noch lohnt. Ein gewisser Anteil daran ist sicherlich auf den hart umkämpften Markt zurückzuführen, weil man sich versucht, mit geringen Preisen Marktanteile zu verschaffen.

    Ja was machen die denn auch? Statt mal ein bisschen Hirnschmalz in ein sinnvolles Produktportfolio zu stecken wird der Markt einfach mit Masse an unterschiedlichen Geräten überschwemmt – vermutlich hätte auch Apple ein Kostenproblem wenn in jedoch noch so kleine Nische ein neues Gerät gepflanzt wird.

    Und was macht man in Folge auf dem hart umkämpften Markt: sparen ohne Rücksicht auf Verluste. Ultrabooks kommen dann auf einmal in (vergleichsweise wenig günstigeren) Plastikgehäuse. Aber nebenbei schraubt man auch die gefühlte Qualität der Geräte um ein Vielfaches nach unten…

    • seb

      Da gibts doch den Spruch “die Hersteller gehen solange gen Osten bis sie über Portugal wieder reinkommen”.

  • manzanille

    Guter Artikel.

    Ich schaue mich nach Möglichkeit, aber schon nach Geräten um, die in Ländern produziert wurden, von denen ich ein besseres Gefühl habe.

    Loewe zum Beispiel produziert nicht in China, oder RIM soweit ich weiß auch nicht.

    Zumindest die Blackberry Devices, die ich kenne, stammen alle aus Mexiko, Ungarn oder Kanada. Wie gut genau die Arbeitsbedingungen jetzt in Mexiko sind kann ich nicht sagen, aber klingt auch jeden Fall besser, als Foxconn und co.
    Leider werden die Einzelbauteile dann meistens doch wieder aus China kommen.

    Aber es wäre ja fast traumhaft würde es bei der (Consumer)elektronik aufhören. Ein Beispiel:
    Immer mehr Lebensmittel kommen nun auch aus China. Man denke an die chinesischen Erdbeeren. Aber auch Teiglinge für Brötchen kommen aus China.

    Und ich glaube nicht, dass die Arbeitsbedingungen dort arbeitnehmerfreundlicher sind. Dazu kommen dann auch noch Qualitätsprobleme.

    • danielXY

      Naja,beim Greenpeace Guide to Greener Electronics landet RIM regelmäßig auf dem letzten Platz…

      • manzanille

        So kann man sich täuschen.
        Ich kenne diesen Guide to Greener Electronics nicht, aber vielen Dank für die Information.
        Werde ich mir heute Abend mal zu Gemüte führen.

      • chh2807

        Beim “Guide to Greener Electronics” sind die Arbeitsbedingunen nahezu Gleichgültig. Dabei geht es nur um die Umweltbelastungen. Hat also mit diesem Thema genaugenommen 0 zu tun!

        • danielXY

          Naja,es geht u.a. um die Verwendung von giftigen Stoffen die sich auch auf die Arbeiter auswirken. Generell spiegelt es aber eine soziale Einstellung wieder.
          Solltest du allerdings eine bessere Studie haben, lese ich sie gern

  • http://twitter.com/comguard Max Powers

    Wenn man zynisch sein will:

    Die anderen Hersteller beuten ihre Arbeiter auch aus – aber die geben den Preisvorteil wenigstens an uns Kunden weiter.

  • Roman

    Ich finde, die Vorgehensweise von Apple wird ein bisschen schöngeredet. Zum Beispiel Sätze wie “Während Apple also Spielraum hat, den Vertragsfertigern mehr zu zahlen und somit auch höhere Löhne ermöglichen könnte, ist den anderen Herstellern dies kaum möglich.”

    Super, sie haben Spielraum. Also, wieso zahlen sie denn nicht mehr? Genau dies ist es ja auch, wieso Apple immer wieder kritisiert wird. Ich finde es zwar richtig, dass erwähnt wird, dass eigentlich alle Hersteller mit diesen Werken zusammenarbeiten, nur sollte die Diskussion nicht darauf verlagert werden, ob jetzt Apple oder wer auch immer schuldig ist.

    Denn meiner Meinung nach sind alle Hersteller schuldig. Der Kunde, hat nicht wirklich eine Wahl, da ja bei fast jedem Device Teile aus solchen Firmen verbaut.

    • http://www.mobilegeeks.de Roland Quandt

      das da oben soll keineswegs so rüberkommen, als würde ich apples vorgehen schönreden wollen. der satz ist natürlich gleichzeitig auch der vorwurf, dass apple eben so wie alle nicht genug zahlt. richtig, alle sind betroffen und apple zahlt nicht mehr, obwohl sie könnten.

