Microsoft hat ein Video veröffentlicht, in dem man einen Einblick in die Entwicklung der Surface-Tablets gibt. Das Unternehmen hat außerdem inzwischen die Preise für den deutschen Markt offiziell bekanntgegeben und zumindest für das Modell mit ARM-Prozessor von Nvidia Tegra 3 und Windows RT somit den Startschuss für die Markteinführung gegeben.
Das Microsoft Surface mit Windows RT kann ab sofort in insgesamt acht Ländern vorbestellt werden. In Deutschland kostet das Gerät in der Version mit 32 GB Flash ohne das optionale Touch Cover mit Keyboard 479 Euro. Wer das Touch-Keyboard dazu haben will, muss 579 Euro auf den Tisch legen. Für das 64 GB wird mit Touch Cover ein Preis von 679 Euro fällig. Will man hingegen das mit richtigen Tasten ausgerüstete Type Cover erwerben, muss man zunächst das Surface-Tablet einzeln kaufen und zum Preis von 129,99 Euro das Cover dazubestellen.
Das Video gibt im Grunde nur einen sehr begrenzten Einblick in die Entwicklung, denn wie The Verge bei einer Tour für Journalisten durch die Entwicklergemächer erfuhr, wurden mit 3D-Druckern mehr als 300 Mock-Ups für verschiedene Surface-Designs hergestellt. Anfangs wurde intern ein einfaches aus Plastik zusammengebautes und mit viel Kleber und Klebeband zusammengehaltenes Prototypen-Design präsentiert. Die Prototypen wurden teilweise innerhalb weniger Stunden zusammengefummelt, es soll aber anhand der Aussagen der Entwickler deutlich erkennbar sein, dass alle Details des Tablets bis ins kleinste Bisschen durchdacht und durchdiskutiert wurden.
Teilweise wurden die gleichen Maschinen für die Erstellung der Prototypen verwendet, wie sie jetzt auch zur Massenproduktion in China zum Einsatz kommen. Dennoch waren die Entwickler zig mal in China, um dort für eine maximale Qualität zu gewährleisten. Für den ausklappbaren Ständer wurden zahllose Prototypen entwickelt und das Aussehen, die Funktion und selbst das Geräusch beim Schließen und Öffnen endlos analysiert und optimiert. Alle Teile des Surface sind wohl durchdacht – zum Beispiel wurde der Rahmen des Geräts so gestaltet, dass der Akku sich über die gesamte Breite erstreckt, um das Tablet symmetrisch und leichter wirken zu lassen.
Microsoft hat nach eigenen Angaben mehr als 200 angepasste Bauteile für das Surface-Tablet entwickelt – vom Magnesium-Rahmen, bis zum “optically bonded” Display. Das Touch Cover wird über Magnete so gut mit dem Tablet verbunden, dass man das Gerät problemlos daran hochheben kann. Windows-Chef Steven Sinofsky führte dies während des Besuchs der Journalisten in Redmond den Angaben zufolge mehrfach vor und ließ das Tablet am Keyboard-Cover baumeln, während er dieses nur mit zwei Fingern festhielt.
Das Touch Cover soll sich sehr ordentlich betippen lassen, auch wenn es sich lediglich um ein berührungsempfindliches Keyboard handelt. Die Kollegen von The Verge stellten fest, dass das Ganze nach einigen Minuten Umstellungszeit wegen der flachen Oberfläche bestens funktioniert. Das Cover ist mit 3 Millimetern sogar noch dünner als die ursprünglich angestrebten 4,2 Millimeter. Die einwandfreie Funktion wird unter anderem durch die in den Tasten enthaltenen Drucksensoren erreicht. Was die Stabilität des Tablets angeht, so griff Sinofsky zu ungewöhnlichsten Mitteln – er schnappte sich während des Rundgangs ein Gerät, das mit Rollen ausgerüstet war und begann darauf umherzufahren!
Die Display-Größe des Microsoft Surface ist ebenfalls gut überlegt, denn Microsoft wollte ursprünglich einen Bildschirm mit 10,1 Zoll Diagonale verbauen, doch dies brachte Nachteile beim Multitasking mit sich und das Keyboard war zu schmal. Bei 11,1 Zoll war zwar mit dem Multitasking und dem Keyboard alles in Ordnung, doch das Gerät wurde zu groß. Letztlich entschied man sich für den Mittelweg von 10,6 Zoll. Was die Auflösung von 1366×768 Pixeln angeht, sprach Sinofsky von einem Kompromiss wegen der Akkulaufzeit. So reiche ein halb geladener Akku damit einen ganzen Langstreckenflug lang, weil man eben nicht wie beim iPad 3 ein superhochauflösendes Display betreiben müsse.
Letztlich bleibt abzuwarten, ob sich Microsofts Surface als _das_ Tablet mit Windows 8 durchsetzen kann. Sicher ist allemal, dass die Redmonder wohl alles in ihrer Macht stehende unternommen haben, um ein möglichst gutes Tablet für ihr Betriebssystem zu bauen.
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