    • http://twitter.com/ihache ihache

      Wieso sollten sie mehr bezahlen? Du glaubst doch selbst nicht, dass der Chinese, der das iPhone zusammenbaut dann mehr verdient. Oo

      • Gianni77

        angeblich werden nun schon etwas höhere Gehälter bezahlt.
        Ob es stimmt wissen wohl nur die Angestellten.

  • Pingback: Apple-Check der ARD › Dobschat

  • http://forum.mobilegeeks.de/members/andre/ Andre

    Ich habs hier auch schon an anderer Stelle geschrieben: Der MarkenCheck ist ganz großer Mist. Die Tester schmeißen ein Galaxy S2 und ein iPhone in Bier, um zu prüfen, welches Gerät noch funktioniert bzw. repariert werden kann. Das ist der einzige Vergleich mit der Konkurrenz in der verdammten Doku!
    Als unmündiger Zuschauer muss ich doch jetzt davon ausgehen, dass ALLE ANDEREN HERSTELLER die Mitarbeiter in den Produktionsstätten besser bezahlen (lassen). Die anhaltende “Geiz-ist-geil”-Mentalität hat viele Menschen schwer gebeutelt, die täglich viele Stunden zu einem Hungerlohn an den Produktionsstraßen stehen müssen. Aber ohne nach links und rechts zu gucken so populistisch mit dem Finger auf Apple zu zeigen, wird nicht nur meinem Verständnis einer ÖR Medienanstalt nicht gerecht, sondern sollte wegen der ganz klar einseitigen Berichterstattung von höherer Instanz gerügt werden.

     

    • geek78

      Das alle auf dem Bierglas Test herum hacken. Die haben den Sinn nicht verstanden, da geht es doch nur darum zu zeigen das andere Hersteller da einfachere Methoden zum reparieren bieten und man bei Apple eben die A… Karte hat, denn da läuft es oft darauf hinaus das man sein Gerät austauschen muß und das meist in Verbindung mit sehr hohen kosten im Vergleich zu anderen Herstellern. Sicher war diese Doku nicht gerade optimal, doch letztendlich hat Apple doch trotzdem in allen Punkten bis auf die Fairness sehr gut da gestanden, denn das war der einzigste Punkt bei dem Apple versagt hat. Zusätzlich wurde Apple dort auch mit keinem anderen Hersteller wirklich verglichen also hätten mit Sicherheit andere Hersteller bei diesem Punkt genauso schlecht abgeschnitten. Allerdings geben andere Hersteller die günstigen Herstellungskosten auch an Ihre Kunden weiter. Apple ist und bleibt eine coole Marke, die Geräte sind toll doch würde es eben nicht schaden wenn da mal ein wenig mehr an die Produktion wandern würde. Das da nun soviel auf Apple herumgehakt wird ist doch auch normal, denn wer auf Platz 1. steht muß eben auch eine Menge Kritik einstecken. Die Doku hat doch auch ganz schön gezeigt wie süchtig die Leute mittlerweile nach Apple Produkten sind, also muß sich Apple nicht wirklich Sorgen machen das sich da in Zukunft etwas ändert. Steve Jobs hat extrem gute Vorarbeit geleistet und bei den 400 Milliarden auf den Konten im Hinterhalt werden da noch viele “tolle” Produkte folgen ;-)
      Ich für meinen Teil werde Apple da aber nicht weiter unterstützen, denn andere Hersteller bauen auch sehr gute Geräte und bieten die eben zu fairen Preisen an.

      • http://forum.mobilegeeks.de/members/andre/ Andre

        Den Bier-Test habe ich verstanden, aber warum höre ich da nicht zum Beispiel von einem HTC One X, das ebenfalls einen fest verbauten Akku hat? Wo ist da der Unterschied?

        Die Reihe heißt “Marken-Check”, aber nicht in der Form “Heute stellen wir Apple vor, nächste Woche Samsung, danach HTC, Acer und Motorola”. Sondern: “Apple baut Geräte die schön aussehen, bescheißt aber ganz arg die armen Menschen in China. Ach und außerdem ist der Akku fest.”

        Ich kann nicht eine Sache/Marke schlecht reden, und wie mit Scheuklappen die Konkurrenz komplett missachten – erst recht nicht als ARD-Redakteur. Warum kann man nicht in ein paar Sätzen erklären, ob andere Top-Smartphones ihr Geld wert sind, Mitarbeiter besser bezahlt werden oder sich der scheiß Akku kostengünstig ersetzen lässt?

        Jedes Referat in der Schule hätte mit etwas Recherche Ergebnisse liefern können, die denen von gestern Abend sehr ähnlich sind. Und wenn ich mir überlege, dass ich monatlich für so einen unvollständigen und hingeklatschten Shit 18€ bezahle, wird mir echt übel.

        • geek78

          Ja nur leider ging es da nur um die Marke Apple. Die ARD Leute sind eben keine Stiftung Waren Test.

          Mir hätte ein Bericht darüber wie man den Apple Konsumenten die Arroganz nehmen könnte besser gefallen. Das wäre sicher auch ein Super Quoten Hit geworden.

          • bartsimpson7880

            Was sollte eine Stiftung Waren Test da bringen? Deren Ahnungslosigkeit ist da auch nicht besser.
            Dann nehme ich sogar lieber Testergebnisse aus der ComputerBLIND, wo ich weiß wie die Zustande kommen (durch Werbe-Buchungen der betreffenden Hersteller)

  • http://twitter.com/Falcon2045 Severin Lochinger

    In meinen Augen sind in erster Linie die Regierung vor Ort und als direkte Folge die Firmen dort Schuld. Wenn es keine oder nur unzureichende Bestimmungen hinsichtlich Menschenrechten, Arbeitsrecht und Umweltschutz gibt, wird sich daran auch nichts ändern.

    Denn: Selbst wenn wir mehr für Geräte zahlen, der Hersteller diese direkt an den Auftragsfertiger weitergibt… Die Leute die Geräte tatsächlich herstellen sehen davon nichts.

    Es bleibt nur eins: Hart durchgreifen. Und das geht nur dort vor Ort.

  • chh2807

    Der große Unterschied zwischen Apple und anderen Konzernen ist der unverschämt hohe Gewinn den Apple macht! Während der Konzern 13 Milliarden Doller Gewinn macht, in 1 Quartal und weit über 100 Milliarden Dollar bei den Banken hortet werden diejenigen, die maßgeblich zu diesem Erfolg beitragen in den Suizid getrieben!

    Man kann sogar die meisten der oben genannten Konzerne addieren und kommt nicht an den Gewinn Apple alleine erwirtschaftet!

    Statt auf ein wenig Gewinn zugunsten der Arbeiter zu verzichten, werden die Zulieferer aber ständig weiter ausgequetscht.

  • Cadamdraft3D

    Als ich gestern die Sendung sah, war ich echt sprachlos! Selten hab ich so viel Schrott gesehen! Selten soviel fehl Informationen! Selten eine Sendung gesehen, die am wirklichen Problem, unser Konsum im Verhältnis zu den Arbeitsbedingungen in Asien, vorbei geht! Während ich diese Zeilen schreibe, wird mir bewusst, für wie blöd uns die Fernsehanstalten halten…
    Dies zog sich durch den ganzen Themen Abend hin, so dass man auch zum Ende die anonymen Beleidigung als erfrischend und nachvollziehbar empfand. :)

    • Cadamdraft3D

      P.S. Wie kommt man drauf, wenn man dem fertiger mehr bezahlt, dass automatisch sie wiederum mehr Gehalt bezahlen würde??? Ist doch ein Witz!

      • Gianni77

        Ich habe die Sendung leider nicht sehen können. Aber ich denke das auch wenn bei den Medien viel Schrott ausgestrahlt wird, erhöht es den Druck auf den Firmen. Apple hat angeblich mehr Kontrolleure dort hin verschickt um zu sehen ob es besser wird.

        Und wir Kunden hätten dann keine andere Wahl als ein paar Euro mehr zu zahlen!

        • Cadamdraft3D

          Ehrlich, du hast nichts verpasst! Druck ist gut! Aber leider wird dieser Druck auf die Arbeiter kompensiert! Auch Apple, Samsung ect. sind Grenzen Gesetz! Denn dann musst du gegen einen Staataperat arbeiteten, dessen Wohlstand und dessen Macht daraus resultiert seine Bevölkerung auszubeuten! Glaubst du, sie würden wirklich einen Betriebsrat oder gar eine Gewerkschaft dulden? Nicht in so einem staatswesen! Dann kommt unser Konsumverhalten, die Sascha P. gestern erläutert hat, sie ist ausschlaggebend, so lange wir unsere Geiz und geil und es muss immer neu sein, solange wird es Ausbeutung geben! WIR sind eine entscheidende Faktor! Es ist schwierig den komplette Facette dieses Problem zu beschreiben und übersteigt meine Fähigkeiten. :) Aber so tun Apple sei an allem Schuld, wird die Ausbeutung nicht gerecht!

          • Gianni77

            Naja, Apple und Samsung als momentan stärkste Firmen können und sollten anfangen! Die anderen müssen diese preistreiberei mitmachen um einigermaßen konkurrenzfähig zu bleiben.

            Ich gebe dir recht, diese Preiserhöhung geben die Firmen an uns weiter. Die verzichten nicht auf Milliardengewinne.

  • http://twitter.com/Pixelaffe Pixelaffe

    Genau das hat mich an der Berichterstattung am meisten gestört, die Zulieferer arbeiten nämlich auch für andere Hersteller und da stehen die Mitarbeiter auch 12h am Band ohne dass sich einer beschwert wenn sein “günstiger” Handmixer dort gefertigt wird. An dieser Stelle leider zu einseitig das ganze

  • Quiltifant

    “Wer ist nun also Schuld an der Misere? Der Kunde, der nicht bereit ist, mehr für die Technik zu zahlen, es sei denn sie stammt von Apple?”

    Wir sprechen hier – gerade bei Technik – nicht von irgendwelchen Unsummen. Die Fertigungskosten liegen bei Smartphones oder Tablets irgendwo bei 10 Dollar. Da ist der Gewinn für den Auftragsfertiger aber schon mit drin. Netto betragen die Arbeitskosten vielleicht 7-8 Dollar, also um die 5 Euro.

    Und da wollt ihr mit wirklich erzählen, man könnte den Arbeitern nicht 30-40 Prozent mehr Lohn zahlen? Ihr wollt mir wirklich erzählen, dass wegen 2-3 Euro die Kunden in Scharen davon laufen? Bei Geräten die mehrere hundert Euro kosten? Da ist ja der Preisunterschied zwischen den Händlern größer als die ach so furchtbare Summe, die der Kunde angeblich nicht zu zahlen bereit ist.

    Diese ganze Argumentation ist lediglich der billige Versuch der Industrie und des Handels, sich aus der Verantwortung zu stehlen.

    • danielXY

      absolut richtig, gestern haben sie von arbeitskosten von 6€ gesprochen, also die leg ich doch gerne noch drauf, wenn sie bei den leuten ankommen und nicht bei raffgierigen konzernen etc…

      man sollte wirklich mal aufstellen wie sich der preis zusammensetzt

      • Phreeze

        oder Mindestlöhne korrekt festlegen wie es in einigen Ländern in der EU der Fall ist.

  • http://www.facebook.com/monty.de Monty De

    Also nur mal zu dem Marktcheck:
    Sicher, die Testmethoden waren lachhaft, aber das Fazit trifft es auf den Punkt: Apple stimuliert eher emotional als rational, es ist sein Geld (Preis/Leistung) absolut nicht wert und die Arbeitsbedingungen sind so mies, wie die Gewinnspanne unanständig hoch ist.

    Allerdings mache ich mir auch keine Illusion, dass mein Sony Xperia unter besseren Bedingungen produziert wurde. Ein Fair Trade Siegel für Technik wäre echt super. Wenn das mit den 6€ stimmt, müssen die Kosten bei anderen Smartphones ja noch günstiger sein (Stichwort: Iphone5 schwer herzustellen) und ich wäre auf jeden Fall bereit, 20€ mehr auf mein 400€ Gerät zu legen mit dem Wissen, dass die Arbeiter dafür den doppelten bis dreifachen Lohn bekommen, vernünftige Arbeitsbedingungen haben und davon leben können, ohne 12 Std. täglich zu schuften.

  • seb

    mm wenn man die oben gezeigt Grafik zeigt ist es nicht nur eindeutig das Apple die meisten Margen einstreicht, sonder auch mit ganz gewaltigem Abstand die meisten Geräte fertigen lässt. In Summe ist dann der gesamte Fokus auf diese Firma absolut zulässig.

    Man könnte sich zwar über Asus aufregen, allerdings geht das am Ziel vorbei, weil Asus keinen interessiert. Das ist als würde man Rosneft mit den Stadwerken Weiden vergleichen.

  • joachim

    Also beim Updatenachtrag wird der Artikel wirklich schlecht. Eigene Emotionen nicht mit einzubringen ist das was man in der Schule lernt. Das kann man auch anders schreiben!

  • Anonym

    Moin,

    habe gerade den Marken-Check in der Mediathek nachgeholt. Was soll ich da sagen. Ärgert mich schon, dass ich dafür Gebühren zahle. Guter Journalismus sieht wirklich anders aus. Aber zum Thema:

    Wäre ich bereit für ein Tablet, Smartphone, Notebook, Kühlschrank, … mehr zu bezahlen, wenn ich weiß, dass der höhere Preis dafür sorgt, dass in der Herstellung UND Entsorgung die Menschen besser behandelt werden. Ganz klar ja.

    Was ich mir aber auch wünsche ist, dass die Produktzyklen nicht mehr so absurd kurz sind und es wundert mich, dass dies nicht oder kaum diskutiert wird. Klaro lebt gerade solch eine Plattform davon, dass permanent was auf dem Markt passiert. Aber ich habe echt die Schnauze voll davon mir nach einem Jahr ein neues Gerät leisten zu müssen, wenn ich technisch vorn mit dabei sein will. Klaro könnte ich genau darauf verzichten, aber wieso wird die Technik nicht ersteinmal ausgereizt bis eine neue Generation erscheint. Sich bei den Zyklen über festverbaute Akkus zu beschweren finde ich schon komisch, denn wer nutzt sein/ihr Gerät denn noch bis zum Akku-Tod?

    Was haltet ihr von der Idee, wenn diverse Shops Tickets anbieten würden, derren Erlös an die ArbeiterInnen geht? Quasi wie Tickets beim Fliegen, die man für den CO2 Ausgleich dazu kaufen kann. Hier würde man quasi Tickets kaufen um zu zeigen, dass die ArbeiterInnen mehr Geld bekommen sollen. Wer dann das Geld wie verteilt müsste man sich noch überlegen, aber so könnte man vorerst eine Initiative schaffen, die eine Lösung anbietet. Und vielleicht würden dann einige Hersteller die Idee aufgreifen, um ihr Image aufzupollieren.

  • http://www.wikigeeks.de/ Ralf Stockmann

    Immer wenn von der horrenden Gewinnspanne von Apple die Rede ist, würde ich mir wünschen dass mal gegengehalten wird, wie viel vom Gewinn pro Gerät wieder in Forschung&Entwicklung gesteckt wird. Neben den Kosten für Werbung natürlich.

    • bartsimpson7880

      Mit iPhones ist doch wohl inzwischen das meiste ‘fertig entwickelt’.
      Mal ein neues Gehäuse oder ein dickerer Prozessor, oder ein kleineres iPad ist deutlich weniger F&E als etwas komplett neues.
      Da kommen doch nur noch Sachen, die die Leute am kaufen halten sollen und das will auch noch teuer beworben werden.
      Was war denn die letzte Innovation bei iGeräten?
      UMTS im iPhone, weil man vorher nicht drangedacht hat?
      Oder die Kamera im iPad die vorher sicherlich mit Absicht fehlte, um direkt nen neuen Kaufanreiz bieten zu können für die Leute denen die CPU des ersten reicht?

      Ist natürlich nicht nur bei Apple so.
      Ich hab auch nach dem Note 1 das Note 2 gekauft. Tolles Gerät, aber der Vorteil ist jetzt auch nicht so Wahnsinnig. 4 Kerne, wo das erste eigentlich auch so flott genug war? Ein hübscheres Gehäuse? Oder moderneres Android, wo auf dem Note 1 eigentlich auch alles läuft? Bleibt nur die bessere Akkulaufzeit als kleiner Vorteil.

      Immerhin landen die meisten ‘alten’ Geräte ja nicht im Müll sondern landen per eBay oder sonstwie bei Leuten die nicht immer das neueste haben wollen/können.
      Da stellt sich die Frage, ob durch das ständige neukaufen wirklich viel mehr Geräte verkauft werden. Ob man alle 3 Jahre ein Neugerät kauft und das alte dann wegwirft, oder jährlich und das alte dann 2 Jahre anderweitig weiterlebt ändert die Zahl der Geräte ja auch nicht, erfreut aber ggf eBay und Paktdienste.

      • http://www.wikigeeks.de/ Ralf Stockmann

        Den derzeitigen “Innovationsstau” sehe ich natürlich auch. Nur wissen wir nicht, wie viel Geld sie gerade in das nächste Gadget stecken (TV, whatever). Zum anderen leiten nicht alle F&E Investitionen einen grundlegenden Paradigmenwechsel ein, kosten aber dennoch Geld. Man nehme etwa die Fortschritte bei der Akkutechnik.

        • bartsimpson7880

          Naja…
          Fortschritte bei Akkus? Ich weiß zwar nicht,wieviel daran geforscht wird, aber im Ergebnis hat sich da doch nicht wirklich viel getan.
          Forschen da überhaupt die Handy-Hersteller dran? Akkus werden doch eigentlich komplett zugekauft von wenigen Herstellern wie Sanyo.

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  • Thomas

    Jetzt gibt es das FairPhone von so nem Niederländischen hersteller, welches laut ihren Angaben fair produziert

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